Johann. Aber--

Adrast. Aber siehst du denn nicht, daß ich rasend werden möchte? Was

plagst du mich noch? Du hörst ja, daß Theophan und Araspe Vettern

sind.

Johann. Zum erstenmal in meinem Leben.--Vettern? Ei! desto besser;

unsere Wechsel bleiben also in der Freundschaft, und Ihr neuer Herr

Schwager wird dem alten Herrn Vetter schon zureden--

Adrast. Du Dummkopf!--Ja, er wird ihm zureden, mich ohne Nachsicht

unglücklich zu machen.--Bist du denn so albern, es für einen Zufall

anzusehen, daß Araspe hier ist? Siehst du denn nicht, daß es Theophan

muß erfahren haben, wie ich mit seinem Vetter stehe? daß er ihm

Nachricht von meinen Umständen gegeben hat? daß er ihn gezwungen hat,

über Hals über Kopf eine so weite Reise zu tun, um die Gelegenheit ja

nicht zu versäumen, meinen Ruin an den Tag zu bringen, und mir dadurch

die letzte Zuflucht, die Gunst des Lisidors, zu vernichten?

Johann. Verdammt! wie gehen mir die Augen auf! Sie haben recht.

Kann ich Esel denn, wenn von einem Geistlichen die Rede ist, nicht

gleich auf das Allerboshafteste fallen?--Ha! wenn ich doch die

Schwarzröcke auf einmal zu Pulver stampfen und in die Luft schießen

könnte! Was für Streiche haben sie uns nicht schon gespielt! Der

eine hat uns um manches Tausend Taler gebracht: das war der ehrwürdige

Gemahl Ihrer lieben Schwester. Der andere--

Adrast. Oh! fange nicht an, mir meine Unfälle vorzuzählen. Ich will

sie bald geendigt sehen. Alsdann will ich es doch abwarten, was mir

das Glück noch nehmen kann, wann ich nichts mehr habe.

Johann. Was es Ihnen noch nehmen kann, wann Sie nichts mehr haben?

Das will ich Ihnen gleich sagen: Mich wird es Ihnen alsdann noch

nehmen.

Der Freigeist · 第 56 / 123 题