Als der Onkel nach den geschilderten Mißerfolgen nach Hause
zurückkehrte, war er zorniger und härter als je. Noch ehe er aus dem
Sattel sprang, gab er den Befehl, morgen in aller Frühe die Spuren des
Bären im Walde zu suchen und ihn so zu umstellen, daß er nicht mehr
entrinnen könnte.
Eine richtig durchgeführte Jagd hätte natürlich zu einem ganz anderen
Resultate führen müssen.
Alle erwarteten nun, was der Onkel wegen des verwundeten Chraposchka
befehlen würde. Alle glaubten, daß ihn etwas Schreckliches erwartete. Er
hatte sich zumindest _die_ Nachlässigkeit zu schulden kommen lassen, daß
er dem Bären in dem Augenblick, als ihn dieser in seinen Tatzen
gehalten, nicht sein Jagdmesser in die Brust gestoßen hatte. Es bestand
außerdem noch der schwere und wohl auch begründete Verdacht, daß
Chraposchka die Hand gegen seinen zottigen Freund nicht hatte erheben
wollen und ihn absichtlich laufen gelassen hatte.
Die allen bekannte Freundschaft zwischen Chraposchka und Sganarell
machte diese letztere Hypothese sehr wahrscheinlich.
So dachten nicht nur die Jagdteilnehmer, sondern auch alle übrigen
Gäste.
Wir lauschten den Gesprächen der Erwachsenen, die sich abends im großen
Saal um den für uns angezündeten Weihnachtsbaum versammelt hatten, und
teilten den allgemeinen Verdacht bezüglich Chraposchkas wie auch die
Angst um sein Los.
Aus dem Vorzimmer, durch das der Onkel vom Flur in seine Gemächer
gegangen war, drang in den Saal das Gerücht, daß er Chraposchkas Namen
überhaupt noch nicht erwähnt hatte.
»Ist das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?« flüsterte jemand, und
dieses Flüstern weckte bei der allgemeinen gedrückten Stimmung einen
Widerhall in jedem Herzen.
Es erreichte auch den alten, mit dem Bronzekreuz für das Jahr 1812
ausgezeichneten Dorfgeistlichen P. Alexej. Dieser seufzte auf und sagte
leise:
»Betet zum Heiland, der uns heute geboren wurde!«
Mit diesen Worten bekreuzigte er sich, und alle Anwesenden, die
Erwachsenen wie die Kinder, die Herrschaften wie die Leibeigenen, taten
dasselbe. Es war auch just die höchste Zeit. Kaum hatten wir unsere
Hände, mit denen wir das Zeichen des Kreuzes gemacht hatten, sinken
lassen, als die Türe weit aufging und der Onkel mit einem Stöckchen in
der Hand in den Saal trat. Ihn begleiteten seine beiden
Lieblingswindspiele und der Kammerdiener Justin. Der letztere trug auf
einem silbernen Teller das weiße Foulardtuch und die mit dem Bildnisse
Pauls I. geschmückte Schnupftabaksdose seines Herrn.