10) =F. Koenike=, Ueber das Hydrachniden-Genus Atax. Bremen 1881.

11) =F. Koenike=, Revision von A. Leberts Hydrachniden des Genfersees.

Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. XXXV, 1881.

12) =F. Koenike=, Zwei neue Hydrachniden vom Isergebirge. Zeitschr. f.

wiss. Zool. Bd. XLIII.

13) =F. Koenike=, Eine neue Hydrachnide aus dem Karraschsee bei

Deutsch-Eylau. Schriften der naturforschenden Gesellschaft zu Danzig.

N. F. VII. Bd.

14) =F. Koenike=, Ein neues Hydrachniden-Genus (Teutonia). Archiv f.

Naturgesch. 1890, Bd. 1.

15) =F. Koenike=, Einige neubenannte Hydrachniden. Abh. des naturw.

Vereins in Bremen, Bd. IX.

16) =Robert Schaub=, Über die Anatomie von Hydrodroma. Ein Beitrag zur

Kenntnis der Hydrachniden (mit 6 Tafeln). Sitzungsberichte der kaiserl.

Akad. der Wissenschaften in Wien. Math.-naturw. Klasse, Bd. XCVII, 1888.

17) =Robert Schaub=, Über marine Hydrachniden nebst einigen Bemerkungen

über Midea (mit 2 Tafeln). Sitzungsberichte der kaiserl. Akad. der

Wissenschaften in Wien. Math.-naturw. Klasse. Bd. XCVIII, 1889.

18) =Th. Barrois=, Matériaux pour servir à l’étude de la faune des eaux

douces des Azores. I. Hydrachnides. Lille 1887.

19) =Th. Barrois= et =R. Moniez=, Catalogue des Hydrachnides etc. Lille

1887.

20) =Th. Barrois=, Note sur la dispersion des Hydrachnides. Revue

biolog. du Nord de la France, T. I. 1888–1889.

Kerfe und Kerflarven des süssen Wassers, besonders der stehenden

Gewässer.

Von Dr. =E. Schmidt-Schwedt= in Berlin.

=Vorbemerkung.= Der folgende Aufsatz will nur +Skizzen+ aus der

Kerfwelt des süssen Wassers geben; dass dabei ganz wesentlich die Kerfe

und Kerflarven der stehenden Gewässer berücksichtigt worden sind, ist

schon in der Überschrift angedeutet worden. Ich habe diese Beschränkung

geübt, um mich in den Schilderungen fast ganz auf eigene Anschauung,

auf eigene Beobachtungen stützen zu können. Auch der Kundige, so hoffe

ich, wird darin, besonders in biologischer Hinsicht, manches Neue

finden; in jedem einzelnen Falle es als solches kenntlich zu machen

oder zu abweichenden Angaben in der Litteratur besonders Stellung zu

nehmen, schien mir in einem Aufsatze wie dem vorliegenden überflüssig.

Einleitung.

Wenn von dem zahllosen Heer der Kerfe die Rede ist, denkt wohl fast

Jeder zunächst nur an die augenfälligen Vertreter derselben, welche dem

Luftmeer angehören und auf Blatt und Blüte, wie auf und in der Erde

ihr Wesen treiben: dass auch dem Wasser Vertreter dieses „luftigen“

Volkes in reichlicher Menge angehören, der Gedanke liegt wohl Vielen

fern. Wer dann unter kundiger Leitung besonders ein pflanzenreiches

stehendes Gewässer etwa im Mai mit dem Netz[X] untersuchen will,

der dürfte wohl staunen über das reiche Insekten- und vornehmlich

Insektenlarvenleben derselben und wenn er einiges mit nach Hause nimmt

zu genauerer Untersuchung und Beobachtung der Lebenserscheinungen,

könnte sich leicht ein dauerndes Interesse für diese Tierwelt

daraus entwickeln. Derjenige nun, welcher seine Aufmerksamkeit den

Wasserinsekten zuwenden will, kann zeitig im Frühjahr mit seiner

Thätigkeit beginnen. Wenn kaum einige Zeit das Eis unserer Gräben

und Teiche den wieder kräftiger werdenden Sonnenstrahlen gewichen

ist, beginnt schon ein grosser Teil der im Wasser lebenden Insekten

und Insektenlarven ihr gewohntes Treiben. Geraume Zeit also, bevor

der erste Schmetterling, die erste Grabbiene (_Andrena_), die erste

Pollenia (Fliegenart) erscheint, bietet ein Ausflug nach Teichen und

Gräben auf Wasserinsekten reichliche Ausbeute. Ja, manche Vertreter

unserer biologischen Gruppe scheinen eine Winterruhe kaum zu halten;

wenigstens habe ich mehrfach selbst im Januar Larven der Käferfliegen

unter dem Eise ihrer Lebensaufgabe, dem Frassgeschäft, obliegen und

Schwimmkäfer wie Wasserwanzen sich ebendort tummeln sehen. Es ist eben

das Wasser, die Urheimat alles Lebendigen, für alle Lebewesen, die

in seinen Schoss sich begeben haben, in vieler Hinsicht ein ungleich

freundlicheres Element als das Luftmeer. Die besonders im Frühjahr

sprungartigen Veränderungen in der Wärme der Luft, die allen Tieren,

welche zu früh ihre Winterplätze verlassen haben, leicht verderblich

werden, gleicht das Wasser mässigend aus und die trüben Regen- und

Schneeschauer des Frühjahrs hält es seinen Inwohnern sicher vom

Leibe. Bei den nicht zu hohen Wärmegraden bietet sogar das Wasser

im Frühjahr denen unter seinen Bewohnern, welche zur Atmung nicht

die atmosphärische Luft, sondern die im Wasser gebundene benutzen,

besonders günstige Daseinsbedingungen, da der Luftgehalt des Wassers

dann wegen der geringen Wärme grösser ist als im Sommer[XI]. Das

reichste Insektenleben zeigen die Gewässer wohl im Mai; die Zahl

der Larven, welche den grösseren Bestandteil der Insektenwelt des

Wassers ausmachen, ist dann auf ihrem Höhepunkt. Zum Hochsommer

nimmt deren Zahl wieder ab. Nicht wenige der dem Wasser angehörigen

Insektenlarven überwintern freilich selbst in diesem Zustand, z. B.

einzelne Schwimmkäferlarven, zahlreiche Mücken-, Köcherfliegen- und

Eintagsfliegenlarven.

[X] Ich benutze dazu mit Vorliebe wenig tiefe Netze aus weissen

Rosshaaren. Dieselben bieten besonders den Vorteil, dass der

Stoff im Wasser nicht quillt, also die Lücken gleich weit bleiben

und dass ferner Algenschleim u. dergl. nicht daran haften bleibt.

[XI] Auch bei den Ausflügen, die dem Fange unserer Tiere gelten,

macht sich geringe Wärme als günstiger Umstand bemerkbar;

ungleich leichter als an warmen Sommertagen bringt man die Tiere

ohne Abgang an Toten an kühlen Frühlingstagen heim.

Ist nun auch die Zahl der Insekten und besonders der Insektenlarven,

welche im Wasser leben, eine recht erkleckliche, so ist doch

anderseits zu betonen, dass die eigentliche Stärke dieser Grossmacht

des Tierreichs auf der Erde, in der Luft liegt und -- was für unsere

Betrachtungen wichtiger ist -- dass das Verhältnis der Insekten zum

Wasserleben im wesentlichen ein gleiches ist wie das der Säugetiere

zu demselben. Ich will damit sagen, dass hier wie dort der Grundtypus

der Klasse in seiner ganzen Gestaltung auf das Landleben hinweist (wie

etwa umgekehrt der der Fische und Krebse auf das Wasserleben) und dass

die im Wasser lebenden Vertreter, bei den Säugetieren z. B. Seeotter,

Seehund, Walfisch, zwar mehr oder minder weit gehende Abänderungen

von jenem Grundtypus zeigen, die eben im Zusammenhange mit ihrem

besonderen Aufenthaltsorte stehen, aber doch immer noch deutlich genug

erkennen lassen, dass solche Eigentümlichkeiten erst etwas nachträglich

Hinzugekommenes sind, oder vom Standpunkte der Abstammungslehre aus:

Die Vorfahren dieser im Wasser lebenden Tiere waren Landtiere; erst

nachträglich haben sich die Anpassungen, welche in Beziehung zum

Wasserleben stehen, herausgebildet. Zwei Gebiete der Lebensthätigkeit

nun werden bei der Gegenüberstellung von Land- und Wasserleben

besonders berührt und also auch die denselben dienenden Organe:

+Atmung+ und +Bewegung+[XII]. Diesen beiden Funktionen und ihren Organen

werden wir also im Folgenden in erster Linie unsere Aufmerksamkeit

zuzuwenden haben.

[XII] An dritter Stelle wären die Sinnesorgane in Betracht zu ziehen,

doch muss ich dieselben, da dies ein völlig unbebautes Gebiet

ist, im Folgenden ausser Betracht lassen.

Bei den Säugetieren ist die Zahl der Ordnungen, aus denen Vertreter

dem Wasser angehören, nicht eben gross, wenige Raubtiere, Nagetiere

und die beiden Ordnungen der Robben und Wale; ein gleiches trifft

für die Insekten zu, wenn man die entwickelten Tiere im Auge hat --

es sind dann nur Käfer und Schnabelkerfe (Wanzen) zu nennen. Anders

gestaltet sich aber das Bild, wenn man, wie billig, auch die Larven

berücksichtigt. Dann ist nur eine Ordnung im Wasser nicht vertreten,

nämlich die der Hymenopteren, d. h. der Verwandten von Biene, Wespe

und Blattwespe. Um nun die stattliche Reihe aller dieser Vertreter in

eine übersichtliche Anordnung zu bringen, dürfte es sich empfehlen, die

natürlichen Gruppen des Insektenvolkes, die Ordnungen, zu Grunde zu

legen.

Käfer.

Die Tier- und Pflanzenwelt des Süsswassers. Zweiter Band. · 第 21 / 60 题