Juliane. Adrast.
Adrast (indem er gähling aufsteht). Wer sprach hier?
Juliane. Himmel! es war Henriettens Stimme.
Adrast. Ja, sie war es. Was für eine Neugierde! was für ein Vorwitz!
Nein, nein! ich habe nichts zu widerrufen; sie hat alle die Fehler,
die ich ihr beigelegt, und noch weit mehrere. Ich könnte sie nicht
lieben, und wenn ich auch schon vollkommen frei, vollkommen
gleichgültig gegen eine jede andere wäre.
Juliane. Was für Verdruß, Adrast, werden Sie mir zuziehen!
Adrast. Sorgen Sie nicht! Ich werde Ihnen allen diesen Verdruß durch
meine plötzliche Entfernung zu ersparen wissen.
Juliane. Durch Ihre Entfernung?
Adrast. Ja, sie ist fest beschlossen. Meine Umstände sind von der
Beschaffenheit, daß ich die Güte Lisidors mißbrauchen würde, wenn ich
länger bliebe. Und über dieses will ich lieber meinen Abschied nehmen,
als ihn bekommen.
Juliane. Sie überlegen nicht, was Sie sagen, Adrast. Von wem sollten
Sie ihn bekommen?
Adrast. Ich kenne die Väter, schönste Juliane, und kenne auch die
Theophane. Erlauben Sie, daß ich mich nicht näher erklären darf. Ach!
wenn ich mir schmeicheln könnte, daß Juliane--Ich sage nichts weiter.
Ich will mir mit keiner Unmöglichkeit schmeicheln. Nein, Juliane
kann den Adrast nicht lieben; sie muß ihn hassen.--