FÜNFZEHNTES KAPITEL.

Das Intermezzo.--Der Trinker.

Ein schrecklicher Angstschrei, ein Gerassel, wie Blitz und Donner

einander folgend, unterbrach den Erzähler. Welcher Anblick! Der Jude

lag ausgestreckt auf dem Boden des Saales, überschüttet mit Tee,

Trümmer seines Stuhles und der feinen Meißner Tasse, die er im Sturz

zerschmettert, um ihn her. Der Ärger über eine solche Unterbrechung

war auf allen Gesichtern zu lesen; zürnend wandten die Damen ihr Auge

von diesem Schauspiel, von den Herren machte keiner Miene, ihm

beizustehen. Er selbst aber blieb sekundenlang liegen, ohne sich zu

rühren, und schaute verwundert herauf.

Ich sprang auf, ihm beizustehen; ich hob ihn auf und sah mich nach

einem andern Stuhle um, auf welchen ich ihn setzen könnte. Aber ein

Verwandter des Hauses raunte mir in die Ohren, ich möchte machen, daß

wir fortkommen, mein Hofmeister scheine sich nicht in dieser

Gesellschaft zu gefallen.

Wir folgten dem Wink und nahmen unsere Hüte. Als ich mich von der

gnädigen Frau beurlaubte, sagte sie mir viel Schönes und lud mich ein,

sie recht oft zu sehen; meinen armen Hofmeister würdigte sie keines

Blickes. Sie neigte sich so kalt als möglich und ließ ihn abziehen.

Gelächter schallte uns nach, als wir den Saal verließen, und ich hatte

mit meiner Inkarnation so viel menschliche Eitelkeit angezogen, daß

mich dieses Lachen ungemein ärgerte.

Wie gern hätte ich die Erzählung jenes interessanten jungen Mannes zu

Ende gehört; wie viel Wichtiges und Psychologisches hätte ich von dem

gardeuniformliebenden Fräulein erlauschen können; und war ich selbst

nicht ganz dazu gemacht, junge Herzen an jenem Abend zu erobern? Ein

junger, reicher, ich darf sagen, hübscher Mann auf Reisen findet, wo

er hinkommt, freundliche Augen, durch welche er so leicht in die

Herzen einzieht--und dies alles hatte mir das ungeschliffene Wesen des

alten Menschen verdorben; ich hätte ihn würgen können, als wir im

Wagen saßen.

„War es nicht genug," sagte ich, „daß du mit deinem scharfen Judenbart

die zarte Hand der Gnädigen empfindlich bürstetest? Mußtest du auch

noch die Frau von Wollau durch dein unzeitiges Gelächter beleidigen?

Und kaum hast du es wieder gut gemacht, so bringst du aufs neue alles

gegen dich auf. Was gingen dich denn die S c h w a b e n m ä d e l an,

daß du ihre Schönheit an den Teetischen Berlins predigest? Darfst du

denn sogar in China einer Schönen sagen, sie habe ein Teegesicht? Und

jetzt, nachdem du die spitzigen Worte der ungnädigen Frau eingesteckt

hattest, jetzt, als alles auf das erste vernünftige Thema, das diesen

Abend abgehandelt wurde, lauschte, jetzt fällst du, wie der selige

Hohepriester Eli im zweiten Kapitel Samuelis, rücklings in den Saal

und zerschmetterst--nicht den eigenen hohlen Schädel, wie jener

würdige jüdische Papst--nein! einen zierlich geschnitzten Fauteuil und

eine Tasse von Meißner Porzellan; sage, sprich, schlechter Kamerad,

wie fingst du es nur an?"

„In Eurer Stelle, Herr Satan, wäre ich nicht so arrogant gegen

unsereinen," antwortete er verdrießlich. „Ihr wißt, daß Euch keine

Gewalt über meine Seele zusteht; denn seit anderthalbtausend Jahren

kenne ich Eure Schliche und Ränke wohl. Was aber die Elis-Geschichte

betrifft, so will ich Euch reinen Wein einschenken, vorausgesetzt, Ihr

begleitet mich in eine Auberge; denn der läpperige Tee hier, mit dem

man in China kaum die Tassen ausspülen würde, mit dem noch schlechtern

Arrak, haben mir ganz miserabel gemacht."

Ich ließ vor einem Restaurateur halten und führte den verunglückten

Doktor Mucker hinein. Es war schon ziemlich tief in der Nacht, und nur

noch wenige, aber echte Trinker in dem Wirtszimmer. Wir setzten uns an

einen Tisch zu vier oder fünf solcher nächtlichen Gesellen; ich ließ

für den alten Menschen Burgunder auftragen, und in geläufigem

Malabarisch, wovon die Trinker gewiß nichts verstanden, forderte ich

ihn auf, zu erzählen.

Nachdem der ewige Jude durch etliche Schlücke sich erholt hatte,

begann er:

„Ich glaube, es ist ein Teil des Fluches, der auf mir ruht, daß ich,

sobald ich mich in höhere Sphären der Gesellschaft wage, lächerlich

werde; ein paar Beispiele mögen dir genügen.

„Du weißt, daß ich, um mir die Langeweile des Erdenlebens zu

vertreiben, zuweilen einen Liebeshandel suche--nun, verziehe dein

Gesicht nur nicht so spöttisch, ich bin eine Stereotypausgabe von

einem kräftigen Fünfziger, und ein solcher darf sich schon noch aufs

Eis wagen. Nun hatte ich einmal in einem kleinen sächsischen Städtchen

eine Schöne auf dem Korn. Ich hatte schon seit einigen Tagen Zutritt

in das elterliche Haus, und die kleine Kokette schien mir gar nicht

abgeneigt. Ich kleidete mich sorgfältiger, um ihr zu gefallen, ich

scherwenzelte um sie her, wenn sie spazieren ging, kurz, ich war ein

so ausgemachter Geck, als je einer über das Pflaster von Leipzig ging.

In dem Städtchen gehörte es zum guten Ton, morgens um neun Uhr an dem

Haus seiner Schönen vorbeizugehen; schaute sie heraus, so wurde mit

Grazie der Hut gezogen und etwas weniges geseufzt.

„Dies hatte ich mir bald abgemerkt und zog nun pflichtgemäß, wenn die

Glocke neun Uhr summte, an jenem Haus vorüber, und ich hatte die

Freude, zu sehen, wie mein Engel jedesmal zum Fenster herausschaute

und huldreich lächelte. Eines Morgens war es sehr kotig auf der

Straße; ich ging also, um die weißseidenen Strümpfe zu schonen, auf

den Zehenspitzen und machte Schritte wie ein Hahn. Aber vor dem Hause

meiner Schönen war der Schmutz reinlich in große Haufen

zusammengekehrt; denn der Papa war eine Art von Polizeiinspektor und

mußte den Einwohnern ein gutes Beispiel geben; wie freute sich mein

Herz über diese Reinlichkeit! Ich konnte dort fester auftreten, ich

konnte mit dem rechten Bein, wenn ich mein Kompliment machte, zierlich

ausschweifen, ohne mich zu beschmutzen. Mein Engel schaute huldreich

herab, freudig ziehe ich den Hut von dem schönfrisierten Toupet,

schwenke ihn in einem kühnen Bogen und--o Unglück--er entwischt meiner

Hand, er fährt wie ein Pfeil in den aufgeschichteten Unrat, daß nur

noch die Spitze hervorsieht.

„Wie schön sagt Schiller:

‚Einen Blick

Nach dem Grabe

Seiner Habe

Sendet noch der Mensch zurück.'

„So stand ich wie niedergedonnert an dem Unrat. Sollte ich in

zierlicher Stellung mit den Fingerspitzen den Hut herausziehen? Aber

dann war zu befürchten, daß er ganz ruiniert sei; sollte ich völlig

_chapeau bas_ weiter ziehen, wie einer, der ohne Hut dem Galgen

oder dem Tollhaus entsprungen?

„Wie ein silbernes Feuerglöckchen schlägt jetzt das lustige Lachen

meiner Dulzinea an mein Ohr; brummend wie die schweren Totenglocken,

das Grabgeläute meiner Hoffnung, antworten zehn Bässe aus dem

gegenüberstehenden Kaffeehaus; Husarenleutnants, Schreiber, Kaufleute

brüllen aus den aufgerissenen Fenstern, und ‚Hussa, Sultan, such'

verloren!' tönt die Stimme meines furchtbarsten Rivalen, des Grafen

Lobau. Eine englische Dogge von Menschenlänge stürzt hervor, packt den

verlorenen Hut mit geübter Schnauze, rennt auf mich zu, stellt sich

auf die Hinterbeine, tappt mit seinen Pfoten auf meine Schultern und

präsentiert mir das triefende _corpus delicti_.

„Was ich dir hier mit vielen Worten erzählte, mein Bester, war das

Werk eines Augenblicks; wie angefroren war ich dagestanden, und erst

die Zudringlichkeit des höflichen Hundes gab mir meine Fassung wieder.

Wieherndes, jauchzendes Gelächter scholl aus dem Kaffeehause, und auch

bei i h r waren alle Fenster mit Lachern angefüllt; und als ich, einen

zärtlichen Blick, den letzten, hinauflaufen ließ, sah ich, wie sie das

battistene Schnupftuch in den Mund schob, um nicht vor Lachen zu

bersten. Da verlor ich von neuem die Fassung; wütend ergriff ich den

Hut und schlug ihn der Dogge ins Gesicht; aber die Bestie verstand

keinen Spaß, sie packte mich, an dem zierlichen Busenstreifen, ich

ließ ihr diese Spolien und machte mich eilends davon, durch dick und

dünn galoppierend; aber die Bestie folgte, und andere Hunde und

Gassenjungen stürzten nach, und die schreckliche Jagd nahm erst ein

Ende, als ich atemlos in das Portal meines Gasthofes stürzte.

„Daß es mit meiner Liebe aus war, kannst du denken, besonders, da ich

nachher erfuhr, die Kokette habe alle ihre Anbeter um diese Stunde in

das Kaffeehaus bestellt, um meine tägliche Fensterparade zu

bewundern!"

Ich bedauerte den Armen von Herzen; er aber griff ruhig nach seinem

Glas, trank und fuhr dann fort:

„Kann dich versichern, so hundsföttisch ging es mir von jeher,

besonders aber in der neuen aufgeklärten Zeit, wo man so ungemein viel

auf das Schickliche hält und verzweifeln möchte, wenn der

vortreffliche Reifrock der Etikette ein wenig unsanft berührt wird.

Darum ist es mir bei einem Gastmahl immer höllenangst. Wird fette

Sauce umhergegeben, so sehe ich schon im Geiste, daß ich damit zittern

und sie verschütten werde. Kommt dann der Bettel an mich, so bricht

mir der Angstschweiß aus, die Sauciere klappert in meiner zitternden

Hand fürchterlich, sie schwankt, ich fahre mit der andern Hand darnach

und--richtig, meine freundliche Nachbarin hat die ganze Bescherung auf

dem neuen Drap d'or oder Genuesischen Sammetkleid, daß alles im

schönsten Fette schwimmt. Habe ich aber endlich eine solche

Fegefeuertour durchgemacht, ohne Sauce zu verschütten, ohne ein Glas

umzuwerfen, ohne einen Löffel fallen zu lassen, ohne dem Schoßhund auf

den Schwanz zu treten, ohne der Tochter des Hauses die größten

Sottisen zu sagen, wenn ich höflich und pikant sein will, so faßt mich

irgend ein Unheil noch zum Schluß, daß ich mit Schande abziehe wie

heute."

„Nun," fragte ich, „und was warf dich denn heute mitten ins Zimmer?"

„Als der langweilige Mensch seine Erzählung anhub, wie er ein paar

Pfaffen habe singen hören und wie er einem hübschen Mädchen

nachgelaufen sei--was man überall tun kann, ohne gerade in Rom zu

sein--da übermannte mich die Langeweile, die eines meiner Hauptübel

ist, und so setzte ich, um mich zu unterhalten, meinen Stuhl rückwärts

in Bewegung und schaukelte mich ganz angenehm. Auf einmal, ehe ich

mich dessen versah, schlug der Stuhl mit mir rückwärts über, und ich

lag--"

„Das habe ich leider gesehen, wie du lagst," sagte ich; „aber wie kann

man nur in honetter Gesellschaft so ganz alle gute Sitte vergessen und

mit dem Stuhle schaukeln."

„Sei jetzt ruhig und bringe mich nicht auf mit der verdammten

Geschichte; ich habe heute abend kein Glück gemacht, das ist alles.

_Bibamus, diabole!_" sagte der alte Mensch, indem er selbst mit

tüchtigem Beispiel voranging und dann schmunzelnd auf das dunkelrote

Glas wies: „Der ist koscher, Herr Bruder, guter Burgunder, echter

Chambertin und wenigstens zwanzig Jahre alt. Du magst mich jetzt

auslachen oder nicht; aber ein gutes altes Weinchen vom Südstamme ist

noch immer meine Leidenschaft, und ich behaupte, die Welt sieht jetzt

nur darum so schlecht aus, weil so viel Tee, Branntwein und Bier, aber

desto weniger Wein getrunken wird."

„Du könntest recht haben, Jude!"

„Wie stattlich," fuhr er im Eifer fort, „wie stattlich nahmen sich

sonst die Wirtshäuser aus. Breite, gedrungene, kräftige Gestalten, den

dreispitzigen Hut ein wenig auf die Seite gesetzt, rote Gesichter,

feurige Augen, ins Bläuliche spielende Nasen, honette Bäuche--so

traten sie, das hohe, mit Gold beschlagene Meerrohr in der Faust,

feierlich grüßend ins Zimmer. Wenn der Hut am Nagel hing, der Stock in

die Ecke gestellt war, schritt der Gast dem wohlbekannten Plätzchen

zu, das er seit Jahren sich zu eigen gemacht hatte und das oft nach

ihm getauft war. Der Wirt stellte mit einem ‚Wohl bekomm's' die

Weinkanne vor den ehrsamen Trinker, die gewöhnlichen Bechernachbarn

fanden sich zur bestimmten Stunde ein, man trank viel, man schwatzte

wenig und zog zur bestimmten Stunde wieder heim. So war es in den

guten alten Zeiten, wie die Menschen sagen, die nach Jahren rechnen,

so war es, und nur der Tod machte darin eine Änderung. Jetzt hängen

sie alles an den Putz, machen Staat wie die Fürsten und sitzen den

Wirten um zwei Groschen die Bänke ab. Lustiges, unstetes Gesindel

fährt in den Wirtshäusern umher, man weiß nie mehr, neben wen man zu

sitzen kömmt, und das heißen die Leute K o s m o p o l i t i s m u s.

Höchstens trifft man ein paar alte weingrüne Gesichter von der echten

Sorte, aber dies Geschlecht ist beinahe ausgestorben!"

„Schau nur dorthin," fiel ich ihm ein, „du Prediger in der Wüste, dort

sitzen ein paar Echte. Sieh nur das kleine Männlein dort in dem

braunen Röckchen, wie es so feurig die roten Augen über die Flasche

hinrollen läßt. Er scheint mir ein rechter Kenner, denn er trinkt den

Nierensteiner Kirchhofwein, den er vor sich hat, in ganz kleinen Zügen

und zerdrückt ihn ordentlich auf der Zunge, ehe er schluckt. Und dort

der große dicke Mann mit der roten Nase, ist er nicht eine Figur aus

der alten Zeit? Nimmt er nicht das Glas in die ganze Faust, statt wie

die Heutigen den kleinen und den Goldfinger zierlich auszustrecken?

Ist er nicht schon an der vierten Flasche, seit wir hier sind, und

hast du nicht bemerkt, wie er immer die Pfropfen in die Tasche steckt,

um nachher zu zählen, wie viele Flaschen er getrunken?"

„Wahrhaftig, diese sind echt!" rief der begeisterte Jude, „ich bin

jung gewesen und alt geworden, aber solcher gibt es nicht viele; laß

uns zu ihnen uns setzen, _mi fratercule_!"

Wir hatten nicht fehl geraten. Jene Trinker waren von der echten

Sorte; denn schon seit zwanzig Jahren kamen sie alle Abende in das

nämliche Wirtshaus. Man kann sich denken, wie gerne wir uns an sie

anschlossen. Ich, weil ich solche Käuze liebe und aufsuche, der ewige

Jude aber, weil der Kontrast zwischen dem eleganten Tee und diesen

Trinkern in seinen Augen sehr zugunsten der letzteren ausfiel. Er

wurde so kordial, daß er zu vergessen schien, daß er mit ihren

Urvätern schon getrunken habe, daß er vielleicht mit ihren späten

Enkeln wieder trinken werde.

Die alten Gesellen mochten jetzt ihre Ladung haben; denn sie wurden

freundlich und fingen an, zuerst leise vor sich hin zu brummen; dann

gestaltete sich dieses Brummen zu einer Melodie, und endlich sangen

sie mit heiserer Weinkehle ihre gewohnten Lieder. Auch den alten

Menschen faßte diese Lust. Er dudelte die Melodien mit, und als sie

geendet hatten, fing auch er sein Lied an. Er sang:

„Wer seines Leibes Alter zählet

Nach Nächten, die er froh durchwacht,

Wer, ob ihm auch der Taler fehlet,

Sich um den Groschen lustig macht,

Der findet in uns seine Leute,

Der sei uns brüderlich gegrüßt,

Weil ihn, wie uns, der Gott der Freude

In seine sanften Arme schließt.

Wenn von dem Tanze sanft gewieget,

Von Flötentönen süß berauscht,

Fein Liebchen sich im Arme schmieget

Und Blick um Liebesblick sich tauscht;

Da haben wir im Flug genossen,

Und schnell den Augenblick erhascht,

Und Herz am Herzen festgeschlossen

Der Lippen süßen Gruß genascht.

Den Wein kannst du mit Gold bezahlen,

Doch ist sein Feuer bald verraucht,

Wenn nicht der Gott in seine Strahlen,

In seine Geisterglut dich taucht;

Uns, die wir seine Hymnen singen,

Uns leuchtet seine Flamme vor,

Und auf der Töne freien Schwingen

Steigt unser Geist zum Geist empor.

Drum, die ihr frohe Freundesworte

Zum würdigen Gesang erhebt,

Euch grüß' ich, wogende Akkorde,

Daß ihr zu uns herniederschwebt!

Sie tauchen auf--sie schweben nieder,

Im Vollton rauschet der Gesang,

Und lieblich hallt in unsre Lieder

Der vollen Gläser Feierklang.

So haben's immer wir gehalten

Und bleiben fürder auch dabei,

Und mag die Welt um uns veralten,

Wir bleiben ewig jung und neu:

Denn wird einmal der Geist uns trübe,

Wir haben ihn im alten Wein,

Und ziehen mit Gesang und Liebe

In unsern Freudenhimmel ein."

Ob dies des ewigen Juden eigene Poesie war, kann ich nicht bestimmt

sagen, doch ließ er mich zuzeiten merken, daß er auch etwas Poet sei;

die zwei alten Weingeister waren ganz erfüllt und erbaut davon; sie

drückten dem a l t e n M e n s c h e n die Hand und gebärdeten sich,

als hätte er ihnen die ewige Seligkeit verkündigt.

Es schlug auf den Uhren drei Viertel vor zwölf. Der ewige Jude sah

mich an und brach auf; ich folgte. Rührend war der Abschied zwischen

uns und den Trinkern, und noch auf der Straße hörten wir ihre

heiseren Stimmen in wunderlichen Tönen singen:

„Und wird einmal der Geist uns trübe,

Wir baden ihn im alten Wein,

Und ziehen mit Gesang und Liebe

In unsern Freudenhimmel ein."

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Mitteilungen aus den Memoiren des Satan · 第 24 / 51 题