»Lebe wohl, Kedril, Pilot Nummer Eins! Wo ist Jean Louis? Lebt alle, alle
wohl!«
Die Fischer umringten mich und rieben ihre stacheligen Wangen an mein
Gesicht. Wir küßten uns. »Daß du fort von uns gehst --!« sagten sie und
schüttelten die Köpfe. Ihre Hände waren hart wie Holz. Aber ihre Augen
waren treu und herzlich. Kedril ließ es sich nicht nehmen mich zum
»Kommissionär« hinüberzurudern. Ich schenkte ihm eine Pfeife zum Andenken.
Die Matrosen zogen den Anker auf.
Da kam vom »Arbeiter« ein Nachen herüber und Yann stieg an Bord des
»Kommissionärs«. Ich stand am Heck und sah ihn herankommen. Ich fühlte wie
mir das Blut aus dem Gesicht wich, meine Hände in den Manteltaschen
krampften sich zusammen. Ich begann langsam zu wachsen --! Aber als mich
Yann ansah, überkam mich eine heiße Mattigkeit. Yanns blaue Kinderaugen
nämlich schimmerten voller Liebe. Es waren Yanns, alte Augen, so wie sie
früher waren, und sie entwaffneten mich augenblicklich. Yann trat auf mich
zu. Er sah schmutzig aus, auf der Stirn hatte er eine schreckliche, blutige
Schramme und das Weiße seiner Augen war immer noch blutunterlaufen.
»Du fährst!« sagte er lächelnd und deutete mit den Blicken auf das kleine
Paket, das ich unter dem Arm hatte.
Ich erwiderte nichts. Ich sah ihn an.
Yann wartete eine Weile und sah mir forschend in die Augen, dann begann er
von neuem: »Du denkst vielleicht, ich hätte Poupoul umgebracht? Nein, ich
war es nicht. Rosseherre tat es.«