Tee

(Tafel 9).

Es gibt zwei verschiedene Arten der Teepflanze, von denen die eine

stattliche Bäume bildet, die andere strauchartig ist. Der Assam-Tee ist

ein Baum, der eine Höhe bis zu 15 m erreicht. Die Blätter der

Teepflanzen sind meist lederartig glänzend und dunkelgrün, die Blüte ist

weiß. Die Früchte bilden eine Kapsel mit drei Fächern, deren jedes einen

runden Samen enthält.

Die Heimat des Tees ist das südöstliche Asien, hier, in China und

Japan, wird er auch seit den ältesten Zeiten angebaut. Er gedeiht in

subtropischem und tropischem Klima. Die Tropenhitze bringt allerdings

die Blätter zu größerer Entwicklung, läßt sie aber nicht die gleiche

Güte erreichen wie im subtropischen Gebiet. Ausgezeichnet kommt dagegen

die Teepflanze fort in tropischen Bergländern, die genügende Luft- und

Bodenfeuchtigkeit gewähren.

Die Fortpflanzung geschieht durch Samen. Im Alter von 3-5 Jahren fangen

die Sträucher an, Erträge zu liefern. Vollernten erhält man etwa vom 10.

Jahr ab. Bei manchen Arten nimmt der Vollertrag schon vom 15. Jahr an

wieder ab, andere liefern aber bis zum Alter von 30-40 Jahren und noch

länger gute Erträge. In Japan soll es Teesträucher geben, die über 300

Jahre alt sind.

Zur Teebereitung dienen nur die Blätter. Diese können mit Ausnahme des

Winters oder der Trockenzeit fast das ganze Jahr hindurch gepflückt

werden. Je jünger und zarter die geernteten Blätter sind, desto besseren

Tee liefern sie. Auf einen Hektar Teepflanzung rechnet man

durchschnittlich eine Ernte von 3000 kg Teeblättern jährlich, auf den

besten Pflanzungen erntet man sogar bis 10000 kg. -- Die gepflückten

Blätter läßt man zunächst in Schuppen welken; darauf werden sie, früher

allgemein mit der Hand, neuerdings auch in Maschinen, gerollt. Von den

gerollten Blättern formt man Bälle, die man in Kasten legt und durch die

Sonnenhitze gären läßt. Dadurch erhalten sie den bekannten aromatischen

Geruch. Nach dem Gären müssen alle Blätter noch einmal gerollt werden,

und dann läßt man sie in der Sonne oder auch in Öfen trocknen. Nach dem

Trocknen ist der Tee zur Verpackung und zum Versand fertig.

Die größten Teepflanzungen finden sich in Ceylon, China, Japan, Hinter-

und Vorderindien und den Sundainseln. Auch in Deutsch-Ostafrika und in

Kamerun sind kleine Anbauversuche gemacht worden.

Deutschlands jährlicher Bedarf an Tee beträgt etwa 4000 Tonnen im Werte

von fast 8 Millionen Mark.

[Illustration: Tafel 9.

Tee (_Thea chinensis_).

Die Nutzpflanzen unserer Kolonien und ihre wirtschaftliche Bedeutung für das Mutterland · 第 39 / 97 题