(Tafel 33).
Guttapercha ist wie Kautschuk eine Masse, die aus dem Saft verschiedener
Baumarten gewonnen wird. Guttapercha liefernde Bäume gibt es aber nicht
in so großer Anzahl wie die Kautschukpflanzen. Es sind nur einige Arten
der Gattung Palaquium, die für die Gewinnung in Betracht kommen.
Die Heimat dieser Bäume ist die südasiatische Inselwelt. Sie kommen vor
auf Borneo, Sumatra und der malayischen Halbinsel. Ganz neuerdings hat
man Guttaperchabäume auch in Deutsch-Neuginea gefunden. Es sind
Urwaldbäume, die eine Höhe von 20-25 m erreichen. Ihre Blätter sind
oval, lederartig, glänzend grün. Aus den Samen pressen die Eingebornen
Sumatras ein Speiseöl. Zur Gewinnung des Guttapercha werden fast in
allen Fällen die Bäume gefällt, so daß alte, ganz ausgewachsene Bäume
immer seltener werden. Die Guttapercha-Erzeugung würde bei diesem System
der Ausbeutung in allernächster Zeit ganz bedeutend zurückgehen, wenn
nicht durch Anpflanzung junger Bäume für Nachwuchs gesorgt würde. Auch
auf den deutschen Südseeinseln sind Pflanzungen angelegt worden, die, da
Klima und Bodenbeschaffenheit dem dort ja auch wild vorkommenden Baum
zusagen, zu guten Hoffnungen berechtigen.
Der ausfließende Saft gerinnt sofort an der Luft; er wird später durch
Kochen und Kneten gereinigt und verdickt, erhärtet bei gewöhnlicher
Temperatur zu holzharten Klumpen.
Eine besondere Bedeutung für die Industrie hat Guttapercha durch sein
Verhalten zur Elektrizität erlangt: Es ist ein fast vollständiger
Nichtleiter der Elektrizität (wie auch der Wärme). Daneben wird es
selber aber durch Reiben stark negativ elektrisch. Diese Eigenschaften
haben ihm eine ausgedehnte Verwendung in der Elektrizität verschafft.
Die ganze Unterseekabelindustrie hängt von der Gutta ab.
Gutta wird in der Wärme nicht ~plastisch~ wie Ton und Kautschuk,
letzterer ist dafür aber ~elastisch~. Gutta wird durch Seewasser nicht
verändert, wohl aber Kautschuk.
[Illustration: Tafel 33.
Guttaperchabaum (_Palaquium gutta_).
a) Blühender Zweig.
b) Frucht.]