Der Krieg im Westen

Kriegsberichte. 20. Auflage. Geheftet 2 Mark, geb. 3,25 Mark.

Daß der Dichter des »Tunnel« ein glänzender Kriegsberichterstatter sein

würde, war vorauszusehen. Geist für große Zwecke, Herz für den

unbesieglichen menschlichen Wagemut, Sinn für das Technische, das alles

bewies er, in einer unaufhaltsam vorwärts dringenden Darstellung, schon

durch seinen Roman. Nun im Kriege hatte er eine Wirklichkeit vor sich, so

ungeheuer und phantastisch und mit jedem Atemzug so tief und schicksalsvoll

ins Menschliche eindringend, daß jede Phantasie daneben erblassen muß und

daß noch wildere Projekte als die eines Tunnels von Amerika nach Europa

bedeutungslos würden. Vielleicht den schwersten Teil von allen unseren

Kämpfen hat Kellermann miterleben dürfen, ein Zeuge mit wachsten Sinnen und

angespannten, vibrierenden Nerven, immer mit allen Fasern mitten darin in

dem, was er sah. Die Namen Arras, Souchez, Lorettohöhe, Argonnen, La Bassee

sind es vornehmlich, die aus seinen Berichten klingen. Wer es bei

Kellermann liest, ist mit dabei. Er läßt uns bis zur unmittelbaren

Erschütterung die Schlacht sehen und hören. Ohne Lyrik, nur mit seiner aufs

letzte gehenden Intensität singt er ein hohes Lied des deutschen Krieges,

des Todesmutes und der Aufopferung. Ein Dichter mit der größten

Leidenschaft des Auges und der Nerven hat diese Berichte geschrieben; sie

werden den Tag überdauern und zu den Dokumenten der Tatsachen, die die

Geschichte sammelt, das Dokument der Stimmung fügen.

Das Meer · 第 77 / 79 题