Im winterlichen Hospital

Himmel wird sich bald entblättern,

Aber Licht ist noch genug.

Ach, und kleine Stimmen, die ans Fenster klettern

Von Winterwind ein Flug.

Und dunkle Sonne im Wasserkrug.

Draußen gibt es Blumen zu kaufen,

Da sind Kinder vorübergelaufen.

Doch der Hof tönt von behutsamen Schritten.

Die Erwachsenen haben zärtliche Sitten. . .

O Verband, der erlöst! -- Nicht regen, nicht rühren!

Doch kann ich noch spüren,

Wie Bewußtsein mit Ruderschlägen

Vom Lande stößt.

Vorbei -- vorbei

An Wildnis und Fläche!

Dort stürzen Bäche,

Schon atmet die Steppe,

Die ewige frei. . .

Was tönt im Haus,

Gedämpft über die Treppe?

Ist die Besuchsstunde schon aus?

Jetzt liegen die kranken Brüder da,

Einen lieben Gegenstand in der Hand,

Von Eau de Cologne ein frischer Flacon,

Und, ach, ein neuer Engelhornband.

Ich will nicht klagen, daß niemand

Im fremden Land

Meine Türe aufgetan

Freundlich mir zugewandt.

Wer trat herein?

So leicht und unbefangen,

Mit einem lila Shawl

Und tanzerregten Wangen,

Wie bei der Damenwahl?

Nun hat es sich doch erfüllt!

O Erinnerung! O Schlacht auf den katalaunischen Gefilden!

O Geschichtsstunden, wo wir uns einbilden

Erschlagene Krieger zu sein!

Da kamst Du immer dem treuen,

Dem Knaben Blumen zu streuen.

So ist es wieder geschehn?

Schon stürzten die Speere und Schilde,

Nun darf auch mein armes Gefilde

In Abend und Tränen stehn.

»Schwester, so spät ist es schon?«

»Ja, ich bringe die Abendbouillon.«

Treibe -- Treibe

Im Strome von dannen.

Rings breitet die Scheibe

Sich weiter Savannen.

An sandigen Stellen,

Im Dunkeln, im Hellen,

An niedrigen Feuern,

Nach Abenteuern

Gelagerte Männer

Bereiten ein Mahl.

Gesänge aus den drei Reichen: Ausgewählte Gedichte · 第 5 / 80 题