Der dicke Mann im Spiegel

Ach Gott, ich bin das nicht, der aus dem Spiegel stiert,

Der Mensch mit wildbewachsner Brust und unrasiert.

Tag war heut so blau,

Mit der Kinderfrau

Wurde ja im Stadtpark promeniert.

Noch kein Matrosenanzug flatterte mir fort

Zu jenes strengverschlossenen Kastens Totenort.

Eben abgelegt,

Hängt er unbewegt,

Klein und müde an der Türe dort.

Und ward nicht in die Küche nachmittags geblickt,

Kaffee roch winterlich und Uhr hat laut getickt,

Lieblich stand verwundert,

Der vorher getschundert

Übers Glatteis mit den Brüderchen geschickt.

Auch hat die Frau mir heut wie immer Angst gemacht

Vor jenem Wächter Kakitz, der den Park bewacht.

Oft zu schnöder Zeit,

Hör im Traum ich weit

Diesen Teufel säbelschleppen in der Nacht.

Die treue Alte, warum kommt sie denn noch nicht?

Von Schlafesnähe allzuschwer ist mein Gesicht.

Wenn sie doch schon käme

Und es mit sich nähme,

Das dort oben leise singt, das Licht!

Ach abendlich besänftigt tönt kein stiller Schritt,

Und Babi dreht das Licht nicht aus und nimmt es mit.

Nur der dicke Mann

Schaut mich hilflos an,

Bis er tieferschrocken aus dem Spiegel tritt.

Gesänge aus den drei Reichen: Ausgewählte Gedichte · 第 4 / 80 题