Ein grünes, schlichtes, kühles Erdenbett! --

Neben den toten Äbten schläft er nun. -- -- Und die maurische Ruine auf

dem Gipfel des Hügels wirft ihren stillen, ehrwürdigen Schatten auf sein

Grab. -- Viele kleine dunkelblaue Blumen und eine schmale Steintafel:

»#Requiescat in pace#.«

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Der Kardinal von Saragossa hat einen jungen Abt geschickt.

Padre Ribas Sobri.

Ein sehr gelehrter Mann von tiefem Wissen -- erzogen in den Schulen der

Fratres vom Herzen Jesu.

Mit festem stechenden Blick -- hager und willensstark.

Vorbei sind die Zeiten süßen Nichtstuns -- die Knechte entlassen --, und

ächzend bücken sich wieder die feisten Mönche bei der Weinlese. -- Tief

in die Nacht müssen sie auf den Knien liegen und beten, beten.

Im Kloster herrscht die strenge Observanz: -- bleiernes Schweigen. --

Gesenkten Hauptes, aufrecht stehend, mit gefalteten Händen üben murmelnd

die Fratres die »Anmutungen«:

#Non est sanitas in carne mea a facie irae tuae: non est pax ossibus meis

a facie peccatorum meorum.#

Auf dem Hofe wächst das Gras zwischen den Steinen, und die weißen Tauben

sind fortgeflogen. Aus kahlen Zellen dringt die gramvolle »Betrachtung

der Strafen«:

#Unusquisque carnem brachii sui vorabit.#

Wenn der kalte Morgen schimmert, siehst du die dunkeln Gestalten zur

Kapelle ziehen, und summende Stimmen beten bei flackerndem Kerzenschein

das Salve Regina.

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Die Weinlese ist vorüber. -- Streng befolgt Don Pedro Ribas Sobri die

Rezepte seines toten Vorgängers: seine eigenen Schuhe wirft er in die

offenen Fässer, genau wie jener. -- -- Es hallt in dem gewölbten

Keller, wie der süße Wein gärt und kämpft.

Der König wird zufrieden sein mit dem Guindre.

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Die schönen Mädchen kommen nicht mehr und beichten nicht mehr. -- Sie

fürchten sich.

Schwer lastet die Scheu -- wortlos wie der mürrische Winter, der seine

harten Hände auf die toten Fluren legt. -- -- -- -- Und der Frühling

zieht vorüber und der tanzende junge Sommer -- -- und locken umsonst.

Verdrossen laden die Maultiertreiber um halben Lohn die schweren Fässer

in die Leiterkarren.

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Don Pedro Ribas liest und zieht finster die Stirn: »-- der ehrwürdige

Vater muß sich wohl geirrt und anderen Wein geschickt haben. -- Das sei

doch nicht der alte Guindre -- gewöhnlicher >#Dulce del Color#<, wie

jede andere Sorte aus Malaga,« schreibt man aus der Hauptstadt.

Täglich kommen die Sendungen zurück. Volle Fässer. Aus Lissabon, aus

Madrid, aus Saragossa. -- -- --

Der Abt kostet -- kostet -- und vergleicht. Kein Zweifel -- es fehlt der

fremdartige würzige Duft.

Man holt den greisen Manuel -- der prüft und zuckt traurig die Achseln.

Ja, ja, der gute, alte Don Cesáreo, der hatte eine glückliche Hand; mehr

Segen als der junge Padre. -- Doch das darf man nicht laut sagen; -- die

Mönche raunen es einander zu.

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Don Pedro sitzt Nacht um Nacht in seiner Zelle bei seltsamen Retorten,

und der Kerzenschein wirft den Schatten seines scharf geschnittenen

Profils an die kalkweiße Wand. -- Seine langen mageren Finger hantieren

an funkelnden Gläsern mit häßlichen, dünnen Hälsen. --- Abenteuerliche

Werkzeuge und Kolben stehen umher. -- Ein spanischer Alchimist!

Vergessen die Observanz -- -- -- die ermatteten armen Mönche schlafen

tief und fest. -- -- -- --

Das tut nicht gut! -- Mit weißen Pulvern und den gelben beißenden

Wässern Luzifers findest du nicht, was die schweigsame Natur in

verschlossene Bücher schrieb mit heimlichem Finger. -- -- --

Die Herzöge werden ihn wohl nie mehr trinken, den herrlichen, duftenden

Guindre! -- -- --

Wieder stehen die Fässer in Reih und Glied mit gärendem Moste gefüllt.

In jedem Gebinde ein anderer zerschnittener Stiefel -- der von dem

dicken Bruder Theodosio -- dort einer selbst vom alten Manuel.

Vom toten Abt noch einer dort im Fasse links in der Ecke. -- -- -- -- --

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Und wieder kommt das andere Jahr, man kostet und prüft: gut ist der

Wein, aber Guindre ist es nicht; -- ein Faß nur birgt solchen.

Das in der Ecke mit dem Schuh des alten Abtes.

Der violette Tod, und andere Novellen · 第 26 / 30 题