(langsam und überlegt redend, in der Aussprache die Russin
verratend):
Oh nein! Ich kenne sie erst seit kurze Zeit. Wir trafen zusammen auf
eine Sitzung in Berlin dieses Frühjahr von die letztverwichene große,
internationale Frauenkongreß. Mein Vater ist Arzt, meine Mutter ist tot.
Ich reise schon seit vier Jahren mit meinem Papa in Europa umher. Er hat
seine ... wie man sagt? Praxis? -- er hat seine Praxis aufgegeben.
Mäurer:
Ich war der Meinung, Ihre Bekanntschaft mit Frau Hanna datiere sich
schon von Rußland her.
Fräulein Majakin:
Oh nein! Wie gesagt, erst seit kurze Zeit. Aber ich bewundre sehr Frau
Hanna, ich verehre ihr sehr, ich liebe ihr sehr. Ich finde, sie ist eine
Frau von Bedeutung, sehr überraschend, sehr wunderbar interessant und
klug.
Mäurer:
Worin sehen Sie ihre Bedeutung, mein Fräulein?
Fräulein Majakin:
Ich liebe nicht Frauen, die Sklavinnen sind, und die sich ihr Recht am
Dasein verkümmern lassen. Ich verehre ihr sehr, ich verdanke sie viel.
Ich kann beinah sagen, sie hat mir zu eine neue Religion ... zu die
Religion von Schönheit verholfen.
Mäurer:
Haben Sie denn in Rußland nicht solche Frauen massenhaft?
Fräulein Majakin:
Nein. Wir haben Frauen, sie sprechen den ganzen Tag von die Politik und
gar nicht von Kunst. Sie sind oberflächlich. Man sieht selten sie
fasziniert von Kunst. Und es ist sehr schön zu bemerken, wie sehr
fasziniert von die große Kunst von Professor Schilling Frau Hanna ist.