Nun wieder eine Nacht durchjohlt
Ist rings der Stadtpark aufgewacht.
Allee, der Wasserfall, ein Vogelzwitschern ohne Mühe.
In der durchsichtigen Frühe.
Nach falschbekränzter Nacht
Hast Du mich eingeholt.
Wie ich Dich gestern sah. . .
Bewegte Straße glitt
Dein Gang. Wer dürfte frevelnd sagen,
Daß unter Röcken und Jackett, so leicht getragen,
Sich mehr verbarg als Atemzug und Schritt,
Du Schlanke fern und nah!
Gefühl, geheimer Sinn
Und ein Gedanke kam.
Elysisch aufgeregt blick ich zum leichten Himmel hin, zur leichten
Erden.
Heiraten wirst Du, Du wirst Mutter werden! --
Warum zerschmilzt mich Scham?
Was reißt mich Wonne hin?
Noch höher bist Du bald
Und weiter mir entrückt.
Denn was vergöttlicht? Leiden! Du wirst leiden
Im Erker sitzen seh ich Dich verständig und bescheiden,
Von Schmerz und Glück bedrückt,
Nun mildere Gestalt!
In die Natur und Pflicht
Wächst lieblich Du hinein.
Ich aber treibe mich herum in parfümierten Vestibülen,
In überheizten Zimmern schwelge ich auf Pfühlen;
Du denkst an Dinge rein,
An Windeln, Kindgewicht.
Drum soll es so geschehn!
Von Wolken lieb umdrängt,
Zieh mir vorbei in Wind und solchem Morgen oben!
Ich will Dich bebend hochbeloben,
Und Blick und Bart gesenkt
Vor Dir in Andacht stehn.