Man pflegte die Bären auf eine höchst einfache Weise in den Graben zu
setzen. Man legte quer über die Öffnung einige leichte schwache Stangen,
überdeckte diese mit Reisig und schüttete darüber Schnee. Das Loch wurde
so geschickt maskiert, daß der Bär die Falle gar nicht merken konnte.
Man brachte das folgsame Tier bis zu dieser Stelle und ließ es weiter
gehen. Es machte einen oder zwei Schritte und stürzte plötzlich in den
tiefen Graben, aus dem es nicht mehr herauskommen konnte. Der Bär saß
hier bis zu der für die Hetzjagd angesetzten Stunde. Dann legte man
schräg in den Graben einen etwa sieben Ellen langen Balken, und der Bär
kletterte heraus, worauf sofort die Hetzjagd begann. Wenn aber das kluge
Tier Unheil witterte und nicht herauskommen wollte, zwang man es, den
Graben zu verlassen, indem man mit langen, mit eisernen Spitzen
versehenen Stangen nach ihm stach, brennendes Stroh in den Graben warf,
oder blinde Schüsse aus Gewehren und Pistolen abfeuerte.
Nachdem Chrapon den Bären auf die beschriebene Weise in den Graben
gebracht hatte, kehrte er tief betrübt nach Hause zurück.
Unbedachterweise erzählte er seiner Schwester und unserer Wärterin, wie
willig ihm das Tier gefolgt war, wie es, nachdem es durch den Reisig in
den Graben gestürzt war, sich auf den Boden hingesetzt, die Vordertatzen
wie Hände zusammengelegt und zu weinen angefangen hatte.
Chrapon sagte seiner Schwester, daß er vom Graben so schnell er konnte
weggelaufen sei, um das jämmerliche Stöhnen Sganarells nicht zu hören,
das ihm ins Herz geschnitten habe.
»Ich danke nur Gott,« fügte er hinzu, »daß es jemand anderem und nicht
mir befohlen wird, auf ihn zu schießen, wenn er Reißaus nimmt. Wenn
diese Pflicht mir zufiele, würde ich alle Strafen über mich ergehen
lassen, aber um nichts in der Welt auf das Tier schießen.«