Wir sind bisher gewöhnt gewesen, die Sage in die dichterischen

Erzeugnisse des Volkes einzureihen neben Mythus, Märchen, Volkslied

usw., und das behält auch seine Richtigkeit, da sie doch

hervorgegangen sind aus der Phantasie des Volkes. Kurt Heckscher

ordnet sie in seinem kürzlich erschienenen umfangreichen Werke »Die

Volkskunde des germanischen Kulturkreises« in dem Kapitel »Der

Volksglaube« ein. Er schreibt dort: »Treten die sich in den Geistern

darstellenden Elemente des Glaubens miteinander in Aktion, so

entsteht als der Bericht dieser Begebenheiten der Mythus. Wird diese

Begebenheitserzählung an irdische Dinge, sei es der Person, sei es der

Örtlichkeit gebunden, immer zunächst unter Beibehaltung übernatürlicher

Aktionsmittel und unter Aufhebung von Naturgesetzen, so entsteht die

_Sage_. Endlich, in den letzten Formen ihrer Entwickelung, entkleidet

sie sich aller außerweltlichen Beziehungsträger und Beziehungsmittel

und bewegt sich ganz im Bereich der natürlichen Erscheinungen, wobei

sie Anspruch auf die Bezeichnung Sage nur dadurch noch erheben

kann, daß die Grundlagen ihrer Berichte Fiktionen oder doch fiktive

Umgestaltungen wirklich geschehener Ereignisse sind. Diese letzte

Sagenklasse, in die besonders die Sagen mit geschichtlichem Hintergrund

gehören, ein so schönes Zeugnis sie für die Formkraft der Volksseele

auch bildet, tritt in ihrer Bedeutung als Quelle für den volkstümlichen

Glauben völlig zurück hinter die mythischen und die Natursagen,

die man mit Recht »dramatisierten Volksglauben« genannt hat.« Das

sind Gedanken, die auch für das Verständnis und die Beurteilung des

Sieberschen Werkes von besonderer Wichtigkeit sind. Drei Sagengruppen

schälen sich aus diesen Sätzen heraus: Mythische Sagen, Natursagen,

geschichtliche Sagen. Auch bei Sieber finden wir diese Dreiteilung: Die

Geschichte und ihre Gestalten (geschichtliche Sagen), Die Landschaft

und ihr Wesen (Natursagen), Leib und Seele. Der Teufel (mythische

Sagen). Die geschichtlichen Sagen leben noch am wenigsten in unserem

Volke, sie sind am meisten zu Buchsagen geworden; sie sind aber doch

auch wert, erhalten zu bleiben, weil in ihnen sich nicht nur – denn

Sage ist eine Art Geschichte – die geschichtliche Entwickelung unseres

Landes und Volkes nach allen seinen Lebensäußerungen widerspiegelt,

sondern auch deshalb, weil wir interessante geschichtliche

Persönlichkeiten und Vorgänge vom Volke selbst gestaltet und beurteilt

sehen. So entrollt denn auch Sieber in diesem Kapitel, indem er die

Sagen in erzählender Form aneinander reiht, ein reizvolles Bild der

Geschichte Obersachsens von der Zeit der Wiederbesiedelung des Ostens

(Wendenkrieg – Das Kreuz wird aufgerichtet – Wieprecht von Groitzsch

– Die ersten Wettiner), über die glanzvolle Blütezeit des Bergbaus

und die unheilvollen Zeiten der Religionskriege (Die Hussiten –

Sektierertum und Reformation – Der Dreißigjährige Krieg) und der Pest

bis zu den letzten Kriegen, denen sich Sagen aus Dörfern und Städten

und von mancherlei Herren anschließen. Er muß dabei feststellen, daß

gerade die obersächsische geschichtliche Sage keine besondere Blütezeit

erlebt hat und daß z. B. die Reckengestalt Wieprechts von Groitzsch

einsam über alle historischen Persönlichkeiten hervorragt und keine

besondere dichterische Gestaltung erlebt hat. – Die Bergbausagen,

die naturgemäß besonders zahlreich vorhanden sind, und die Sieber

ganz richtig historisch eingeordnet hat, bilden inhaltlich die

Überleitung zu den Natursagen. Auch diese Sagen sind in der heutigen

Volksüberlieferung selten geworden. Die Umwandlung des Landes aus einer

Natur- in eine Kulturlandschaft; die vielen Rodungen, die Regulierungen

der Gewässer, die Grundstückszusammenlegungen, die Beseitigung alter

heimlicher Wege und anderes mehr sind schuld daran. Die Riesen

und Zwerge, die Berggeister, den wilden Jäger, die Buschweibel

und Wassermänner, die Lichter, die Lindwürmer und Basilisken, die

geheimnisvollen Schätze, von denen der Verfasser so lebensvoll zu

erzählen weiß, kennen nur wenige noch im Volke; die Großeltern und

Urgroßeltern haben nur noch davon erzählt. Aber die mythischen Sagen

leben noch heute im Volke, mehr als man meint, wenn auch lebensvoller

Glaube leider allzuoft sich in sinnlosen unverstandenen Aberglauben

verwandelt hat. Volkskundliche Forscher wie Professor Pfau in Rochlitz

und der leider zu früh verstorbene Julius Bernhardt in Leipzig

haben mir viel davon erzählt und auch Sieber stellt das fest von

den Sagen, die er im dritten Hauptkapitel in den Einzelabschnitten

»Leib und Seele wandern – Der Teufel – Schwarzkünstler und Hexenvolk

– Kobold und Drache – Der Tod und die Toten – Allerlei Spuk – Weiße

Frauen – Entrückt« zur Darstellung bringt. Welch ein farbiges Bild

von dem Seelenleben unseres Volkes, von seinem Glauben, Lieben,

Fürchten und Hoffen entrollt sich vor uns; schade, daß der Raum es

nicht erlaubt, Ausschnitte davon zu bringen. So ist aus dem Ganzen

ein Buch entstanden, das es fertig bringen kann, Entwurzelte wieder

im Volksleben wurzeln zu lassen, sie wieder enger mit der Heimat

zu verbinden, ein Buch, das in jedes Haus gehört. Eine Reihe von

Bildertafeln und in den Text eingefügter Bilder von mythischen und

historischen Gestalten, von Städten und Burgen in alter Zeit macht das

Verständnis für die Entstehung der Sagen noch leichter und erhöht noch

den Wert des Buches.

Dr. Paul Zinck.

Vom Sächsischen Lachen

»Es ist doch wohl hierzulande keine Sünde, aus Sachsen zu sein?« frägt

die Kammerzofe Franziska in Lessings »Minna von Barnhelm« den Berliner

Wirt. Tatsächlich ist der Sachse von den Vertretern anderer deutscher

Stämme zu Zeiten über die Achsel angesehen worden. Zum mindesten gilt

dies für die letzten Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts. Und

daran ist niemand anders als der Bardigulieh Fritze Bliemchen aus

Dräsen schuld, eine komische, von Oswald Schumann geschaffene Figur,

der man außerhalb (und zum Teil wohl auch innerhalb) Sachsens eine

typische Bedeutung beilegte. Der große buchhändlerische Erfolg, den die

Bliemchenschriften erzielten, mag zum Teil daraus zu erklären sein,

daß damals der Ungeschmack in seiner Sünden Maienblüte stand. Es kam

aber noch eines hinzu: Das mundartliche Schrifttum, das grade im 19.

Jahrhundert in Deutschland eine so bedeutende Rolle gespielt hat, war

in den obersächsischen Landen seit langer Zeit so gut wie nicht mehr

gepflegt worden. Man blickte erstaunt auf, als jemand es unternahm, in

den Lauten zu schreiben, die angeblich vom sächsischen Volke gesprochen

wurden. Wir wissen jetzt, daß es mit der mundartlichen Treue nicht weit

her war, daß jedenfalls Fritze Bliemchen gar nicht Dresdnerisch sprach,

sondern eher ein dem Schriftdeutsch angenähertes Leipziger Deutsch.

Aber das ist nicht das Schlimmste. Viel schlimmer ist, daß Bliemchens

Witz im Grunde recht flach und schal ist. Und das Schlimmste:

Bliemchen, dieser schwatzhafte Jammerlappen, kann nur als Zerrbild des

Sachsen gewertet werden. Der Sachse hat seine Fehler. Aber ein solcher

Ekel wie Fritze Bliemchen ist er im allgemeinen nicht.

Der Wunsch, dieser Strohpuppe die Larve vom Gesichte zu reißen, mag

mitbestimmend für _Kurt Arnold Findeisen_ gewesen sein, um zusammen

mit dem Zeichner _Kurt Rübner_ sein »_Sächsisches Lachen, ein Buch

voller Kurzweil und Schnurren_« im Verlage von Max Koch in Leipzig[6]

herauszugeben. Jedenfalls bringt Findeisen in diesem Buche an

besonders eindrucksvoller Stelle »Die Vernichtung Fritze Bliemchens,

eine Groteske als Beschluß«. Bliemchen erscheint bei Nacht vor

Findeisens Bett und läßt in angeblich Sächsischer Gemütlichkeit einen

nicht endenwollenden Strom abgeschmackter Rederei auf ihn los. »Zum

Donnerwetter, nun lassen Sie mich aber schlafen, Sie unerträglicher

Schwätzer. Und sagen Sie’s ja niemandem, daß Sie aus Sachsen sind; man

müßte sich geradezu schämen um Ihretwillen. Leute Ihres Schlages machen

uns in der Welt ja nur lächerlich. Schleppen Sie nicht überall eine

große Reisetasche herum, auf der mit Perlen gestickt steht: Glückliche

Reise?« – »Nu freilich, mei gudstes Herrchen, off meiner steht’s aber

französ’sch: ~Bong voiasche~, damit daß mer gleich sieht: Der Mann hat

Bildung.« – Schließlich wird es Findeisen zu arg. Er stößt mit beiden

Fäusten gegen die Fratze, und das Spukgebilde zerstiebt.

Aber Findeisen und Rübner haben natürlich nicht bloß niederreißen,

sie haben auch aufbauen, sie haben zeigen wollen, wie der Sachse

tatsächlich aussieht, wenn man ihn von der humoristischen Seite

nimmt, und – das ist natürlich noch wichtiger – wenn er sich selbst

humorvoll gibt. Findeisen entwickelt das Wesen des Sächsischen Lachens

aus den allgemeinen Charaktereigenschaften des Sachsen, indem er

folgendes ausführt: »Elastizität, Anpassungsfähigkeit, Beweglichkeit,

die besitzt der Sachse in hohem Maße, und alle seine guten und

schlechten Wesensmerkmale hängen hiermit irgendwie zusammen, seine

Gabe raschester Aufnahme, seine Höflichkeit, seine Verbindlichkeit,

seine Reiselust, aber auch sein Hang zu Besserwissen und Krittelei,

seine fatale Neigung zu Klatsch, Geschwätzigkeit, billigem Spott und

Schadenfreude. Schwer ins Gewicht fällt hierbei die nicht zu leugnende

Tatsache, daß sein Verstand meist größer ist als sein Herz, und daß

eine ausgesprochen spekulative Vorherrschaft des Intellekts eine

entscheidende Beteiligung elementaren Gefühls bei allem, was er wirkt

und treibt, nur in Ausnahmefällen zuläßt. – Und hiermit sind in Kürze

die Naturgesetze des Sächsischen Lachens aufgestellt. Es leuchtet ein,

daß es unter der Knebelung von allerlei Bedingtheiten und Hemmungen

seufzt. Es ist manchmal ein nicht ganz reiner Ton darin. Es ist ein

Lachen voller Nebengeräusche, ein Lachen, das nicht unmittelbar aus

dem Herzen kommt und infolgedessen nicht ohne weiteres erwärmt und

beglückt und befreit. Immerhin, es ist wenn auch kompliziert, ein

rechtschaffenes Lachen. Der Sachse lacht, er kann lachen und er wird

lachen, und seine übrigen Eigenschaften bürgen dafür, daß er je und je

in seinem Lachen nicht zu kurz kommen wird. Versteht er doch infolge

seiner eigenartigen Mentalität etwas, was manche seiner deutschen

Stammesbrüder (von anderen Völkern nicht zu reden) ganz und gar nicht

können, versteht er doch die Kunst, über sich selber zu lachen.« –

An Stoff für sein »Sächsisches Lachen« kann es dem Herausgeber nicht

gefehlt haben. Es galt zu sichten und zu gliedern. Beide Aufgaben hat

Findeisen gut, zum Teil vortrefflich gelöst.

Der erste Teil des Buches enthält Proben aus Sachsens humoristischen

Dichtungen. Hier steht der literaturgeschichtliche Gesichtspunkt im

Vordergrund. Neben einigen Älteren sind der leider viel zu wenig

gekannte Rabener, Gellert, Lichtwer, Lessing und der von Kügelgen so

lebensvoll geschilderte Roller aus Lausa vertreten. Unter den Neueren

findet sich auch Richard Wagner mit einigen Gelegenheitsversen. Einen

Dienst hat man ihm durch die Aufnahme nicht erwiesen; der Humor ist

offenbar nicht seine stärkste Seite! Den Beschluß machen Nagler,

Findeisen, Reimann und Ringelnatz.

Im zweiten Teile handelt es sich darum, die Unterschiede in der Mundart

zum Ausdruck zu bringen. Vogtland, Erzgebirge, Elbsandsteingebirge,

Oberlausitz und Leipzig sind mit kurzen, nicht übel ausgewählten

Stücken vertreten.

Nun kommt »Kulturgeschichtliches«. In diesem und im folgenden Teile

»Volkskundliches und Volkstümliches« scheint mir der Hauptwert des

Buches zu liegen. Wir hören da vom großen Musikfest zu Dresden im

Jahre 1615, vom Raubschützen Stülpner sowie vom Gastwirt Wutschke, dem

Napoleonverehrer. Wir lernen die Alt-Dresdner und die Alt-Leipziger

Originale kennen, ferner die Schandauer Muhme, Timmels Wilhelm, den

Orgelbauer Barth und den Buchbinder Brück aus Meißen. Auch General

Kirchner und König Friedrich August werden erwähnt.

Und nun erst der volkskundliche Teil! Hier jagen sich die Glanzstücke

nur so. Gleich unter den ersten Sachen das in seiner Art klassische

Lied vom alten Barchewitz, dem berühmten Kanonier, dessen Werk es

gewesen sein soll, daß dem Marschall Moreau in der Schlacht bei Dresden

die Beine weggeschossen wurden. Der Dresdner spricht bekanntlich

noch jetzt von »Morros Beenen«, wenn er das Moreau-Denkmal auf der

Räcknitzer Höhe meint. Natürlich darf auch die Witwe Magnus nicht

fehlen, in deren Schauspielbude das Vogelwiesenpublikum an den

Vorgängen auf der Bühne durch Werfen und Schlagen tätigen Anteil

nahm, zumal wenn der »geschundene Raubritter« über die Bretter ging.

Fritz Gerstäcker hatte dies Stück eigens für diese Bühne geschrieben.

Überhaupt die Vogelwiese! Und der große Schausteller, »Treten Sie ein,

meine Herrschaften!«, und der Bänkelsänger! Und die Schützenbrüder!

Und die Leipziger Meßmusikanten! Und der Tauch’sche Markt in Leipzig,

der schon gar kein Markt mehr ist, sondern nur noch eine Gelegenheit

für die Leipziger Kinder in wilden Verkleidungen durch die Stadt

zu streifen! Und das Eierschieben vom Protzschenberge bei Bautzen!

Natürlich darf auch das Landesmuseum für sächsische Volkskunst mit

Hofrat Seyffert als Erklärer nicht fehlen! Vor allem aber hat mich

gefreut, daß das bei unseren Eltern und Großeltern so beliebte Lied:

»Und wenn Kalkelatersch in de Boomblut nausmarschiern« der Gefahr

des Vergessenwerdens entrissen worden ist. Nur etwas fehlt mir in

diesem Kapitel, das ist der Puppenspieler Ganzauge. Ganzauge ist

mit seiner Kasperbude in gewisser Hinsicht an die Stelle der Witwe

Magnus getreten. Die Bedeutung seiner Stücke geht jedoch über die des

»geschundenen Raubritters« insofern weit hinaus, als es sich hier

nicht um den glücklichen Einfall eines kecken jungen Schriftstellers

handelt, sondern um altes, von einem Puppenspieler zum anderen

weitergegebenes Erbe der Väter. Ganzauge benutzt bekanntlich keinerlei

Textbuch, sondern spielt aus dem Gedächtnis, soweit er nicht den

Einfällen des Augenblicks Raum gibt. So hielten es die Puppenspieler

schon vor Jahrhunderten. Nun fehlt zwar das Puppenspiel auch bei

Findeisen nicht gänzlich. Aber es ist nicht altes sächsisches Volksgut,

was uns hier geboten wird. Vielleicht kann bei weiteren Auflagen

Ganzauge mit eingefügt werden. Und da ich einmal bei solchen Wünschen

bin: Vielleicht kann dann auch die jetzt etwas stiefmütterlich

behandelte Oberlausitz einen breiteren Raum erhalten. Dabei bin ich

überzeugt, daß dies leichter gesagt als getan ist. Der Oberlausitzer

ist schwerblütiger als der Sachse aus den Meißner Landen. Sein Humor

ist weniger zugespitzt. Vielfach erwächst er erst auf der Grundlage

einer ausführlichen Schilderung der Verhältnisse und geht dadurch

stark in die Breite. Immerhin durch Nachfrage bei waschechten alten

Oberlausitzern und durch eifriges Suchen, z. B. in Volkskalendern,

müßte sich doch wohl noch weiterer zur Aufnahme geeigneter Stoff

ergeben.

Der letzte Teil des Buches führt den vielversprechenden Namen:

»Anzügliches«. Hier handelt es sich um ungewollte und unbewußte Komik,

wobei natürlich »Der Sachse auf Reisen« eine besonders wichtige Rolle

spielt.

Wenn das »Sächsische Lachen« Erfolg hat (und ich glaube diese Erwartung

aussprechen zu dürfen), so wird die Bebilderung durch den Dresdner

Zeichner Kurt Rübner einen wesentlichen Anteil daran haben. Was Rübner

da in wenigen starken Strichen hinsetzt, gemahnt in den besten Sachen

geradezu an Wilhelm Busch, wennschon die persönliche Note Rübners nie

zu verkennen ist. Sehr zu bedauern ist es, daß die naturgemäß stark in

die Augen springende Umschlagzeichnung durch die Vergrößerung zugleich

vergröbert worden ist. Wie sie der Künstler ursprünglich gedacht hatte,

zeigt die letzte Seite des Buches. Die alte Geschichte: Das Format

macht’s.

Benno von Polenz.

Fußnoten:

[5] Mit 65 alten Holzschnitten und 350 Seiten, broschiert M.

8.—, gebunden M. 10.—. Verlag: Eugen Diederichs, Jena.

Zu vergleichen diesem Hefte beiliegende Werbeschrift des

Verlags.

[6] Preis: broschiert M. 4.—, gebunden M. 6.—.

Heimat!

Dieses wundersame Wort gehört uns Deutschen ganz allein, ist eine

Perle in dem reichen Wortschatz unserer Sprache, die so herrlich zu

malen weiß, die mit allen Wurzeln aus deutscher Erde heraufgesprossen

ist, aus der es uns heraufklingt wie Abendsäuseln und dann wieder wie

einherbrausendes Sturmeswetter. Kein Volk der Erde besitzt ein gleiches

Wort, es ahnt aber auch nicht, was aus ihm für das deutsche Gemüt

hindurchzittert. Alle versonnene Innigkeit, die ganze Verträumtheit

unseres eigenstens Wesens, das Bodenständige, die heiße Liebe zu der

Scholle, die uns geboren, dies alles flutet zusammen in diesem kleinen

Worte: Heimat! Jauchzen und Wehmut, Mutterliebe und verhallendes

Abendgeläute, so umweht es uns, wenn dieses Wort an unser Ohr schlägt.

† _August Trinius_, der Thüringer Wandersmann.

Für die Schriftleitung des Textes verantwortlich: Werner Schmidt –

Druck: Lehmannsche Buchdruckerei, Dresden

Photographische Platten »Perutz« –

Photographische Aufnahmen: Max Nowak –

Auflage 50000

Diesem Hefte liegt ein Werbeschreiben des Verlags Eugen Diederichs,

Jena, bei

Heimatschutz-Vorträge

Walddorf – Eibau

Kretscham Walddorf, abends 8 Uhr:

Donnerstag, den 2. September: Lichtbildervortrag: »Pilze der

Heimat«. Studienrat Arno Lange, Dresden.

Donnerstag, den 9. September: Lichtbildervortrag: »Das Bild der

Mutter aller Zeiten und Völker«. Kurt Arnold Findeisen,

Dresden.

Dienstag, den 14. September: Filmvortrag: »Vom Vogelparadies

der Dobrudscha zu den Siebenbürgener Sachsen«. Schulleiter

Paul Bernhardt, Dresden.

Montag, den 20. September: Lichtbildervortrag: »Die Lausitz,

Land und Leute«. Studienrat Dr. Jordan, Bautzen.

Dienstag, den 5. Oktober: Lichtbildervortrag: »Aus Sachsens

Kornkammer – Die Lommatzscher Pflege«. Professor Dr. Große,

Dresden.

Neugersdorf

Stadt Zittau, abends 8 Uhr:

Freitag, den 3. September: Lichtbildervortrag: »Das Bild der

Mutter aller Zeiten und Völker«. Kurt Arnold Findeisen,

Dresden.

Donnerstag, den 9. September: Lichtbildervortrag: »Pilze der

Heimat«. Studienrat Arno Lange, Dresden.

Mittwoch, den 15. September: Filmvortrag: »Vom Vogelparadies

der Dobrudscha zu den Siebenbürgener Sachsen«. Schulleiter

Paul Bernhardt, Dresden.

Dienstag, den 21. September: Lichtbildervortrag: »Aus Sachsens

Kornkammer – Die Lommatzscher Pflege«. Professor Dr. Große,

Dresden.

Mittwoch, den 6. Oktober: Lichtbildervortrag: »Die Lausitz,

Land und Leute«. Studienrat Dr. Jordan, Bautzen.

Großschönau

Gasthof zum Weinhaus, abends 8 Uhr:

Freitag, den 3. September: Filmvortrag: »Mit Kamera und Kino

durch die Vogelwelt«. Schulleiter Paul Bernhardt, Dresden.

Donnerstag, den 9. September: Lichtbildervortrag: »Moritzburg

im Wandel der Zeiten«. Oberlehrer Oskar Merker, Dresden.

Mittwoch, den 15. September: Lichtbildervortrag: »Das Bild der

Mutter aller Zeiten und Völker«. Kurt Arnold Findeisen,

Dresden.

Dienstag, den 21. September: Lichtbildervortrag: »Die Lausitz,

Land und Leute«. Studienrat Dr. Jordan, Bautzen.

Dienstag, den 5. Oktober: Lichtbildervortrag: »Pilze der

Heimat«. Studienrat Arno Lange, Dresden.

Zittau

Kronensäle, abends 8 Uhr:

Freitag, den 3. September: Lichtbildervortrag: »Pilze der

Heimat«. Studienrat Arno Lange, Dresden.

Freitag, den 10. September: Lichtbildervortrag: »Das Bild der

Mutter aller Zeiten und Völker«. Kurt Arnold Findeisen,

Dresden.

Freitag, den 17. September: Konzert: Liesel von Schuch – Hans

von Schuch. Am Flügel: Dr. Arthur Chitz, Dresden.

Mittwoch, den 22. September: Lichtbildervortrag: »Die Lausitz,

Land und Leute«. Studienrat Dr. Jordan, Bautzen.

Montag, den 4. Oktober: Filmvortrag: »In Schilf und Rohr«.

Schulleiter Paul Bernhardt, Dresden.

Ebersbach

Hotel Stadt Zittau, abends 8 Uhr:

Mittwoch, den 8. September: Lichtbildervortrag: »Pilze der

Heimat«. Studienrat Arno Lange, Dresden.

Mittwoch, den 15. September: Lichtbildervortrag: »Aus Sachsens

Kornkammer – Die Lommatzscher Pflege«. Professor Dr. Martin

Große, Dresden.

Dienstag, den 21. September: Lichtbildervortrag: »Das Bild der

Mutter aller Zeiten und Völker«. Kurt Arnold Findeisen,

Dresden.

Dienstag, den 5. Oktober: Lichtbildervortrag: »Die Lausitz,

Land und Leute«. Studienrat Dr. Jordan, Bautzen.

Dienstag, den 12. Oktober: Filmvortrag: »Vom Vogelparadies der

Dobrudscha zu den Siebenbürgener Sachsen«. Schulleiter Paul

Bernhardt, Dresden.

Freiberg

Tivoli, abends 8 Uhr:

Donnerstag, den 9. September: Filmvortrag: »Vom Vogelparadies

der Dobrudscha zu den Siebenbürgener Sachsen«. Schulleiter

Paul Bernhardt, Dresden.

Donnerstag, den 16. September: Lichtbildervortrag: »Das Bild

der Mutter aller Zeiten und Völker«. Kurt Arnold Findeisen,

Dresden.

Donnerstag, den 23. September: Filmvortrag: »Im Reiche des

Naturforschers«. Dr. M. Rikli, Dresden.

Donnerstag, den 7. Oktober: Lichtbildervortrag: »Muldenland«.

Professor Dr. G. Henning, Grimma.

Mittwoch, den 13. Oktober: Konzert: Liesel von Schuch – Hans

von Schuch. Am Flügel: Dr. Arthur Chitz, Dresden.

Lehmannsche Buchdruckerei, Dresden-N.

Weitere Anmerkungen zur Transkription

Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert.

Unterschiedliche Schreibweisen, insbesondere bei den

lateinischen Bezeichnungen, wurden unverändert beibehalten.

Die Bildverweise wurden aus den Fußnoten direkt in den Text

übernommen.

Landesverein Sächsischer Heimatschutz — Mitteilungen Band XV, Heft 5-6 · 第 8 / 8 段