10. April.

Heute war die Verlobung. Mama hat wirklich dabei geweint, aber vor

Freuden und über mein Glück, wie sie laut sagte. Es ist auch eins. Ich

weiß gar nicht wie mir ist, so als ob ich in den Lüften schwebte, und

alles beweist mir Ehrerbietung, und die ganze Welt, so ist mir, wendet

sich ringsum auf mich her und alle Bäume, alle Sträucher, an denen wir

beim Nachhausegehen vorbeikamen, flüsterten einander zu: Sie ist Braut.

Ich werde es aber nicht lange sein. Mama behauptet, ich zähle im

Traume schon die Tage, bis ich einen Mann hätte. Mein Onkel sagte mir

scherzend: »Bleibe so lange Braut als möglich, heirate sobald als

möglich. Der Ehestand ist am schönsten von vorne, der Brautstand von

hinten.« -- So etwas Unverständiges kann nur der gute Onkel sagen.

Gottlob, daß ich Braut bin!

Fremde Straßen · 第 16 / 89 题