Still war's im Zimmer. So still, als hätte der Tod seine Ernte
gehalten. Aber es war nur das Schweigen eines großen Schmerzes, der auf
dem Leben lastete.
Der Schlag der Uhren klang durch das stille Gutshaus. Durch die offenen
Fenster wehten Lindenblütendüfte.
Draußen unter dem hundertjährigen Stamm standen zwei und hielten sich
bei den Händen. Zwei Starke. Menschen, die klar und zielbewußt ihren
Weg gingen, deren Willen ein höherer Wille geheiligt.
Schweigend standen sie unter der Linde.
»Wenn Gott das Kind doch zu sich nähme!« sagte Jutta Eichel endlich und
blickte zu den verhangenen Fenstern empor.
»Vielleicht soll es leben!« entgegnete der Pfarrer.
Sie sah ihn sinnend an. Eine Flut von Fragen, die eine Braut nicht
ausspricht, zog durch ihre Seele.
Von der Dorfstraße klang das Rollen eines Wagens herüber.