XV

Als der Onkel nach den geschilderten Mißerfolgen nach Hause

zurückkehrte, war er zorniger und härter als je. Noch ehe er aus dem

Sattel sprang, gab er den Befehl, morgen in aller Frühe die Spuren des

Bären im Walde zu suchen und ihn so zu umstellen, daß er nicht mehr

entrinnen könnte.

Eine richtig durchgeführte Jagd hätte natürlich zu einem ganz anderen

Resultate führen müssen.

Alle erwarteten nun, was der Onkel wegen des verwundeten Chraposchka

befehlen würde. Alle glaubten, daß ihn etwas Schreckliches erwartete. Er

hatte sich zumindest _die_ Nachlässigkeit zu schulden kommen lassen, daß

er dem Bären in dem Augenblick, als ihn dieser in seinen Tatzen

gehalten, nicht sein Jagdmesser in die Brust gestoßen hatte. Es bestand

außerdem noch der schwere und wohl auch begründete Verdacht, daß

Chraposchka die Hand gegen seinen zottigen Freund nicht hatte erheben

wollen und ihn absichtlich laufen gelassen hatte.

Die allen bekannte Freundschaft zwischen Chraposchka und Sganarell

machte diese letztere Hypothese sehr wahrscheinlich.

So dachten nicht nur die Jagdteilnehmer, sondern auch alle übrigen

Gäste.

Wir lauschten den Gesprächen der Erwachsenen, die sich abends im großen

Saal um den für uns angezündeten Weihnachtsbaum versammelt hatten, und

teilten den allgemeinen Verdacht bezüglich Chraposchkas wie auch die

Angst um sein Los.

Aus dem Vorzimmer, durch das der Onkel vom Flur in seine Gemächer

gegangen war, drang in den Saal das Gerücht, daß er Chraposchkas Namen

überhaupt noch nicht erwähnt hatte.

»Ist das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?« flüsterte jemand, und

dieses Flüstern weckte bei der allgemeinen gedrückten Stimmung einen

Widerhall in jedem Herzen.

Es erreichte auch den alten, mit dem Bronzekreuz für das Jahr 1812

ausgezeichneten Dorfgeistlichen P. Alexej. Dieser seufzte auf und sagte

leise:

»Betet zum Heiland, der uns heute geboren wurde!«

Mit diesen Worten bekreuzigte er sich, und alle Anwesenden, die

Erwachsenen wie die Kinder, die Herrschaften wie die Leibeigenen, taten

dasselbe. Es war auch just die höchste Zeit. Kaum hatten wir unsere

Hände, mit denen wir das Zeichen des Kreuzes gemacht hatten, sinken

lassen, als die Türe weit aufging und der Onkel mit einem Stöckchen in

der Hand in den Saal trat. Ihn begleiteten seine beiden

Lieblingswindspiele und der Kammerdiener Justin. Der letztere trug auf

einem silbernen Teller das weiße Foulardtuch und die mit dem Bildnisse

Pauls I. geschmückte Schnupftabaksdose seines Herrn.

Eine Teufelsaustreibung, und andere Geschichten · 第 20 / 74 题