Unsere Kolonien besitzen in ihren Baumbeständen, die sich teils in
dichten Urwäldern, teils als lichtere Steppenwälder finden, einen großen
Reichtum an wertvollen Nutzhölzern. Eine Ausbeutung dieser Schätze
findet allerdings erst in geringem Umfange statt, weil die
Untersuchungen über die für die Ausfuhr am besten geeigneten Hölzer noch
gar nicht abgeschlossen sind. Manche Sorten sind überhaupt noch nicht
genauer bekannt. Ein großes Hindernis ist auch der Mangel an
Verkehrswegen. An größeren schiffbaren Flüssen fehlt es in den meisten
Gegenden. Bevor deshalb nicht Eisenbahnen den Transport der Hölzer an
die Küste ermöglichen, wird eine Ausfuhr nach Europa in größerem Umfange
ausgeschlossen sein. Allerdings findet schon jetzt eine Ausnützung des
Holzes statt in der Weise, daß zu den meisten europäischen Bauten in den
Kolonien nur einheimisches Holz verwendet wird, so daß die Holzeinfuhr
aus Europa beständig abnimmt.
[Illustration: Tafel 36.
Strophanthus hispidus.
a) Zweig mit Blüten, 2/5 nat. Gr.
b) Doppelfrucht, 1/4 nat. Gr.
c) Samen, der obere mit Flugapparat, 4/5 nat. Gr.]
Um auch für die Zukunft einen ausreichenden Waldbestand zu sichern,
sorgt die Regierung für Aufforstung besonders wertvoller Bäume auf
geeigneten Landstrecken.
Eine Aufzählung auch nur der wichtigsten Nutzhölzer unserer Kolonien ist
schon ihrer großen Zahl wegen hier unmöglich; sie ist auch deshalb
schwierig, weil es für die meisten Bäume noch keine allgemein
eingeführten Namen gibt. Die Händler bezeichnen die afrikanischen Hölzer
meist in Anlehnung an ihnen bekannte Holzarten, mit denen die neu
eingeführten gewisse Ähnlichkeiten besitzen, auch ohne mit ihnen
irgendwie verwandt zu sein.
Einige der bekanntesten Namen für afrikanische Nutzhölzer sind:
Afrikanisches Mahagoni,
Afrikanisches Rosenholz,
Rotholz,
Ebenholz,
Teakholz,
Zedern.
Aus Deutsch-Ostafrika wurden 1906 für 21633 Mk.
Nutzhölzer ausgeführt,
aus Kamerun 118794 „
„ Togo 2340 „
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Zusammen 142767 Mk.