Sechster Auftritt

Theophan. Adrast. Juliane.

Juliane (beiseite). Was wird er sagen? was werde ich antworten?

Adrast. Ich kann mir es einbilden, auf wessen Anstiften Sie herkommen.

Aber was glaubt sie damit zu gewinnen? Mich zu verwirren? mich

wieder an sich zu ziehen?--Wie wohl läßt es Ihnen, Theophan, und Ihrem

ehrwürdigen Charakter, das Werkzeug einer weiblichen Eifersucht zu

sein! Oder kommen Sie gar, mich zur Rede zu setzen? Ich werde Ihnen

alles gestehen; ich werde noch stolz darauf sein.

Theophan. Wovon reden Sie, Adrast? Ich verstehe kein Wort.

Juliane. Erlauben Sie, daß ich mich entferne. Theophan, ich

schmeichle mir, daß Sie einige Hochachtung für mich haben; Sie werden

keine ungerechte Auslegungen machen, und wenigstens glauben, daß ich

meine Pflicht kenne, und daß sie mir zu heilig ist, sie auch nur in

Gedanken zu verletzen.

Theophan. Verziehen Sie doch.--Was sollen diese Reden? Ich verstehe

Sie so wenig, als ich den Adrast verstanden habe.

Juliane. Es ist mir lieb, daß Sie aus einer unschuldigen Kleinigkeit

nichts machen wollen. Aber lassen Sie mich--(Geht ab.)

Der Freigeist · 第 87 / 123 题