sie erst so sprach, als antwortete sie jemand anders; dann hörte sie
singen und zuletzt wurde es still.
Als der Bauer und die Bäuerin zurückkamen, war Doris noch ganz weiß um
die Nase von dem Schreck und es schudderte sie, als sie erzählte, was
sie belebt hatte.
Die Bäuerin sah durch das kleine Fenster in die Dönze und sah die Frau
mit dem Gesangbuch auf dem Schoß im Ofenstuhl sitzen. Sie ging hinein
und sah, daß sie tot war.
Ihr Daumen lag auf dem Buche bei dem Erntedanklied, das sie zuletzt
gesungen hatte, und das fing an:
HERR im himmel, GOTT auf erden,
Herrscher dieser ganzen welt!
Laß den mund voll lobes werden;
Da man DIR zu fuße fällt,
Für den reichen ernte-segen
Dank und opfer darzulegen.
Worterklärung.
1. Kapitel. Der Bullerborn.
+Pump+, Teich. +Adebar+, Storch. +Wohld+, wilder, angeflogener
Wald. +mülmen+, wirbeln. +Hülse+, Stechpalme. +Holder+, Hollunder.
+Ortstein+, Raseneisenstein. +Dönze+, Wohn- oder Schlafstube.
+Totenhuhn+, Käuzchen. +Windbrett+, Bretter, die den Dächern und
Giebeln (bei diesen oft in Pferdekopfform) vorgenagelt sind, um zu
verhüten, daß der Wind unter die Ziegel oder das Strohdach fährt.
+Machangel+, Wacholder.
2. Kapitel. Adebarstag.
+Schlafbutze+, verschließbare Bettstatt in der Dönze. +Flett+, der
Teil der Hausdiele, auf der die Herdstatt ist. +Wasserwarmbier+,
Wöchnerinnen- und Krankensuppe.
3. Kapitel. Der Beifinger.
+Nägelchen+, spanischer Flieder. +Wigelwagel+, Pirol, Pfingstvogel.
+Beeke+, Bach. +Rehmen+, Rauchfang über dem Herd. +Post+, ein Strauch,
Myrica gale, auch Gagel genannt.
4. Kapitel. Das Hausbuch.
+Fuhre+, Föhre, Kiefer. +Fuhrentelgen+, Kiefernzweige. +Kartjen+,
Kartenspielen. +Schnucke+, Haidschaf. +Beilade+, ein kleiner Kasten mit
Deckel in Truhen.
5. Kapitel. Das Osterfeuer.
+Schmustern+, schmunzeln. +Jesuwundenkraut+, Schöllkraut, Chelidonium
majus. +Zwille+, Astgabel. +Lüttjemagd+, Kleinmagd. +prahlen+, überlaut
reden.
6. Kapitel. Im Ruhhorn.
+Burgfried+, befestigter Speicher. +Heermännken+, Wiesel.
+Haidschauer+, Schuppen in der Haide. +Bracke+, lautjagender Hund.
+Sandbrink+, Sandberg. +Bickbeere+, Heidelbeere. +Kronsbeere+,
Preißelbeere. +Gnitte+, winzige Mücke, Gelse. +Vagelbund+, Vagabund.
+weifen+, schlagen.
7. Kapitel. Die Grenze.
+Beiderwand+, derbes, eigengemachtes Zeug. +Adder+, Otter, Giftschlange
(plattdeutsches Wort). +minne+, gering. +Tange+, Zange, Hundename.
+Heidenbrink+, Hügel in der Heide, auf dem ein Hünengrab steht.
+Fuhrendickung+, schwer zu durchdringender junger Kiefernwald.
8. Kapitel. Am Toten Ort.
+Marodebruder+, Marodör. +schlumpen+, glücken. +gnicken+, mit einem
Gnickstich töten. +Markwart+, Eichelhäher. +Schmoorboden+, weicher,
schwarzer Waldboden. +Schudder+, Schauer. +Celler Mascher+, Bewohner
der Vorstadt an der Allermarsch bei Celle, wo früher allerlei Volk
wohnte, das Zigeunerblut im Leibe hatte.
9. Kapitel. Der Blumengarten.
+hujahnen+, gähnen. +Reethalm+, Rohrhalm. +Danzeschatz+, Tanzschatz.
+Fürtuch+, Schulter- oder Brusttuch. +Stegel+, Uebertritt in der
Einfriedigung, +Heidbrink+, Heidberg. +Altmutter+, Großmutter.
10. Kapitel. Die Eule.
+wesen+, sein. +Trankrüsel+, Tranlampe. +hille+, eilig. +Bunter+,
ein Tanz, der kein Rundtanz ist. +diesige Luft+, dicke, weiche Luft.
+Morgenzeit+, erste Mahlzeit.
11. Kapitel. Der Notweg.
+Herzspann+, Magendrücken, Atemnot.
12. Kapitel. Doppelte Liebe.
+Schruthahn+, Truthahn. +Borgfarken+, männliches Ferkel. +Schatull+,
Glasschrank. +Burmal+, Versammlung der Bauern.
13. Kapitel. Auf der Wildbahn.
+wahn+, sehr groß. +Hahnjökel+, Unsinn. +Pattweg+, Fußweg. +Duffsinn+,
Blödsinn. +raum+, licht, lückig. +benaud+, beklommen oder verbiestert.
+Wurfboden+, die Wurzelballen vom Sturm geworfener Bäume. +Wildpret+,
weibliches Rotwild. +Stangenort+, jüngerer Waldbestand. +Stuken+,
Baumstumpf. +Grauartsche+, Hänfling. +Buttervogel+, Schmetterling.
+Kaßmännken+, Zweieinhalbgroschenstück. +Eidig+, volkstümlicher
Wilddieb.
14. Kapitel. Grummet.
+Kaff+, Spreu. +Dietweg+, unbefestigter Fahrweg. +Leit+, Zügel.
+Schoof+, Bund. +Fluckerhut+, Zeughaube in Helgoländerform.
15. Kapitel. Der Blaurand.
+Horüdho+, Jagdschrei. +Hatten Lena+, Herzen Lena. +Schlaf+, Schläfe.
16. Kapitel. Herzbube.
+Bewerbock+, Bekassine. +Moorochs+, Rohrdommel. +Uhlenvesper+,
scherzhaft für eine mitten in der Nacht eingeschobene Mahlzeit bei
Trinkgelagen. +Faulbank+, Sofa.
17. Kapitel. Die Moosbank.
+quant+, derb. +anmoorig+, mooriger Sandboden. +Bolze+, Kater. +Tüte+,
Regenpfeifer.
18. Kapitel. Das Altenteil.
+Hahnenvesper+, ähnlich wie Uhlenvesper, nur gegen Morgen.
19. Kapitel. Die beiden Tauben.
+Notweg+, Totenweg. +Stößer+, Sperber.
Die an den Kapitelschlüssen stehenden Hakenkreuze finden sich in vielen
Teilen der Welt, namentlich aber auch in Nord- und Mitteleuropa (hier
bereits etwa seit 5000 Jahren), als mythische Zeichen an Geräten,
Waffen, Felsen usw. Man sieht in ihnen Sonnen-, Feuer-, Lebens-,
Fruchtbarkeitssinnbilder, Glück- und Heilbringer.
Ihre Auswahl geschah durch den Dichter in Anlehnung an den Inhalt der
einzelnen Kapitel. Er folgte wohl althergebrachten oder volkstümlichen
Deutungen bzw. Deutungsversuchen der verschiedenen Abarten des
Hakenkreuzes (wie »Morgensonne«, »Abendsonne«, »Männlichkeit«,
»Weiblichkeit«), oder aber er wurde zu dem Entschluß, ihnen
den betreffenden Platz zuzuweisen, rein gefühlsmäßig durch den
unmittelbaren graphischen Eindruck des jeweiligen Zeichens veranlaßt.
[Illustration]
Bücher von Hermann Löns
aus dem Verlage von Adolf Sponholtz G. m. b. H., Hannover
Illustrierte Ausgaben
Sein letztes Lied
Eine Auswahl der schönsten Jagdgeschichten
Ausgewählt und eingeleitet von Egon Frhr. v. Rapherr. Mit über
50, darunter 20 ganzseitigen Bildern von Paul Haase. Des Buch
bringt auf 300 Seiten 34 der besten Jagdskizzen des Dichters.
In Ganzleinen gebunden 8.50 Mark
In Halbleder gebunden 12 Mark
Lüttjemann und Püttjerinchen
Das Buch vereinigt die schönsten Heidemärchen von Hermann Löns.
68 Originallithographien von Fritz Eggers sind mit des Dichters
Meistermärchen eine untrennbare Einheit geworden. So ist ein
Buch von seltener innerer und äußerer Schönheit entstanden, an
dem alt und jung wirkliche Freude haben wird.
In Halbleinen gebunden 5.-- Mark
Eulenspiegeleien
Eingeleitet und herausgegeben von Traugott Pilf
Eine Sammlung von 28 in Faksimile wiedergegebenen Postkarten
mit Versen und farbigen Zeichnungen von Hermann Löns, der
vielfach etwas Eulenspiegelhaftes im besten Sinne an sich
hatte. Wie dem echten Till Eulenspiegel fehlt auch ihm niemals
die Innerlichkeit des tiefen Gemütes, und so versteckt sich
der Schmerz hinter dem Spott und die Weichheit hinter einem
scheinbar harten Scherz.
Goldhals
Ein Tierbuch
Aus Wald und Heide
Geschichten und Schilderungen
Diese beiden für die Jugend zusammengestellten Bände bringen
eine Auswahl der schönsten Tier- und Naturschilderungen aus
den Werken des Dichters und sind mit je 8 farbigen Vollbildern
von Paul Haase und Erich Fricke geschmückt. Die Bücher sind
besonders zu Geschenkzwecken geeignet.
In Halbleinen gebunden je 5 Mark
Von beiden Bänden gibt es eine kleine Ausgabe mit
Schwarz-Weiß-Zeichnungen, die kartoniert 1.20 Mark kostet.
Bücher von Hermann Löns
aus dem Verlage von Adolf Sponholtz G. m. b. H., Hannover
Mümmelmann Ein Tierbuch
Widu Ein neues Tierbuch
Mein braunes Buch Haidbilder
Haidbilder Neue Folge von »Mein braunes Buch«
Da draußen vor dem Tore Heimatliche Naturbilder
Mein buntes Buch Naturschilderungen
Der zweckmäßige Meyer Ein schnurriges Buch
Auf der Wildbahn Jagdschilderungen
Kraut und Lot Ein Buch für Heger und Jäger
Ho Rüd' hoh Jagderlebnisse
Mein blaues Buch Balladen und Romanzen
Dahinten in der Heide Roman
Die Häuser von Ohlenhof Der Roman eines Dorfes
In Ganzleinen gebunden 5.50 Mark
Der letzte Hansbur Ein Bauernroman
aus der Lüneburger Heide
In Ganzleinen gebunden 6.50 Mark
Mein niedersächsisches Skizzenbuch Aus dem Nachlaß
In Ganzleinen 7 Mark, in Halbleder 9.50 Mark
Gedanken und Gestalten Aus dem Nachlaß
Für Sippe und Sitte Aus dem Nachlaß
Jeder Band in Ganzleinen gebunden 4.50 Mark
Preisänderungen vorbehalten
Weitere Anmerkungen zur Transkription
Offensichtlich fehlerhafte Zeichensetzung wurde stillschweigend
korrigiert.
Unterschiedliche Schreibweisen, insbesondere auch der großen
Umlaute, wurden beibehalten.
Korrekturen (das korrigierte Wort ist in {} eingeschlossen):
S. 31: elifen → eilfen
Er hatte {eilfen} Finger
S. 45: lachen → Lachen
und es war rein zum {Lachen}
S. 49: Gnitte → Gnitten
trotz der Mücken und {Gnitten}
S. 62: sie → Sie
daß {Sie} gestern meinen Bengel beherbergt
S. 79: Fleet → Flett
fand er im {Flett} ein Mädchen vor
S. 112: steichelte → streichelte
Göde {streichelte} ihre Hand
S. 135: ganz sich → sich ganz
Durtjen huschelte {sich ganz} fest an ihn
S. 150: alle → all
Seitdem wurde er da {all} sein Wild los
S. 161: Helloh → Hehlloh
im {Hehlloh} dicht am Königlichen
S. 191: Fleet → Flett
ganz allein mit Anna auf dem {Flett}
S. 201: ihn → ihm
und sich dicht bei {ihm} zu stellen
S. 219: Reth → Reet
um den altes {Reet} stand
S. 244: Vetta → Detta
als auch {Detta} wieder in der Sonne
S. 288: Beverbock → Bewerbock
+{Bewerbock}+, Bekassine.