Der »Kommissionär« fuhr. Ich sah ihn durch die Bai kreuzen. Ich lachte.
Nein, mein Freund, ich habe noch eine Menge vor auf der Insel! Heute ist
Mittwoch und Amorik, der Einäugige, hat Dienst.
In der tiefen Stille der Nacht erklang nur ein dumpfer Schritt. Das Meer
wusch, aber ich hörte es nicht mehr. Mein Schritt war es.
Ich pochte an ein Fenster.
»Ich bin es, Yvonne. Da bin ich wieder! Ja, wir wurden vom Unwetter
verschlagen.«
Ich küßte Yvonnes warmen Hals. Sie preßte meinen Kopf darauf und mein Mund
versank darin.
Dann erzählte sie mir flüsternd, daß sie um mich gebangt hatte in diesen
Tagen.
Über uns drehte sich die gleißende Windmühle und versprengte Lichtreflexe
kreisten glitzernd über den schwarzen Boden. Wir aber standen ganz im
Dunkeln. Es fiel! Was ist das? Es klang so weich. Es regnete weiche
Geräusche, Flattern.
»Das sind die Vögel!«
O ja, es waren die Vögel, die aus dem Norden kamen und ins Licht rannten.
»Yvonne?«
Selbst im Dunkeln sah ich die Grübchen in Yvonnes Wangen. Sie lächelte.
»Du weißt, was du mir versprochen hast?«
»Ich weiß es.«
»Und du wirst heute herauskommen?«
Yvonne nahm meine Hand in ihre heißen Hände und preßte sie. Sie zitterte.
»Nicht heute,« flüsterte sie, »nicht heute. Morgen, übermorgen --«
Da fiel etwas Weiches auf meine Schulter. Ein Vogel. Ich erschrak und küßte
Yvonne, daß mich die Lippen schmerzten.
»Ich denke an dich, Yvonne,« flüsterte ich, »ich bin auf dem Meere und
denke an dich. Ich kann dich nicht vergessen. Komm, Yvonne!«