Adrast. Verlieret dabei nichts. Nur daß Juliane--

Lisidor. Ho! ho! Herr Adrast, ich will doch nicht hoffen, daß Sie

auch an der Narrheit krank liegen, welche die Leute nur das für gut

und schön erkennen läßt, was sie nicht bekommen können. Wer Henker

hat Sie denn gedungen, Julianen zu loben?

Adrast. Fallen Sie auf nichts Widriges. Ich habe bloß zeigen wollen,

daß mich die Liebe für meine Henriette gegen die Vorzüge ihrer

Schwester nicht blind mache.

Lisidor. Nu, nu! wenn das ist, so mag es hingehen. Sie ist auch

gewiß ein gutes Kind, die Juliane. Sie ist der Augapfel ihrer

Großmutter. Und das gute, alte Weib hat tausendmal gesagt, die Freude

über ihr Julchen erhielte sie noch am Leben.

Adrast. Ach!

Lisidor. Das war ja gar geseufzt. Was Geier ficht Ihn an? Pfui!

Ein junger gesunder Mann, der alle Viertelstunden eine Frau nehmen

will, wird seufzen? Spare Er Sein Seufzen, bis Er die Frau hat!

Der Freigeist · 第 13 / 123 题