Karbonische Faltungen und Äquatorlage, nach /Kreichgauer/.]

Diese ganze Florengliederung läßt keine andere Möglichkeit zu,

als daß der große Steinkohlengürtel der Erde, der sich von den

nordamerikanischen Appalachen über Mitteleuropa nach China hinzieht,

der äquatorialen Regenzone des Permokarbons entsprach. Diese Deutung

liegt schon deswegen nahe, weil es eben nur einen, nicht zwei solche

Gürtel gibt, und wird dadurch zur unumstößlichen Gewißheit, daß

gleichzeitig mit diesem tropischen Moorgürtel die von /Moolengraaff/ u.

a. beschriebenen, wunderbar erhaltenen permokarbonischen Eisschliffe

und Grundmoränen des Kaplandes gebildet wurden, in jetzt 80, damals

(wegen der Alpenfaltung) 90 Breitengraden Abstand von jenem.

Die permokarbonischen Glazialablagerungen in ihrer Gesamtheit

verdienen eine genauere Betrachtung, gerade mit Hinblick auf eine

Prüfung der Verschiebungstheorie. Diese Eisspuren sind in allen

Teilen des alten Gondwanalandes gefunden worden, zum Teil mit

überraschender Deutlichkeit, so daß man aus den Schrammen in der

polierten Felsoberfläche noch die Bewegungsrichtung der Eismassen

ablesen kann. Namentlich in Südafrika sind diese Spuren eingehend

studiert worden, ähnlich aber auch in Vorderindien, in Australien, in

Brasilien (Rio Grande do Sul) und dem nordwestlichen Argentinien, auf

den Falklandsinseln, in Belgisch-Kongo (von /Stutzer/ und /Grosse/)

und sogar in Togo (von /Koert/). Die Ohnmacht, mit der die alte Lehre

vom Versinken der Landbrücken diesen Tatsachen gegenübersteht, kann

keinen besseren Ausdruck finden als durch /Kokens/ lichtvolle Schrift:

Indisches Perm und die permische Eiszeit (Festband d. N. Jahrb. f. Min.

1907), die zu einer Zeit erschien, als der Fund auf den Falklandsinseln

noch ausstand und man die südamerikanischen Funde noch in Zweifel

ziehen durfte. Selbst unter diesen günstigen Bedingungen ergab sich,

daß eine so große polare Eiskappe unmöglich war. Denn selbst wenn der

Pol an die günstigste Stelle, nämlich mitten in den Indischen Ozean

gelegt wurde, so erhielten die fernsten Gebiete mit Inlandeis immer

noch geographische Breiten von 30 bis 35°. Bei einer solchen Vereisung

hätte kaum irgendein Teil der Erdoberfläche von glazialen Erscheinungen

frei bleiben können. Und dabei fiele dann der Nordpol auf Mexiko,

dessen gut bekanntes Perm keine Spur von Vereisung zeigt. Auf den

etwas verzweifelten Ausweg /Kokens/, alle diese Glazialfunde durch

eine ehemals große Seehöhe der Fundstätte zu erklären, brauchen wir

wohl nicht einzugehen. Kurz nach der genannten Veröffentlichung wurden

die erwähnten Glazialerscheinungen auf den Falklandsinseln entdeckt,

durch welche /Koken/ den Äquator gelegt hatte; und heute sind auch die

brasilianischen und argentinischen Funde bestätigt, welche gleichfalls

/Kokens/ Äquator sehr nahe liegen. In dem viel genauer bekannten Perm

der Nordhalbkugel hat man nirgends mit einiger Sicherheit permische

Glazialerscheinungen nachweisen können, und so würde das reine

Tatsachenmaterial vom Standpunkt des alten Vorstellungskreises, welcher

Horizontalverschiebungen der Kontinente nicht zuläßt, besagen, daß

die ganze Südhalbkugel mit Inlandeis überschwemmt, die Nordhalbkugel

aber ganz frei davon war. Daß dies Resultat aber in meteorologischer

wie in astronomischer Hinsicht ein Unding ist und die ältere Theorie

damit ad absurdum geführt ist, bedarf keiner Erläuterung. Es ist

schon verschiedentlich, insbesondere von /Penck/, hervorgehoben,

daß diese Verhältnisse die Annahme von Verschiebungen der Erdrinde

doch nicht unwahrscheinlich erscheinen lassen. Man kann wohl weiter

gehen und sagen, daß es unmöglich ist, den Widersinn zu beseitigen,

wenn man nicht die Südkontinente in ähnlicher Weise wie bei unserer

Rekonstruktion, Fig. 23, S. 61, zusammenrücken läßt. In dieser

Darstellung bildet die Gesamtheit der permo-glazialen Funde eine

breite Spur von Neuseeland bis Togo, ähnlich der diluvialen Eisspur

auf der Nordhalbkugel. Auch hier dürfte die Vereisung nicht auf der

ganzen Linie gleichzeitig erfolgt sein, wie schon die Tatsache einer

zweifachen Vereisung sowohl in Australien wie in Südafrika nahelegt. In

Afrika und Indien liegen die Schichten mit Glossopteris-Flora über, in

Australien unter dem Blocklehm. „Daraus geht wohl eines unzweideutig

hervor, daß in Indien und Südafrika das Eis früher, in Australien aber

später seinen Mantel ausbreitete, und so können wir für Indo-Afrika

eine karbonische, für Australien eine permische Eiszeit ansetzen“

(/Waagen/, Unsere Erde, München, Allg. Verl.-Ges., o. J., S. 437).

Sollten sich die Glazialfunde in Togo bestätigen, so müßte der Südpol

als äußerste Lage wohl etwa Loanda erreicht haben, so daß der Äquator

zeitweilig sogar bis nach Norwegen hinauf kam. Um den Ort genauer

anzugeben, müßten wir allerdings den Betrag der karbonischen Faltungen

in Europa abschätzen.

Es scheint also, als ob der Südpol im Karbon in Afrika auf 25° Süd, 25°

Ost gelegen hat (also Nordpol auf 25° Nord, 155° West); im Perm scheint

er jedenfalls, wie gezeigt wurde, weiter nach dem indisch-australischen

Ende der Vereisungsbahn zu gelegen zu haben.

Für die vorkarbonische Zeit werden unsere Vorstellungen über die

Klimagürtel immer unsicherer. Allenfalls können wir uns noch für das

Devon Rechenschaft von der Pollage geben. In jener Zeit bildeten sich

in Südafrika im Kaplande Glazialerscheinungen, und gleichzeitig bildete

sich der Old-Red-Sandstein in Nordamerika von Neufundland bis New York,

in Grönland, Spitzbergen, England, Livland, Kurland und im südlichen

Norwegen. Glätten wir nicht nur die tertiären, sondern auch die

karbonischen Faltungen Mitteleuropas, so daß der Abstand Mitteleuropas

von Afrika etwa um 20° vergrößert wird, und schieben wir Nordamerika

wieder an Europa heran, so liegt England etwa 110 bis 120° von den

südafrikanischen Glazialfunden entfernt, d. h. wir haben es beim Old

Red mit der nördlichen Wüstenzone zu tun. Mit Rücksicht auf die Lage

dieses Wüstenstreifens findet man den Nordpol bei 30° Nord, 140° West

und den Südpol bei 30° Süd, 40° Ost, etwa 16° von seinen Glazialspuren

entfernt. -- Im Kambrium gab es in China Inlandeis, während sich in

Indien, damals etwa 60° davon entfernt, Salzlager bildeten (Salt Range).

So verlockend es auch erscheint, diese immer unsicherer werdenden

Spuren weiter zu verfolgen, so müssen wir uns dies bei dem

gegenwärtigen Stand unserer Kenntnisse doch versagen, da hierbei

den Vermutungen ein ungebührlicher Raum zugewiesen werden müßte.

Da bereits sichere Inlandeisspuren aus dem Algonkium (in Kanada)

gefunden sind, so wird es zweifellos früher oder später gelingen, die

Pollage auch für diese ältesten Zeiten zusammenhängend zu verfolgen.

Gegenwärtig erscheint mir jedoch ein solcher Versuch als verfrüht,

da unser Bild von den Konturen, ja sogar von der Größe der damaligen

Urkontinentalscholle noch nicht deutlich genug ist. Es genügt auch

wohl, bis zur Devonzeit zu zeigen, daß die Verschiebungstheorie auch in

der Paläoklimatologie imstande ist, die grundsätzlichen Schwierigkeiten

zu beseitigen.

Zum Schluß seien noch einmal die mittleren Lagen der Pole sowie

Deutschlands seit dem Devon, bezogen auf Afrika in der heutigen Lage,

zusammengestellt:

====================++====================+==================+=============

|| Nordpol | Südpol | Deutschland

====================++====================+==================+=============

Rezent || 90° N, -- | 90° S, -- | 50° N

Quartär || 70 N 10° W | 70 S, 170° O | 69 N

Pliozän || 90 N, -- | 90 S, -- | 54 N

Miozän || 67 N, 172 W | 67 S, 8 O | 37 N

|| | |

Oligozän || 58 N, etwa 180 W | 58 S, etwa 0 | 29 N

Eozän || 45 N, „ 180 W | 45 S, „ 0 | 15 N

Paleozän || 50 N, „ 180 W | 50 S, „ 0 | 20 N

|| | |

Kreide || 48 N, 140 W | 48 S, 40 O | 19 N

Jura || 69 N, 170 W | 69 S, 10 O | 36 N

|| | |

Trias} || | |

Perm } (Mittellage) || 50 N, 130 W | 50 S, 50 O | 26 N

Karbon || 25 N, 155 W | 25 S, 25 O | 3 S

Devon || 30 N, 140 W | 30 S, 40 O | 15 N

Sechstes Kapitel.

System, Ursachen und Wirkungen der Kontinentalverschiebungen.

/System./ Obwohl die Verschiebungen der Kontinente auf den ersten Blick

ein recht buntes Bild verschiedenartiger Bewegungen bilden, so erkennt

man doch ein großes System: Die Kontinentalschollen bewegen sich

äquatorwärts und westwärts. Es empfiehlt sich, die beiden Komponenten

dieser Bewegung gesondert zu betrachten.

Eine äquatorwärts gerichtete Bewegung, die „Polflucht“ der

Kontinentalmassen, ist bereits von verschiedenen Autoren, so namentlich

von /Kreichgauer/[125] und /Taylor/[126], angenommen worden. Sie ist

wohl ganz allgemein zu erkennen, bei großen Schollen mehr, bei kleinen

weniger, und am stärksten in mittleren Breiten. Insbesondere äußert sie

sich bei Eurasien in der Anordnung des großen tertiären Faltengürtels

des Himalaja und der Alpen, welcher auf dem damaligen Äquator entstand,

sowie in den bauchigen Stauchungsformen der ostasiatischen Küste.

Sehr deutlich ist ferner die Polflucht bei Australien, denn es bewegt

sich nach Nordwesten, wie aus den Deformationen der Inselreihen des

Sunda-Archipels, aus dem hohen jugendlichen Gebirge auf Neuguinea und

aus dem südöstlichen Zurückbleiben der einstigen Girlande Neuseeland

übereinstimmend hervorgeht. Bei Nordamerika macht sich die Polflucht

geltend in der südwestlichen Verschiebung Grinnell-Lands gegenüber

Grönland (oder auch Labradors gegenüber Südgrönland), ferner auch in

der beginnenden Stauchung der sich ablösenden Randkette Kaliforniens

und der damit in Verbindung stehenden Erdbebenverwerfung von San

Franzisko. Sogar bei der kleinen Scholle Madagaskar ist die Polflucht

noch erkennbar, da sie sich von ihrer Abrißstelle am afrikanischen

Kontinent nach Nordosten bewegt hat. Afrika und Südamerika liegen heute

auf dem Äquator und erfahren deshalb wohl nur geringe meridionale

Verschiebungen. Die großen Verschiebungen, welche Südamerika im Tertiär

erfuhr und die zur Auffaltung der südamerikanischen Anden führten,

waren -- unter Rücksicht auf die damalige Pollage -- nach Nordwesten

gerichtet, lassen also gleichfalls die Polflucht erkennen. Gleiches

gilt wohl auch für Antarktika.

Der Zusammenschub Lemuriens vom Tertiär ab bis heute läßt sich in

seinen ersten Teilen noch als Polflucht Vorderindiens auffassen. Heute

liegt dies allerdings 10 bis 20° nördlich des Äquators, so daß eine

Polflucht die Faltung nur verringern könnte. Das gegenwärtige Andauern

des Zusammenschubes muß daher wohl ganz auf Rechnung der Polflucht

Asiens gesetzt werden, wobei anzunehmen ist, daß Indien als Vorderrand

desselben durch den Widerstand, den es im Sima findet, festgehalten und

infolgedessen aufgefaltet wird.

Die andere Komponente, die Westwanderung der Kontinente, geht aus dem

unmittelbaren Anblick der Erdkarte vielleicht noch klarer hervor.

Die großen Schollen ziehen im Sima nach Westen. Schon die Pangäa der

Karbonzeit hatte so einen Vorderrand (Amerika), der sich wegen des

Widerstandes des zähen Simas in Falten legte (Präkordilleren), und

einen Hinterrand (Asien), von dem sich Randketten und Brocken ablösten

und als Inselgruppen im Sima des Pazifik stecken blieben. Dieser

Gegensatz zwischen dem Ost- und dem Westufer unseres Hauptozeans ist

auch heute äußerst auffallend, zumal sich in Ostasien, begünstigt durch

dessen meridionale Stauchung, gerade der großartige Prozeß der Ablösung

und Zurücklassung zahlreicher Randketten abspielt. Der nach Süden

vorgestreckte Kontinentallappen von Hinterindien und den Sundainseln

zeigt ein Zurückbleiben nach Osten und bezeugt so die Westwanderung

ebenso wie das gleichfalls nach Osten gerichtete Abbrechen Ceylons

von der Südspitze Vorderindiens. Auch südlich davon, im Bereich

Australiens, spielen sich dieselben Vorgänge ab, wie die schon

zurückgelassene Girlande Neuseeland und das nordwestlich gerichtete

Vordringen der australischen Scholle zeigen. Dieselben Erscheinungen

wie an der ostasiatischen Küste treffen wir auch an der Ostküste

Amerikas wieder. In Mittelamerika bilden die Antillen ein schönes

Beispiel nach Osten zurückbleibender Girlanden, wobei zu bemerken

ist, daß die kleinen Inseln stärker zurückbleiben als die großen;

Florida bleibt nach Osten zurück, ebenso wie die Südspitze Grönlands.

In Südamerika treten die Massen der Abrolhos-Bank durch Zurückbleiben

nach Osten unter dem Kontinent heraus; die Gegend der Drakestraße mit

ihren nachschleppenden Festlandspitzen und weit zurückgebliebenen

Verbindungsketten war schon früher als Musterbeispiel für die

Verschiebung nach Westen erläutert worden. In Afrika äußert sich die

Westwanderung in dem östlichen Zurückbleiben der kleineren Scholle

Madagaskar (was sich mit dessen Polflucht zu nordöstlicher Bewegung

zusammensetzt). Vielleicht darf man auch das junge ostafrikanische

Bruchsystem, von welchem die Abtrennung Madagaskars wohl nur einen

Teil bildet, mit der Westwanderung in Verbindung bringen, wenn es sich

hier auch nicht mehr um Girlanden, sondern um größere Schollen, etwa

von der Größe Madagaskars, handelt. An der afrikanischen Westküste

scheinen sich zwar die Kanaren und Kapverden erst in jüngerer Zeit vom

Kontinent gelöst und sich also von ihm nach Westen entfernt zu haben,

allein dieses geringe Vorauseilen des Sima nach Westen ist wohl leicht

aus dem ganzen Strömungsbild des Sima bei der Öffnung des Atlantik zu

erklären und würde nur besagen, daß sich die Simafläche des Atlantik

bei dem Fortschreiten seiner Öffnung wie Gummi zieht, oder daß hier das

Einströmen des Sima in die Spalte überwiegt.

Ob sich alle Einzelheiten der Verschiebungen durch diese zwei

Komponenten der Polflucht und der Westwanderung darstellen lassen, muß

wohl noch dahingestellt bleiben. Die Hauptbewegungen -- auch für die

Vorzeit -- werden aber anscheinend durch sie vollständig dargestellt.

/Ursachen./ Als Ursache der Polflucht hat /Kreichgauer/ die

Zentrifugalkraft bezeichnet. Seine Ableitung ist aber falsch, da er

statt des Rotationsellipsoids die Kugelform voraussetzt, und die von

ihm abgeleitete Kraft fällt eben gerade dadurch fort, daß die Erde

abgeplattet ist. Indessen bleibt auch beim Rotationsellipsoid noch eine

Polfluchtskraft für die Kontinente übrig, wie folgende Betrachtung

lehrt, die ich mit Zustimmung des Verfassers einer demnächst in Peterm.

Mitt. erscheinenden Arbeit von W. /Köppen/ entnehme:

Der Schwerpunkt einer Kontinentalscholle liegt 2,4 km höher als ihr

Auftriebspunkt (Schwerpunkt des verdrängten Simas), liegt also in einer

höheren Niveaufläche als dieser letztere. Die höhere Niveaufläche

ist aber stärker abgeplattet, weil die Anziehungskraft der Erde für

sie kleiner ist (auch in den hier in Frage kommenden Schichten des

Erdinnern nimmt die Anziehungskraft mit Annäherung an den schweren

Eisenkern der Erde noch zu) und obendrein die Zentrifugalkraft noch

etwas größer ist als für die untere. Diese beiden Niveauflächen haben

also ihren größten Abstand am Äquator, den kleinsten am Pol, und sind

nur an diesen beiden Orten einander parallel, in mittleren Breiten aber

gegeneinander geneigt. Dies letztere ist es nun, worauf es ankommt.

Denn der Auftrieb wirkt senkrecht zur unteren, die Schwere senkrecht

zur oberen Niveaufläche, und diese beiden Kräfte können also, da die

beiden Lotrichtungen einen kleinen Winkel miteinander bilden, sich

nicht gegenseitig aufheben, sondern geben eine kleine Resultante in

Richtung auf den Äquator. Es ist auch ohne weiteres einzusehen, daß

diese Polfluchtskraft sowohl am Pol wie am Äquator Null sein muß. Denn

an beiden Stellen sind eben die genannten beiden Niveauflächen parallel

zueinander, so daß keine Resultante aus Auftrieb und Schwerkraft übrig

bleibt. Die Polfluchtskraft muß also für mittlere Breiten ein Maximum

erreichen[127].

Die andere Bewegungskomponente, die Westwanderung, kann meines

Erachtens durch die ablenkende Kraft der Erdrotation zwangsläufig

mit der Polflucht verknüpft sein, so daß die Bewegung der

Kontinentalschollen -- auch ursächlich -- Ähnlichkeit mit der der

Passatwinde bekäme. Wie weiter unten gezeigt werden wird, würde sich

hieraus gerade eine besonders einfache Erklärung für die Zertrümmerung

der mittelmeerischen Bruchzone ergeben. Auch würde dazu stimmen, daß

Afrika, weil am genauesten auf dem Äquator, die geringste Westwanderung

erkennen läßt.

Es besteht aber auch die Möglichkeit, diese allgemeine Westwanderung

der Lithosphäre auf die Reibung der Gezeitenwelle zurückzuführen,

welche durch die Sonnen- und Mondanziehung im festen Erdkörper erzeugt

wird. Es ist bei dem heutigen Stand der Forschung allerdings keineswegs

sichergestellt, ob und wieweit wir mit einer solchen Gezeitenwelle des

festen Erdkörpers zu rechnen haben, speziell, ob die durch Sonne und

Mond erzeugte Deformation nicht eine rein elastische ist. Aber das

eine ist sicher: wenn eine noch so kleine Gezeitenwelle des festen

Erdkörpers die Erde umkreist, so äußert sich die Reibung -- sofern sie

eben überhaupt zu Wort kommt -- in einem fortwährenden Zurückhalten

namentlich der oberflächlichen Schichten nach Westen. Auch diese

Gezeitenreibung ist bereits wiederholt, so von E. H. L. /Schwarz/[128],

/Wettstein/[129] u. a., zur Erklärung der Erdoberfläche herangezogen

worden. In der Verschiebungstheorie würde sie namentlich zur Erklärung

des ersten Aufreißens der Lithosphäre und ihrer anfänglichen

Zusammenfaltung nach Art eines Papierlampions gute Dienste leisten. Man

brauchte dazu nur anzunehmen, daß die Reibung, welche diese ständig auf

ihrer Unterlage nach Westen gleitende Lithosphäre erfuhr, nicht überall

gleich groß war. Es muß wohl noch dahingestellt bleiben, ob man zur

Erklärung der Westwanderung zwischen diesen beiden Ursachen zu wählen

hat, oder ob sie beide gleichzeitig wirksam sind.

/Wirkungen./ Die wichtigste Wirkung der Kontinentalverschiebungen

bilden die Polwanderungen. Es war schon früher gesagt, daß bei der

zähflüssigen Erde die Abplattung nicht eigentlich zur Festlegung

der Achse größter Trägheit beisteuert, sondern nur bewirkt, daß die

Polwanderungen außerordentlich langsam vor sich gehen. Denn die

Abplattung ist ja bei jeder Änderung der Trägheitsachse bereit,

ihr durch fließende Verschiebungen der Teilchen zu folgen und sich

der neuen Lage anzupassen. Nur geschieht dies wegen der Zähigkeit

des Erdkörpers mit Verzögerung. Die Hauptträgheitsachse, und

damit also auch die Drehungsachse, die sich auf jene einzustellen

strebt, werden also nicht durch die Abplattung bestimmt, von der

man vielmehr ganz absehen muß, sondern nur durch die kleineren

Unregelmäßigkeiten der Massenverteilung, namentlich also durch

die Anordnung der Kontinentalschollen, die trotz ihrer Isostasie

wegen ihres von der Erdachse entfernter gelegenen Schwerpunktes ein

größeres Trägheitsmoment besitzen als das verdrängte Sima. Jede

Änderung in der Anordnung der Kontinente wird daher auch die Lage

der Hauptträgheitsachse und damit der Rotationsachse beeinflussen,

und zwar in sehr beträchtlicher Weise, da die Achsenlage eben nur

von dieser Anordnung abhängt. Es wird vielleicht einmal möglich

sein, aus jeder vorgegebenen Kontinentalgruppierung mathematisch

die Hauptträgheitsachse abzuleiten, natürlich nur auf dem Wege

numerischer Integration, da die Flächen und Konturen der Kontinente

sich nicht in Formeln fassen lassen. Man würde dann in der Lage sein,

diese theoretisch berechnete Hauptträgheitsachse unmittelbar mit den

geologischen Befunden für die verschiedenen Zeiten zu vergleichen.

Bisher steht eine solche mathematische Behandlung der Frage allerdings

noch aus. Daß aber ein solcher enger Zusammenhang zwischen der

Kontinentalgruppierung und der Achsenlage tatsächlich besteht, geht

schon daraus hervor, daß die großen Polwanderungen gerade immer

mit den Zeiten lebhafter Kontinentalverschiebungen zusammenfallen.

Besonders deutlich ist dies für die Zeit seit dem Beginn des Tertiärs:

als der südliche Atlantik sich öffnete, wich der Südpol nach der

entgegengesetzten Seite hin aus bis zu seiner Lage im Diluvium; als

dann auch die Verbindung zwischen Europa und Nordamerika abbrach,

wich nunmehr umgekehrt der Nordpol wieder nach der entgegengesetzten

Richtung bis zu seiner heutigen Lage aus.

Auch die Spaltungen der Lithosphäre, die Grabenbrüche, scheinen

eine bestimmte Rolle in diesen großen Zusammenhängen zu spielen.

Wenngleich hier wohl manche Unregelmäßigkeiten vorkommen, ist doch zu

bemerken, daß sich diese Spalten vorzugsweise im äquatorialen Gebiet,

und zwar in meridionaler Richtung bilden. Dies gilt offensichtlich

für das große ostafrikanische Bruchsystem, das der heutigen und der

diluvialen Äquatorlage entspricht, und es gilt auch für den im Oligozän

entstandenen Rheingraben. Die große atlantische Spalte verläuft für die

tertiären Pollagen ungefähr meridional, desgleichen die Spalte, deren

eine Seite der Ostrand von Afrika bildet. Die südliche Zuspitzung der

Kontinente in Südamerika, Südafrika, Vorderindien läßt sich so auf

nahezu meridionale Spalten zurückführen, die bis zum damaligen Südpol

durchgeführt wurden.

Namentlich scheint mir auch die Entstehung der mittelmeerischen

Bruchzone mit ihren fensterartigen Öffnungen in der Lithosphäre

hierdurch eine neue Beleuchtung zu gewinnen. Sie dürfte auf kürzere

meridionale Spalten in der alten Äquatorzone der Sekundärzeit

zurückzuführen sein, welche sodann durch die Polflucht der

Kontinentalmassen in ihrer Längsrichtung breitgequetscht wurden.

Daß diese Zone so besonders stark zertrümmert und vielfach bis zur

Unkenntlichkeit der ursprünglichen Formen zerwürgt ist, läßt sich

vielleicht durch die Schwankungen der Äquatorlage erklären; denn

wenn der Äquator aus ihr z. B. nach Süden herausrückt, so läßt die

Polflucht der südlichen Kontinentalmasse nach und damit wird auch deren

Westwärtsdrängen vermindert, sofern dies durch die ablenkende Kraft der

Erdrotation mit der Polflucht verknüpft ist. Umgekehrt nimmt für die

nördliche Kontinentalmasse Polflucht und Westwärtsdrängen zu. Wenn dann

der Äquator wieder auf die Nordseite des Mittelmeeres hinüberschwankt,

so wird nunmehr das Westwärtsdrängen der nördlichen Kontinentalmassen

geschwächt, das der südlichen verstärkt. Auf diese Weise muß bei

wiederholten Schwankungen der Äquatorlage ein Hin- und Herarbeiten oder

Schrauben der nördlichen Kontinente gegen die südlichen eintreten.

Als ein weiteres Glied in der Reihe dieser großen Zusammenhänge sind

auch noch die Transgressionen zu erwähnen. Es ist ein naheliegender

und bereits von zahlreichen Autoren, wie /Reibisch/[130],

/Kreichgauer/[131], /Semper/[132], /Heil/ u. a. vertretener Gedanke,

daß wegen der Zähigkeit des Erdkörpers seine Abplattung bei Verlegung

der Achse gegen diese nachhinkt, während das Wasser der Ozeane sofort

folgt. Infolgedessen müßten alle diejenigen Gebiete, deren Breite bei

der Polveränderung abnimmt, überschwemmt, solche, deren Breite zunimmt,

trockengelegt werden. Wir können diese Regel an der Hand unserer Fig.

30 (S. 100) für die Breitenänderungen Deutschlands prüfen. Im Laufe

des Karbons nahmen die Transgressionen ab; im Perm war Deutschland

noch teilweise von dem Zechsteinmeer bedeckt, in der Triaszeit dagegen

wurde es trockene Wüste (Buntsandstein!) und blieb dies auch noch in

der älteren Jurazeit. In der jüngeren Jurazeit dagegen setzt eine große

Transgression ein, welche das Jurameer in Deutschland schafft; in der

mittleren Kreide setzt wieder eine neue Verstärkung der Transgression

ein (Kreidemeer), und noch im Paleozän und Eozän sind große Teile des

Landes vom Meere bedeckt. Von der Mitte des Eozän ab findet jedoch

ein auffallender Rückgang der Transgression statt, der dann in der

Folgezeit zur gänzlichen Trockenlegung Deutschlands führte. Vielleicht

läßt sich das heutige Sinken der Nordseeküste und das junge Abbrechen

der Landverbindungen mit England als neuerliches Vordringen der

Transgressionen deuten, soweit hier nicht die Nachwirkungen der Eiszeit

überwiegen. Vergleichen wir hiermit die oben genannte Breitenkurve,

so findet man in der Tat bestätigt, daß die Transgressionen abnehmen,

wenn die Breite zunimmt, und zunehmen, wenn diese abnimmt. Es würde

sich durchaus verlohnen, dieselbe Probe auch für andere Orte auf der

Erde anzustellen. Doch würde eine solche Untersuchung den Rahmen dieses

Buches überschreiten.

Zum Schluß dieses Kapitels möchte ich nicht unterlassen, den

hypothetischen Charakter dieser Betrachtungen, insbesondere derjenigen

über die Ursachen der Kontinentalverschiebungen, zu betonen. Im

Gegensatz zur Verschiebungstheorie selbst, an deren grundsätzlicher

Richtigkeit mir, wie mehrfach ausgesprochen, ein Zweifel nicht mehr

zu bestehen scheint, handelt es sich hier um die ersten, tastenden

Versuche einer mechanischen Auffassung dieser zunächst lediglich aus

den Beobachtungen erschlossenen Kontinentalverschiebungen. Selbst

wenn diese mechanischen Vorstellungen sich als wesentlich unrichtig

erweisen sollten, so würde damit natürlich die Richtigkeit der

Verschiebungstheorie in keiner Weise in Frage gestellt werden. Denn

wenn die Beobachtungen zeigen, daß Verschiebungen stattgefunden haben,

so müssen wir sie offenbar annehmen, gleichgültig, ob wir sie heute

schon erklären können oder nicht.

Siebentes Kapitel.

Nachweis der Kontinentalverschiebungen durch astronomische

Ortsbestimmung.

Vor allen anderen Theorien mit ähnlich weitreichenden Aufgaben

hat die Verschiebungstheorie den Vorzug voraus, daß sie sich

durch exakte astronomische Ortsbestimmungen prüfen läßt. Wenn die

Kontinentalverschiebungen so lange Zeiträume hindurch tätig waren, so

ist ohne weiteres anzunehmen, daß sie auch heute noch fortdauern, und

es ist nur die Frage, ob die Bewegungen schnell genug sind, um sich

unseren astronomischen Messungen innerhalb nicht allzu langer Zeiträume

zu verraten. Um hierüber ein Urteil zu gewinnen, müssen wir auf die

absolute Zeitdauer der geologischen Abschnitte etwas eingehen. Die

Bewertung derselben ist bekanntlich unsicher, aber doch nicht in dem

Maße, daß es eine Beantwortung unserer Frage unmöglich macht. Wenn z.

B. der seit der letzten Eiszeit verflossene Zeitraum von /Penck/ auf

Grund seiner alpinen Glazialstudien auf 50000 Jahre, von /Steinmann/

auf mindestens 20000, höchstens 50000, und von /Heim/ nach neueren

Berechnungen aus der Schweiz und ebenso von den Glazialgeologen der

Vereinigten Staaten nur auf etwa 10000 Jahre geschätzt wird, so reicht

die Übereinstimmung dieser Zahlen doch für unsere Zwecke bereits völlig

aus.

Für die älteren Zeiten hat man namentlich aus der Mächtigkeit der

Sedimente ein Urteil über die Zeitdauer ihrer Ablagerung zu gewinnen

versucht und ist dabei z. B. für das Tertiär auf eine Größenordnung

von 1 bis 10 Millionen Jahre gekommen[133]. Das größte Ansehen genießt

gegenwärtig wohl die auf etwa gleiche Werte führende physikalische

Altersbestimmung der Gesteine auf Grund des Heliumgehalts derselben,

der aus dem Zerfall radioaktiver Stoffe stammt. Die Messungen werden

an Zirkonkristallen ausgeführt, deren Heliumgehalt durch Zerfall des

Uranoxyds erzeugt wird. /Strutt/, der diese Methode ausbildete, fand

so für das Oligozän 8,4 Millionen Jahre, für das Eozän 31, das Karbon

150 und das Archaikum 710 Millionen Jahre. /Königsberger/[134] hat

später die /Strutt/schen Messungen neu berechnet und das geologische

Alter einiger der Versuchsgesteine anders bestimmt. Aus seinen und den

früheren Angaben kommt man etwa auf die folgenden Zeiträume:

Seit Beginn des Paläozoikums verflossen 500 Millionen Jahre

„ „ „ Mesozoikums „ 50 „ „

„ „ „ Tertiär (Paleozän) „ 15 „ „

„ „ „ Eozäns „ 10 „ „

„ „ „ Oligozäns „ 8 „ „

„ „ „ Miozäns „ 6 „ „

„ „ „ Pliozäns „ 2-4 „ „

„ „ „ Diluviums „ 1/2-1 „ „

„ „ „ Postdiluviums „ 10-50 Tausend Jahre.

Mit Hilfe dieser Zahlen und den von den Kontinenten zurückgelegten

Wegen können wir uns unschwer ein ungefähres Bild von dem zu

erwartenden Betrag der jährlichen Verschiebung machen. Leider werden

die Zahlen auch besonders dadurch sehr unsicher, weil der Zeitpunkt, zu

welchem die Schollen sich trennten, auch in der relativen geologischen

Zeitfolge meist noch recht ungenau bestimmt ist. Es ist daher zu

erwarten, daß manche von diesen Zahlen künftig noch stark verändert

werden müssen. Einstweilen komme ich auf die in der folgenden Tabelle

zusammengestellten Werte:

==========================++==========+===================+==============

|| Abstand | Trennung vor | Jährl. Beweg.

|| km | Mill. Jahre etwa | m

==========================++==========+===================+==============

Sabine-Insel-Bären-Insel || 1070 | 0,05-0,1 | 21-11

Island-Norwegen || 920 | 0,05-0,1 | 18-9

Kap Farvel-Schottland || 1780 | 0,05-0,1 | 36-18

Kap Farvel-Labrador || 790 | 0,05-0,1 | 16-8

|| | |

Neufundland-Irland || 2410 | 1 | 2,4

Kap S. Roque-Kamerun || 4880 | 20 | 0,24

Buenos Aires-Kapstadt || 6220 | 20 | 0,3

Feuerland-Sandwich-Inseln || 2390 | 1 | 2,4

|| | |

Madagaskar-Afrika || 890 | 0,1 | 9

Vorderindien-Madagaskar || 5110 | 10 | 0,5

|| | |

Tasmanien-Wilkesland || 2890 | 8 | 0,36

Die größte Änderung ist also bei dem Abstand Grönlands von Europa zu

erwarten. Die Bewegung ist hier eine ostwestliche, die astronomischen

Ortsbestimmungen können also nur eine Vergrößerung der Längendifferenz,

nicht der Breitenunterschiede, ergeben. Es ist in der Tat vor kurzem

gelungen, diese Vergrößerung der Längendifferenz Grönland-Europa

exakt nachzuweisen. J. P. /Koch/ hat im sechsten Bande der Ergebnisse

der Danmark-Expedition[135] in dessen Hauptteil „Survey of Northeast

Greenland“ auf S. 240 in einem „The drift of North Greenland in a

westerly direction“ überschriebenen, 16 Seiten langen Kapitel[136]

die Frage der Bewegung Grönlands auf Grund der Längenbestimmungen von

/Sabine/ (1823), /Börgen/ und /Copeland/ (1870) und /Koch/ (1907) in

sorgfältigster Weise untersucht und dabei eine Verschiebung Grönlands

nach Westen gefunden, welche betrug

im Zeitraum 1823-1870 420 m oder 9 m pro Jahr

„ „ 1870-1907 1190 „ „ 32 „ „ „

Die Längenbestimmungen sind nicht genau an der gleichen Stelle

ausgeführt. /Sabine/ beobachtete am Südufer der nach ihm benannten

Insel, /Börgen/ und /Copeland/ ebendort, aber an einer etwas anderen

Stelle, /Kochs/ Beobachtungen waren dagegen erheblich nördlicher,

am Danmarkshafen auf Germanialand angestellt, waren jedoch durch

ein Dreiecksnetz mit der Sabine-Insel verbunden. Die aus dieser

Übertragung entspringenden Ungenauigkeiten wurden von /Koch/

in eingehendster Weise untersucht, und es wurde festgestellt,

daß sie gegenüber der Ungenauigkeit der Längenbestimmungen

selber vernachlässigt werden können. Diese Ungenauigkeit der

Längenbestimmungen, die in allen drei Fällen durch Mondbeobachtungen

gewonnen wurden, sind, wie bei dieser Methode unvermeidlich, recht

groß; sie werden durch den „mittleren Fehler“ ausgedrückt, der aus der

inneren Übereinstimmung der Beobachtungsreihen abgeleitet wird. Dieser

mittlere Fehler beträgt:

1823 etwa 124 m

1870 „ 124 „

1907 „ 256 „

Vergleichen wir diese mittleren Fehler, die uns den Grad der

Ungenauigkeit der Längenmessungen angeben, mit den beobachteten

Änderungen der Länge, so ist ersichtlich, daß die letzteren den

mittleren Fehler weit übersteigen. Es ist also nicht mehr möglich,

diese Längenänderungen der Ungenauigkeit der Messungen zur Last zu

legen, wir haben sie vielmehr als reell zu betrachten[137].

Die Bedeutung dieses ersten Nachweises von Kontinentalverschiebungen

durch astronomische Ortsbestimmungen kann meines Erachtens gar nicht

hoch genug eingeschätzt werden. Wie unsere Tabelle lehrt, ist ein noch

größerer Betrag bei Kap Farvel zu erwarten, und es müßte hier, wenn man

die viel genauere funkentelegraphische Längenbestimmung benutzt, in

noch viel kürzerer Zeit möglich sein, die Verschiebung zu ermitteln. Da

Island seit 1906 durch Kabel mit Europa verbunden ist, müßte sich auch

hier die Verschiebung durch telegraphische Längenmessung im Laufe von

fünf bis zehn Jahren einwandfrei ermitteln lassen[138].

Weniger günstig liegen offenbar die Verhältnisse bei der

Längendifferenz Europa-Nordamerika. Nach unserer Tabelle ist hier

ein jährlicher Zuwachs des Abstandes von zwei bis drei Metern zu

erwarten, aber diese Zahl gilt als Mittel seit dem Abriß Neufundlands

von Irland. Seitdem scheint sich die Bewegungsrichtung Nordamerikas

durch den Abriß von Grönland geändert zu haben, indem sie sich mehr

nach Süden richtete. Dies geht aus der heutigen Lage zu Grönland

hervor und wird auch bestätigt durch die beginnende Stauchung der

kalifornischen Halbinsel und die Sprungrichtung bei der Erdbebenspalte

von San Franzisko. Es läßt sich also schwer sagen, wie groß hier

der zu erwartende heutige Zuwachs der Längendifferenz ist. Man

kann nur so viel sagen, daß er jedenfalls kleiner sein wird als

die genannte Zahl. Aus den vorliegenden, mit dem Kabel gewonnenen

transatlantischen Längenbestimmungen von 1866, 1870 und 1892 hatte

ich seinerzeit auf eine tatsächliche Vergrößerung des Abstandes von

vier Metern pro Jahr geschlossen. Nach /Galle/[139] sind jedoch die

dabei zugrunde gelegten Messungen unrichtig kombiniert, wodurch

der Betrag zu groß wird. Kurz vor dem Kriege war mit Rücksicht auf

unsere Frage eine neue Längenmessung mit Amerika im Gange, die

auch durch eine funkentelegraphische Messung kontrolliert wurde.

Obwohl diese Messung durch Zerschneiden des Kabels bei Kriegsbeginn

vorzeitig abgebrochen wurde und infolgedessen das Resultat nicht die

wünschenswerte Genauigkeit besitzt, scheint doch daraus hervorzugehen,

daß die Veränderung noch zu klein ist, um als gesichert gelten zu

können. Es wurde nämlich für den Längenunterschied Cambridge-Greenwich

gefunden[140]:

1872 4ʰ 44ᵐ 31,016ˢ

1892 4ʰ 44ᵐ 31,032ˢ

1914 4ʰ 44ᵐ 31,039ˢ

Die älteste Bestimmung von 1866, für welche ich 4ʰ 44ᵐ 30,89ˢ

gefunden hatte, ist als zu ungenau fortgelassen worden. Es ist hiernach

wohl sehr zu wünschen, daß eine neue vollständige Längenbestimmung

ausgeführt wird, aber man wird mit der Möglichkeit rechnen müssen,

daß die Verschiebung zu klein ist, um mit Rücksicht auf den mittleren

Fehler der Beobachtung schon jetzt sicher wahrgenommen zu werden.

Vielleicht wird es aber möglich sein, die Verschiebung Nordamerikas

durch korrespondierende Breitenbestimmungen mit Grönland zu

ermitteln. Nach unserer Tabelle hat sich Labrador mit einer mittleren

Geschwindigkeit von 8 bis 16 Meter pro Jahr von Südgrönland nach SW

bewegt. Nehmen wir an, daß hiervon etwa sechs Meter pro Jahr auf die

Breitenänderung entfallen, so würde sich der Breitenunterschied dieser

beiden Orte jährlich um etwa 0,2″ vergrößern, ein Betrag, der durch

die viel genaueren Breitenbestimmungen in relativ kurzer Zeit ermittelt

werden könnte. Auch bei der Breitendifferenz Madagaskar-Afrika und

vielleicht sogar Vorderindien-Afrika und Australien-Wilkesland besteht

wohl Aussicht, ihre Änderung durch wiederholte korrespondierende

Breitenbestimmungen in nicht allzu langer Zeit zu messen.

Zum Schluß sei noch auf die bekannte Erscheinung der säkularen

Breitenabnahme der europäischen und nordamerikanischen Sternwarten

hingewiesen. Nach A. /Hall/[141] sind folgende Breitenabnahmen als

gesichert zu betrachten: bei Washington in 18 Jahren um 0,47″; bei

Paris in 28 Jahren um 1,3″; bei Mailand in 60 Jahren um 1,51″; bei Rom

in 56 Jahren um 0,17″; bei Neapel in 51 Jahren um 1,21″; bei Königsberg

i. Pr. in 23 Jahren um 0,15″; bei Greenwich in 18 Jahren um 0,51″. Auch

für /Pulkowa/ ergibt sich nach /Kostinsky/ und /Sokolow/ eine säkulare

Breitenabnahme. Die Ursache dieser Breitenänderungen kann entweder

die Polflucht der Kontinente oder eine Verlegung des Pols nach der

vom Atlantik abgewendeten Seite hin sein. Im ersteren Falle wäre zu

erwarten, daß Japan gleichfalls eine Breitenabnahme hat, im letzteren

müßte hier die Breite zunehmen. Bevor einwandfreie Beobachtungen

aus Ostasien vorliegen, wird man eine Entscheidung hierüber kaum

treffen können. Zum Vergleich sei nur angeführt, daß für die Zeit

zwischen Eozän und Eiszeit (etwa zehn Millionen Jahre) eine totale

Polverschiebung von etwa 65°, das ist 0,02″ pro Jahr, resultiert.

Namen- und Sachregister.

Abessinien 17-18, 84.

Abkühlung der Erde 98.

Abrolhos-Bank 18, 69.

Abtragung 33.

Abyssische Sedimente 53.

Afrikanische Streichrichtungen 77.

Ägäisches Meer 39.

Agassiz 109.

Airy 5-6.

Akdargebirge 84.

Alaska 108.

Algonkische Eiszeit 118.

-- Faltung 75.

Alpenfaltung 2, 32.

Altaiden, transatlant. 76.

Altersbestimmungen, absolute 126.

Amazonas 78.

Ameisenbären 104.

Amerikanische Brücke 80.

Ami 76.

Ampferer 2, 33.

Anden 35.

Andrée 1-2, 20, 56, 75, 88.

Antarktika 62 ff., 92.

Antarktische Brücke 87.

Antillen 46, 70, 77.

Arakan, Blattverschiebung 49.

Araukarien in Westantarktika 104.

Arber 114.

Arldt 7-8, 59, 63-65, 71 bis 73, 79, 86-87.

Armorikanische Faltung 75-76.

Arvaligebirge 84.

Astronomische Ortsbestimmung 125 ff.

Atlantischer Küstentyp 51.

-- Laven 51.

Atlantische Spalte 66 ff.

Atlas 69, 76-77.

Aufreißen, erstes, der Lithosphäre 59.

Auftriebspunkt der Kontinentalscholle 121.

Ausdehnungskoeffizient 2.

Ausgleichsfläche 24.

Australische Eiszeit 103.

-- Faunen 86.

-- Kordilleren 90-91.

Azoren 68, 77.

Bäreninsel 108.

Barsche 72.

Barus 25.

Basedow 112.

Bebenwellen 20.

Becke 51.

Benndorf 24, 27.

Bergeat 52.

Beringstraße 8-9, 81-82, 107.

Bermudas-Inseln 112.

Bertrand 2, 76.

Beuteltiere, (Ries.-), Australiens 103.

Biskaya, Golf von 68.

Bismarck-Archipel 90.

Blattverschiebung 49.

Blaubänder 48.

Börgen 127.

Borneo 97.

Böse E., 1.

Braunkohlensümpfe 114.

Brasilien, permokarbon. Glazial 116.

--, Streichrichtungen 78.

--, Verwandtsch. m. Westantarktika 104.

Breite Mitteleuropas in der Erdgeschichte 100.

Breitenabnahme europäischer Sternwarten 130.

Brotfruchtbaum 112.

Brüche von Ostafrika 36.

Brücken (Liste) 64.

Buntsandstein 113.

Burckhardt 65, 87-88.

Caledonisches Gebirge 75.

Californische Randkette 49.

Callabonna-See 103.

Canadische Caledoniden 75.

Canaren 68, 77, 120.

Cap Farvel 73.

Capgebirge 79.

Cap San Roque 78.

Capverden 68, 77, 120.

Carbon. Rekonstruktion 61.

-- Flora 114.

-- Pollage 114 ff.

-- Faltungen 75.

-- -- in Südafrika 79.

Cascadengebirge 106.

Cayeux 3.

Cedar-Berge 79.

Ceylon 90.

Chamberlin 105.

Chile 109.

China 116, 118.

Clarke 22.

Cloos 26.

Colberg, Löffelholz von 96.

Continentalrand 39 ff.

Continentalschollen, Problem der 3.

Contractionstheorie 1.

Copeland 127.

Coranaberge 84.

Cross 23.

Dacqué 4, 7, 75, 100, 103, 110, 112, 126.

Dall 108.

Dana 1.

Danmark-Expedition 127.

Darwin, G. H. 12.

Dawson 76.

Day 25.

Deckfalten 2.

Depression durch Inlandeis 4.

Deutschostafrika, Brüche 36.

Devonische Pollage 118.

Dicke der Kontinentalschollen 23.

Diener C., 9, 65, 81-82, 88.

Diluviale Pollage 101 ff.

Diprotodon 103.

Doelter 25, 26.

Doppeltes Niveau der Erdrinde 15.

Drakestraße 48, 70.

Druckverteilung im Kontinentalrand 41.

Drygalski v., 56, 105.

Dutton 5.

Eckardt 58, 96, 98.

Ecuador 97.

Edentaten, südamerik. 104.

Eiszeit 101 ff.

Eliasgebirge 106.

Endmoränen 76.

Eozäne Pollage 108.

Epilophische Sedimente 53.

Erdbebenverwerfung von San Franzisko 50.

Erdbebenwellen 20.

Erdmagnetismus 18.

Euler 27, 93-96.

Evans 11.

Falklandsinseln, karbon. Vereisung 116.

Faltung 30 ff.

--, Abnahme im Laufe der Erdgeschichte 60.

Faltungskraft 34.

Faultiere 104.

Faye 5.

Feigen 112.

Fernando Póo 68.

Fidschi-Inseln 55.

Fisher O., 5.

Fjordküsten 5.

Franz-Joseph-Land, tertiäre Flora 108.

--, triassische Flora 113.

Frech 65, 104, 112, 114.

Friedlaender J., 19.

Fritz 65.

Gagel 42, 77.

Galle 129.

Gartenschnecke 72.

Gebirgsfaltung 30 ff.

--, Abnahme im Laufe der Erdgeschichte 60.

Geer de, 4.

Geikie 105.

Gentil 77.

Geosynklinale 5.

Geothermische Tiefenstufe 25-26.

Geyler 97.

Gezeitenwelle im festen Erdkörper 122.

Gilbert 23.

Gipfelhöhen, Gleichartigkeit in den Alpen 6.

Girlanden 42 ff., 120.

Glossopterisflora 116.

Godávari 85.

Gondwanaland 85 ff.

-- -schichten 85.

Gondwanische Brücke 86.

Graban 93.

Grabenbrüche 36, 123.

Granitaufschmelzungen 26.

Grinnell-Land, tert. Flora 72 108.

--, Verschiebung geg. Grönland 74.

Groll 15, 48, 53, 66.

Grönländische Flora 72.

-- Tertiärflora 108.

-- Inlandeis 105.

Grönland, Verschiebung 127-128.

Grosse 116.

Grundmoränen in Europa 105.

-- in Nordamerika 106.

Günther 130.

Gürteltiere 104.

Hall 30, 130.

Halle 114.

Hammer 33.

Handlirsch 65.

Harris 108.

Haug 30, 42, 65.

Hayford 24.

Hebriden 75.

Hebung 4.

-- Skandinaviens 28.

Hecker 5, 6, 26, 38, 57.

Hedley 85, 87, 89-90.

Heer 108, 109.

Heidekraut 72.

Heil 124.

Heim, Albert 1-3, 5, 126.

Heliumgehalt der Gesteine 126.

Helmert 5, 24, 40.

Himalaja 32, 83.

Hindukusch 84.

Hinterindien, Tiefenkarte 49.

Hipparion 106.

Hise, van 34.

Höhenstatistik d. Erdrinde 14.

Holland 99.

Horn 43.

Hörnes 96.

Hough 27.

Howe-Insel, Lord 91.

Hudson-Bai 68.

-- -Mündung, mioz. Flora 108.

-- -Straße 68.

Hypsometrische Kurve der Erdoberfläche 14.

-- --, ehemalige u. künftige 59.

Iherin, v., 65.

Inlandeis 4 76.

Inlandeis, fossiles 106.

-- von Grönland 105.

Innenwärme der Erde 98.

Inselgirlanden 42 ff.

Inselreihen der Pazifik 47.

Interglazialzeiten 102, 106.

Internat. Breitendienst 92.

Irmscher 65.

Irvinfluß 90.

Island 17, 66, 73.

Isostasie 4.

--, Gültigkeitsbereich 6.

Jacobitti 97.

Jahresringe an karbonischen Hölzern 114.

-- an altkretazischen Koniferen 112.

Jan Mayen 73.

Japan, tertiäres Klima 107.

Jaworski 77.

Jujuy-Schichten 109.

Jura, Pollage 112.

Kabelzerreißung 52.

Kalaharikalk 102.

Kaledonisches Gebirge 75.

Kalifornische Randkette 49.

Kamerunlinie 68-69.

Kanadische Kaledoniden 75.

Kanaren 68, 77, 120.

Kap Farvel 73.

Kapgebirge 79.

Kap San Roque 78.

Kapverden 68, 77, 120.

Karbonische Faltungen 75.

-- -- in Südafrika 79.

-- Flora 114.

-- Pollage 114 ff.

-- Rekonstruktion 61.

Karpinsky 65.

Kaskadengebirge 106.

Katzer 65, 87.

Kayser E., 1-3, 16, 34, 52, 60, 96, 114.

Keidel 79.

Kelvin Lord, 26, 93.

Kerguelen 108.

Klimagürtel 99.

Klimakurve 100.

Koch, Lauge 74.

--, J. P. 127-128.

Koert 116.

Kohlenlager 76 99.

Kohlschütter E. 38.

Kohn H. 7.

Koken 65, 116, 117.

Kongo, permokarbonisches Glazial 116.

Königsberger 126.

Kontinentalrand 39 ff.

Kontinentalschollen, Problem der 3.

Kontraktionstheorie 1.

Köppen 6, 9, 81, 121.

Korallen 99, 108, 112.

Koranaberge 84.

Kossinna 53.

Kossmat 65.

Kostinsky 130.

Kräfte der Faltung 34.

-- -- Verschiebung 121.

Kreichgauer 11-12, 35, 97-98, 106-107, 113 bis 115, 119, 121, 124.

Kreide, Glazialspuren in Australien 112.

--, Pollage 110.

Krit. Druck des Wassers 52.

Krümmel 17, 19, 53.

Küstentyp, atlantischer u. pazifischer 51.

Labrador 66.

Landbrücken 8.

--, Liste 64.

Längendifferenzen 127.

Laplace 92.

Lapparent 65.

Laterit 99.

-- in Südafrika 102.

Laven, atlantische und pazifische 51.

Leconte 106.

Lemoine 77, 78, 84.

Lemurien 82 ff.

Lepidodendron 114.

Liapunow 12.

Löffelholz von Colberg 96.

Lorbeer 107.

Lord Howe-Insel 91.

Lugeon 2.

Lumbricinen 71.

Lyell 2.

Mächtigkeit der Kontinentalscholle 23-24.

Macquarie-Brücke 88.

Macropus 103.

Madagaskar 84.

Madeira 77.

Magnetismus 18.

Magnolien 107, 108.

Malakka 49.

Mammut 102.

Manganknollen um Glazialgeschiebe 109.

Marshall 91.

Massendefizit unter Gebirgen 5.

Mastodon 106.

Matthew 65.

Megatherium 104.

Meißner, O. 51.

Meridionale Spalten 123.

Mexiko 116.

Meyer, O. E. 36.

Michael 25.

Michaelsen, W. 65, 86.

Miolania 103.

Miozän, Pollage 107.

Mittelatlantische Bodenschwelle 55 ff.

Mittelmeerische Bruchzone 123.

Mittlere Tiefe d. Ozeane 53.

Moa 103.

Mohn 5.

Mohorovičič 24.

Mondabschleuderung 12.

Moolengraaff 42, 116.

Moränen 76, 101.

Mozambique-Kanal 84.

Murray, John 17.

Mylodon 104.

Myrte 107.

Nachhinken isostatischer Bewegungen 5, 28.

Nathorst 72, 96, 114, 116.

Neufundland 68.

Neuguinea, Tiefenkarte 89.

Neumayr 36, 65, 96, 107 bis 109, 112.

Neu-Pommern 57, 90.

Neuseeland 91, 103, 110, 113.

Neusibirische Inseln 102.

-- --, fossiles Inlandeis 106.

Newcomb 27.

Nife 24.

Niger, 77.

-- -Delta 69.

Nippoldt 18.

Nordatlantische Beziehungen 71.

Nordenskjöld 112.

Nordost-Grönland 114.

Nordpazif. Brücke 81-82.

Nothofagen in Westantarktika 104.

Nummuliten 99, 109, 110.

Obst E., 37.

Old Red 73, 118.

Oligochaeten 65.

Oligozäne Pollage 108.

Omori F. 20.

Ortmann 65.

Osborn 65.

Ostafrikanische Brüche 36, 83.

Ostasien 43 ff.

Paleozän, Pollage 110.

Pampaslehm 104.

Panama 80.

Panthalassa 58.

Papua-Fauna Australiens 86.

Passarge 77, 99, 102.

Patagonien 103.

--, Eiszeit 109.

Pazifische Inselreihen 59.

-- Kontinent 87-88.

-- Küstentyp 51.

-- Laven 51.

Penck 7, 10, 58, 76, 107, 117, 126.

Pendulationstheorie 97.

Perlewitz 57.

Perlmuschel 71.

Permanenz d. Kontinentalschollen 4.

-- der Ozeane 9-10.

Permische Eiszeit 116.

Permokarbonische Pollage 113.

Pfeffer, G. 7, 22.

Pferd 106-107.

Pflanzengeographie 66.

Pheretima 89.

Pickering 12.

Pliozäne Pollage 107.

Pockels 27.

Podsolböden 99.

Point Barrow, fossiles Inlandeis 106.

Polflucht 12, 119.

Polfluchtskraft 121.

Pollagen, Tabelle 118.

Polschwankungen 26, 92.

Polwanderungen 92 ff.

-- als Folge d. Kontinentalverschiebung 122.

Präkordilleren 120.

Pratt 5, 40.

Pyrenäen 68.

Quartäre Pollage 101 ff.

Quitzow 25.

Raclot 18.

Radioaktivität d. Gesteine 1.

Ramann 99, 114.

Randbrüche 41.

Rasmussen, Knud 74.

Reade 30.

Rebeur-Paschwitz, v. 26.

Regenwürmer 65, 71.

-- Australiens 86.

Reibisch 96-98, 124.

Reibung 47.

-- der Gezeitenwelle 122.

Rekonstruktion für Karbon 61.

-- -- Eozän 67.

-- -- Quartär 101.

Riasküsten 76.

Richthofen, F. v. 43.

Riesen-Faultier 104.

-- -Känguruh 103.

-- -Pinguin 104.

Robeson-Kanal 74.

Roterden 99.

Roter Tiefseeton 17.

Rotes Meer 38.

Rücker, A. W. 18.

Rudisten 99, 110.

Rudzki 2, 4, 12, 50.

Russel 106.

Säbeltiger 106.

Sabine 127.

Sachalin, Miozän 108.

Sagopalmen auf Borneo 97.

-- auf Franz-Joseph-Land 113.

Saiga-Antilope 102.

Sal 22.

Salter 76.

Salt Range 118.

Salzlager 99, 113.

Sambesi 114.

San Franzisko, Erdbebenverwerfung 50.

Saurier 113.

Schardt 2.

Scharff 72.

Scharung 84.

Schelfe 30.

Schenck 109.

Schiaparelli 93-95.

Schiötz 39.

Schlichtheit des Meeresbodens 19.

Schmelztemperaturen 25.

Schmelzung von unten 32.

Schott G., 57.

Schreibkreide 3.

Schrumpfungstheorie 1 ff.

Schuchert 65.

Schwarz, E. H. L. 11, 122.

Schwarzschild 12.

Schweiz, miozänes Klima 108.

Schweremessungen im Gebirge 5.

-- auf See 5.

-- in Ostafrika 38.

-- im Roten Meer 38.

-- an atlantischen und pazifischen Küsten 51.

-- über d. Tonga-Rinne 57.

-- am Fuß des Himalaja 85.

Schwerestörung am Kontinentalrand 40.

Schwerpunkt der Kontinentalscholle 121.

Schweydar 26-28.

Schwingungspole und Schwingungskreis 97.

Sedimentschale, Dicke 22.

See 12.

Seismische Wellen 20.

Semper 72, 96, 109, 124.

Senftenberg 108.

Senkung 5.

Sequoien 108.

Seychellen-Bank 55.

Sial 22.

Sibirien, diluviales Klima von 102.

Siegellack 28.

Sierren von Buenos Aires 19.

Sigillarien 114.

Sima 22.

Simroth 10, 88, 97.

Sokolow 130.

Somaliland 18, 83.

Sörgel 9, 15, 88.

Spaltung 36, 123.

Spez. Gew. der Gesteine 23.

Spitaler, 27.

Spitzbergen, Oligozäne Flora 108.

--, Karbonische Ablagerungen 73.

Staffelfalten 33.

Staffelung der ostasiatischen Girlanden 46.

Starrheitsgrad der Erde 26.

Stegocephalen 113.

Steinkohlengürtel 114.

Steinmann 58, 79, 103, 109, 126.

Steppenklima, interglaziales, in Europa 102.

Stirnwiderstand 47.

Stokes 6.

Strandlinien 4.

Streichrichtung in Afrika 77.

-- in Dekan 84.

-- in Madagaskar 84.

-- in Australien 90.

Strömungen im Sima 54 ff.

Strutt 126.

Stübel 42.

Stutzer 116.

Submarine Eruptionen 52.

Sudan 77.

Südamerikanische Eiszeit 103.

Südatlant. Brücke 77.

Südgeorgien 48, 70.

Südgeorgische Brücke 88.

Südorkney 48, 70.

Südpazifische Brücke 87.

Suess E., 1, 22-24, 75-78, 84, 91, 106.

Sunda-Inseln 89.

Supan 36, 98.

System der Verschiebungen 119 ff.

Tams 50.

Tanganikasee 37.

Tasmanien, Schneegrenze im Diluvium 103.

Taxodien, tertiäre, auf Spitzbergen 108.

Taylor 12, 119.

Tektonische Brücken über den Atlantik 73 ff.

Temperatur der Tiefseeböden 54.

Termier 75.

Tertiärer Faltengürtel 35.

Tetraederhypothese 7.

Texas 113.

Thomson, Wyville 17.

Tiefe der Ozeane 53.

Tiefseeablagerungen 17, 53.

-- -böden 13 ff., 52 ff.

-- -rinnen 44, 47, 56 ff.

-- -sande 56.

Tilmann 75.

Togo, Glazialfunde 117.

Tonga-Rinne 57.

Torf 99.

Trabert 14.

Trägheitsachse 93.

Transatlant. Altaiden 76.

Transgressionen 124.

Traversi 17.

Trias, Pollage 113.

Triulzi 38.

Tuscarora-Rinne 56.

Überschiebungen 2.

Uhlig 36, 65, 112.

Unterseeische Vulkanausbrüche 52.

Ural 113.

Ursache der Verschiebung 121.

Vellakondagebirge 85.

Verschiebung der ganzen Erdrinde 11.

Verschiebung Grönlands 127-128.

-- Nordamerikas 129.

Verschiebungsgeschwindigkeit 127.

Vogt 25.

Vulkane auf Inselgirlanden 44.

Vulkannatur der Tiefseeböden 17.

Vulkanismus der Küsten und Inseln 42.

Waagen 106, 112, 117.

Wahrscheinlichkeit d. Verschiebungstheorie 80.

Walcott 76.

Wallace 87, 89.

Walther, J. 58.

Warming 72.

Westantarktis 104, 110, 112.

Westwanderung der Kontinente 120.

Wetterau, oligozäne Flora 108.

Wettstein H., 11, 122.

Whitmann 23.

Widerstand bei Verschiebung 35, 47.

Wiechert 24, 27.

Wilde, Henry 18.

Willis B. 9-10, 41, 65.

Windkanter 99.

Wirkungen d. Kontinentalverschiebungen 122 ff.

Wisent 106.

Wolff, v. 1.

Yap-Rinne 57.

Zähigkeit 26-27.

Zeitskala der Geologie 126.

Zentrifugalkraft 121.

Zittel 108, 112.

Zschipkau 108.

Zusammenschub 31.

-- der Alpen 2.

Zuspitzung der Kontinente nach Süden 123.

Zwarten Berge 79.

Fußnoten:

[1] /Von Hofsten/, Wegeners förskjutningsteori och de djurgeografiska

landförbindelsehypoteserna. Ymer 1919, Heft 4, S. 278-301.

[2] /W. Köppen/, Über Isostasie und die Natur der Kontinente. Geogr.

Zeitschr., Bd. #25#, Heft 1, 1919, S. 39-48.

[3] /E. Suess/, Das Antlitz der Erde #1#, 778, 1885.

[4] /E. Böse/, Die Erdbeben (Sammlung „Die Natur“, o. J.), S. 16; vgl.

auch die Kritik bei /Andrée/, Über die Bedingungen der Gebirgsbildung.

Berlin 1914.

[5] /v. Wolff/, Der Vulkanismus #1#, 8. Stuttgart 1913.

[6] /A. Heim/, Bau der Schweizer Alpen. Neujahrsblatt d. Naturf. Ges.

Zürich 1908, 110. Stück, S. 24.

[7] /Ampferer/, Über das Bewegungsbild von Faltengebirgen. Jahrb. d. k.

k. Geol. Reichsanstalt #56#, 539-622. Wien 1906.

[8] /Reyer/, Geologische Prinzipienfragen, S. 140 f. Leipzig 1907.

[9] /Rudzki/, Physik der Erde, S. 122. Leipzig 1911.

[10] /Andrée/, Über die Bedingungen der Gebirgsbildung. Berlin 1914.

[11] /A. Heim/, Untersuchungen über den Mechanismus der Gebirgsbildung,

2. Teil, S. 237. Basel 1878.

[12] /E. Kayser/, Lehrb. d. allgem. Geol., 5. Aufl., S. 132. Stuttgart

1918.

[13] Eine ausführliche Diskussion dieser etwaigen Tiefseeablagerungen

findet man in /Dacqué/, Grundlagen und Methoden der Paläogeographie, S.

215. Jena 1915.

[14] /G. de Geer/, Om Skandinaviens geografiska Utveckling efter

Istiden. Stockholm 1896.

[15] /Rudzki/, Physik der Erde, S. 229. Leipzig 1911.

[16] Die auffallend gleichartige Zerrissenheit der symmetrisch

angeordneten Fjordküsten von Norwegen und Labrador, ferner der

Westküste Nordamerikas zwischen 48 und 58° nördl. Br. und der

Westküste Südamerikas zwischen 42 und 55° südl. Br. dürfte neben der

Gletschererosion wohl auch auf diese noch nicht ausgeglichene Senkung

durch Inlandeis zurückzuführen sein.

[17] Die geschichtliche Entwickelung ging infolge falscher

theoretischer Berechnungen einen Umweg, den wir hier übergehen

(vgl. /Köppen/, Über Isostasie und die Natur der Kontinente, Geogr.

Zeitschr. #25#, 40, 1919). Außerdem ist /Heckers/ Resultat, weil

zehnmal ungenauer als die Pendelmessungen, angegriffen worden,

aber mit Unrecht. Leider haben diese Verhältnisse bei solchen

Geologen, denen die Voraussetzungen zu einem eigenen Urteil über die

mathematischen Ableitungen fehlen, vielfach Verwirrung gestiftet. Eine

Weiterentwickelung der /Hecker/schen Methode wäre deshalb jedenfalls

wünschenswert.

[18] In diesen Verhältnissen gibt sich der Übergang von der Herrschaft

der Massenkräfte (Schwere) zu der der Molekularkräfte (Festigkeit)

zu erkennen. Für große Dimensionen gibt die Erdrinde der Schwerkraft

nach, sie verhält sich plastisch, es herrscht Isostasie; für kleine

Dimensionen ist sie starr, es fehlt die Isostasie. Aus demselben Grunde

haben ja auch sehr kleine Weltkörper, wie manche Planetenmonde und

einige der kleinen Planeten, und um so mehr natürlich die Meteoriten,

nicht mehr die Kugelform; denn diese bedeutet Isostasie. Beim Monde

herrscht, wenn man ihn als Ganzes nimmt, Isostasie; die großen

Unebenheiten seiner Oberfläche entsprechen aber dem Umstande, daß die

Massenkräfte dort bereits erheblich geringer sind als auf der Erde, so

daß die Molekularkräfte mehr hervortreten. Auch die Höhe der Gebirge

ist eben, wie schon die von /Penck/ hervorgehobenen gleichförmigen

Gipfelhöhen der Alpen nahelegen, keine zufällige Größe, sondern es

ist dafür gesorgt, daß auch die Berge nicht in den Himmel wachsen,

indem nach Überschreiten einer gewissen Schollenmächtigkeit die Massen

namentlich auf der Unterseite der Scholle seitlich auseinanderfließen

und sich einebnen. -- Aus diesen Überlegungen geht auch hervor, daß

alle Hypothesen, welche die Erde als einen Kristall irgendwelcher Art

auffassen, unhaltbar sind. So würde der jüngst von /Kohn/ angenommene

Eisenkristall im Erdinnern (/H. Kohn/, Die Entstehung der heutigen

Oberflächenformen der Erde und deren Beziehungen zum Erdmagnetismus,

Ann. d. Natur- u. Kulturphilosophie #12#, 88-130, 1913) aus eigenem

Antrieb die Kugelform annehmen, und auch das viel befürwortete

Kontraktionstetraeder (vgl. /Dacqué/, Grundlagen u. Methoden d.

Paläogeographie, S. 55. Jena 1915) läßt sich nur mit hinreichend

kleinen Gummiballonen erzeugen, ist aber bei Weltkörpern unmöglich.

[19] „Allerdings gibt es heute auch noch einige Gegner der Landbrücken.

Unter ihnen ist besonders /G. Pfeffer/ hervorzuheben. Er geht davon

aus, daß verschiedene jetzt auf die Süderdteile beschränkte Formen auf

der Nordhalbkugel fossil nachgewiesen sind. Für diese ist es nach ihm

unzweifelhaft, daß sie einst mehr oder weniger universal verbreitet

waren. Ist nun schon dieser Schluß nicht unbedingt zwingend, so

noch viel weniger der weitere, daß wir eine universale Ausbreitung

auch in allen den Fällen diskontinuierlicher Verbreitung im Süden

annehmen dürften, in denen ein fossiler Nachweis im Norden noch nicht

stattgefunden hat. Wenn er so alle Verbreitungseigentümlichkeiten

ausschließlich durch Wanderungen zwischen den Nordkontinenten und ihren

mediterranen Brücken erklären will, so steht diese Annahme durchaus auf

ganz unsicherem Boden...“ (/Arldt/, Südatlantische Beziehungen, Peterm.

Mitteil. #62#, 41-46, 1916). Daß jedenfalls die Verwandtschaften der

Südkontinente sich einfacher und vollständiger durch unmittelbare

Landzusammenhänge erklären lassen, als durch parallele Abwanderung vom

gemeinsamen Nordgebiet, bedarf keiner Erörterung.

[20] Unter den zahlreichen Mißverständnissen, auf denen sich

/Dieners/ Ablehnung unserer Vorstellungen stützt (Die Großformen der

Erdoberfläche, Mitteil. d. k. k. Geol. Ges. Wien #58#, 329-349, 1915),

und die größtenteils bereits von /Köppen/ (Über Isostasie und die Natur

der Kontinente, Geogr. Zeitschr. #25#, 39-48, 1919) zurückgewiesen

sind, befindet sich auch das folgende: „Wer Nordamerika an Europa

heranschiebt, zerreißt seinen Zusammenhang mit der asiatischen

Kontinentalscholle an der Beringstraße.“ Dieser durch die Merkatorkarte

nahegelegte Einwand schwindet, wenn man den Globus zur Hand nimmt;

es handelt sich im wesentlichen um eine Drehung Nordamerikas etwa um

Alaska. Näheres siehe Kap. 4.

[21] /Bailey Willis/, Principles of palaeogeography. Sc. #31#, N.

S., Nr. 790, S. 241-260, 1910. Dies ist wohl die schroffste Fassung.

Andere Autoren, wie z. B. /Sörgel/ (Die atlantische „Spalte“, kritische

Bemerkungen zu /A. Wegeners/ Theorie von der Kontinentalverschiebung,

Monatsber. der D. Geol. Ges. #68#, 200-239, 1916), versuchen einen

Mittelweg zu finden, indem sie die Brückenkontinente möglichst zu

schmalen Brücken am Rande der Ozeanbecken zusammenschrumpfen lassen.

Aber sie erschweren dadurch unnötig die Erklärung der Verwandtschaften

und geben dabei den Vorzug der schrofferen Fassung der Permanenzlehre

auf, den geophysikalischen Ergebnissen gerecht zu werden.

[22] /Simroth/, Die Pendulationstheorie, S. 8. Leipzig 1907.

[23] Vielleicht existiert ein kleines sekundäres Häufigkeitsmaximum

beim Meeresniveau wegen der Abrasion durch die Brandung.

[24] /D. Kreichgauer/, Die Äquatorfrage in der Geologie, 394 S. Steyl

1902.

[25] /H. Wettstein/, Die Strömungen des Festen, Flüssigen und

Gasförmigen und ihre Bedeutung für Geologie, Astronomie, Klimatologie

und Meteorologie, 406 S. Zürich 1880.

[26] Ein Westwärtswandern der Kontinente infolge von Sonnenanziehung

hat in neuerer Zeit auch /E. H. L. Schwarz/ angenommen (G. J. 1912, S.

294-299).

[27] The Journ. of Geol. #15#, Nr. 1, 1907; auch Gaea #43#, 385, 1907.

[28] Die Geologen sollten im Gebrauch dieser von /Schwarzschild/,

/Liapunow/, /Rudzki/, /See/ u. a. für unrichtig gehaltenen Idee

vorsichtiger sein. /See/ sagt sehr treffend (Astr. Nachr. #181#,

370, 1909): „In der herkömmlichen Betrachtungsweise, nach welcher

die Monde sich von den Planeten, die jetzt ihre Bewegung regieren,

abgelöst haben, wie es von /Laplace/ und seinen Nachfolgern mehr als

ein Jahrhundert lang angenommen wurde, gab es keinen anderen Weg als

den, welchen die Meisterhand von /George Darwin/ vorgezeichnet hat.

Wenn aber heute unsere Anschauungen andere geworden sind und wir klar

erkennen, daß alle anderen Satelliten eingefangen sind, entsteht

natürlich die Frage, ob wirklich ausreichende Gründe für die Annahme

beigebracht werden können, daß der Mond eine Ausnahme in der Kosmogonie

des Sonnensystems bilden solle. Nach sehr sorgfältiger Erwägung

aller in Frage kommenden Verhältnisse glaube ich, wir müssen diese

Vorstellung aufgeben und den Mond in dieselbe Klasse mit den anderen

Satelliten setzen.“

[29] /F. B. Taylor/, Bearing of the tertiary mountain belt on the

origin of the earth's plan. B. Geol. S. Am. #21# (2), 179-226, Juni

1910.

[30] Am 6. Jan. 1912 hielt ich einen Vortrag „Die Herausbildung der

Großformen der Erdrinde (Kontinente und Ozeane) auf geophysikalischer

Grundlage“ in der Geologischen Vereinigung in Frankfurt a. M., am 10.

Jan. 1912 einen solchen über „Horizontalverschiebungen der Kontinente“

in der Ges. z. Beförderung d. gesamten Naturw. zu Marburg. Der Inhalt

erschien unter dem Titel: Die Entstehung der Kontinente, Geol. Rundsch.

#3#, H. 4, S. 276-292, 1912, und etwas ausführlicher unter gleichem

Titel in Peterm. Mitt. 1912, S. 185-195, 253-256, 305-309.

[31] Nach /W. Trabert/, Lehrb. d. kosm. Physik, S. 277. Leipzig und

Berlin 1911.

[32] /Groll/, Tiefenkarten der Ozeane, Veröffentl. d. Inst. f.

Meereskunde, N. F. A, H. 2, Juli 1912. Berlin, Mittler & Sohn.

[33] /W. Sörgel/, Die atlantische „Spalte“, kritische Bemerkungen zu

/A. Wegeners/ Theorie von der Kontinentalverschiebung. Monatsschr. d.

D. Geol. Ges. #68#, 200-239, 1916.

[34] Dies verhindert natürlich nicht, daß die barysphärische Oberfläche

der Tiefseeböden bisweilen mit lithosphärischem Abfall von den

Kontinentalschollen bedeckt sein kann. Vergleichen wir die etwa 100

km mächtigen Kontinentalschollen mit tafelförmigen Eisbergen (die

etwa 200 m tief in das Wasser eintauchen), so würde dieser Abfall den

kleineren Kalbeisbrocken und Meereisschollen entsprechen, welche die

Wasseroberfläche zwischen ihnen bedecken können.

[35] /E. Kayser/, Lehrb. d. allgem. Geol., 5. Aufl., S. 904. Stuttgart

1918.

[36] Die 510 Mill. Quadratkilometer der Erdoberfläche gliedern sich

nach /Krümmel/ in 149 Mill. Quadratkilometer Land, 30 Mill. Schelf und

331 Mill. Tiefsee. Die Kontinentalschollen machen also heute 35 Proz.

der ganzen Erdoberfläche aus.

[37] /Krümmel/, Handb. d. Ozeanographie #1#, 193 u. 197. Stuttgart 1907.

[38] Über Sial = Lithosphäre und Sima = Barysphäre vgl. Kap. 3.

[39] /A. W. Rücker/, The secondary magnetic field of the earth.

Terrestrial Magnetism and atmospheric. Electricity #4#, 113-129,

March-December 1899.

[40] C. R. #164#, 150, 1917.

[41] Nach /J. Friedlaender/, Beitr. z. Geophys. #11#, Kl. Mitt. 85-94,

1912, ist jedoch die Wärmeleitfähigkeit der vulkanischen Tiefengesteine

kleiner, so daß für Laven die geothermische Tiefenstufe sogar nur 17 m

beträgt. Damit würde die Dicke der magnetischen Schicht sogar nur 8 bis

9 km betragen.

[42] /Krümmel/, Handb. d. Ozeanographie #1#, 91. Stuttgart 1907.

[43] /K. Andrée/, Über die Bedingungen der Gebirgsbildung, S. 86 ff.

Berlin 1914.

[44] /F. Omori/, On the dependence of the transit velocity of seismic

waves on the nature of path. Bull. of the Imp. Earthquake Invest.

Committee #3#, 61-67. Tokyo 1909.

[45] Daß auch in der Simazone das spezifische Gewicht mit der Tiefe

zunimmt, geht schon daraus hervor, daß die Erdbebenforschung als Mittel

für den ganzen, 1500 km dicken Silikatmantel der Erde den Wert 3,4

liefert.

[46] Bei allen Stoffen, welche beim Erstarren spezifisch schwerer

werden, also in ihrer eigenen Flüssigkeit untersinken, steigt der

Schmelzpunkt ein wenig mit stark zunehmendem Druck. Zu diesen Stoffen

gehören wahrscheinlich die meisten Gesteine. Bei Diabas steigt der

Schmelzpunkt nach /Barus/ um 0,025° pro Atmosphäre, was /Vogt/ auf

0,005° verbessert. Dagegen sinkt der Schmelzpunkt mit stark zunehmendem

Druck ein wenig bei allen solchen Stoffen, welche beim Erstarren

leichter werden und also auf ihrer eigenen Flüssigkeit schwimmen. Zu

dieser Gruppe gehört namentlich das Eis, aber auch Eisen und andere,

vielleicht alle Metalle.

[47] /Michael/ und /Quitzow/, Die Temperaturmessungen im Tiefbohrloch

Czuchow in Oberschlesien. Jahrb. d. Kgl. Preuß. Geolog. Reichsanstalt

1910.

[48] /Doelter/, Petrogenesis. Die Wissenschaft #13#, Braunschweig 1906.

[49] /Benndorf/, Über die physikalische Beschaffenheit des Erdinnern.

Mitt. d. Geol. Ges. Wien #3#, 1908. -- /Pockels/, Die Ergebnisse der

neueren Erdbebenforschung in bezug auf die physikalische Beschaffenheit

des Erdinnern. Geolog. Rundsch. #1#, 249-268, 1910.

[50] /Haug/ (Traité de Géologie #1#, Les Phénomènes géologiques, p.

160, Paris 1907) formuliert es: „Les chaînes de montagne se forment sur

l'emplacement des géosynclinaux“. Ich halte „Schelfe“ für richtiger als

„Geosynklinalen“, da man einen Randschelf, wie z. B. den, aus welchem

sich die Anden Südamerikas aufgebaut haben, wohl nicht gut als Mulde

bezeichnen kann.

[51] Zu diesem Ergebnis kommen unter anderem auch /Ampferer/ und

/Hammer/ (Geologischer Querschnitt durch die Ostalpen vom Allgäu zum

Gardasee, Jahrb. der k. k. Geol. Reichsanstalt #61#, 531-709, 1911,

namentlich S. 708-709). Nach ihnen war „unter der oberflächlichen Zone

der größeren Schiebungen und Faltungen ein tiefer Herd von magmatischen

Bewegungen“ vorhanden, „bei welchem mächtige Teile der oberen Zone in

die Tiefe gesaugt wurden“... „Denkt man sich die Decke der jüngeren

Schichten wieder in ihrer ursprünglichen Art ausgeglättet, so erhält

man einen wohl zwei- bis dreimal breiteren Streifen als bei der

Ausglättung der jüngeren kristallinen Falten“, so daß eine „Absorption

der tieferen Zonen“ anzunehmen ist.

Auch /E. Kayser/ (Lehrb. d. allgem. Geol., 5. Aufl., S. 914, Stuttgart

1918) meint, „daß, während an und in der Nähe der Erdoberfläche die

rupturelle Umformung vorherrscht, mit wachsender Tiefe die plastische

Umformung immer mehr die Oberhand gewinnt. Der amerikanische Geologe

/van Hise/ hat dies schon vor 25 Jahren erkannt und hat eine obere Zone

der Zertrümmerung (zone of rock fracture) und eine tiefere Zone des

Gesteinsfließens (zone of rock flow oder flowage) angenommen. Er legte

die Grenze zwischen beiden in 10 bis 12 km Tiefe“.

[52] /Oskar Erich Meyer/, Die Brüche von Deutsch-Ostafrika. Neues

Jahrb. f. Min., Geol. u. Paläont., Beil.-Bd. #38#, 805-881, 1915.

[53] /Neumayr-Uhlig/, Erdgeschichte #1#, Allgem. Geol., 2. Aufl., S.

367. Leipzig u. Wien 1897.

[54] Vgl. die neuen Karten des abflußlosen Rumpfschollenlandes im

nordöstlichen Deutsch-Ostafrika von /E. Obst/.

[55] /E. Kohlschütter/, Über den Bau der Erdkruste in

Deutsch-Ostafrika. Nachr. d. Kgl. Ges. d. Wiss. Göttingen, Math.-phys.

Kl., 1911.

[56] Helmert, Die Tiefe der Ausgleichsfläche bei der /Pratt/schen

Hypothese für das Gleichgewicht der Erdkruste und der Verlauf der

Schwerestörung vom Innern der Kontinente und Ozeane nach den Küsten.

Sitzber. d. Kgl. Preuß. Ak. d. Wiss. #18#, 1192-1198, 1909.

[57] Die Verhältnisse liegen gerade umgekehrt als /Willis/ voraussetzt,

wenn er ein Vordringen der schweren ozeanischen Gesteine gegen die

tieferen Schichten der Kontinentalschollen annimmt (Research in China

#1#, 115 ff., Washington 1907).

[58] Manche Forscher, wie /Moolengraaff/, halten die pazifischen

Inseln für reine Vulkankegel, die dem Tiefseeboden einfach aufgesetzt

sind und nun zur Herstellung der Isostasie langsam sinken, wie ja die

Korallenatolle zeigen. Ich halte aber die andere, z. B. von /Gagel/

für die Kanarischen Inseln und von /Haug/ für viele pazifische

Inseln vertretene Anschauung für wahrscheinlicher, daß alle diese

Inseln Brocken der Lithosphäre und daß sie nur in manchen Fällen so

vollständig mit Lava überzogen sind, daß ihr lithosphärischer Kern

nirgends zutage liegt.

[59] F. v. /Richthofen/, Über Gebirgskettungen in Ostasien.

Geomorphologische Studien aus Ostasien #4#; Sitzber. d. Kgl. Preuß.

Akad. d. Wiss., Berlin, Phys.-math. Kl., #40#, 867-891, 1903.

[60] E. /Horn/, Über die geologische Bedeutung der Tiefseegräben. Geol.

Rundsch. #5#, 422-448, 1914.

[61] Die westindischen Girlanden zeigen dagegen eine

Abstufung: Kleine Antillen-Südhaiti-Jamaika-Mosquitobank 2600,

Haiti-Südcuba-Misteriosabank 1900, Cuba 1100 km.

[62] Setzen wir voraus, daß die Dicke zweier Schollen die gleiche ist,

daß ihre Konturen geometrisch ähnlich, und sie zur Bewegungsrichtung

gleich orientiert sind. Der Widerstand, den sie bei Verschiebung zu

überwinden haben, zerfällt in zwei Teile, deren einer, die Reibung

an der flüssigen Simaunterlage, der Oberfläche proportional ist. Der

andere Teil aber, der Stirnwiderstand an den oberen kristallisierten

und darum zäheren Simaschichten, wächst nur proportional der linearen

Dimension, nämlich dem zur Bewegungsrichtung senkrechten Durchmesser.

Da nun anzunehmen ist, daß die verschiebenden Kräfte, welcher Art sie

auch seien, bei Schollen gleicher Dicke ihren Oberflächen proportional

sind, so wird der erste Teil des Widerstandes keinen Unterschied für

große und kleine Schollen ergeben, da Widerstand und Kraft in gleicher

Weise wachsen. Der zweite Teil des Widerstands aber wächst nur mit

der linearen, nicht wie die Kraft mit der quadratischen Dimension der

Scholle, so daß die Schollen um so leichter beweglich werden, je größer

sie sind.

[63] /Rudzki/, Physik der Erde, S. 176. Leipzig 1911. Vgl. auch /Tams/,

Die Entstehung des kalifornischen Erdbebens vom 18. April 1906. Peterm.

Mitt. #64#, 77, 1918.

[64] /Otto Meissner/, Isostasie und Küstentypus. Peterm. Mitt. #64#,

221, 1918.

[65] /E. Kayser/, Lehrbuch der Geologie #1#, Allgem. Geol., 5. Aufl.,

S. 784. Stuttgart 1918.

[66] /Krümmel/, Handb. d. Ozeanographie #1#, 144. Stuttgart 1907.

[67] Zeitschr. d. Ges. f. Erdkunde zu Berlin 1915, S. 646.

[68] /Andrée/, Über die Bedingungen der Gebirgsbildung, S. 86 f. Berlin

1914.

[69] Die Bezeichnung „Tiefseegräben“ halte ich für weniger glücklich,

da sie wohl einen anderen Bau und andere Entstehung besitzen als die

Grabenbrüche der Lithosphäre.

[70] /Steinmann/, Die kambrische Fauna im Rahmen der organischen

Gesamtentwickelung. Geol. Rundschau #1#, 69, 1910.

[71] /J. Walther/, Über Entstehung und Besiedelung der Tiefseebecken.

Naturwiss. Wochenschr., N. F., 3. Bd., Heft 46 (zitiert nach /Eckardt/).

[72] /Arldt/, Handb. d. Paläogeographie #1#, 231-232, Leipzig 1917.

[73] Und zwar wohl in der Weise, daß die oberflächlichen Simaschichten

bei der immer weiter fortschreitenden Öffnung in Richtung der

Verschiebung gezogen wurden. Hierdurch mußte eine anfangs unregelmäßig

gestaltete Inselgruppe in eine mit der Zugrichtung übereinstimmende

Kette ausgezogen werden.

[74] Von den beiden in Afrika vorhandenen alten Streichrichtungen

(Nordost und Nord) würde die jüngere nördliche gut zur Richtung der

pazifischen Inselreihen passen.

[75] /E. Kayser/, Lehrb. d. allg. Geol., 5. Aufl., S. 904. Stuttgart

1918.

[76] /Th. Arldt/, Handb. d. Paläogeographie #1#, Paläaktologie, S.

278-281, Leipzig 1917. Der Übersicht halber haben wir in der Tabelle

auf die Namen verzichtet. Es sind: /Arldt/, /Burckhardt/, /Diener/,

/Frech/, /Fritz/, /Handlirsch/, /Haug/, /v. Ihering/, /Karpinsky/,

/Koken/, /Kossmat/, /Katzer/, /Lapparent/, /Matthew/, /Neumayr/,

/Ortmann/, /Osborn/, /Schuchert/, /Uhlig/, /Willis/.

[77] /W. Michaelsen/ machte mich darauf aufmerksam, daß die

heutige Verbreitung der Regenwürmer wichtige Schlüsse auf frühere

Landzusammenhänge gestatte. Das Vorkommen gleicher oder nahe verwandter

Unterfamilien oder sogar Gattungen auf getrennten Kontinenten läßt

auf einen früheren Landzusammenhang schließen, da die Regenwürmer,

für die das Meer im allgemeinen ein unüberschreitbares Hindernis

ist, nur auf Landwegen zu ihrer jetzigen Verbreitung kommen konnten.

Herr /Michaelsen/ hatte die Güte, mir die Kärtchen seines Werkes

„Die geographische Verbreitung der Oligochaeten“, Berlin 1903, 186

Seiten, durch Nachtragungen auf den neuesten Stand gebracht, zur

Verfügung zu stellen, und sie durch wertvolle mündliche Mitteilungen

zu ergänzen, wofür ihm herzlich gedankt sei. Die Karten bestätigen

in überraschender Weise die oben angenommenen Landverbindungen der

Vorzeit. Eine besonders große Zahl von Verwandtschaftsfäden spinnt

sich in den verschiedensten Breiten quer über den Atlantischen Ozean

fort. Im Südatlantik weisen diese Beziehungen mehr auf ältere Zeiten

hin (Chilotaceen, Glossoscolecinen-Microchaetinen, Ocnerodrilinen,

jüngere Microchaetinen, Trigastrinen), während der Nordatlantik nicht

nur von der vielleicht älteren Gattung Sparganophilus überspannt wird,

sondern auch von den zweifellos jungen Gattungen der Lumbricinen,

die in zusammenhängendem Zuge von Japan bis Portugal verbreitet

sind und zugleich jenseits des Atlantik im Osten der Union (nicht

aber im Westen!) in endemischen Arten auftreten. -- Einen ähnlichen

Gedankengang hat /Irmscher/ in seiner am 11. Oktober 1919 in Hamburg

gehaltenen öffentlichen Antrittsvorlesung: „Die Entstehung der

Kontinente in ihren Beziehungen zur Pflanzenverbreitung“ auf die

geographische Verbreitung der rezenten Pflanzengattungen angewendet

und gezeigt, daß diese sich gleichfalls mit der Verschiebungstheorie

in Einklang bringen läßt. (Noch nicht gedruckt.) Die großen

Verbreitungsmöglichkeiten des Pflanzensamens, z. B. durch Stürme,

schaffen hier allerdings eine weitgehende Durchmischung, die das Bild

sehr verworren macht und seine Deutung erschwert.

[78] /Arldt/, Handb. d. Paläogeographie #1#, Paläaktologie, S. 89 f.

Leipzig 1917.

[79] /Scharff/, Über die Beweisgründe für eine frühere Landbrücke

zwischen Nordeuropa und Nordamerika (Proc. of the Royal Irish Ac. #28#,

1, 1-28, 1909; nach dem Referat von /Arldt/, Naturw. Rundsch. 1910).

[80] Die tertiäre Flora von Grinnell-Land war interessanterweise enger

(zu 63 Proz.) mit der von Spitzbergen als mit der von Grönland (30

Proz.) verwandt, während es heute natürlich umgekehrt ist (64 bzw.

96 Proz.). Vgl. /Semper/, Das paläothermale Problem, speziell die

klimatischen Verhältnisse des Eozäns in Europa und im Polargebiete.

Zeitschr. Deutsch. Geol. Ges. #48#, 261 f., 1896. Bei unserer

Rekonstruktion wird der Abstand Grinnell-Land--Spitzbergen kleiner als

der zwischen Grinnell-Land und den grönländischen Fundorten.

[81] Vgl. die „Geologic Map of North America“ der U. S. Geol. Survey.

[82] In /Lauge Kochs/ geologischer Karte von Nordwestgrönland (/Knud

Rasmussen/, Grönland langs Polarhavet, Köbenhavn og Kristiania 1919,

S. 564) sind diese Ablagerungen als Silur und Devon bezeichnet. Die

Grenze, welche die Blattverschiebung anzeigt, hat die gleiche Lage.

[83] /Dacqué/, Grundlagen und Methoden der Paläogeographie, S. 161.

Jena 1915.

[84] /Andrée/, Verschiedene Beiträge zur Geologie Kanadas. Schriften d.

Ges. z. Beförd. d. ges. Naturwiss. zu Marburg #13#, 7, 437 f. Marburg

1914.

[85] /N. Tilmann/, Die Struktur und tektonische Stellung der

kanadischen Appalachen. Sitzber. d. naturwiss. Abt. d. Niederrhein.

Ges. f. Natur- u. Heilkunde in Bonn 1916.

[86] /Gentil/ betrachtet allerdings die gleichaltrigen

mittelamerikanischen Gebirge, speziell die Antillen, als Fortsetzung.

Doch hat /Jaworski/ dem entgegengehalten, daß dies mit der allgemein

angenommenen Auffassung von /E. Suess/ unvereinbar ist, welcher

den östlichen Kordillerenbogen Südamerikas in die kleinen Antillen

übergehen und also wieder nach Westen umbiegen läßt, ohne daß dabei

Ausläufer nach Osten entsendet werden.

[87] /Gagel/, Die mittelatlantischen Vulkaninseln. Handb. d. Regionalen

Geologie VII, 10, 4. Heft. Heidelberg 1910.

[88] Nach /Passarge/ (Die Kalahari, S. 597, Berlin 1904) ist die

Entstehung der Randbrüche von Südafrika bereits in die Jurazeit zu

setzen. Es entstanden aber zunächst nur Grabenbrüche.

[89] /Lemoine/, Afrique occidentale. Handb. d. Regionalen Geologie VII,

6 A, 14. Heft, S. 57. Heidelberg 1913.

[90] Wenn man annehmen dürfte, daß dieser Wechsel der alten

Streichrichtung auch die südamerikanische Scholle noch bis zu

ihrem Westrande durchsetzt, so würde sich auch erklären, warum

auch der Westrand von Südamerika eine ähnliche Linienführung hat.

Denn der nördliche Teil mußte der Andenfaltung größeren Widerstand

entgegensetzen als der südliche, weil im ersteren die Andenfaltung

quer, im letzteren längs zur vorgegebenen Faltung im Urgestein verlief.

[91] Nach /Steinmanns/ Bericht über /Keidels/ Vortrag auf dem

Internationalen Geologenkongreß in Toronto 1914 (Geol. Rundsch. #5#,

Heft 3, 216, 1914). Vgl. auch /Arldt/, Handb. d. Paläogeographie #1#,

196. Leipzig 1917.

[92] /W. Köppen/ hat in seinem Aufsatz „Über Isostasie und die Natur

der Kontinente“, Geogr. Zeitschr. #25#, Heft 1, S. 39-48, 1919, dieses

und eine Reihe anderer Mißverständnisse richtiggestellt.

[93] /C. Diener/, Die Großformen der Erdoberfläche, Mitt. d. k.

k. Geol. Ges. Wien #58#, 329-349, 1915 und Die marinen Reiche der

Triasperiode, Denkschr. d. Akad. d. Wiss. in Wien, math.-naturw. Kl.,

1915.

[94] /Lemoine/, Madagaskar, Handb. d. Regional. Geol. VII, #4#, 6.

Heft, S. 27. Heidelberg 1911.

[95] Nach den handschriftlichen Ergänzungen, welche Herr /Michaelsen/

mir zu seinem Werke „Die geographische Verbreitung der Oligochaeten“,

Berlin 1903, freundlichst zur Verfügung stellte.

[96] /Wallace/, Die geographische Verbreitung der Thiere, deutsch von

/Meyer/, #1#, 463. Dresden 1876.

[97] /Simroth/, Über das Problem früheren Landzusammenhangs auf der

südlichen Erdhälfte. Geogr. Zeitschr. #7#, 665-676, 1901.

[98] So schreibt /Andrée/ (Das Problem der Permanenz der Ozeane und

Kontinente, Peterm. Mitt. #63#, 348, 1917): „Völlig unnötig ist,

worauf schon nach dem Referenten auch /Diener/ hingewiesen hat, die

Annahme eines ausgedehnten pazifischen oder auch nur südpazifischen

Kontinents“. Ebenso hat /Sörgel/ ihn ausdrücklich abgelehnt; selbst

/Arldt/ muß zugeben (Die Frage der Permanenz der Kontinente und

Ozeane, Geogr. Anzeiger #19#, 2-12, 1918): „Am wenigsten läßt sich

ein südpazifischer Kontinent geologisch stützen, wenn sich auch die

von /Burckhardt/ angenommene Landmasse im Westen von Südamerika nicht

gänzlich ablehnen läßt“.

[99] /Suess/, Das Antlitz der Erde #2#, 203. Wien 1888.

[100] /Marshall/, New Zealand, Handb. d. Regional. Geolog. #7#, 1, H.

5, S. 36. Heidelberg 1911.

[101] Zitiert nach /Grabau/, Principles of Stratigraphy, S. 897-898.

New York 1913.

[102] /Schiaparelli/, De la rotation de la terre sous l'influence

des actions géologiques (Mém. prés. à l'observatoire de Poulkova à

l'occasion de sa fête semiséculaire), 32 S. St. Pétersbourg 1889.

[103] /E. Kayser/, Lehrbuch der Geologie #1#, Allgem. Geol., 5. Aufl.,

S. 88. Stuttgart 1918.

[104] /Hoernes/, Ältere und neuere Ansichten über Verlegungen der

Erdachse, Mitt. Geol. Ges. Wien #1#, 158-202, 1908.

[105] /Eckardt/, Das Klimaproblem der geologischen Vergangenheit und

historischen Gegenwart (Die Wissenschaft Nr. 31). Braunschweig 1909.

[106] /Reibisch/, Ein Gestaltungsprinzip der Erde, 27. Jahresber. d.

Ver. f. Erdk. zu Dresden 1901, S. 105-124. -- Zweiter Teil (enthält nur

unwesentliche Ergänzungen) Mitt. d. Ver. f. Erdk. zu Dresden, H. 1,

S. 39-53, 1905. -- Die Vorstellung, daß die Erdrinde als Ganzes sich

über den Erdkern verschiebt, scheint /Carl Freiherr Löffelholz von

Colberg/ zuerst ausgesprochen zu haben (Die Drehung der Erdkruste in

geologischen Zeiträumen. Eine neue geologisch-astronomische Hypothese.

München 1886, in Kommission bei J. Böcklein).

[107] /Kreichgauer/, Die Äquatorfrage in der Geologie. Steyl 1902. Zu

nennen wäre auch die Arbeit von /E. Jacobitti/, Mobilità dell' Assa

Terrestre, Studio Geologico, Torino 1912, die mir leider nicht

zugänglich ist.

[108] /Simroth/, Die Pendulationstheorie. Leipzig 1907.

[109] Nach /Geyler/ (Verh. d. k. k. Geol. Reichs-Anst. Wien 1876, S.

151) hat sich z. B. in Borneo seit dem Eozän das Klima nicht geändert;

Sagopalmen wachsen wie im Eozän noch heute auf den Sunda-Inseln.

[110] /Eckardt/, Paläoklimatologie (Samml. Göschen), S. 10. Leipzig

1910.

[111] /Ramann/, Bodenkunde, 3. Aufl., Berlin 1911, schreibt: „Die

Böden der humiden Zonen sind verschieden nach dem herrschenden

Klima; sie schließen sich im ganzen den großen klimatischen Zonen

an. In den Tropen Laterit und Roterden, im gemäßigten Gebiete die

Braunerden, im kühlen gemäßigten und kalten Gebiete die Podsolböden

(Bleicherden z. T.).“ Laterit ist überall in den Tropen, Roterde z. B.

im Mittelmeergebiet, Braunerde in Mitteleuropa verbreitet. Die rote

Farbe des Laterits rührt nach /Passarge/ von kolloidem Eisenhydroxyd

her. Nach /Holland/ bildet sich in Indien Laterit nur an Orten, deren

Wintertemperatur über 15,5° beträgt.

[112] /Dacqué/, Grundlagen und Methoden der Paläogeographie, S. 432.

Jena 1915.

[113] /Passarge/, Die Kalahari, S. 646. Berlin 1904. Der Laterit ist

gleichaltrig mit dem „Kalaharikalk“, mit welchem er in der Weise

abwechselt, daß /Passarge/ annimmt, er entspreche Waldinseln in den

großen Brackwasserseen, welche den Kalk lieferten.

[114] /Frech/, Allgem. Geologie, V. Steinkohle, Wüsten und Klima der

Vorzeit. Aus Natur und Geisteswelt #211#, 3. Aufl., S. 108. Leipzig u.

Berlin 1918.

[115] /Steinmann/, Über Diluvium in Südamerika, Zeitschr. der D. Geol.

Ges. 1906, Monatsber.

[116] Diese und die im folgenden angegebenen Pollagen sind bezogen

gedacht auf ein Gradnetz, welches in der heutigen Weise starr mit

Afrika verbunden ist. Für die ältere Tertiärzeit hätte dann Deutschland

eine 5 bis 10° nördlichere Breite.

[117] /Semper/, Das paläothermale Problem, speziell die klimatischen

Verhältnisse des Eozän in Europa und im Polargebiet. Zeitschr. Deutsch.

Geol. Ges. #48#, 261, 1896.

[118] /Waagen/, Unsere Erde, München, Allg. Verl.-Ges., o. J. Da

/Waagen/ die Verschiebung Nordamerikas nicht berücksichtigt, schließt

er hieraus auf eine Pollage bei den Aleuten. Schiebt man aber

Nordamerika an Europa heran, so findet man wieder die obige Pollage.

[119] /Frech/, Allgem. Geol. #5#, Steinkohle, Wüsten und Klima der

Vorzeit. Aus Natur und Geisteswelt #211#, 3. Aufl. Leipzig und

Berlin 1918. /Dacqué/ bezeichnet das kretazische Glazial Australiens

allerdings als unsicher.

[120] Siehe z. B. /Neumayr-Uhlig/, Erdgeschichte, 2. Aufl., S. 263.

Leipzig und Wien 1895.

[121] Für das Eozän dürfte aber Aussicht bestehen, sogar beide

Polarkappen festzulegen. Vgl. Fig. 24, S. 67.

[122] E. /Kayser/, Lehrb. d. allgem. Geol., 5. Aufl., S. 649. Stuttgart

1918.

[123] W. /Gothan/, Die Jahresringlosigkeit der paläozoischen Bäume.

Naturw. Wochenschrift, N. F. 10, Nr. 28, 1911 (zitiert nach /Kayser/).

[124] Danmark-Expeditionen til Grönlands Nordöstkyst 1906-1908, #3#,

Nr. 12: /Nathorst/, Contributions to the Carboniferous Flora of

North-eastern Greenland. Köbenhavn 1911.

[125] /Kreichgauer/, Die Äquatorfrage in der Geologie. Steyl 1902.

[126] /Taylor/, Bearing of the tertiary mountain belt on the origin of

the earth's plan. B. Geol. S. Am. #21#, 2, Juni 1910, S. 179-226.

[127] Es ist wesentlich, daß der Schwerpunkt der Scholle oberhalb des

Auftriebspunktes liegt. Wäre es umgekehrt, so würde eine Äquatorflucht

die Folge sein. Die Polflucht setzt voraus, daß die Dichtezunahme nach

unten im Sial jedenfalls nicht merklich rascher ist als im Sima, eine

Annahme, die wohl ohne weiteres plausibel ist.

[128] G. J. #40#, 294-299, 1912.

[129] /Wettstein/, Die Strömungen des Festen, Flüssigen und Gasförmigen

und ihre Bedeutung für Geologie, Astronomie, Klimatologie und

Meteorologie. Zürich 1880.

[130] /Reibisch/, Ein Gestaltungsprinzip der Erde. 27. Jahresber. d.

Ver. f. Erdk. z. Dresden, S. 105-124, 1901.

[131] /Kreichgauer/, Die Äquatorfrage in der Geologie. Steyl 1902.

[132] /Semper/, Das paläothermale Problem, speziell die klimatischen

Verhältnisse des Eozän in Europa und im Polargebiet. Zeitschr. Deutsch.

Geol. Ges. #48#, 261, 1896.

[133] Vgl. /Dacqué/, Grundl. u. Meth. d. Paläogeographie, S. 273, Jena

1915, und /Rudzki/, L'âge de la terre, Scientia #13#, No. XXVIII, 2, S.

161-173, 1913.

[134] /Königsberger/, Berechnungen des Erdalters auf physikalischer

Grundlage, Geol. Rundsch. #1#, S. 241, 1910.

[135] Danmark-Ekspeditionen til Grönlands Nordöstkyst 1906-1908 under

Ledelsen af L. /Mylius-Erichsen/ #6# (Meddelelser om Grönland #46#).

Köbenhavn 1917.

[136] Vgl. mein Referat in Astr. Nachr. #208#, Nr. 4986, Mai 1919.

[137] In meinen früheren Veröffentlichungen war der Betrag der

Längenänderung wesentlich kleiner angegeben, so daß mit Rücksicht auf

den mittleren Fehler der Beobachtungen noch keine völlige Sicherheit

des Resultats bestand. Diese Angaben beruhten auf einer vorläufigen

Berechnung der Längen der Danmark-Expedition. Die inzwischen erfolgte

endgültige Berechnung ergibt, wie oben angegeben, einen größeren

Längenunterschied, so daß nunmehr kein Zweifel an der Realität bleibt.

[138] Bei der Landesaufnahme der Färöer 1890 bis 1900 zeigte sich, wie

J. P. /Koch/ mir mitteilte, eine auffallende Drehung des nördlichen

Teiles der Inselgruppe gegen den südlichen, welche man, da sie für

Beobachtungsfehler viel zu groß war, schließlich auf verkehrtes

Zusammenkleben der älteren Karten zurückführen zu müssen glaubt. Da

aber auch die Länge und Breite der Inselgruppe -- letztere um nicht

weniger als zwei Bogenminuten! -- anders ausfielen als bei der ersten

Vermessung, scheint diese Annahme doch nicht zulässig zu sein. Obwohl

die Größe des Betrages den Verdacht nahelegt, daß diese Unstimmigkeit

doch auf andere Ursachen zurückzuführen ist, bleibt doch die

Möglichkeit bestehen, daß es sich auch hier um reelle Verschiebungen

handelt, die dann allerdings außergewöhnlich stark wären. Jedenfalls

bedarf die Angelegenheit dringend einer Revision.

[139] /Galle/, Entfernen sich Europa und Nordamerika voneinander?

Deutsche Revue, Febr. 1916.

[140] Vgl. den Jahresbericht d. preuß. Geodät. Instituts in

Vierteljahresschrift d. Astron. Ges. #51#, 139.

[141] /Günther/, Lehrb. d. Geophysik #1#, 278. Stuttgart 1897.

Die Entstehung der Kontinente und Ozeane · 第 35 / 35 题