VII

Man pflegte die Bären auf eine höchst einfache Weise in den Graben zu

setzen. Man legte quer über die Öffnung einige leichte schwache Stangen,

überdeckte diese mit Reisig und schüttete darüber Schnee. Das Loch wurde

so geschickt maskiert, daß der Bär die Falle gar nicht merken konnte.

Man brachte das folgsame Tier bis zu dieser Stelle und ließ es weiter

gehen. Es machte einen oder zwei Schritte und stürzte plötzlich in den

tiefen Graben, aus dem es nicht mehr herauskommen konnte. Der Bär saß

hier bis zu der für die Hetzjagd angesetzten Stunde. Dann legte man

schräg in den Graben einen etwa sieben Ellen langen Balken, und der Bär

kletterte heraus, worauf sofort die Hetzjagd begann. Wenn aber das kluge

Tier Unheil witterte und nicht herauskommen wollte, zwang man es, den

Graben zu verlassen, indem man mit langen, mit eisernen Spitzen

versehenen Stangen nach ihm stach, brennendes Stroh in den Graben warf,

oder blinde Schüsse aus Gewehren und Pistolen abfeuerte.

Nachdem Chrapon den Bären auf die beschriebene Weise in den Graben

gebracht hatte, kehrte er tief betrübt nach Hause zurück.

Unbedachterweise erzählte er seiner Schwester und unserer Wärterin, wie

willig ihm das Tier gefolgt war, wie es, nachdem es durch den Reisig in

den Graben gestürzt war, sich auf den Boden hingesetzt, die Vordertatzen

wie Hände zusammengelegt und zu weinen angefangen hatte.

Chrapon sagte seiner Schwester, daß er vom Graben so schnell er konnte

weggelaufen sei, um das jämmerliche Stöhnen Sganarells nicht zu hören,

das ihm ins Herz geschnitten habe.

»Ich danke nur Gott,« fügte er hinzu, »daß es jemand anderem und nicht

mir befohlen wird, auf ihn zu schießen, wenn er Reißaus nimmt. Wenn

diese Pflicht mir zufiele, würde ich alle Strafen über mich ergehen

lassen, aber um nichts in der Welt auf das Tier schießen.«

Eine Teufelsaustreibung, und andere Geschichten · 第 13 / 74 题