a zo eur moment terrubl
evit ar bec'herien,
galvet int ractal dirag.
Ar Barner Souveren.
(Der Tod ist ein schrecklicher Augenblick für die Fischer, denn sie werden
ganz plötzlich abgerufen vor den himmlischen Richter.)
Jean Louis goß Wein ein. Der Wein war dunkelgolden, was für ein Wein war es
doch?
»Dieses kleine Weinchen stammt aus einem Schiffbruch, mein Freund!«
Der Meerkönig verschwand und brachte von irgendwoher ein kleines
japanisches Lackschränkchen, das, hol mich der Teufel! tausend reizende
Schubfächer hatte.
»Schiffbruch!«
Ja, früher, da waren die Schiffe gekommen, hühü! Als die Feuer und
Nebelsirenen noch nicht so vollendet waren. Manchmal kamen zwei, drei in
einer Nacht. Man brauchte nur aufzulesen. Aber jetzt --? Das Leben wurde
immer schwerer.
Und plötzlich sah ich, daß der Tisch, an dem ich saß, ringsum mit einem
Rand versehen war und seine Füße hatten unten Beschläge zum Festschrauben,
was sagst du dazu!
Der Meerkönig lächelte pfiffig, gewiß hatte er noch ganz andere Reichtümer
irgendwo versteckt.
Dann gingen wir zu Noel.
»Willst du also das Tuch bezahlen?« fragte Jean Louis auf halbem Wege und
pflanzte sich mit gespreizten Beinen vor mir auf.
»Ja!«
»Wirklich bezahlen?«
»Wirklich!«
»Eh bien, mon vieux, en route!«
Jean Louis trat herausfordernd an den Kaufmann heran und heulte ihm ins
Gesicht: »Ich möchte Leinwand zu einem Segel kaufen, Noel!«
Der siegellackrote Noel aber hatte keine Eile. Er zuckte die Achsel und
sagte leise singend, indem er mit einem spöttischen Lächeln zum Fenster
hinaussah: »O, mein alter Freund, es ist mein Prinzip euch Fischern keinen
Sou zu kreditieren.«
Aber Jean Louis, der kaum über die Bar sehen konnte, deutete auf mich und
schrie wütend: »Mein Freund bezahlt!« Dann wischte er sich den Schweiß von
der Stirn. Der kleine Meerkönig zitterte vor Erregung an allen Gliedern.
Sofort floß Noel von Freundlichkeit und Eifer über. »Ah, das ändert die
Sache!« Er schleppte Ballen Tuch herbei, er brachte Gläser und Flaschen.
Nun begann die Arbeit des Meerkönigs. Er musterte die Ballen. Er nahm die
schmierige Kappe ab und setzte sie wieder auf. Dann stürzte er ein Glas
Schnaps in die Kehle. Er prüfte das Gewebe zwischen den Fingern, riß,
scheuerte, hielt gegen das Licht. Er nahm einzelne Fäden und zerriß sie.
Nicht zu leicht, nicht zu schwer, nicht zu dünn, nicht zu dick. -- Dann
trank er wieder einen Schnaps und noch einen, er stotterte, taumelte gegen
einen Mehlsack, er trocknete sich die Stirn und sagte, er käme morgen
wieder.
Erst am dritten Tag konnte er sich entschließen, und dann dämpfte er seine
Erregung mit so vielen gouttes, daß er mit dem Tuch unter dem Arm mitten in
der Heide auf einen Felsen rannte, kenterte und liegen blieb.