Heute war die Verlobung. Mama hat wirklich dabei geweint, aber vor
Freuden und über mein Glück, wie sie laut sagte. Es ist auch eins. Ich
weiß gar nicht wie mir ist, so als ob ich in den Lüften schwebte, und
alles beweist mir Ehrerbietung, und die ganze Welt, so ist mir, wendet
sich ringsum auf mich her und alle Bäume, alle Sträucher, an denen wir
beim Nachhausegehen vorbeikamen, flüsterten einander zu: Sie ist Braut.
Ich werde es aber nicht lange sein. Mama behauptet, ich zähle im
Traume schon die Tage, bis ich einen Mann hätte. Mein Onkel sagte mir
scherzend: »Bleibe so lange Braut als möglich, heirate sobald als
möglich. Der Ehestand ist am schönsten von vorne, der Brautstand von
hinten.« -- So etwas Unverständiges kann nur der gute Onkel sagen.
Gottlob, daß ich Braut bin!