Europa, waren in einer großen Hafenstadt mit all ihrem Lärm und
Getriebe. Bettelmusikanten standen am Kai. Ein kleines Mädchen spielte
die Geige, eine andere die Ziehharmonika. Europas Elend und Sorgen
sprachen aus den Gesichtern, aus den zerlumpten Kleidern. Nie habe ich
mich so nach Indien und Asiens Einsamkeit zurückgesehnt als an diesem
ersten Tage, an dem ich Europas Boden wieder betrat. Der Abschied vom
Schiff fiel mir sehr schwer. Abends fuhr ich mit einem befreundeten
Schweizer noch einmal an den Hafen hinaus; der Himmel war bewölkt, es
war kalt und nebelig. Noch einmal gingen wir an Deck und blickten vom
Schiffe aus über den Hafen, über das Meer von Masten und Schornsteinen.
Der große Kran war gerade in Tätigkeit, und unzählige Ballen Tee wurden
aus dem Laderaum ausgeladen.
Dann fuhren wir mit dem Auto in die Stadt zurück. Nachts um zwölf Uhr
verließ ich Marseille. Frankreich zeigte mir sein trübstes Gesicht.
Fein rieselte der Regen an den Fensterscheiben herunter; Nebel lagen
über den Feldern. Einige vertrocknete gelbe Blätter hingen noch an den
Bäumen, und der Sturm sang sein trauriges Lied. In der zweiten Nacht
passierte ich die deutsche Grenze, war wieder in der Heimat und grüßte
wieder die alten, mir wohlbekannten Städte.
[Illustration: Afghanistan
–– Reiseweg des Verfassers.]
Anmerkungen zur Transkription
Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert.
Unterschiedliche Schreibweisen bei Ortsnamen wurden
beibehalten. Die Darstellung der Ellipsen wurde
vereinheitlicht. Der Schmutztitel wurde entfernt.