(Tafel 8).
Die Heimat des Kaffeebaumes ist Afrika. Angebaut werden fast
ausschließlich zwei Arten, der sogenannte arabische, der aber aus
Abessinien stammt und der Liberia-Kaffee aus Westafrika. Der
liberianische Kaffeebaum ist derber und größer als der arabische,
letzterer liefert dagegen die feineren, besser bezahlten Bohnen. Der
erstere wird bis zu 15 m, letzterer höchstens 5-6 m hoch. Der
liberianische blüht fast das ganze Jahr hindurch, der arabische hat
jährlich nur eine Blütenperiode, die sich allerdings durch drei Monate
hinzieht. Der arabische Kaffee ist besser für höhere, der liberianische
besser für tiefere Lagen geeignet.
Die Frucht des Kaffeebaumes hat die Form einer Kirsche, unreif ist sie
grün gefärbt, später rot. Jede Beere enthält zwei Bohnen. Sind die
Früchte reif, so werden sie gepflückt, die Bohnen herausgeschält,
getrocknet und dann in den Handel gebracht.
Das Hauptanbaugebiet für Kaffee liegt in den Tropen. Der Baum verlangt
guten Boden, eine gleichmäßige Wärme und Feuchtigkeit. Eine direkte
Sonnenbestrahlung ist ihm in tieferen Lagen schädlich, deshalb läßt man
bei Anlage von Kaffeekulturen in gewissen Abständen die Urwaldbäume
stehen, oder wo solche nicht vorhanden sind, pflanzt man eigene
Schattenbäume an. Auch weiterhin verlangt der Baum sorgfältige Pflege.
Im dritten oder vierten Jahr ihres Alters beginnen die Bäume zu tragen,
den Vollertrag liefern sie vom 6.-8. Jahr an. Im Alter von 18-20 Jahren
pflegt der Ernteertrag zurückzugehen; dann müssen die Bäume durch
Neuanpflanzung ersetzt werden. Der Baum liefert im Durchschnitt jährlich
1-1/2 - 2 kg Kaffee.
Die größten Kaffeepflanzungen haben Süd- und Mittelamerika, Westindien
und die Sundainseln, unter denen besonders Java hervorragt. Den großen
Hauptanteil an der Welternte liefert Brasilien, dessen Ausfuhr jährlich
fast 390 Millionen Mark erreicht, ihm folgen Venezuela mit 48 Mill. und
Niederländisch Ostindien mit 45 Mill. Mark.
Unsere Kolonien bringen noch keine großen Ernten auf den Markt, da die
Kulturen teilweise noch zu jung sind. Besonders die Landschaft Usambara
in Ostafrika und die Südseeinseln bieten Aussicht, in Zukunft einen
bedeutenderen Teil unseres Kaffeebedarfes zu decken. In Ostafrika führen
auch die Eingebornen des Seengebiets selbst angebauten Kaffee aus, und
zwar beträgt diese Ausfuhr ein Drittel der ganzen Kaffeeernte des
Landes. Auch in Kamerun (z. B. in Ossidinge) sind neuerdings größere
Anpflanzungen von Liberia-Kaffee gemacht worden.
Deutschlands gesamte Einfuhr an Kaffee betrug 1906 170000000 Mk. Die
Ausfuhr aus Ostafrika erreichte 1906 einen Wert von 423000 Mk., 1907
540000 Mk.
[Illustration: Tafel 8.
Kaffee (_Coffea arabica_).
a) Zweig mit Blüten, 2/5 nat. Gr.
b) Zweig mit Früchten, 2/5 nat. Gr.
c) Frucht, halb vom Fruchtfleisch befreit, um die „Bohnen” zu zeigen,
4/5 nat. Gr.]