Annahme über den Mörder in allen Einzelheiten bestätigt; es mußte
sein eigenes Blut sein, das auf den Fußboden getropft war, denn ein
Kampf hatte nicht stattgefunden und überall, wo er umhergegangen war,
sah man die Blutspuren. Daß ich glaubte, der Mann sei vollblütig, von
kräftigem Wuchs und blühender Gesichtsfarbe, war sehr natürlich --
hätte ihm sonst die bloße innere Aufregung ein so heftiges Nasenbluten
verursachen können? -- Von der Richtigkeit meiner Schlüsse haben wir
uns ja später durch den Augenschein überzeugt.
„Nachdem ich das Haus verlassen hatte, telegraphierte ich sofort an den
Polizeiinspektor in Cleveland und bat um Auskunft über Enoch Drebbers
eheliche Verhältnisse. Die Antwort klärte mich über verschiedene
wichtige Punkte auf. Sie lautete dahin, daß Drebber schon einmal den
Schutz des Gesetzes gegen einen früheren Nebenbuhler Namens Jefferson
Hope angerufen habe, und daß besagter Hope sich jetzt in Europa
befinde. Hierdurch bekam ich den Schlüssel des ganzen Geheimnisses
in die Hände und es handelte sich jetzt nur noch darum, des Mörders
habhaft zu werden.
„Der Mann, welcher mit Drebber in das Haus gegangen war, hatte auch
die Droschke gefahren, das stand fest. Sein Pferd war auf der Straße
sich selbst überlassen geblieben und hatte den Wagen bald hierhin, bald
dorthin gezogen. Wo anders konnte der Kutscher unterdessen gewesen
sein, als drinnen im Hause? Es lag ja auch auf der Hand, daß er weit
sicherer war, unentdeckt zu bleiben, wenn er sein Verbrechen ohne
Zeugen beging. Diese Erwägung veranlaßte mich, Jefferson Hope unter den
Droschkenkutschern der Hauptstadt zu suchen. Daß er noch unter ihnen zu
finden sein müsse, wurde mir bald zur Gewißheit. Wenn er dies Gewerbe
ergriffen hatte, um seinen Racheplan leichter ausführen zu können, so
durfte er es nicht gleich nach vollbrachter That aufgeben, das hätte
verdächtig aussehen können. Seinen Namen hatte er schwerlich verändert,
da er hier völlig unbekannt war.
„Nachdem ich dies alles wohl erwogen hatte, schickte ich die Bande
meiner Getreuen zu jedem Droschkenbesitzer Londons, bis sie den Mann
aufgespürt hatten, nach dem ich suchte. Wie gut ihnen das gelang und
wie schnell ich die Gelegenheit beim Schopfe nahm, haben Sie selbst
gesehen.
„Stangersons Ermordung kam mir ganz unvermutet, hätte sich aber
schwerlich verhindern lassen. Sie brachte mich in den Besitz der
Pillen, deren Vorhandensein ich bereits ahnte, und dadurch ward auch
noch mein letzter Zweifel gehoben. Mein ganzes Verfahren beruhte, wie
Sie sehen, auf einer zusammenhängenden Kette logischer Schlüsse, in
welcher ein Glied genau an das andere paßt.“
„Sie sind ein merkwürdiger Mensch,“ rief ich, „Ihre Verdienste sollten
öffentlich anerkannt werden. Sie müssen einen Bericht über den Fall
drucken lassen. Thun +Sie+ es nicht, so werde +ich+ es übernehmen.“
„Halten Sie das, wie Sie wollen, Doktor,“ entgegnete Holmes, „es kommt
doch alles auf eins heraus. -- Vielleicht interessiert Sie dieser
Artikel,“ fuhr er fort, mir eine Zeitung reichend.
Die Stelle im ‚Echo‘, welche er mir zu lesen gab, lautete wie folgt:
„Durch den plötzlichen Tod eines gewissen Hope, des mutmaßlichen
Mörders von Enoch Drebber und Josef Stangerson, ist dem Publikum
eine interessante Gerichtsverhandlung entgangen. Die Einzelheiten
des Falls werden jetzt vermutlich für immer in Dunkel gehüllt
bleiben. Nur soviel hören wir aus guter Quelle, daß es sich um
eine langjährige, romantische Feindschaft handelte, bei der das
Mormonentum und eine alte Liebe wichtige Rollen spielten. Die beiden
Opfer scheinen in früheren Zeiten zu den ‚Heiligen des jüngsten
Tages‘ gehört zu haben, und auch der im Gefängnis verstorbene Hope
kam aus der Stadt am Salzsee. Obgleich der Fall nicht mehr öffentlich
verhandelt werden kann, so liefert er doch einen neuen schlagenden
Beweis von der Vortrefflichkeit unserer Londoner Geheimpolizei. Alle
Fremden mögen es sich gesagt sein lassen, daß sie wohl daran thun,
ihre Streitigkeiten daheim auszufechten, statt sie auf britischen
Grund und Boden zu verpflanzen. Es ist ein offenes Geheimnis, daß
wir Hopes Gefangennahme nur dem Scharfsinn und der Geschicklichkeit
der beiden wohlbekannten Detektivs Lestrade und Gregson zu verdanken
haben. Der Mann soll in der Wohnung eines gewissen Sherlock Holmes
verhaftet worden sein, welcher selbst Talent und Interesse für
polizeiliche Forschung an den Tag legt. Ein Dilettant, der solche
Lehrmeister hat, darf hoffen, ihnen mit der Zeit an Gewandtheit
ähnlich zu werden. -- Daß den beiden ausgezeichneten Beamten eine
angemessene Belohnung für ihre wertvollen Dienstleistungen zu teil
werden möchte, ist dringend zu wünschen.“
„Sagte ich Ihnen nicht gleich, als wir damals unsere Fahrt antraten,
wie alles kommen würde?“ rief Sherlock Holmes lachend. „Der ganze
Erfolg, der uns aus unsern Forschungen und Bemühungen erwächst, ist,
daß +sie+ eine Belohnung erhalten.“
„Seien Sie unbesorgt,“ rief ich, „in meinem Tagebuch stehen sämtliche
Thatsachen verzeichnet. Das Publikum soll Kenntnis davon erhalten und
wird dem wahren Verdienst die gebührende Anerkennung nicht versagen.“
LUTZ’
Kriminal- und Detektiv-Romane
etc
Bd. 52 M. 1.--
Sherlock Holmes
als Einbrecher
Von
Conan Doyle
STUTTGART
Verlag von Robert Lutz
Memoirenbibliothek.
Helen Keller
Die Geschichte meines Lebens
386 S. +mit Illustrationen+. Preis brosch. M. 5.50, in Lwd. geb. M.
6.50.
24 Auflagen in 24 Monaten
+Mark Twain+ hat den Ausspruch getan: „Die größten Wunder des 19.
Jahrhunderts sind +Napoleon+ und +Helen Keller+.“ -- In Deutschland
fand das Buch bei Publikum und Presse begeisterte Aufnahme.
+Einige Urteile+:
•Marie von Ebner-Eschenbach•: „+Tief ergriffen+ und +voll der
wärmsten Bewunderung+ habe ich das Buch zu Ende gelesen. Jede Zeile
hat mir +unaussprechliches Interesse+ eingeflößt. +Als ein erhabenes
Beispiel stillen Heldentums+ stehen Helen Keller und ihre Freundin
vor meinen Augen.“
•Kölnische Zeitung•: „Mit dem erhebenden Bewußtsein, ein neues Stück
menschlichen Heldentums in diesen beiden Frauen kennen gelernt zu
haben, legt man diese, +wohl in der ganzen Weltliteratur einzig
dastehende Selbstbiographie+ aus der Hand.“
•Pustets deutscher Hausschatz•: „Je weiter man in dem bedeutsamen
Buche vordringt, desto mehr nimmt +unsere Bewunderung für das
außerordentliche Mädchen+ zu. -- +Unbestritten gehört+ Helen Kellers
Selbstbiographie +zu den interessantesten Büchern der Neuzeit+.“
Verlag von +Robert Lutz+ in +Stuttgart+.
Verlag von +Robert Lutz+ in +Stuttgart+
M. Cervantes
Don Quijote
Nach der Tieckschen Uebersetzung neu bearbeitet von ~Dr.~ =Benno
Diederich=
=Jubiläumsausgabe.= Preis M. 3.50 brosch., M. 4.50 i. Lwd. geb.
Als König Philipp III. von Spanien in Madrid einen Mann sah, der sich,
brüllend vor Lachen, in der Gosse wälzte, sagte er zu seinen Begleitern:
Der Mensch ist entweder verrückt --
oder er hat den Don Quijote gelesen!
Dies Buch, dem damals ein so phänomenaler Lacherfolg zugetraut wurde,
steht heute in Gefahr, das Los derjenigen Klassiker zu teilen, die
jeder lobt und keiner liest, weil ihr Inhalt für den heutigen Geschmack
zumteil ganz ungenießbar ist. Dem Beispiel der von der +Spanischen
Akademie+ herausgegebenen +gekürzten+ Jubiläumsausgabe des Don Quijote
folgend, hat es ~Dr.~ =Benno Diederich= deshalb unternommen, auch dem
deutschen Volk das einzigartige Buch in einer
gekürzten Jubiläumsausgabe
wieder näher zu bringen, die +alles+ enthält, was den Ruhm des Buches
ausmacht und was an ihm unsterblich ist. Für die meisten, die sich mit
dem Don Quijote bekannt machen wollen, dürfte daher fortan
•nur diese gekürzte Ausgabe•
in Frage kommen.
•Verlag von +Robert Lutz+ in +Stuttgart+•
W. W. Jacobs
Seemannshumor
Geschichten und Schwänke von der Wasserkante
=I. Band=: 13 Erzählungen. -- =II. Band=: 15 Erzählungen.
Jeder Band ist einzeln käuflich zu M. 2.50 broschiert; M. 3.50 in Lwd.
gebunden.
Einige Urteile:
Hamburger Nachrichten: „Es herrscht hier •ein wirklicher, behaglicher
Humor•, voll der tollsten Einfälle und reger Phantasie. Echt und
frisch sind die wetterharten Gestalten gezeichnet. •Es kichert und
lacht• in und zwischen den Zeilen.“
Intern. Literaturberichte: „Wer einmal recht herzlich lachen will,
mag getrost zu Jacobs Seemannshumor greifen.“
Nordd. Allg. Zeitung: „Jede einzelne der Erzählungen ruft herzliches
Lachen hervor.“
Deutsche Tageszeitung: „Die Geschichten zeugen von einem ganz
•prächtigen, urwüchsigen Seemannshumor•.“
•Verlag von +Robert Lutz+ in +Stuttgart+.•
•W. Weressajew•
Bekenntnisse eines Arztes
4. Auflage. (8.-10. Tausend.)
Preis geh. M. 2.--, in Lwd. geb. M. 3.--.
Jeder Gebildete sollte dieses Buch lesen!
•Einige Urteile•:
•=Peter Rosegger=•: „Der Verfasser erzählt mit erschütterndem
Freimut seine Enttäuschungen, seine Mißerfolge, seine Verzweiflung
an der Medizin und -- seine Hoffnung auf sie. Das Buch ist eins der
ernstesten, redlichsten und nützlichsten Werke, die je geschrieben
wurden. Weressájew ist ein ganzer, ein guter und treuer Mensch.
Aber er ist auch ein großer Schriftsteller; sein Buch ist glänzend
geschrieben.“
•=Pustets Deutscher Hausschatz=•: „Man mag mit ihm über diesen
und jenen Punkt rechten, Hochachtung indes kann dem Verfasser
niemand vorenthalten, ebensowenig als Bewunderung seiner großen
schriftstellerischen Begabung, die sein Buch auf jeder Seite
auszeichnet.“
•=Rigaer Tagblatt=•: „Ein Kunstwerk, ein in rückhaltloser Offenheit
gezeichnetes Seelengemälde. Manche Kapitel lesen sich in ihrer
unbarmherzigen, psychologischen Analyse wie ein moderner Roman und
könnten fast unverändert in den Werken unserer zeitgenössischen
Literatur Platz finden.“
•=Deutsche Medizinalzeitung, Berlin=•: „Das Buch ist für jeden
Gebildeten von Interesse und von einem über die gewöhnliche
Unterhaltungslektüre weit hinausgehenden Wert.“
•Verlag von +Robert Lutz+ in +Stuttgart+.•
Anekdoten-Bibliothek
1. Bd. =Bismarck-Anekdoten.= Heitere Szenen, Scherze und
Charakterzüge aus dem Leben des ersten deutschen Reichskanzlers.
Bearbeitet von =Fr. Schmidt-Hennigker=. 4. Aufl. 239 S. Geh. M. 2.50,
in Lwd. geb. M. 3.50.
2. Bd. =Hohenzollern-Anekdoten I. Teil.= Anekdoten, heitere
Szenen und charakteristische Züge aus dem Leben der Hohenzollern.
Herausgegeben von =Herm. Jahnke=. Geh. M. 2.--, in Lwd. geb. M. 3.--.
3. Bd. =Hohenzollern-Anekdoten II. Teil.= •Humor Friedrichs des
Großen.• Bearbeitet von =Fr. Schmidt-Hennigker=. 5. Auflage. 192 S.
Geh. M. 2.--, in Lwd. geb. M. 3.--.
4. Bd. =Schiller-Anekdoten.= Charakterzüge und Anekdoten, ernste und
heitere Bilder aus dem Leben Friedrich Schillers. Herausgegeben von
=Th. Mauch=. 5. und 6. Tausend. 312 S. Geh. M. 2.50, in Lwd. geb. M.
3.50.
5. Bd. =Habsburger-Anekdoten.= Herausgegeben von ~Dr.~ =Frz.
Schnürer=. 205 S. Geh. M. 2.--, in Lwd. geb. M. 3.--.
6. Bd. =Napoleon-Anekdoten I. Teil.= Herausgegeben von =G. Kuntze=.
Ca. 225 S. =Preis brosch.= M. 2.--, in Lwd. geb. M. 3.--.
•In Vorbereitung:•
Russische Hof-Anekdoten. -- Napoleon-Anekdoten II. Teil. --
Goethe-Anekdoten.
•Verlag von +Robert Lutz+ in +Stuttgart+•
Fritz Reuters Meisterwerke
Hochdeutsche Ausgabe
Herausgegeben von ~Dr.~ +Heinrich Conrad+ 6 Bände à M. 1.20 broschiert,
M. 1.80 i. Lwd. geb.
Jeder Band einzeln käuflich
+Inhalt+: Bd. 1. Aus der Franzosenzeit. -- Wie ich zu einer Frau kam.
-- Bd. 2. Aus meiner Festungszeit. -- Bd. 3-5. Aus meiner Stromzeit. --
Bd. 6. Dörchläuchting.
•Einige Urteile:•
•J. V. Widmann urteilt•: „Schon nach den ersten Kapiteln der
„Franzosenzeit“ war ich mir darüber klar, daß ein bisher im engern
Verschluß der Mundart gehaltenes Meisterwerk nun +durch diese
Übertragung in die Schriftsprache den Charakter eines+
•+Nationalgeschenkes für Deutschland+• erhalten hat.“
•Kölnische Volkszeitung•: „Diese Übertragung, +die
übrigens nicht vor dem Dialog Halt macht+, sondern auch
diesen +verständigerweise hochdeutsch wiedergibt, zeigt einen
Übersetzungskünstler+, der im Stil und der Redeweise der
Personen jene Nüancierung der Formen anzuwenden weiß, die auch
dem Hochdeutschen gar wohl eigen ist und dem Vorgebrachten +ein
charakteristisches Kolorit+ verleiht.“
•„Dienet einander“ (~Dr.~ W. Rathmann)•: „+Die vorliegende
hochdeutsche Ausgabe macht Reuters Werke erst zum Besitz der ganzen
Nation+. Die Verlagshandlung verbindet die gute Ausstattung in großem
Druck auf holzfreiem Papier mit einem +so billigen Preise+, daß auch
die +kleinste Bibliothek+ die geringen Kosten nicht scheuen darf.“
Sherlock Holmes-Serie
Gesammelte Detektivgeschichten
von
Conan Doyle
Illustriert
Inhalt:
1. Bd. Späte Rache
2. „ Das Zeichen der Vier
3. „ Der Bund der Rothaarigen
u. a. Detektivgeschichten
4. „ Das getupfte Band u. A.
5. „ Fünf Apfelsinenkerne u. A.
6. „ Der Hund von Baskerville
7. „ (II. Serie Band 1): Als Sherlock Holmes
aus Lhassa kam u. A.
8. „ (II. Serie Band 2): Die tanzenden
Männchen u. A.
Preise:
•+Band 1-6 (I. Serie)+•. Jeder Band einzeln käuflich brosch. zu
M. 2.25, in Leinwd. geb. M. 3.25.
+Alle 6 Bände+ auf einmal bezogen brosch. M. 12.--, in Leinwd. geb.
M. 18.--.
+Band 7 u. 8 (II. Serie Band 1 u. 2)+. Brosch. à M. 2.25, in Leinwd.
geb. à M. 3.25.