Jedes Kind hat, wie ich schon bemerkt habe, einen Hang so zu handeln, wie
es andere handeln sieht, und es ist geneigter, Handlungen nachzuahmen, als
Ermahnungen und Vorschriften zu befolgen.
Dein stetes Bestreben muß also dahin gehen, deinen Zöglingen in jeder
Hinsicht Muster zu sein, und die Belehrungen, die du ihnen giebst, durch
dein Beispiel zu bestätigen. Kinder haben ein ungemein feines Gefühl und
bemerken jeden Fehler ihres Erziehers. Sie vor ihnen zu verbergen, ist
eine vergebliche Bemühung; sie zu verteidigen, heißt sie ihnen empfehlen.
Das einzige Mittel, zu verhüten, daß deine Fehler keinen nachteiligen
Einfluß auf sie haben, ist -- daß du sie ablegst.
Ehe du dich also entschließest, Erzieher zu werden, prüfe dich wohl, ob
dir deine moralische Besserung ein Ernst sei, und du dir hinlängliche
Kraft zutrauest, deinen Kleinen in jeder Hinsicht Muster zu sein. Ist dies
bei dir der Fall nicht, so entsage lieber diesem Geschäfte, bei welchem du
doch nicht viel Gutes stiften wirst, und wähle ein anderes, bei welchem
dein Beispiel für deine Mitmenschen weniger ansteckend ist.
Fühlst du aber bei dir Entschlossenheit und Kraft, deinen Kleinen in jeder
Rücksicht Muster zu werden, so widme dich diesem wichtigen Geschäfte mit
Freudigkeit und rechne auf einen gesegneten Erfolg desselben. Je eifriger
du es treibst, desto vollkommner wirst du selbst werden.
Deine Pflegebefohlnen werden deine Erzieher sein, manchen deiner Fehler,
der deiner Aufmerksamkeit entging, dir bemerklich machen und dich reizen,
ihn abzulegen. Dein Beispiel wird auf sie wirken, jeder deiner Ermahnungen
den nötigen Nachdruck geben, und so wie sie durch den steten Umgang mit
dir deine Mundart, so werden sie auch deine Tugenden annehmen.[I]
Schlußermahnung.
Das bekannte Sprichwort: _Non ex quovis ligno fit Mercurius_[40] kann auch
auf den Erzieher angewendet werden. So wie es nicht jedem Menschen gegeben
ist, ein Maler oder Dichter, auch bei dem besten Willen und der besten
Anweisung, zu werden, so ist es auch nicht jedes Menschen Sache, das
Geschäft der Erziehung mit gutem Erfolg zu treiben. Es gehört dazu eine
eigene natürliche Anlage. Man kann in hohem Grade rechtschaffen und weise
sein, viele Wissenschaft und mannigfaltige Geschicklichkeit besitzen und
doch, wenn jene Gabe fehlt, unvermögend sein, auf Kinder zu wirken und sie
zu lenken.
Prüfe dich also wohl! Hast du die Winke, die dir in dieser Schrift gegeben
wurden, befolgt, so beobachte, was dies für Wirkung auf deine Kleinen
thue, ob sie gern in deiner Gesellschaft sind, ob deine Vorstellungen
auf sie Eindruck machten und deine Erinnerungen von ihnen befolgt werden.
Sollte dies der Fall nicht sein, so entrüste dich nicht gegen sie, sondern
untersuche, wo du gefehlt habest. Könntest du bei einer fortgesetzten
Untersuchung nichts an dir bemerken, was abzuändern wäre, und daß du,
auch bei dem redlichsten Bestreben, wenig bei ihnen ausrichten, ihre
Liebe und ihr Zutrauen nicht erwerben könntest, so wäre dies wohl ein
bedeutender Wink der Vorsehung, daß sie dich nicht zur Erziehung, sondern
zu irgend einem andern Geschäfte bestimmt habe, und du thust wohl, wenn
du diesen Wink befolgest. Du wirst bei fortgesetzter Selbstprüfung gewiß
eine vorzügliche Neigung und Anlage zu irgend einem andern Geschäfte
finden. Der Vater der Menschen hat jedes seiner Kinder gut ausgestattet,
jedem sein Pfund gegeben, mit dem es wuchern, das es durch gute Anwendung
vergrößern und zur Beförderung seines und des Wohls seiner Brüder benutzen
kann. Folge also dem Winke der Vorsehung und widme dich dem Geschäfte,
zu dem du dich berufen fühlst. Du wirst es mit Vergnügen treiben, es gut
ausrichten und damit viel Gutes wirken.
Wolltest du hingegen ferner der Erziehung, bei aller Unfähigkeit zu
derselben, dich weihen, so würdest du dir und deinen Pflegesöhnen das
Leben verleiden und bei dem besten Willen ihrem Charakter eine schiefe
Richtung geben.
Findest du aber, daß der Umgang mit Kindern dir Freude macht, daß sie an
dir mit ganzem Herzen hängen, daß du sie mit Leichtigkeit lenken kannst,
dann glaube, daß der Weltregierer dich zur Erziehung derselben berufen
habe. Folge seinem Rufe mit Freudigkeit und sei versichert, daß der
Lohn deiner Berufstreue sehr groß sein werde, daß du im Kreise deiner
Pflegebefohlenen immer Aufheiterung finden, von deinen Arbeiten reiche
Früchte sehen und durch dieselben einen sehr beträchtlichen Beitrag zur
Beförderung des Wohls der Menschenfamilie geben wirst!
Anmerkungen.
[1] Die ~Gereokomie~, d. i. die Methode, durch ~Einatmung der jugendlichen
Ausdünstungen~ den alternden Körper zu verjüngern, beruht auf einem aus
dem Altertume stammenden Irrtume. Siehe 1. ~Kön.~ 1. Auch ~Hufeland~
erzählt in seiner ~Makrobiotik~ (Univ.-Bibl. Nr. 481-484) von der
Anwendung derselben. Die Ausdünstungen der Kinder in den Schulräumen
sind wegen der Kohlensäure u. dergl., die sie enthalten, der Gesundheit
nur schädlich, während der Sauerstoff, der so notwendig für die Atmung
ist, bald verzehrt wird. Es ist deshalb in gesundheitlicher Hinsicht
dringend notwendig, nach jeder Unterrichtsstunde in geschlossenen Räumen,
frische Luft in diese einzuführen. Wohl hat dagegen Salzmann Recht,
wenn er sagt, daß die beständige Munterkeit und Fröhlichkeit der Jugend
erfrischend auf das Gemüt des Lehrers einwirken. Der herzliche Verkehr,
der tägliche Umgang mit der frohen Jugend bewahrt das Herz des Erziehers
vor düsterer Melancholie und finsterer Misanthropie. Dagegen ist die
körperlich und geistig anstrengende Thätigkeit des Lehrers gewiß der
Grund, daß nach statistischen Nachweisen der Lehrerstand in Bezug auf sein
Durchschnittslebensalter nicht hoch steht.
[2] Über das »~Krebsbüchlein~« siehe Einleitung. Das Titelbild dieser
Schrift zeigte einen alten und drei junge Krebse in einem Teiche mit der
Unterschrift: »_Faciam, mi papule, si te idem facientem prius videro_«
(Ich werde's thun, mein Väterchen, wenn ich zuvor sehen werde, daß du's
thust).
[3] Nach unserer heutigen Kenntnis stimmt der von Salzmann geschilderte
~Vorgang bei den Ameisen~ nicht mit der Wirklichkeit. Man unterscheidet
bei den Ameisen: _a_) geflügelte Männchen, _b_) geflügelte Weibchen, _c_)
verkümmerte, ungeflügelte Weibchen oder geschlechtslose Arbeiter. An
schönen Augustabenden erheben sich die geflügelten Männchen und Weibchen
in die Luft, wobei die Begattung im Fluge vor sich geht. Das Aufschwingen
in die Luft geschieht also nicht ~nach~ geschehener Begattung, wie
Salzmann irrtümlich meint, sondern ~vor~ derselben. Nach der Begattung
kommen die männlichen Ameisen um, wogegen die Weibchen sich selbst die
Flügel abstreifen und neue Kolonien gründen. Die Erziehung wird durch die
dritte Art besorgt.
[4] In den Jahren 1785-91 gab ~Joh. Heinr. Campe~ unter Mitwirkung
von Gedike, Resewitz, Trapp, Salzmann, Lieberkühn, Funk u. a. in 16
Bänden »~Allgemeine Revision des gesamten Schul- und Erziehungswesen
von einer Gesellschaft praktischer Erzieher~« heraus. In diesem Werke
werden die wichtigsten Fragen der Erziehung im Sinne der von Rousseau
und den Philanthropen angebahnten Reform behandelt. Die Arbeiten dieses
Sammelwerkes enthalten namentlich in Bezug auf leibliche Erziehung
und Elementarunterricht manches Brauchbare; teilweise waren sie aber
auch nur Übersetzungen von ~Lockes Gedanken über Erziehung~ und von
~Rousseaus Emil~ (Univ.-Bibl. Nr. 901-908), mit zahlreichen Glossen der
Herausgeber versehen. Getadelt wird an »diesem bedeutendstem Denkmal
des philanthropischen Zeitalters« die bisweilen zu sehr hervortretende
einseitige Richtung auf das materiell Nützliche, insonderheit in den
Originalarbeiten, die von Campe selbst herrühren, von dem es heißt, daß er
das Verdienst dessen, der bei uns den Kartoffelbau einheimisch gemacht,
oder das Spinnrad erfunden hatte, höher anschlug als das Verdienst des
Dichters einer Ilias und Odyssee.
[5] Der große Philosoph ~Immanuel Kant~ (1724-1804) hielt in Königsberg
auch Vorlesungen über Pädagogik, hat aber kein eigentliches System der
Pädagogik hinterlassen (s. Kant: Über Pädagogik, herausgegeben von Th.
Vogt, Verlag von Beyer & Söhne, Langensalza). Salzmann denkt an das von
Kant aufgestellte Prinzip der Moralität: »~Thue die Pflicht um der Pflicht
willen!~« Dieses ist Kant das höchste sittliche Ziel, und zu dieser
sittlichen Freiheit soll der Mensch erzogen werden.
[6] Dieser Satz klingt etwas paradox, ist aber, wie Salzmann nachweist,
für den Erzieher ernst und wichtig. Da Salzmann in Bezug auf sein
~anthropologisches Prinzip~ auf dem Boden des ~Naturalismus~ stand,
so suchte er auch nie den Urgrund aller Fehler und Untugenden in der
angeborenen Verderbtheit der menschlichen Natur, im Menschen selbst,
sondern stets außerhalb desselben. Auch in Salzmanns anderen Schriften
kehrt dieser Gedanke wieder. In der Vorrede zum »Krebsbüchlein« heißt
es: »Der Grund von allen Fehlern, Untugenden und Lastern der Kinder ist
mehrenteils bei dem Vater oder der Mutter, oder bei beiden zugleich zu
suchen. Es klingt dies hart, und ist doch wahr.« Und am Schlusse der
Vorrede: »Eltern und Erzieher! Wenn eure Kinder Untugenden und Fehler an
sich haben: so sucht den Grund davon nicht in ihnen, sondern -- in euch.«
Im 19. Kapitel von »Konrad Kiefer« sagt Salzmann: »So lernen diejenigen
Eltern auch immer besser ihre Kinder erziehen, die fein bescheiden gute
Lehren annehmen und den Grund von den Fehlern, die die Kinder angenommen
haben, erst in sich suchen.« Schon ~Rousseau~ stellte in seinem »Emil« den
ähnlich klingenden Satz auf: »An allen Lügen der Kinder ist der Erzieher
schuld.« So versucht man auch jetzt vielfach die Schule für die angebliche
Zunahme der Verrohung und Verwilderung der Bevölkerung, für die Zunahme
der Verbrechen, verantwortlich zu machen. Trifft der Schule hierin ein
Vorwurf, so kann das Maß desselben nur gering sein. Außer ihr kommen noch
viele andere Erziehungsfaktoren in Betracht, auf die die Schule wenig oder
gar keinen Einfluß hat.
[7] Daß die Pflege des früh im Kinde wach werdenden ~Thätigkeitstriebes~
nicht erst der Schule anheimfallen muß, sondern daß sie schon im
Elternhause bezw. durch den Kindergarten stattzufinden hat, habe ich
in meiner Schrift: »~Einfluß des Fröbelschen Kindergartens auf den
nachfolgenden Schulunterricht~« näher dargelegt. Daß die Schule die
~Selbstthätigkeit~ der Kinder ebenfalls fördern soll, ist selbstredend.
Niemals soll der Lehrer dem Schüler jene Arbeit abnehmen, die dieser
selbst zu leisten vermag. Was dessen Geisteskräften nur erreichbar ist,
das gebe man ihm nicht fertig, nein, darnach gestatte man ihm nur seinen
Geist auszurecken. ~Kehr~ sagt: »Selbstsuchen, selbstsehen, selbstfinden,
selbstthätig sein, hält den Schüler geistig wach.« Auch ~Salzmann~ legt
großen Wert auf möglichst selbständiges Arbeiten der Kinder. In seiner
Schrift: »Noch etwas über die Erziehung« heißt es: »Es ist noch sehr wenig
Anleitung zum eigenen Beobachten, eigener Erforschung, eigener Erwerbung
der Kenntnisse, sondern der Lehrer arbeitet den Kindern vor, unterrichtet
sie von dem, was er durch seine mühsamen Arbeiten herausgebracht hat, und
das Kind verhält sich mehrenteils leidend.«
[8] kindische = kindliche. Im vorigen Jahrhundert hatte die Endung »isch«
noch nicht den Begriff des Lächerlichen; diesen hat sie erst in diesem
Jahrhundert erhalten.
[9] ~Charakter~ ist -- wie ~Lindner~ sagt -- die bleibende Art und Weise,
zu handeln und zu wollen; sein Kennzeichen ist innere Übereinstimmung
und Konsequenz. Fassen wir den Begriff Charakter noch schärfer, so ist
er die vollständige Konsequenz des sämtlichen Wollens und Handelns
durch Unterordnung desselben unter praktische Grundsätze und dieser
wieder unter einen obersten praktischen Grundsatz. Das letzte Ziel
aller Erziehung ist nach ~Herbart~ die ~Heranbildung des sittlichen
Charakters~ oder, wie er es nennt, ~Charakterstärke der Sittlichkeit~.
Sittlichkeit und Charakter stehen im engen Verhältnis zum ~Wollen~. Ohne
Wollen keine Sittlichkeit, kein Charakter, da wir mit Charakter die
Konsequenz des Denkens und Handelns, angeregt von bewußten Beweggründen
und geleitet von bewußten festen Grundsätzen, bezeichnen. Von einem
Charakter ist deshalb beim Kinde nicht gut zu sprechen; es läßt sich
vielmehr durch die Eingebung des Augenblicks und der Umgebung, durch
Beispiel und Überredung bestimmen. Es soll erst zum Charakter erzogen
werden. Zur Entwickelung eines guten und großen Charakters ist _a_) eine
~günstige Naturanlage~, _b_) die ~Vielseitigkeit~ und ~Einheitlichkeit
des Unterrichts~, welcher kenntnisreich macht und gleiche Gedanken mit
möglichst vielen verschiedenen Vorstellungen verknüpft, sie aber alle
einer Einheit, der ~Sittlichkeit~, unterordnet, nötig; ferner ist _c_)
namentlich die richtige ~Gewöhnung~ notwendig. Die letztere ist für
die Entwickelung des sittlichen Charakters sehr wichtig, da sie die
Individualität veredelt, die Geisteskräfte, besonders das verständige und
vernünftige Denken stählt, das Gedächtnis des Willens bildet und so die
Schnelligkeit und Konsequenz des Entschlusses und Handelns fördert, und
viele Tugenden zur Gewohnheit macht. Was Salzmann hier unter Charakter
meint, nennen wir jetzt nach heutigem psychologischen Sprachgebrauch
~Individualität~, d. i. die Summe der allgemeinen und besonderen Merkmale
oder die Eigentümlichkeiten eines Menschen. Die Individualität wird
bestimmt: _a_) durch die ~körperliche Beschaffenheit~ nach Alter und
Geschlecht, Gesundheit oder Kränklichkeit, Naturell u. s. w., _b_) durch
das ~Temperament~, _c_) durch die besondere Richtung der ~natürlichen
Anlagen~, _d_) durch die ~Erziehung~. ~Comenius~ unterscheidet in
seiner _Didactica magna_ sechs Haupttypen von Schülerindividualitäten:
_a_) die Scharfsinnigen, Lernbegierigen, Bildsamen, _b_) diejenigen,
die zwar scharfsinnig sind, aber langsam und hierbei gefügig, _c_) die
Scharfsinnigen und Lernbegierigen, aber dabei Trotzigen und Verstockten,
_d_) die Willfährigen und zugleich Lernbegierigen, aber Langsamen und
Schwerfälligen, _e_) jene, die schwachsinnig und überdies nachlässig und
träge sind, _f_) die Schwachköpfe, die überdies noch von verkehrter und
bösartiger Beschaffenheit sind. -- Es ist eine Hauptaufgabe der Erziehung,
die Individualität des Zöglings soviel als möglich unversehrt zu erhalten.
Es ist deshalb Pflicht des Erziehers, die Individualitäten seiner Schüler
zu erkennen und diese bei seiner Erziehung und seinem Unterrichte zu
berücksichtigen. Doch darf er der Individualität nicht einen allzu
freien Spielraum einräumen, da sonst leicht Sonderlinge, Hartköpfe und
Egoisten erzogen werden. Deshalb ist in Hinsicht auf die Beachtung der
Individualität der richtige allgemeine Grundsatz der: »~Der Erzieher
erforsche die Individualität seiner Zöglinge und bilde sie so, daß sie
sich stets in Übereinstimmung mit der Mehrheit des gebildeten und edleren
Teiles der menschlichen Gesellschaft befindet.~« (Petzold.)
[10] »~Erkenne dich selbst!~« war der Wahlspruch des Lakedämoniers
~Chilon~, eines der sieben griechischen Weisen. Es war ferner die
Inschrift des delphischen Apollotempels. ~Sokrates~ stellte dieses Wort
jedem Einzelnen seiner Schüler als Lebensaufgabe, damit er gut handeln
lerne.
[11] ~Aristoteles~ ward 385 v. Chr. zu Stagira in Thrazien geboren; in
seinem 17. Jahre ward er Schüler ~Platos~ zu Athen, bei dem er 20 Jahre
blieb. 343 ward er vom makedonischen Könige ~Philipp~ zur Erziehung seines
dreizehnjährigen Sohnes ~Alexander~ berufen. Als Alexander später seinen
Feldzug gegen Persien unternahm, gründete Aristoteles in Athen eine
Philosophenschule. Er starb 323 v. Chr. zu Chalcis auf Euböa. Aristoteles
ist nicht nur praktisch als Erzieher thätig gewesen, sondern er hat
sich auch in seinen Schriften theoretisch vielfach mit der Erziehung
beschäftigt, so in seiner »~Nikomachischen Ethik~« und in der »~Politik~«.
Eine besondere von ihm verfaßte Schrift über die Erziehung ist verloren
gegangen. Aristoteles betrachtet die Erziehung als die schwierigste
Aufgabe, die gestellt werden, und auch als die höchste, deren Lösung
versucht werden kann. Das Ziel der gesamten menschlichen Thätigkeit
ist nach ihm die ~Glückseligkeit~ (Eudämonie), die sich auf die Tugend
gründet. Im Unterrichte betont er vor allem das Notwendige und zum Leben
~Nützliche~ (Utilitätsprinzip), wie später auch die Philanthropen.
[12] Die ~Aufgabe der Erziehung~ ist die ~Entwickelung und Übung aller
Kräfte des Kindes~, der ~leiblichen~ sowohl als auch der ~seelischen~.
Damit ist aber noch nicht das ~Ziel der Erziehung~, wie auch das ~Wesen~
derselben festgesetzt. Dieses liegt vielmehr darin, daß das Ebenbild des
Schöpfers in dem Zöglinge wieder hergestellt werde, oder in der Erreichung
nicht nur der ~irdischen~, sondern auch der ~himmlischen Glückseligkeit~.
[13] Die ~Laufbänke~ und ~Laufzäume~ (Laufbänder) wurden früher und
werden auch noch jetzt angewandt, um die Kleinen eher zum Laufen zu
bringen. Durch die gutartig vor die Brust gelegten Bänder bei den
Laufzäumen und durch die Leisten bei den Laufbänken wird die Brust
zum Schaden der Gesundheit eingeengt bezw. gedrückt. Mit Recht eifert
deshalb Salzmann in seinem »Ameisenbüchlein«, wie auch im »Konrad Kiefer«
und in »Noch etwas über Erziehung« gegen solche unnatürliche Mittel.
Schon ~Rousseau~ sagt im zweiten Buche seines »Emils«: »Man lehre den
Kindern nichts, was sie von selbst lernen; ~so~ z. B. nicht das Gehen.
Gängelbänder als Laufkorb, Fallhut und andere Hilfen taugen nichts.« Auch
~Kant~ zieht gegen die Leitbänder und dergl. zu Felde.
[14] Sinnlichkeit = ~Sinne~. Über die Übung der Sinne s. Anm. 21.
[15] Für die Erreichung des Unterrichts- und Erziehungszieles ist zwar
die ~Gesundheit~ des Kindes ein wesentlicher Faktor; doch ist es von
Salzmann zuviel behauptet, wenn er sagt, daß bei ungesunden Kindern
~alle~ Erziehung mißlinge. Wohl erschwert die Kränklichkeit oder die
Schwäche eines Kindes die Arbeit des Erziehers, da er ja bei derselben
die physische Natur des Zöglings berücksichtigen muß, und von einem
schwächlichen Kinde nicht das fordern darf, was er von einem gesunden
verlangt. Die physische Schwäche wirkt auch oft nachteilig auf Geist
und Gemüt ein, aber von einem gänzlichen Mißlingen der Erziehung bei
ungesunden Kindern darf doch nicht die Rede sein. Es erfordert aber
die schwächliche Beschaffenheit der physischen Natur des Schülers eine
besondere Berücksichtigung seitens des Lehrers und eine gediegene
pädagogische Durchbildung desselben.
[16] Wenn Salzmann hier gegen die ~Ärzte~ eifert, so hat dieses
seinen Grund in dem niederen Standpunkte, den die Arzneikunde im
vorigen Jahrhundert einnahm. Seitdem sich aber die Medizin und ihre
Hilfswissenschaften zu wirklichen Wissenschaften erhoben, und berühmte
Gelehrte der Neuzeit als Virchow, Stromeyer, Koch, Schrötter, Bock,
Klencke, Esmarch, Fürst, Freerichs u. a. zu ihren Vertretern zählt, ist
es damit anders geworden. Dies schließt aber nicht aus, daß der Lehrer
selbst verstehe, die Gesundheit seiner Zöglinge zu fördern, und sie auch
in der ~Gesundheitspflege~ zu unterweisen. Als einschlägliche Schriften
seien genannt: ~Kirchhoff~: »Gesundheitspflege«; ~Bock~: »Bau, Leben
und Pflege des menschlichen Körpers«; ~Correus~:»Der Mensch«; ~Katz~:
»Fürs Auge«; ~Reclam~: »Gesundheitsschlüssel«, »Gesundheitslehre für
Schulen«; ~Zwick~: »Körperpflege und Jugenderziehung«; ~Reimann~: »Die
körperliche Erziehung und die Gesundheitspflege in der Schule«; ~Kohler~:
»Die Gesundheitslehre in der Volks- und Fortbildungsschule«; ~Gauster~:
»Die Gesundheitspflege im allgemeinen und hinsichtlich der Schule im
besonderen«; ~Scholz~: »Leitfaden der Gesundheitslehre«; ~Siegert~:
»Die Schulkrankheiten«. -- Schon ~Comenius~, ~Montaigne~ und ~Rousseau~
forderten die Schulhygieine; diesen tritt auch ~Salzmann~ bei. Jetzt wird
sogar von mehreren Seiten gefordert, daß in jeder Schulkommission ein Arzt
Sitz und Stimme haben solle. Wohl ist die Mitarbeit des Arztes in der
Schule wünschenswert, da die Schule weder die körperliche Gesundheit noch
die geistige Frische des Schülers schädigen darf. Den Ärzten aber jeder
Zeit freien Zutritt in die Schule zu gestatten, würde viele Störungen des
Unterrichts herbeiführen. Dagegen ist zu fordern, daß der Gesundheitslehre
der ihr gebührende Platz im Unterrichte eingeräumt werde, und daß die
Seminare die angehenden Lehrer in der Schulhygieine unterweisen, diese
auch bei den Prüfungen der Lehrer Prüfungsgegenstand sei, damit die
Lehrer zur Erhaltung der Gesundheit der Kinder in der Schule beitragen
können. Denn »gerade während der Schulzeit ist die ~körperliche Kultur~
sehr wichtig: erstens, weil der jugendliche Körper des Schülers allen
Schädlichkeiten der Umgebung mehr offen steht und unter den Folgen übler
Angewöhnungen mehr leidet, als der abgehärtete Körper des Erwachsenen, und
zweitens, weil der Unterricht durch den Zwang des Stillsitzens in dicht
besetzten Schulstuben, sowie durch die andauernde geistige Anstrengung auf
die Gesundheit des Kindes leicht ungünstig einwirken kann.« (Lindner.) Daß
die Forderung Salzmanns und der anderen Philanthropen: die Schule habe das
leibliche Wohl der Schüler zu berücksichtigen und zu fördern, so wichtig
ist, geht daraus hervor, daß der Körper die ~Wohnung~ und das ~Werkzeug
der Seele~ ist. Deshalb spricht auch ~Rückert~:
»Ein gutes Werkzeug braucht zur Arbeit der Arbeiter,
Und gute Waffen auch zum Waffenstreit ein Streiter.
Du Streiter Gottes und Arbeiter, merk's, o Geist,
Daß deines eignen Leibs du nicht unachtsam seist
Das ist dein Arbeitszeug, das ist dein Streitgewaffen,
Das halte wohl im Stand, zu streiten und zu schaffen!
O, wie du dich bethörst, wenn du den Leib zerstörst,
Der dir so angehört, wie du Gott angehörst.
Wie du Gott angehörst, so hört dein Leib dir an,
Und ohne deinen Leib bist du kein Gottesmann.«
[17] Hier tritt Salzmann in Gegensatz zu ~Pestalozzi~, der in seiner
Schrift: »Wie Gertrud ihre Kinder lehrt« (Univ.-Bibl. Nr. 991. 992)
die Behauptung aufstellt: »Der Mensch ist selbst der erste Vorwurf der
Anschauung« und diesem Satze gemäß den ~Körper des Kindes und seine
Glieder~ zuerst als Betrachtungsobjekt behandelt wissen will, wozu er im
»Buch der Mütter« Anleitung gab. Die neuere Pädagogik stellt sich dagegen
auf den Standpunkt Salzmanns und stimmt den Worten ~von Türks~, der 1808
in Ifferten bei Pestalozzi weilte, bei. Türk sagt: »Ich hatte schon
früher die Idee des Buches der Mütter als gut anerkannt, aber die Wahl
des Gegenstandes der dort aufgestellten Übungen: des menschlichen Körpers
gemißbilligt; ich erachte die Umgebungen des Kindes im Hause und in der
Natur für weit mehr dazu geeignet.«
[18] Mit Recht tadelt Salzmann das Verfahren, ~Naturgeschichte~
zu lehren, ohne die Kinder selbst in die Natur einzuführen. Schon
~Rousseau~ sagte: »Eure Philosophen lernen die Naturgeschichte in den
Naturalienkabinetten, sie besitzen Flitterkram, wissen Namen und haben
durchaus keine Idee von der Natur.« Auch in seiner Schrift: »Noch etwas
über die Erziehung« zieht Salzmann gegen den naturgeschichtlichen
Unterricht, der sich nicht auf ~Anschauung der Natur selbst~ stützt,
zu Felde. Gewiß ist es jetzt bedeutend besser damit geworden;
doch wird der naturgeschichtliche Unterricht noch vielfach in zu
wissenschaftlicher Weise erteilt, indem man sich zu sehr an das System
hält, während doch die ~Einführung der Kinder in die Natur~ selbst
die Hauptsache sein sollte. Verbesserungsbestrebungen machen sich
in neuester Zeit geltend. Es sei in dieser Hinsicht hingewiesen auf
die Schriften von ~Junge~: »Der Dorfteich«; ~Baade~: »Zur Reform des
naturgeschichtlichen Unterrichts«; ~Twiehausen~: »Der naturgeschichtliche
Unterricht in ausgeführten Lektionen«; ~Vögler~: »Präparationen für
den Naturgeschichtsunterricht«; ~Kießling~ und ~Pfalz~: »Methodisches
Handbuch für den Unterricht in der Naturgeschichte«. Was Salzmann weiter
vom naturgeschichtlichen Unterricht sagt, gilt auch namentlich vom
~ersten Schulunterricht~. Seine Lehrbeispiele, die er im Nachfolgenden
giebt, beziehen sich besonders auf diesen Unterricht. Hier ist gerade
die ~Anschauung~ an ihrem Platze. Namentlich findet die Anschauung ihre
Pflege in dem sog. ~Anschauungsunterrichte~, dessen Ziel sein soll, das
Kind mit der heimatlichen Umgebung, ihrer Natur und Lebewesen bekannt
zu machen, weshalb er vielfach auch als »~Heimatskunde~« bezeichnet
wird. Der angehende Lehrer, dem bekanntlich gerade dieser so wichtige
Unterricht obliegt, sei auf folgende Schriften hingewiesen: ~Wernecke~:
»Praxis der Elementarklasse«; ~Strübing~: »Sprachstoffe«; ~Harder~:
»Anschauungsunterricht«; ~Jütting-Weber~: »Anschauungsunterricht
und Heimatskunde«; ~Wiedemann~: »Präparationen«; ~Wagner~:
»Entdeckungsreisen in Haus und Hof, in Wald und Feld &c.«; ~Breiden~: »Der
Anschauungsunterricht«; ~Fuhr~ und ~Ortmann~: »Anschauungsunterricht«;
~Niedergesäß~: »Anschauungsunterricht«; ~Stieber~: »Anschauungsunterricht
im Anschlusse an die Pfeifferschen und Winkelmannschen Bilder«;
~Heinemann~: »Handbuch für den Anschauungsunterricht und die
Heimatskunde«; ~Seidel~: »Materialien für den Anschauungs- und
Sprachunterricht im ersten Schuljahre«; ~Fischer~: »Sprachstoffe zu
Leutemanns fünfzehn Tierbildern«; ~Richter~: »Der Anschauungsunterricht«.
[19] Die ~lateinischen Namen der Pflanzen~ sind für die Kinder der
Volksschule nur toter Ballast. Auch hier gilt das Wort: »_Res, non
verba_.« Was nützen den Kindern die ~Namen~ der Naturdinge, zumal
die lateinischen, wenn ihnen die ~Kenntnis der Naturkörper~ selbst
abgeht? ~Hauptsache ist die Betrachtung der Natur~ selbst; dann mag
der Name hinzutreten, aber nur der deutsche. Man hüte sich, den
Naturgeschichtsunterricht in bloße Nomenklatur aufgehen zu lassen; die
Gefahr liegt aber bei dem bloßen Angeben der Namen sehr nahe. Viel ist
in dieser Hinsicht auf dem Gebiete des naturgeschichtlichen Unterrichts
gesündigt worden, weshalb die Reformbestrebungen, von denen die Arbeiten
von Junge, Kießling und Pfalz, Twiehausen, Baade und Vögler zeugen,
freudig zu begrüßen sind.
[20] In Bezug auf dieses ~Erraten der Pflanzen~, wie Salzmann es will, sei
erinnert an das ~Versteckspiel~, das ~Wolke~ mit den Zöglingen beim großen
Examen am Dessauer Philanthropin aufführte, von wo es Salzmann entlehnt
hat (s. Schummel: Fritzens Reise nach Dessau).
[21] Unter ~Empfindungsvermögen~ versteht Salzmann, was wir nach dem
heutigen psychologischen Sprachgebrauche ~Sinnesvermögen~ nennen. Salzmann
nennt dieses Empfindungsvermögen, weil die ersten einfachen Eindrücke,
die uns durch die Sinne zugehen, ~Empfindungen~ genannt werden, aus denen
dann die ~Wahrnehmungen~, ~Anschauungen~ und ~Vorstellungen~ hervorgehen.
Die ~Übung der Sinne~ des Kindes ist sehr wichtig. Deshalb fordert
auch ~Rousseau~: »Erst Übung der Sinne, dann Übung der Geisteskräfte!
Sinnenvernunft vor intellektueller Vernunft! Denn die ersten Vermögen,
die sich in uns bilden und entwickeln, sind die Sinne. Übt nicht bloß die
Kräfte der Kinder, übt alle Sinne, welche die Kräfte regieren, benutzt
möglichst jeden Sinn, prüft die Eindrücke des einen Sinnes durch die
anderen. Meßt, zählt, wägt, vergleicht!« Und ~Comenius~ sagt: »Anfangs
übe man die Sinne, dann das Gedächtnis, hierauf den Verstand, zuletzt das
Urteil. Denn die Wissenschaft beginnt mit der sinnlichen Wahrnehmung.«
Und ~Salzmann~ schreibt in seiner Schrift: Ȇber die Erziehungsanstalt zu
Schnepfenthal«: »Da wir alle unsere Kenntnisse durch die Sinne bekommen,
die den Stoff liefern, aus dem die Vernunft ihre Begriffe abzieht, so
ist es wohl sehr nötig, daß zuerst die Sinne geübt werden,« und in
seinem »Himmel auf Erden«: »Das richtige Empfinden wird am besten in der
ersten Jugend gelernt, wenn die mit der Welt noch unbekannte Seele auf
die Dinge, die um sie sind, aufmerksam gemacht und angeleitet wird, sie
selbst zu beobachten und darüber selbst zu urteilen.« Wie vorteilhaft
es für den Schulunterricht ist, wenn die Sinne der Kinder bereits im
vorschulpflichtigen Alter durch den ~Kindergarten~ geübt und geschärft
worden sind, habe ich in meiner Schrift: »Der Einfluß des Fröbelschen
Kindergartens auf den nachfolgenden Schulunterricht« nachgewiesen. (Verlag
von Siegismund & Volkening, Leipzig.) Daß die Übung der Sinne auch auf den
oberen Schulstufen zu pflegen ist, ist selbstredend.
[22] Mit Eifer tritt Salzmann gegen das bloße ~Wortlernen~ auf und betont,
wie es nachher auch von ~Pestalozzi~ geschah, die ~Anschauung~, besonders
auf den unteren Stufen. Auch ~Basedow~ verlangt in seinem »Methodenbuche«:
»keine Worte und Sätze zu lehren, mit denen die Kinder noch falsche
Begriffe verbinden.« ~Locke~ sagt: »Nicht durch Worte, sondern durch Dinge
und Abbildungen der Dinge erhalten die Kinder die ersten Vorstellungen.«
Bei ~Comenius~ heißt es: »Alles muß der sinnlichen Anschauung unterstellt
werden.« Gegen Salzmanns Forderung, daß man bei dem Sprachunterrichte
z. B. anfänglich lauter solche Bücher gebrauchen müsse, bei deren Lesung
nur Vorstellungen in den jungen Seelen erzeugt werden, die sie entweder
selbst durch die Anschauung bekommen haben, oder die doch mit denselben
in Verwandtschaft stehen, verstoßen z. B. die meisten unserer ~Fibeln~.
So bringt z. B. eine viel gebrauchte Fibel in ihren Übungsgruppen Wörter,
deren Inhalt den Kindern ganz fern liegt. Ich nenne nur: Domino, Delta,
Indien, Tiber, Xerxes, Xantippe, None u. a.
[23] Auch der ~fremdsprachliche Unterricht~ muß, wie Salzmann mit Recht
bemerkt, die ~Anschauung~ zur Grundlage haben. Wie viele Vokabeln, Sätze
u. s. w. müssen die Kinder aber lernen, deren Inhalt ihnen ganz fremd
ist. Auch die heterogensten Übungssätze werden ihnen vorgeführt. In
der französischen Sprache hat man nun schon angefangen, dieselbe auf
~Grundlage der Anschauung~ zu lehren. So ~Lehmann~ in seinem »Lehr-
und Lesebuche der französischen Sprache nach der Anschauungsmethode«,
~Ducotterd~ und ~Mardner~: »Lehrgang der französischen Sprache auf Grund
der Anschauung«. In seiner Schrift: »Noch etwas über die Erziehung« giebt
Salzmann seine Lehrweise der fremden Sprachen an: »Erst wird über die
verschiedenen Produkte der Natur, die zusammengebracht werden, lateinisch
(französisch) gesprochen, das Gespräch diktiert und niedergeschrieben,
dann werden zweckmäßig gewählte Schriftsteller gelesen und dabei die
grammatikalischen Regeln gegeben, endlich lateinische (französische)
Aufsätze gemacht.« Salzmann will also die sog. ~direkte Methode~ angewandt
wissen.
[24] Schon ~Rousseau~ tritt in seinem »Emil« gegen das ~zu frühe
Bücherlesen~ der Kinder ein. Emil soll vor seinem 12. Jahre kein Buch
in die Hand bekommen. Wenn Salzmann auch mit Recht nicht so weit geht,
so sind seine Worte, mit denen er im »Ameisenbüchlein« und im »Konrad
Kiefer« gegen den zu frühzeitigen Beginn des Lesenlernens eifert,
wohl beherzenswert. Er sagt mehrmals: »Kinder müssen erst gewöhnt
werden, aus der ~Natur~ sich zu unterrichten, bevor man ihnen ~Bücher~
in die Hände giebt.« Das Kind muß erst den Übergang finden aus dem
lustigen Spielleben der Kinderstube zu der ernsten Arbeit der Schule.
Mit Recht fordern deshalb namhafte Pädagogen, als ~Türk~, ~Denzel~,
~Graßmann~, ~Graser~, ~Lüben~, _Dr._ ~K. Schmidt~, ~Kehr~ u. a., daß
dem Lesenlernen ein ~Vorkursus~ vorangehen müsse; ja einige von ihnen
wollen erst das Lesenlernen ins ~zweite~ Schuljahr verlegt wissen. Auch
die »acht Schuljahre« von ~Rein~, ~Pickel~ und ~Scheller~ wissen von
einem Leseunterrichte im ~ersten~ Schuljahre nichts. Was soll man aber
sagen, wenn Kleinkinderschulen und Kindergärten den Kindern die Fibel
in die Hand geben, und wenn ~Therese Focking~ die Lehrerwelt sogar mit
einer »~Fröbelfibel~« beehrt hat?! Vgl. meine Schrift: »Der Einfluß des
Fröbelschen Kindergartens auf den nachfolgenden Schulunterricht.«
[25] ~Pestalozzi~ widmete dem ~Vorsagen~ und ~Nachsprechenlassen~ langer
und verwinkelter Sätze, deren Inhalt den Kindern oft ganz unverständlich
war, viel Zeit und Kraft (vgl. »Wie Gertrud ihre Kinder lehrt«,
Univ.-Bibl. Nr. 991. 992). Er wollte die Kinder dadurch im Sprechen
üben und ihre Sprachkraft stärken. ~Salzmann~ anerkennt auch den Wert
des ~Nach-~ und des ~Chorsprechens~, will aber nur einen beschränkteren
Gebrauch davon zu machen wissen. Die heutige Pädagogik steht auf Salzmanns
Seite. Auch sie betreibt das Chorsprechen, aber nur von dem, was den
Kindern verständlich ist. ~Wiedemann~ führt in seinem »Lehrer der Kleinen«
als Gründe für das Chorsprechen an: 1) das Chorsprechen löst vor allen
Dingen die Zunge; 2) es kultiviert die Aussprache; 3) es giebt auch den
Schüchternen Mut; 4) es hält bei der Stange; 5) es schützt die Kinder
vor langer Weile, belebt den Unterricht. Siehe auch: ~Haushalter~: »Das
Sprechen im Chor«.
[26] Zur Verbesserung des ersten Leseunterrichts schrieb Salzmann »~Konrad
Kiefers ABC- und Lesebüchlein~«. Es erschien 1806.
[27] In seiner Schrift: »Über die Erziehungsanstalt in Schnepfenthal«
läßt sich Salzmann eingehend über die Ausbildung der ~Handfertigkeit~
aus. So sagt er: »Zur Erziehung des Menschen ist unumgänglich nötig:
Übung seiner Hände und Gewöhnung, von den Werkzeugen, die der
menschliche Verstand erfand, Gebrauch zu machen.« In Schnepfenthal fand
der Handfertigkeitsunterricht eingehende Pflege. Die Zöglinge wurden
unterwiesen in Papparbeiten, Schreinerarbeit, Drechseln, Korbflechten.
Besonders widmete sich der Lehrer ~Blasche~ diesem Unterrichte. Die
Handfertigkeitsunterrichtsfrage ist zur Zeit eine brennende, noch
unentschiedene. In zahlreichen Schriften wird für und gegen den
Handfertigkeitsunterricht gestritten. Nach unserer Ansicht ist Salzmann
in vollem Rechte, wenn er die Betreibung von Handarbeiten zur Kräftigung
des Körpers fordert. Für eine Eingliederung derselben, zumal wenn der
Handfertigkeitsunterricht nur praktisch-formalen Nutzen gewährt und
mit der Schularbeit in gar keiner Verbindung steht, können wir uns
nicht begeistern. Stellt er sich aber in den Dienst des theoretischen
Unterrichts, wie es z. B. die Schrift vom Seminarlehrer ~Magnus~: »~Der
praktische Lehrer~« für die Seminare thut, so ist die Sache eine andere.
Wenn der Handfertigkeitsunterricht dagegen in selbständigen Kursen, wie
in den ~Knabenhorten~, erteilt wird, so haben wir nichts dagegen zu
erinnern. Wer sich eingehender über diese heutige Tagesfrage unterrichten
will, der sei verwiesen auf die Schriften: ~von Schenckendorff~: »Der
praktische Unterricht, eine Forderung der Zeit an die Schule, sein
erziehlicher, volkswirtschaftlicher und sozialer Wert«; ~Eckardt~: »Die
Arbeit als Erziehungsmittel«; ~Hanschmann~: »Die Handarbeit in der
Knabenschule«; ~Salomon~: »Arbeitsschule und Volksschule«; ~Gelbe~: »Der
Handfertigkeitsunterricht«; ~Rauscher~: »Der Handfertigkeitsunterricht,
seine Theorie und Praxis«; ~Barth~ und ~Niederley~: »Des deutschen
Knaben Handwerksbuch«; ~Elm~: »Der Handfertigkeitsunterricht in Theorie
und Praxis«; ~Michelsen~: »Die Lehr- und Arbeitsschule zu Alfeld«;
~Karl Friedrich~ (Professor Biedermann): »Die Erziehung zur Arbeit,
eine Forderung des Lebens an die Schule«; ~Rißmann~: »Geschichte des
Arbeitsunterrichtes in Deutschland«; ~Johs Meyer~: »Die geschichtliche
Entwickelung des Handfertigkeitsunterrichts«; ~von Schenckendorff~:
»Über Bedeutung und Ziel des Handfertigkeitsunterrichts«; ~Johs
Meyer~: »Der Handfertigkeitsunterricht und die Schule«; ~Seidel~: »Der
Arbeitsunterricht, eine pädagogische und soziale Notwendigkeit«; ~Bütow~:
»Die Volksschule und der Handfertigkeitsunterricht«; ~Kreyenberg~:
»Handfertigkeit und Schule«.
[28] In Bezug auf sein ~anthropologisches Prinzip~ stand Salzmann wie die
anderen Philanthropen auf dem Boden des ~Rationalismus~. Sie huldigten
dem Grundsatze der ~Naturalisten~: ~Der Mensch ist von Natur durchaus
gut~. (_Pelagianismus._) So sagt ~Rousseau~ am Anfange des »Emil«: »Alles
ist gut, wie es aus den Händen des Urhebers aller Dinge hervorgeht;
alles entartet unter den Händen des Menschen.« An einer anderen Stelle
heißt in derselben Schrift: »Stellen wir als unantastbaren Grundsatz
fest, daß die ersten Regungen der Natur immer gut sind; ~es giebt keine
ursprüngliche Verderbtheit in dem menschlichen Herzen~.« Auch ~Salzmann~
läßt in seinem »Konrad Kiefer« den Pfarrer sprechen: »Lieber Herr Kiefer,
es giebt eine Erbsünde, eine Regung zum Bösen und eine Abneigung vom
Guten, die die Kinder von ihren Eltern bekommen; sie wird ihnen aber
nicht sowohl angeboren, als ~anerzogen~.« Dagegen behaupten die strengen
Supranaturalisten, daß die menschliche Natur zum Guten aus eigener Kraft
absolut unfähig ist. Die Wahrheit liegt wohl, wie so oft, so auch hier, in
der Mitte. In der Natur des Menschen kann kein Absolut-Böses, wohl aber
die Anlage zum Relativ-Bösen sein. Die gemäßigteren Supranaturalisten
beschränken ihre Ansicht auch dahin, daß dem Menschen eine Neigung zum
Bösen angeboren sei, die sich in der frühesten Jugend mit Übergewicht
äußere.
[29] Wohl enthalten die nachfolgende Worte Salzmanns über die ~sittliche
Erziehung~ manches Beherzigenswerte, wollen aber mit Vorsicht aufgenommen
sein. Wenn Salzmann Verbote und Gebote als »moralische Gängelbänder«
verwirft, so folgt dieses aus seinem anthropologischem Prinzipe, das
auf den Naturalismus beruht. Das Kind muß den Anordnungen des Erziehers
nicht folgen, weil es von deren Vernünftigkeit überzeugt ist, sondern aus
~Gehorsam~, der in der Autorität und in der Liebe zum Lehrer beruht. Das
erste Haupterfordernis der Zucht ist der Gehorsam. So fordert auch ~Jean
Paul~, daß alle Erziehung beim Gehorsam anfangen müsse. Erst auf die Stufe
der Zucht folgt die Stufe der Freiheit des Willens. Doch ist die keimende
Selbständigkeit des Kindes zu beachten.
[30] Die Schrift: »~Erster Unterricht in der Sittenlehre für Kinder von
8-10 Jahren~« erschien 1803.
[31] Siehe Salzmanns Anmerkung S. 52. ~Locke~ und ~Rousseau~ hatten das
~Baden~ im Freien zur Abhärtung des Körpers sehr empfohlen. Ihnen folgten
die Philanthropen, indem sie dasselbe praktisch ausführten. So hatte
auch Salzmann das Baden in den zu seinem Besitztume gehörigen Teichen
eingeführt. Man hielt diese Neuerung vielfach als für die Gesundheit
nachteilig, namentlich gab man an, daß das Baden im »kalten« Wasser die
Nerven aufrege. Hierauf beziehen sich Salzmanns Worte. In neuester Zeit
beginnt man ~Schulbäder~ in den Schulanstalten einzurichten wie z. B. in
Göttingen, Hannover, Frankfurt am Main.
[32] Die Schrift: »~Heinrich Gottschalk oder erster Religionsunterricht
für Kinder von 10-12 Jahren~« erschien 1804; ihr folgte 1808 der
»~Unterricht in der christlichen Religion~«.
[33] Nach diesen Worten scheint Salzmann wenig von einer ~Vorbildung
zum Lehrerberufe~ auf einer Pflanzschule zu halten, nachdem er doch
selbst kurz vorher den Umriß zu derselben entworfen hat. Als einfacheren
Weg stellt er die Regel: »~Erziehe dich selbst!~« auf. Der Grund liegt,
wie ~Karl Richter~ bemerkt, wohl darin, daß er bei seinem Plane nicht
sowohl Dorfschulen und ihre Lehrer, sondern junge Theologen als Lehrer
in Familien und an Privatinstituten im Auge hatte. Schon zu Salzmanns
Zeit bestanden an vielen Orten Seminare, wie das Berliner Seminar, von
Hecker gegründet, und die von Friedrich d. G. in Schlesien eingerichteten
Seminare. Die von Salzmann gegebenen Regeln sind von den Erziehern wohl
zu beherzigen; sie genügen aber durchaus nicht zur Bildung derselben.
Wer selbst den Lehrerberuf nicht theoretisch und praktisch erlernt hat,
wozu sich am besten unsere heutigen Lehrerbildungsanstalten mit ihren
Übungsschulen eignen, kann kein tüchtiger Erzieher sein. Deshalb wird
auch bei den Prüfungen der Lehrer auf die pädagogische Ausbildung und
auf die Lehrprobe das Hauptgewicht gelegt. Zu fordern ist auch, daß die
Schulaufseher und Schulleiter sowohl theoretisch als praktisch pädagogisch
geschult sind, was leider bis jetzt noch nicht stets der Fall ist.
[34] »~Der Himmel auf Erden~« erschien 1797. Salzmann zeigt in dieser
Schrift, daß der Mensch die Glückseligkeit nicht erst im Jenseits
erwarten solle, sondern daß er sich schon hier auf Erden das Leben zu
einem Himmel gestalten könne und zwar durch sittliches Handeln und treue
Pflichterfüllung, durch lebendige Erkenntnis Gottes und im Umgange mit
ihm, durch fromme Betrachtung seiner Werke. Eine neue Ausgabe dieser
Schrift ist 1885 von ~August Roth~ besorgt worden (Minden, J.C.C. Bruns'
Verlag).
[35] Das Original des ~Robinson~ (Univ.-Bibl. Nr. 2194. 2195) hatte
der Engländer ~Daniel Defoe~ (1661-1731) 1719 nach den Erlebnissen
eines Matrosen, namens ~Alex. Selkirks~ frei bearbeitet. ~Campe~ gab
dieses Buch mit vielfach eingestreuten Betrachtungen und langweiligen
Belehrungen 1779 unter dem Titel: »Robinson der Jüngere« heraus. Mit
dieser Zeit hat dasselbe viele Auflagen erlebt und gehört noch jetzt zu
den beliebtesten und vielgelesensten Jugendschriften. Neue treffliche
Bearbeitungen lieferten ~G.A. Gräbner~, ~Ferd. Schmidt~, ~Mensch~,
~Höcker~. Schon ~Rousseau~ wies in seinem »~Emil~« auf den Robinson hin.
Er sagt: »Ein gutes Buch ist es, das mein Emil zuerst lesen soll; es wird
lange Zeit ganz allein seinen Bücherschatz bilden und wird jederzeit den
vornehmsten Rang in diesem einnehmen. Es soll der Text sein, von dem
unsere Unterhaltung über die menschlichen Erfindungen und Wissenschaften
ausgeht; es soll der Prüfstein sein, an dem ich die Fortschritte in der
Urteilskraft meines Zöglings erproben will; und so lange sein Geschmack
einfach und natürlich bleibt, weiß ich, wird die Lesung desselben ihm ein
immer neues Vergnügen bereiten. Und was ist dies für ein wunderbares Buch?
Ist es Aristoteles? Ist es Plinius? Ist es Buffon? Nein! Es ist ~Robinson
Crusoe~.« ~Hettner~ sagt von dem Buch: »Es entrollt sich darin ein Bild
vor uns, so groß und gewaltig, daß wir hier noch einmal die allmähliche
Entwickelung des Menschengeschlechts überschauen.« Und in der Vorrede der
Ausgabe von ~Gräbner~ heißt es: »Der Held hat Fleisch und Blut, er tritt
in voller Wahrheit vor uns hin; er zeigt sich in den Stunden der Schwäche
wie in denen der Größe, wie er vom leichtsinnigen Knaben zum gottlosen
Jünglinge wird, wie er zur Erkenntnis gelangt und wie oft er abermals
strauchelt, ehe er das wird, was ihm die sittlich-religiöse Bedeutung für
die Zwecke der Charakterbildung giebt.« Die ~Herbart-Zillersche Schule~
legt den Robinson dem Gesinnungsunterrichte des zweiten Schuljahres
(zweite kulturhistorische Stufe) unter. Siehe ~Rein~: Zweites Schuljahr.
[36] Das ~Guts-Muthssche Spielbuch~ ist mehrfach, neu bearbeitet,
herausgegeben worden. Zuletzt ist es 1884 in sechster Auflage vom
Seminar-Oberlehrer ~O. Schettler~ unter dem Titel: »Guts-Muths'
Spiele zur Übung und Erholung des Körpers und Geistes, gesammelt und
bearbeitet für die Jugend, ihre Erzieher und die Freunde unschuldiger
Jugendfreuden«(Hof, Grau & Co.) erschienen. Ihm sind seit dem Erlasse
des preuß. Kultusministers 1882 über die Jugendspiele eine Menge
neuer Sammlungen von Turnspielen gefolgt. Es seien genannt: ~Ambros~:
»Spielbuch 400 Spiele und Belustigungen für Schule und Haus«; ~Köhler~:
»Bewegungsspiele des Kindergartens«; ~Wagner~: »Illustriertes Spielbuch
für Knaben«; ~Stangenberger~: »Spiele für die Volksschule«; ~Schettler~:
»Turnspiele für Knaben und Mädchen«; ~Jacobs~: »Deutschlands spielende
Jugend«; ~Bräunlich~: »Kinderspiele und Liederreigen für Mädchen«;
~Leske~: »Illustriertes Spielbuch für Mädchen«; ~Lier~: »Turnspiele
für Deutschlands Jugend«; ~Kohlrausch~ und ~Marten~: »Turnspiele«;
~Bruns~: »Illustriertes Kinderspielbuch«; ~Wießner~: »Fest- und
Freizeit-Spielbüchlein«; ~Kümpel~: »Das Spiel der Jugend und seine
Bedeutung für die Volksschule«; ~Lausch~: »134 Spiele im Freien für die
Jugend«; ~Matz~: »Über die Spiele der Kinder«; ~Wolter~: »Das Spiel im
Freien«; ~Zander~: »Über die Bedeutung der Jugendspiele für die Erziehung«.
[37] Die hier genannten Schriften sind jetzt veraltet, doch an ihre Stelle
neue getreten. Es seien genannt: ~Leunis~: »Synopsis der 3 Naturreiche«;
~Brehm~: »Illustriertes Tierleben«, »Leben der Vögel«; ~Lenz~:
»Gemeinnützliche Naturgeschichte des Tierreichs«; ~Lüben~: »Anweisung
zu einem methodischen Unterrichte in der Pflanzenkunde«; ~Auerswald~:
»Botanische Unterhaltungen«; ~Teller~: »Wegweiser durch die 3 Reiche
der Natur«; ~Cürie~: »Anweisung zur Bestimmung der Pflanzen«; ~Garcke~:
»Flora von Deutschland«; ~Thomé~: »Lehrbuch der Botanik«, »der Zoologie«;
~Roßmäßler~: »Die 4 Jahreszeiten«, »Flora im Winterkleide«, »der Wald«;
~Postel~: »Führer durch die Pflanzenwelt«; ~Polack~: »Illustrierte
Naturgeschichte«; ~Dietlein~: »Tierkunde«; ~Scholz~: »Tierkunde«;
~Eiben~: »Schulnaturgeschichte des Tierreichs«, »des Pflanzenreichs«;
~Vogel~: »Erster Unterricht in der Naturgeschichte«; ~Twiehausen~: »Der
naturgeschichtliche Unterricht in ausgeführten Lektionen«; ~Schleiden~:
»Die Pflanze und ihr Leben«; ~Grube~: »Biographien aus der Naturkunde«,
»Naturbilder«; ~Wagner~: »Pflanzenkunde«, »In die Natur«; ~Lüben~:
»Anweisung zu einem methodischen Unterrichte in der Tierkunde«; ~Masius~:
»Naturstudien«, »Die gesamten Naturwissenschaften«; ~Taschenberg~: »Was da
kriecht und fliegt«; ~Schubert~: »Naturgeschichte«.
[38] Gewiß ist das ~unmäßige Lesen~, namentlich, wenn es nur geschieht,
um zu lesen, von großem Schaden. Der Lehrer lese alles nur in Beziehung
auf seinen Beruf und seine Lehrfächer. Namentlich gewöhne er sich daran,
mit der Feder in der Hand zu lesen. Er merkt sich dadurch nicht allein das
Gelesene besser, sondern er verbessert auch seinen Stil. Er achte aber
auch auf das Lesen seiner Zöglinge. Er bewahre sie vor dem verderblichen
Viellesen; deshalb ist die Benutzung der Schülerbibliothek wohl zu
kontrollieren, und man halte darauf, daß der Schüler über den Inhalt des
aus derselben entnommenen Buches Bericht erstatte.
[39] Schon im Dessauer Philanthropin gab es ~Meritentafeln~. Von hier
aus führte Salzmann sie auch in seiner Anstalt ein. Die Meritentafeln
bestanden bei Salzmann aus einer schwarzen, im Betsaal aufgehängten und
mit den Namen sämtlicher Schüler versehenen Tafel. Für jede Leistung und
Arbeit erhielten die Zöglinge je nach dem Werte derselben »~Billette des
Fleißes~«. Hatte einer 50 von diesen, so ward hinter seinem Namen auf der
Tafel ein gelber Nagel eingeschlagen = er hatte einen »~goldenen Punkt~«
erworben. Wer deren 50 hatte, erhielt den »~Orden des Fleißes~«, der bei
feierlichen Gelegenheiten auf der Brust getragen ward. Er bestand aus
einem goldenen Kreuze, das in der Mitte ein rundes Schildchen hatte, auf
dem sich ein erhaben gearbeitetes Grabscheit mit den Buchstaben _D. D. u.
H._ (= Denken, Dulden und Handeln) befand. Durch diese Auszeichnungen ward
der Fleiß des Schülers wohl angespornt, aber auch ein falscher Ehrgeiz und
die Selbstüberschätzung großgezogen. Das Lernen ward dadurch zum Mittel
zum Zwecke herabgewürdigt, anstatt selbst Zweck zu sein. Nicht äußerliche
Auszeichnung, sondern der Unterricht des Lehrers soll das ~unmittelbare
Interesse~ des Lernenden, mit dem dieser sich ganz dem Wissensstoffe
hingiebt, erwecken. Wenn Salzmann gegen die ~körperliche Züchtigung~
redet, so hat er diese Ansicht nicht immer gehabt. In »Noch etwas über die
Erziehung« und im »Konrad Kiefer« empfiehlt er sie noch. Unserer Ansicht
und Erfahrung nach muß der Lehrer die körperliche Züchtigung nur als
letztes Strafmittel ansehen, zu dem er erst dann greifen darf, wenn alle
anderen nichts gefruchtet haben. Auch ~Luther~ empfiehlt einen »eichenen
Butterwecken« als »geistige Salbe«. Der Pädagoge ~Ludw. Döderlein~ sagt:
»Es kann eine Schule bestehen ohne körperliche Züchtigung, aber nicht ohne
die Möglichkeit derselben, nicht ohne die Berechtigung zu derselben.«Gegen
die körperliche Züchtigung schrieb Schuldirektor _Dr._ ~Th. Mertens~ in
Hannover (¿ 1887) in seiner Schrift: »Schläge in der Schule?«
[40] »~_Non est quovis ligno fit Mercurius_~« = »Nicht aus jedem Holze
läßt sich ein Merkur schnitzeln.« Dieses Wort soll von ~Pythagoras~
herrühren. Dem ~Comenius~ ward auf seine Forderung: ~jeder~ Mensch müsse
unterrichtet werden, dies Wort entgegengehalten. Seine Antwort war: »Aber
aus jedem Menschen ein Mensch.«
Ende.
Fußnoten:
[A] Ich gebrauche hier und in der Folge das Wort Knaben, weil ich bei
Ausarbeitung dieses Buches freilich immer die Behandlungsart der Knaben
vor Augen hatte. Das meiste wird aber auch auf die Mädchenerziehung, mit
einigen Abänderungen, können angewendet werden.
[B] Seit zwanzig Jahren bin ich Vorsteher einer Erziehungsanstalt, in
welcher Kinder von allerlei Familien und Nationen zusammen leben; ihre
Zahl beläuft sich seit einiger Zeit beinahe auf 70. Unter diesen lebe
und webe ich vom Morgen, bis ich ins Schlafzimmer gehe. Wären nun die
Kinder so schlimm, wie sie von manchen Erziehern geschildert werden,
wie könnte ich das aushalten? Müßte ich nicht schon einigemal ein
Gallenfieber bekommen haben? Das geschieht aber nicht; vielmehr befinde
ich mich in ihrer Gesellschaft sehr wohl. Dies kommt nicht daher, weil
sie so vollkommen, so musterhaft wären; sie geben mir vielmehr beständig
Beispiele von Leichtsinn, Unbesonnenheit u. dergl. Nach geendigter
Lehrstunde spielen, laufen, springen, jauchzen sie; ich trete unter die
jubelnde Gesellschaft, und meine Gegenwart macht weiter keine Veränderung.
In diesem allen finde ich nun nichts Beleidigendes, weil ich glaube,
Kinder sind Kinder, denken und handeln wie Kinder. Daher gehen Wochen
hin, ehe ich durch sie einmal geärgert werde. Geschieht dies, und ich
prüfe mich genau, so finde ich gemeiniglich, daß der Grund davon doch
in mir selbst liege, weil entweder in meinem Körper Unordnung ist, oder
weil ein anderer unangenehmer Vorfall mich verstimmt hat, oder weil
ich mit Geschäften zu sehr überladen bin. Je aufmerksamer ich auf mich
selbst werde, desto seltener werden auch die Beleidigungen. Ja ich kann
versichern, daß in den 20 Erziehungsjahren, die ich hier verlebt habe,
ich mich nicht erinnern kann, daß einer meiner Zöglinge mit Überlegung
etwas in der Absicht gethan habe, um mich zu kränken. Man verzeihe mir
dieses offenherzige Geständnis. Es kann mir dasselbe ebensowenig als
Ruhmredigkeit angerechnet werden, als dem Baumgärtner, wenn er in seinem
Buche über die Baumzucht bisweilen etwas von seiner eigenen Baumpflanzung
sagt. Übrigens gestehe ich gern ein, daß von meinen Pflegesöhnen der
Schluß nicht sogleich auf alle Kinder gemacht werden kann. Denn ob sie
gleich aus verschiedenen Häusern und Ländern zusammengeführt sind, so
leben sie doch in einer gewissen Absonderung von der übrigen Welt, und
das Beispiel der Erwachsenen, das Entgegenwirken der Eltern, Tanten, des
Gesindes u. dergl., die Verführung der Knaben, die ohne Aufsicht und
Erziehung aufwachsen, hat auf sie keinen Einfluß.
Ein anderer Erzieher, dem von allen Seiten entgegen gearbeitet wird, hat
freilich mit größeren Schwierigkeiten zu kämpfen.
[C] Da mehrere Leser diese Behauptung für zu kühn erklären werden, so
erlaube man mir, daß ich wieder eine Thatsache aus meinem Wirkungskreise
aufstelle. Ich bin jetzt der Pflegevater von beinahe 70 jungen Leuten,
die in ganz verschiedenen Himmelsstrichen, von Lissabon bis Moskau,
geboren wurden, in deren erster Erziehung also notwendig eine große
Verschiedenheit war. Diese jungen Leute sind ~alle~ gesund, auf ihren
Köpfen ist nicht der geringste Ausschlag sichtbar, es gehen bisweilen
drei Jahre hin, ohne daß einer bettlägerig wird, und in den 21 Jahren, in
denen ich meiner Anstalt vorstehe, ist kein einziger gestorben. Gleichwohl
bin ich kein Arzt. In den ersten zehn Jahren, die ich hier lebte, betrat
nie ein Arzt mein Haus. Erst dann, da sich die Zahl meiner Zöglinge sehr
vergrößerte und zu besorgen war, daß ich etwas bei ihnen übersehen möchte,
fing ich an, mich ärztlicher Hilfe zu bedienen.
Von der Gesundheit deiner Zöglinge, wird man sagen, sind deine gesunde
Luft und dein gesundes Wasser die Ursachen.
Diese sind freilich viel wert, allein wenn wir das gesunde Wasser
nicht tränken, uns darin nicht badeten, uns in der gesunden Luft nicht
herumtummelten, so würden beide uns wohl wenig helfen.
Die Art, wie wir hier junge Leute behandeln, ist die wahre Ursache, warum
sie sich so sehr durch Gesundheit auszeichnen und der Tod bisher noch
nicht zu ihnen kam.
Sollte einmal von den Grundsätzen, nach welchen bisher hier erzogen wurde,
abgewichen werden, sollte man sich mehr an die in vornehmen Häusern
gewöhnliche Lebensart anschmiegen, so würde man in Schnepfenthal, ebenso
wie in anderen Anstalten, Krankenstuben errichten müssen; statt des
blühenden Rots, das die Wangen der jungen Schnepfenthäler auszeichnet,
würde Blässe sich einfinden, und unser Gottesacker würde Grabmäler von
jungen hoffnungsvollen Knaben bekommen, die in der Blüte ihrer Jahre ein
Raub des Todes wurden.
Dies alles schreibe ich ~bloß~ in der Absicht nieder, um die Leser zu
überzeugen, daß es allerdings möglich sei, seine Zöglinge gesund zu
erhalten, ohne sich der Heilkunde beflissen zu haben.
[D] Einige behaupten, die Nervenkrankheiten, die in unseren Tagen so
gewöhnlich sind, wären eine Folge der kalten Bäder. Deshalb will ich nun
mit niemandem streiten. Das sage ich aber ganz freimütig und laut, daß von
den jungen Leuten, die ich erzogen habe und noch erziehe, deren mehrere
Hundert sind, kein einziger eine Nervenkrankheit bekommen hat (wenn auch
einmal ein hier erzogener nervenkrank würde, so folgte doch daraus noch
nicht, daß dies vom kalten Bade komme), daß von alle den nervenkranken
Personen, die ich kannte, nicht eine einzige sich kalt badete, und daß
es mir nicht recht glaublich ist, daß die Nervenkrankheiten, an welchen
die Frauenzimmer in N. leiden, von den kalten Bädern der Zöglinge zu
Schnepfenthal herrühren sollten.
[E] Ich bemerke ein für allemal, daß ich in diesem Buche mich vorzüglich
mit Jünglingen unterhalte, die sich zur Erziehung bilden wollen. Sollte
also dieser und jener bereits gebildete Erzieher manches Bedürfnis
haben, gegen welches ich hier spreche, manche Fertigkeit nicht besitzen,
welche ich dem sich bildenden Erzieher empfehle, so soll ihm durch meine
freimütigen Äußerungen kein Vorwurf gemacht werden. Dies wird mir aber
jeder zugestehen, daß der Erzieher mit mehr Nachdruck wirken kann, wenn er
von den Bedürfnissen frei ist, an welche er seine Zöglinge nicht gewöhnen,
und die Fertigkeit selbst besitzt, die er ihnen beibringen will. Was soll
nun aber der Erzieher thun, bei dem dies der Fall nicht ist? Freimütig
heraussagen: diese Angewöhnung, dieser Mangel ist eine Unvollkommenheit,
die von meiner ersten Erziehung herrührt, gegen welche ich euch auf das
beste zu verwahren suchen will.
[F] Der aufgesetzte Entwurf ist einen Bogen lang. Um den Raum zu schonen,
füge ich davon nur dieses Bruchstück bei, das aber hinlänglich sein wird,
den denkenden Erzieher zu belehren, wie viel an den gewöhnlichsten Dingen
des gemeinen Lebens bemerkt und unterschieden werden kann.
[G] Dieses laute Nachsprechen der ganzen Versammlung hat gewiß seinen
sehr großen Nutzen. Es erhält die Kinder in Thätigkeit, reizt sie zum
Lautsprechen und prägt den Vortrag ihrem Gedächtnisse ein. Man muß aber
von dieser Übung mit Vorsicht Gebrauch machen. Will man gewisse Wörter
und Sätze dem Gedächtnisse seiner Kleinen einprägen, so ist das öftere
laute Aussprechen derselben von der ganzen Versammlung hierzu gewiß ein
wirksames Mittel. Will man aber durch ~eigenes~ Urteil den Verstand üben,
so halte ich das chormäßige Aussprechen für zweckwidrig, weil die Kinder
dadurch vom Selbsturteilen abgezogen und zum Nachbeten gewöhnt werden.[25]
Wie man bei den sonst so verdrießlichen ABC-, Sillabier- und Leseübungen
die Kinder in einer angenehmen Selbstthätigkeit erhalten kann, glaube ich
in Konrad Kiefers ABC- und Lesebüchlein hinlänglich gezeigt zu haben.[26]
[H] Da die Erzieher so selten sind, die in ihren Händen Geschicklichkeit
besitzen, etwas zu arbeiten, so hat es mir Mühe gekostet, den Unterricht
in einigen Handarbeiten in meiner Anstalt einzuführen. Jetzt lernen meine
Zöglinge folgendes: anfänglich Verfertigung von allerlei Spielereien aus
Papier und Netzstricken, ferner allerlei Dinge aus Holz zu schnitzen,
Korbflechten, Papparbeiten, Lackierern, Schreinern und Drechseln.
[I] Wer mit der Einrichtung meiner Erziehungsanstalt bekannt ist und
weiß, daß in derselben sich Meritentafeln befinden, an welchen die
Namen meiner Zöglinge geschrieben, und denselben gelbe Nägel beigefügt
sind, durch welche der Grad ihres Fleißes bemerkbar gemacht wird, der
wird sich wundern, daß ich dieses Erziehungsmittels hier gar nicht
Erwähnung thue. Es ist also wohl nötig, mich hierüber zu erklären, zumal
da es seit einiger Zeit anfängt gewöhnlich zu werden, daß man, um eine
Erziehungsanstalt zu empfehlen, mit einem hämischen Seitenblicke auf die
meinige, von ihr rühmt, sie habe keine Meritentafeln.
Die moralische Erziehung kann nur auf die Art, wie ich sie vorhin
beschrieben habe, durch lebhafte Überzeugung von den Pflichten bewirkt
werden und wird auf diese Art in meiner Anstalt betrieben.
Neben der moralischen Bildung ist aber in jeder kleinen und großen
Gesellschaft eine gewisse Polizei nötig, wodurch die äußerlichen
Handlungen der Glieder der Gesellschaft geleitet werden. Daher findet man
in jeder guten Erziehungsanstalt eine Einrichtung, wodurch die fleißigen
Zöglinge vorgezogen, die unfleißigen zurückgesetzt werden. Für meine Lage
habe ich die Meritentafel zweckmäßig gefunden, nie aber sie andern zur
Nachahmung empfohlen, vielmehr mein Mißfallen bezeigt, wenn ich bisweilen
in ~Familien~ Meritentafeln vorgefunden habe.
Ich erreiche in ~meiner Anstalt~ damit zwei sehr wichtige Zwecke:
erstlich, daß Kinder, bei denen die Vernunft noch in der Entwickelung
steht, das Verhältnis, in welchem sie gegeneinander in Ansehung ihres
Fleißes stehen, immer sinnlich dargestellt erblicken. Zweitens, daß die
Lehrer ein Mittel in den Händen haben, ihren Zöglingen, ohne körperliche
Züchtigungen, die ich in dem Kreise meiner Pflegesöhne nicht dulde, ihre
Pflichtvergessenheit durch den Abzug von Billets, deren fünfzig müssen
erworben sein, wenn man neben seinem Namen einen gelben Nagel haben
will, fühlbar zu machen. Wirklich fühlen sie diesen Abzug oft inniger,
als manches an Schläge gewöhntes Kind eine körperliche Züchtigung. In
der Zeit, daß ein Zögling sich seine fünfzig Nägel erwirbt, entwickelt
sich gewöhnlich seine Vernunft so weit, daß er eines solchen sinnlichen
Leitungsmittels nicht mehr bedarf. Er wird nun eine Zeitlang auf die
Probe gestellt, ob er auch ohne dieses Leitungsmittel seine Geschäfte
ordentlich verrichte und die gesellschaftlichen Pflichten erfülle. Hält er
die Probe aus, so wird er zum Offizier erklärt, als Jüngling behandelt,
in die Gesellschaft der Erwachsenen gezogen, bekommt Aufsicht über die
Kleinern u. s. w. Den Orden des Fleißes habe ich schon seit geraumer Zeit
abgeschafft. Er war eben das, was eine Offiziersstelle ist. Die Sache ist
geblieben, der Name aufgegeben, und da die gewöhnlichen Menschen mehr an
dem Namen der Dinge, als an den Dingen selbst hängen, so hoffe ich, daß
diejenigen beruhigt sein werden, denen der Name ~Orden~ anstößig war.[39]
* * * * * *
Anmerkungen zur Transkription:
Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden übernommen;
lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert.
Beibehalten wurde:
Einige Ausdrücke wurden in beiden Schreibweisen übernommen:
soziale und sozialer (beide Seite 123) und socialpädagogischen (Seite 4)
Encyklopädie (Seiten 12 und 17) und Enzyklopädisten (Seite 3)
Schneeballen (Seite 38) und Schneebälle (Seite 39)
euerm (Seite 43) und eurem (Seite 71)
euern (Seiten 54, 55, 70, 73 und 86) und euren (Seiten 42, 53, 54 und 70)
Äußerungen (Fußnote E) und Aeußerungen (Seite 45)
Ueberzeugung (Seite 46) und Überzeugung (Seite 17, 26, 32, 108, 109
und 111, Fußnote I)
neugeborne (Seite 78) und neugeborene (Seite 49)
danach (Seite 81) und darnach (Seiten 82 und 116)
größern (Seite 83) und größeren (Seite 43)
einfachern (Seite 88) und einfacheren (Fußnote 33)
letzteren (Seite 108) und letzteren (Seite 14)
erstern (Seite 108) und ersteren (Seite 14)
eignes (Seite 110) und eigenes (Seite 73)
rechtschaffnen (Seite 111) und rechtschaffenen (Seite 25)
Pflegebefohlnen (Seite 112) und Pflegebefohlenen (Seiten 21, 96, 103,
107, 111 und 114)
z. E. und z. B. (verschiedene Seiten)
u. dgl. und u. dergl. (verschiedene Seiten)
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"und namentlich ~Jean Jacque Rousseau~ mit ihren"
in "und namentlich ~Jean-Jacques Rousseau~ mit ihren"
(Seite 4)
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"Es seien genannt ~Guths-Muths~, der Erzvater der Turnerei"
in "Es seien genannt ~Guts-Muths~, der Erzvater der Turnerei"
(Seite 9)
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"als das Erziehungsgegeschäft. Als Lohn"
in "als das Erziehungsgeschäft. Als Lohn"
(Seite 15)
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"der Kinder enthalten, aber Anweisungen zur Erziehung"
in "der Kinder enthalten, aber an Anweisungen zur Erziehung"
(Seite 24)
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"nach und nach eine Gemeine hervor, die"
in "nach und nach eine Gemeinde hervor, die"
(Seite 25)
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"sich eingestünde daß er gefehlt"
in "sich eingestünde, daß er gefehlt"
(Seite 31)
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"ist seine Klasse ein Haufe schändlicher, verworfener Gassenbuben."
in "ist seine Klasse ein Haufen schändlicher, verworfener Gassenbuben."
(Seite 41)
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"So ist es nicht mit Karln."
in "So ist es nicht mit Karl."
(Seite 43)
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"davon geradezu beimessen uud sich auf mein"
in "davon geradezu beimessen und sich auf mein"
(Seite 44)
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"die Laufbänke und Laufzäune entfernt sind, und"
in "die Laufbänke und Laufzäume entfernt sind, und"
(Seite 48)
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"Zöglinge durch Abhärtuug ihre Gesundheit erhalten"
in "Zöglinge durch Abhärtung ihre Gesundheit erhalten"
(Seite 53)
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"nicht nötig, durch weitläuftige Vorstellungen euren Zöglingen"
in "nicht nötig, durch weitläufige Vorstellungen euren Zöglingen"
(Seite 54)
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"Müssen Sie denn nicht lauter"
in "Müssen sie denn nicht lauter"
(Seite 80)
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"eine Gesellschaft von Ackerleuten kömmt."
in "eine Gesellschaft von Ackerleuten kommt."
(Seite 93)
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"zerstreut und teilnamlos bleiben, so"
in "zerstreut und teilnahmslos bleiben, so"
(Seite 97)
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"Feld &c.«; ~Breiden~, »Der Anschauungsunterricht«;"
in "Feld &c.«; ~Breiden~: »Der Anschauungsunterricht«;"
(Fußnote 18)
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"am Anfange des »Emil«: Alles ist"
in "am Anfange des »Emil«: »Alles ist"
(Fußnote 21)
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"~Kohlrausch und Marten~: »Turnspiele«;"
in "~Kohlrausch~ und ~Marten~: »Turnspiele«;"
(Fußnote 36)