ORPHEUS

O das verworrene Rören der Hirsche ist leichtes Gelärme

gegen die Brunst, die des Haines gebeugte Wipfel durchirrt.

Glühend beflaggt trägt der Wald die Streifen von rostbrauner Wärme,

die die gesunkene Sonne noch lange heut spenden wird.

Auch auf dem tragischen Teiche wächst eine stille Exstase

hin nach der Dünung, wo Orpheus der Sterbende kniet auf den Strand.

Einmal noch hebt er die Laute in eine unsagbare Phase,

während der blendenden Brust schon entblättert das schöne Gewand.

Dann wächst entsetzlich und drohend wieder die grausame Stille,

als des Mondes glühender Phallos den Zitterabend durchdringt

und in der tonlosen Landschaft nur aus der erhellten Puppille

weniger Blumen ein rosiger Regen am Boden erklingt.

Stehe von Lichtern gestreichelt: Gedichte · 第 10 / 21 题