Zwei Briefe.
Am andern Tage erhielt der Rektor des Pensionates folgenden Brief:
+Hochwürdiger Herr ~P.~ Rektor!+
+Hochgeehrter Herr!+
Unabweisbare Geschäfte machen es mir unmöglich, einer sehr dringenden
Pflicht, die ich seit gestern gegen mehrere Mitglieder Ihrer
geschätzten Anstalt habe, persönlich zu entsprechen.
Ich bin der unglückliche Vater jenes Betrunkenen, der gestern von
einem Ihrer Zöglinge und dessen zwei Freunden in so aufopfernder
Weise vor Insulten geschützt wurde. Nicht ohne ein bitteres Gefühl
der Scham schreibe ich diese Zeilen nieder. Deshalb ist jedoch meine
Dankbarkeit gegen jene drei vortrefflichen Knaben nur um so größer,
da sie mir durch ihre edle That wenigstens einen Teil der Schande
erspart haben. Weil ich nun ihre Namen nicht weiß, so ersuche ich
Sie, Hochwürdiger, hochverehrter Herr ~P.~ Rektor, an ihrer
Stelle meinen tiefgefühlten Dank entgegennehmen und ihnen übermitteln
zu wollen. Der beste Teil meiner Erkenntlichkeit gebührt ohne Zweifel
demjenigen unter ihnen, der von meinem kleinen Frank, dem Zeugen der
Schande seines Bruders, als der kleinste bezeichnet wird. Er scheint
nach Franks Erzählung wirklich der Hauptfaktor gewesen zu sein.
Sobald meine Geschäfte es gestatten, werde ich mir die Ehre nehmen,
selbst in Ihrer Anstalt vorzusprechen und dem kleinen Helden, sowie
dessen Freunden persönlich zu danken.
Zugleich gestehe ich, daß durch den gestrigen Vorfall meine Ansichten
über Ihre Anstalt sich ganz wesentlich geändert haben. Ich bitte
um gütige Zusendung eines Programmes, da mir sehr daran liegt, das
Pensionat noch näher kennen zu lernen.