Noch einfacher ist der Vorgang, wenn geradezu zwei Individue

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Anmerkungen zur Transkription

Der vorliegende Text wurde anhand der 1916 erschienenen Ausgabe

der Zeitschrift so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben.

Zeichensetzung und offensichtliche typographische Fehler wurden

stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche sowie inkonsistente

Schreibweisen wurden beibehalten, insbesondere wenn diese in der

damaligen Zeit üblich waren oder im Text mehrfach auftreten.

Das Inhaltsverzeichnis wurde vom Bearbeiter an den Anfang des

Textes verschoben. Die Erklärungen zu den Tafeln 1 und 2 wurden der

Übersichtlichkeit halber direkt an die Abbildungen angeschlossen.

Die Originalausgabe wurde in Frakturschrift gesetzt. Für

abweichende Schriftschnitte wurden die folgenden Sonderzeichen

verwendet:

fett: =Gleichheitszeichen=

gesperrt: +Pluszeichen+

Antiquaschrift: _Unterstriche_

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Bücherei der Gesundheitspflege

Band 13

Prof. Dr. M. v. Gruber

Hygiene des Geschlechtslebens

Hygiene des

Geschlechtslebens

Von

Dr. Max v. Gruber

K. Geh. Rat u. Obermedizinalrat

o. ö. Professor der Hygiene an

der Universität München

+11. bis 13., verbesserte Auflage+

53.-70. Tausend

Mit vier farbigen Tafeln

[Illustration]

Verlag von Ernst Heinrich Moritz in Stuttgart

Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung, vorbehalten

Gesetzliche Formel für den Schutz gegen

Nachdruck in den Vereinigten Staaten:

_Copyright 1916 by

Ernst Heinrich Moritz, Stuttgart_

Druck der Engelhard-Reyherschen Hofbuchdruckerei in Gotha

Inhalts-Übersicht.

Seite

Einleitung 1

1. Kapitel: Die Befruchtung 3

2. „ Vererbung und Zuchtwahl 18

3. „ Die Geschlechtsorgane 40

4. „ Der Geschlechtstrieb und die angebliche hygienische

Notwendigkeit des Beischlafs 45

5. „ Folgen der geschlechtlichen Unmäßigkeit und Regeln

für den ehelichen Geschlechtsverkehr 58

6. „ Künstliche Verhinderung der Befruchtung 67

7. „ Verirrungen des Geschlechtstriebs 76

8. „ Die venerischen Krankheiten und ihre Verhütung 83

9. „ Ehe oder freie Liebe 100

Einleitung.

Mit einem lebhaften Gefühle von Bangigkeit habe ich diese kleine

Schrift veröffentlicht. Ich habe in ihr die heikelsten Dinge

rückhaltlos besprochen. Ich mußte es tun, wenn der Leser volle

Einsicht in das Geschlechtsleben erhalten sollte. Diese aber wollte

ich gewähren, weil ich überzeugt bin, daß diese Einsicht, zur rechten

Zeit empfangen und vernünftig gebraucht, den besten Schutz gegen die

furchtbaren Gefahren bietet, die dem einzelnen wie der Gesamtheit aus

dem Geschlechtsleben drohen. „Vernunft und Wissenschaft des Menschen

allerhöchste Kraft“ gilt hier wie überall!

Aber das scharfgeschliffene Schwert wird in der unrechten Hand,

unvorsichtig gebraucht, dem, den es schützen sollte, zur Gefahr; was

Arznei sein sollte, wird zum Gift. Ich bitte daher den Leser dieses

Schriftchens, es sorgfältig zu bewahren, damit es nicht Unberufenen in

die Hand falle! Und den Knaben, dem es trotzdem in die Hände kommt,

bitte ich, wenn sein Ohr bis dahin von unreinen Reden verschont

geblieben ist und wenn er bis dahin noch nichts von den Regungen des

Geschlechtstriebes verspürt hat, sich selbst zu beweisen, daß ein

Mann in ihm steckt, seine Neugierde zu unterdrücken und es ungelesen

wegzulegen. Möge er sich glücklich schätzen, solange er von diesem

Triebe noch nicht beunruhigt wird, der ihn zum bloßen Werkzeug

zur Erhaltung der Gattung machen will und nur allzufrüh eines der

schlimmsten Hindernisse bilden wird, das zu überwinden er alle Kraft

wird aufbieten müssen, wenn er seine persönlichen Fähigkeiten zur

vollen Ausbildung bringen, als +Individuum+ etwas Tüchtiges werden und

leisten will. Möge er sich hüten, den noch Schlummernden vorzeitig

selbst zu wecken!

Als Leser habe ich mir vor allen den zum Manne reifenden Jüngling

gedacht. Aber auch ihm gegenüber muß es meine erste Sorge sein, seinen

Geist richtig zu stimmen, damit er das, was er hören soll, mit Ernst

und reinem Willen aufnehme.

Die wichtigste Aufgabe der Söhne ist, gesunde Enkel zu erzeugen.

So betrachtet, ist das Geschlechtsleben kein Gegenstand schamloser

Leichtfertigkeit, als der es leider behandelt zu werden pflegt.

So mannigfaltig die Empfindungen sind, die das Nachdenken und die

Besprechung geschlechtlicher Dinge in uns erwecken, eine müßte

bei richtiger Betrachtung die stärkste sein: die Empfindung der

+Ehrfurcht+. Denn was gibt es Ehrwürdigeres auf Erden als den Drang der

Geschlechter nach Vereinigung, der auch unsere Eltern zusammengeführt

hat, als den geheimnisvollen Vorgang des Zusammentrittes der

Zeugungsstoffe, aus dem wir selbst hervorgegangen sind und durch

den wir wieder Erzeuger unserer Nachkommen werden? Was gibt es

Ehrwürdigeres als diesen unversieglichen Quell jungen Lebens, der im

Wechsel vergänglicher Generationen die Gattung unsterblich erhält?

Wahrlich, nicht um unsere Lust handelt es sich, wenn die Natur den

Geschlechtstrieb in uns zu erwecken beginnt, lange bevor wir selbst

unsere volle körperliche und geistige Ausbildung erlangt haben.

Das Individuum ist ihr nur das Werkzeug zur Erhaltung der Gattung.

Sicherstellung neuer Befruchtungen, neuer Zeugungen ist das Ziel des

ganzen Geschlechtslebens.

Die Vorgänge, durch welche aus der befruchteten Eizelle das junge Tier

hervorgeht, sind unfaßbar verwickelt. Der Wissenschaft ist es aber im

Laufe der letzten Jahrzehnte gelungen, den Vorgang der Befruchtung

selbst wenigstens im wesentlichen aufzuklären. Wir beginnen unsere

Aufgabe am würdigsten, wenn wir uns diese Erkenntnisse zu eigen machen.

Der ganze ungeheure Ernst des Geschlechtslebens und der Zeugung wird

uns zum Bewußtsein kommen, wenn wir sehen, wie eng das Kind bis in

jede einzelne seiner Myriaden von Zellen hinein mit dem Leibe seiner

Eltern und Vorahnen verknüpft ist, in wie hohem Grade daher sein ganzes

Sein von ihrer Eigenart, Tüchtigkeit, Kraft und Gesundheit abhängig

ist. Neue Pflichten erwachsen uns aus dieser Einsicht: die Pflicht, in

unserer Lebensführung alles zu vermeiden, was den von uns abgesonderten

Keimstoffen schädlich werden kann, und die Pflicht, keine Kinder zu

erzeugen, die voraussichtlich krank sein werden.

1. Kapitel.

Die Befruchtung.

Damit es bei den Organismen (Lebewesen) mit geschlechtlicher

Fortpflanzung zur Entstehung eines neuen Individuums (Einzelwesens)

komme, ist es notwendig, daß das weibliche Ei durch den männlichen

+Samen+ befruchtet werde. Der Samen verdankt seine Fähigkeit, zu

befruchten, winzig kleinen Körperchen, die massenhaft in ihm enthalten

sind. Sie sind so klein, daß man sie nur unter dem Mikroskop bei

starker Vergrößerung sehen kann. In jedem Tröpfchen menschlichen

Samens sind Zehntausende dieser Körperchen enthalten, die sich,

solange der Samen frisch und warm ist, lebhaft bewegen. Diese

Körperchen heißen +Samenfäden+ (Spermatozoen, Spermatosomen, Spermien).

Man unterscheidet an ihnen drei Abschnitte, den sog. +Kopf+, das

+Mittelstück+ und den +Schwanz+ oder Geißelfaden. Beim Menschen ist der

ganze Samenfaden etwa 5/100 _mm_ lang, sein Kopf, der etwa die Gestalt

einer etwas plattgedrückten Birne hat, aber nur 3/1000 _mm_. Der größte

Teil der Länge des Spermatosoms entfällt auf den feinen Geißelfaden,

den Schwanz. Die Vorwärtsbewegung des Samenkörperchens erfolgt durch

Schwingungen dieses Schwanzes. Mit seiner Hilfe kann es ziemlich

weite Wege zurücklegen. In einer Sekunde kann ein Samenkörperchen bei

gradlinig fortschreitender Bewegung einen Weg von 5/100 bis 15/100 _mm_

zurücklegen, in der Stunde also einen Weg von 180-540 _mm_ oder 18-54

_cm_. Bei Fischen und bei anderen Tieren, bei denen das unbefruchtete

Ei nach außen abgesetzt und außerhalb des weiblichen Körpers befruchtet

wird, kann man sehen, wie die Samenfäden alsbald das Ei aufzusuchen und

zu umschwärmen beginnen. Auch die in die weiblichen Geschlechtsteile

entleerten Samenfäden wandern mit Hilfe ihrer Geißelfäden dem Orte zu,

wo sich das Ei befindet. Diese Bewegung der Samenfäden macht durchaus

den Eindruck, als ob man mit eigenem Willen begabte Wesen vor sich

hätte. Man hat die Samenfäden daher früher auch „+Samentierchen+“

genannt; aber sie sind keine des selbständigen Lebens und der

Vermehrung fähige Wesen, sondern sehr hinfällige Zellen, die bald

absterben, wenn sie sich nicht mit dem Ei vereinigen können.

Das Ei ist eine kugelige Zelle, an der man die +Hüllhaut+ (Eihaut,

Eimembran), den +Dotter+ und das +Keimbläschen+ unterscheiden kann.

Bei den großen Eiern der Vögel kann man diese drei Teile leicht mit

unbewaffnetem Auge erkennen: erst wenn die zarte Eihaut zerrissen wird,

fließt der Dotter aneinander; in der Mitte des weißen Keimfleckes

gewahrt man das Keimbläschen. Bei den Vögeln ist die Eizelle noch vom

Eiweiß und der Eischale umhüllt. Beim Menschen ist das unbefruchtete

Ei so klein, daß es gerade noch mit freiem Auge gesehen werden kann

(Durchmesser 0,18-0,20 _mm_); aber es ist immer noch riesig groß im

Verhältnisse zu den Samenfäden. Der Kopf des männlichen Samenfadens

nimmt nur etwa ein Hunderttausendstel des Raumes eines menschlichen

Eies ein. Dafür werden aber die Samenfäden in den männlichen

Geschlechtsdrüsen, den +Hoden+, in ungeheuer viel größeren Mengen

gebildet als die Eier in den +Eierstöcken+, den Geschlechtsdrüsen

des Weibes. Im menschlichen Weibe reifen während der ganzen Zeit der

Fortpflanzungsperiode etwa 400 Eier, während man schätzen kann, daß der

Mann während der Dauer seiner Zeugungsfähigkeit etwa 400 Milliarden

Samenfäden bildet, so daß also auf jedes reife Ei etwa 1000 Millionen

Samenfäden kommen. So viele werden gebildet, damit wenigstens einige

wenige ihr Ziel, das Ei, erreichen! Die ungeheure Mehrheit verfehlt ihr

Ziel und geht zugrunde; selbst von jenen, welche bis zum Ei gelangt

sind, gelingt es als Regel nur einem +einzigen+, ins Innere des Eies zu

gelangen.

Dort, wo die Befruchtung des Eies außerhalb des weiblichen

Körpers erfolgt -- die See-Igel liefern besonders geeignetes

Beobachtungsmaterial --, kann man sehen, wie die Samenfäden, mit

dem Kopfe voran, da und dort in die Eihaut eindringen. Sobald ein

Samenfaden sich dem Dotter bis auf eine gewisse Entfernung genähert

hat, baucht sich der Dotter ihm entgegen aus, so daß sich hier ein

Wulst, der sog. +Empfängnishügel+, bildet. In diesen Wulst dringt der

Kopf des Samenfadens ein, während sein Schwanz, der seinen Dienst

geleistet hat, abgestoßen und aufgelöst wird. Hierauf zieht sich der

Wulst wieder in die Masse des Dotters zurück; die Befruchtung ist

vollzogen. In diesem Augenblick umkleidet sich der Dotter mit einem

neuen Häutchen, das keinen zweiten Samenfaden in den Dotter eindringen

läßt.

Um verstehen zu können, was nun im befruchteten Ei vor sich geht, ist

es notwendig, daß wir weiter ausholen.

Jedermann weiß, daß die einzelnen Abschnitte des Körpers, der

Rumpf, die Gliedmaßen, nicht in sich gleichartige Gebilde sind,

sondern aus Teilen von sehr verschiedenartigem Aussehen und mit sehr

verschiedenartigen Leistungen bestehen. So finden wir in den Gliedmaßen

unter der Haut die roten weichen Muskeln, die harten Knochen, die

weißen Stränge der Nerven, die Röhren der Blutgefäße usw. Wenn wir

dann die einzelnen +Organe+ (Werkzeuge) betrachten, so finden wir, daß

auch sie nicht durch und durch aus einer gleichartigen Masse bestehen,

sondern wieder aus verschiedenen +Geweben+ zusammengesetzt sind. Dies

zeigt uns z. B. sofort eine aufmerksame Betrachtung des gekochten

Fleisches, wie es auf unseren Tisch kommt. Auch die Gewebe wieder sind

nicht homogene, in sich gleichartige Gebilde, sondern bestehen -- wie

wir allerdings erst bei der mikroskopischen Untersuchung erkennen

können -- aus winzig kleinen Elementarteilen, den sog. +Zellen+.

Ebenso wie der Leib aller Tiere besteht der aller Pflanzen aus solchen

Elementargebilden, die trotz manchen Verschiedenheiten im einzelnen

der Hauptsache nach gleichartig gebaut sind. Manche pflanzliche und

tierische Gewebe sehen zum Verwechseln ähnlich aus, so sehr stimmen sie

in den Hauptzügen ihres Baues überein.

Die niedrigsten Pflanzen und Tiere bestehen aus einer +einzigen+

Zelle. Hier leistet also die eine Zelle alle Lebensgeschäfte, wie die

Aufnahme und Verdauung der Nahrung, die Ausscheidung des Unverdauten

und der Abfälle des Stoffwechsels, die Wärmeerzeugung, Eigenbewegung,

Fortpflanzung usw. Man nennt diese niedersten einzelligen Organismen,

insofern sie tierischen Charakter haben, +Protozoen+. Im Gegensatz zu

ihnen stehen die +Metazoen+, deren Leib aus einer Mehrheit von Zellen

besteht. Das Metazoon ist gewissermaßen eine Kolonie von Protozoen.

Je höher entwickelt das Tier ist, um so mehr unterscheiden sich seine

einzelnen Zellen in ihrer Gestalt voneinander, um so verschiedener

werden auch ihre Leistungen, um so vollkommener ist der Grundsatz

der Teilung der Arbeit durchgeführt, so daß also nicht mehr alle,

sondern nur ein Teil der Zellen mit der Nahrungsaufnahme und Verdauung

beschäftigt ist, nur gewisse Zellen die Fortpflanzung besorgen usw.

Der alte Name „Zelle“ bedeutet so viel als Kämmerchen, weil man

anfangs dachte, daß jeder solcher Elementarorganismus mit eigenen,

festen Wänden, einer Kapsel oder besonderen Haut umhüllt sei, wie

man es bei vielen Pflanzenzellen tatsächlich findet. Heute wissen

wir, daß durchaus nicht alle Zellen derartige Hüllen besitzen. Wir

unterscheiden heute an jeder Zelle zwei Hauptteile: den +Zelleib+

oder das +Protoplasma+ und den +Kern+, ein bläschenartiges Gebilde,

das meistens im Innern des Protoplasmas liegt und für gewöhnlich zu

ruhen scheint, während ausschließlich vom Protoplasma die Aufnahme und

Verdauung der Nahrung, die Bildung der Absonderungen, die Fortbewegung

besorgt zu werden scheinen. Trotz der scheinbaren Ruhe ist aber der

Kern an allen Vorgängen in der Zelle aufs engste beteiligt; er ist z.

B. ganz unentbehrlich für die Verdauung der aufgenommenen Nahrung, für

die Erhaltung und das Wachstum der Zelle, für die Bildung der Zellhaut,

wo eine solche vorhanden ist. Man kann sagen, der Kern +regiere+ das

Leben der Zelle. Die Eigenart der Zelle hängt fast ganz von ihm ab.

Auch das Ei und der Samenfaden sind Zellen. Am Ei erkennen wir die

Hauptteile der Zelle ohne weiteres; das Keimbläschen ist ihr Kern,

der Dotter ihr Protoplasma, die Eihaut ihre Zellhaut. Der Samenfaden

dagegen ist eine Zelle von sehr absonderlicher Form und mit einem

Anhängsel, dem Schwanze. Aber auch bei ihm hat man den Kopf als

Zellkern erkannt und einen zarten Saum um den Kopf und das Mittelstück

als eine, allerdings winzig kleine, Menge von Protoplasma. Ei und

Samenfaden unterscheiden sich dadurch sehr auffällig, daß das erstere

in seinem Dotter ungeheuer viel Protoplasma besitzt, der letztere sehr

wenig.

Alle Zellen vermehren sich durch +Teilung+. Dies gilt für die

mehrzelligen wie für die einzelligen Organismen. Unser ganzer

Körper ist aus der fortgesetzten Teilung der befruchteten Eizelle

hervorgegangen. „Jede Zelle stammt wieder von einer Zelle“; das ist

eine der wichtigsten Feststellungen der Biologie.

Dieser Wachstums- und Vermehrungsprozeß der Organismen ist eines der

dunkelsten Rätsel, vor denen die Naturforschung steht; vorläufig

unfaßbar auch dort, wo, wie bei den +Bakterien+, das Ganze sehr einfach

vor sich zu gehen scheint. Einfach scheint uns die Sache nur deshalb,

weil wir bei diesen winzigen Wesen von den meisten Vorgängen nichts

sehen. Wir sehen hier nur, wie die Zelle wächst, eine stäbchenförmige

Zelle z. B. sich bis zu einem gewissen Grade verlängert, wie dann

in der Mitte ihrer Länge eine Scheidewand, dann eine Einschnürung

auftritt, diese letztere immer deutlicher wird, bis schließlich die

zwei Hälften auseinanderfallen. Jede Hälfte sieht genau so aus wie

die Mutterzelle, bevor sie sich in die Länge gestreckt hatte, und

jede hat auch genau dieselben Eigenschaften wie die Mutterzelle und

ist wie diese befähigt, sofort wieder zu wachsen und sich zu teilen.

Unter günstigen Umständen erfordert eine solche Teilung nicht mehr

Zeit als 20 Minuten, so daß bei Fortdauer günstigster Umstände durch

fortgesetzte Teilung binnen 24 Stunden aus einem einzigen Bakterium

4700 Trillionen werden könnten.[A]

[Illustration: Tafel 1.

(Nach Boveri.)]

=Erklärung der Fig. 1-10 auf Tafel 1.=

Fig. 1. Ruhende Zelle; _a_) Zelleib oder Protoplasma; _b_)

ruhender Kern mit Chromatingerüste, Kernhaut und Kernsaft; _c_)

Zentralkörperchen oder Centrosoma. -- Fig. 2. Zweiteilung des

Centrosomas; beginnende Chromosomenbildung. -- Fig. 3. Die beiden

Tochter-Centrosomen rücken gegen die Pole und umgeben sich mit

Strahlenhöfen; das ganze Chromatin in (4) Chromosomen vereinigt. --

Fig. 4. Fortschreiten der beiden Vorgänge; Auflösung der Kernhaut,

Aufsaugung des Kernsaftes. -- Fig. 5. Anordnung der Chromosomen in

der sog. Äquatorialplatte; fädige Verbindungen mit den Centrosomen.

-- Fig. 6. Längsteilung aller Chromosomen. -- Fig. 7 und 8.

Wanderung der Tochter-Chromosomen zu den Polen: beginnende Teilung

des Zelleibes. -- Fig. 9. Die Zweiteilung der Zelle vollzogen:

Neubildung von Kernhaut und Kernsaft um jede Chromosomengruppe.

Schwinden der Strahlenhöfe um die Centrosomen. -- Fig. 10. Übergang

beider Tochterzellen in die Ruheform; Auswachsen der Chromosomen

zum Chromatingerüste.

Bei den Bakterien vermag man nicht recht den Kern und das Protoplasma

zu unterscheiden, und vermag man daher auch nicht zu sagen, wie sich

beide bei der Teilung verhalten. Anders ist es bei jenen Zellen, bei

denen Protoplasma und Kern deutlich voneinander geschieden sind. Hier

hat man die allermerkwürdigsten Vorgänge kennen gelernt. Wir müssen uns

mit dieser sog. +indirekten+ (Umwegs-) +Zellteilung+ der kernhaltigen

Zellen genauer beschäftigen, weil wir nur durch sie zu einem tieferen

Verständnis der Befruchtung vordringen können.

Wenn wir eine nicht in Teilung begriffene Zelle unter sehr starker

Vergrößerung betrachten, erscheint uns der ruhende Kern als ein

Bläschen, das in der Regel die Gestalt der Mutterzelle nachahmt. Wenn

wir die Zelle künstlich färben, sehen wir, daß auch der Kern wieder

ein zusammengesetztes Gebilde ist. Wir sehen in ihm ein oder mehrere

rundliche Körperchen, die +Kernkörperchen+, und ein badeschwammartiges

Gerüstwerk, das mit der deutlich erkennbaren Kernhaut zusammenhängt und

den ganzen Kern durchzieht. Die Maschen der Waben dieses Gerüstwerkes

sind vom +Kernsafte+ ausgefüllt. Eine der Substanzen, aus welchen das

Gerüst besteht, hat die Eigenschaft, sich mit gewissen Farbstoffen

stark zu beladen, wenn man die Zelle künstlich zu färben sucht; sie

wird daher +Chromatin+ (färbbarer Stoff) genannt.

Kommt es nun zur sog. indirekten Teilung oder Teilung durch „+Mitose+“

(+Fadenbildung+ des Chromatins), so verändert sich zunächst der Kern in

der auffallendsten Weise (s. Tafel 1 Fig. 1-10). Das Chromatingerüste

zieht sich zu einem zunächst vielfach gewundenen Strange zusammen,

der weiter zusammenschrumpft, sich dabei verdickt und verkürzt und

schließlich durch Querteilung in eine Anzahl von Teilstücken zerfällt,

welche +Chromosomen+ genannt werden. Die Zahl dieser Chromosomen ist

bei den verschiedenen Organismenarten verschieden (4, 8, 16 und mehr;

beim Menschen 24), aber für die Zellen jeder Tier- und Pflanzenart

unveränderlich. Während es zur Bildung der Chromosomen kommt, löst

sich der Kern als solcher auf, indem die Kernhaut verschwindet und der

Kernsaft ins Protoplasma übertritt.

Die Chromosomen ordnen sich nun in einer Ebene, die ungefähr dem

Äquator der Zelle entspricht, parallel hinter- und nebeneinander.

Dann spaltet sich jedes Chromosoma der Länge nach in zwei genau

gleichgroße Hälften, und die Hälften jedes Chromosoms wandern nun

in entgegengesetzter Richtung, die eine nach dem einen, die andere

nach dem andern Pol der Zelle. Die Zahl der Chromosomen hat sich also

genau verdoppelt, und in der Nähe jeden Poles versammeln sich genau

so viele Chromosomen, als die Mutterzelle hatte; also 4, wenn diese 4

hatte, 8, wenn 8 usw. Um jede der Chromosomengruppen scheidet sich nun

wieder Flüssigkeit aus dem Protoplasma aus, die Chromosomen fangen an,

Fortsätze auszusenden, die miteinander verwachsen, so daß wieder ein

genau solches Gerüstwerk und eine genau solche Kernblase entstehen, wie

sie die Mutterzelle hatte. Inzwischen hat sich auch das Protoplasma am

Äquator eingeschnürt. Es wächst hier eine Scheidewand quer durch die

Mutterzelle durch, die beiden Hälften lösen sich allmählich voneinander

los, und indem sie wachsen, werden sie mehr und mehr das genaue Abbild

der Mutterzelle, aus der sie hervorgegangen sind.

So umständlich der Vorgang der Kernteilung und Kernneubildung schon

nach dem bisher Gesagten ist, in Wirklichkeit ist er noch weit

verwickelter. Tatsächlich fängt der Teilungsvorgang damit an, daß

sich ein besonderes, kleines Körperchen, das sich neben dem Kerne

im Protoplasma der Zelle findet, das +Zentralkörperchen+ oder

+Centrosoma+, verdoppelt und die beiden Hälften an die Pole der Zelle

auseinanderrücken. Um jedes der beiden neuen Centrosomen bilden sich

fädige Strahlen. Ein Teil dieser Fäden heftet sich an die Chromosomen

an, und mit Hilfe dieser Fäden werden die Chromosomenhälften -- wie

wir’s beschrieben haben -- schließlich auseinandergezogen und gegen die

Pole hingeführt. Tatsächlich regiert also das Zentralkörperchen oder

Centrosoma den ganzen Teilungsvorgang. Aber so wichtig an sich dieser

Vorgang ist, wollen wir uns auf diese Andeutungen beschränken, die aus

der Abbildung wohl verständlich werden dürften.

Für uns ist vor allem wichtig die Umwandlung des ruhenden Kernes in

die Chromosomen, die Halbierung der Chromosomen und die sorgfältige

Verteilung der Hälften auf die beiden Tochterzellen. Was durch den

ganzen Vorgang erreicht wird, ist völlig klar: offenbar wird dadurch

das Chromatin, die färbbare Substanz des Kernes, so gleichmäßig als

irgend möglich auf die Tochterzellen verteilt. Offenbar ist diese

gleichmäßige Verteilung des Chromatins Bedingung dafür, daß die

Tochterzellen der Mutterzelle gleich werden.

Der geschilderte Vorgang der sog. indirekten Zellteilung verläuft in

der ganzen Tier- und Pflanzenwelt in der Hauptsache völlig gleichartig:

der überraschendste Beweis für die enge Verwandtschaft alles Lebendigen!

Genau so, wie wir’s hier geschildert haben, verläuft nicht nur die

Zellteilung beim Wachstum der mehrzelligen Organismen, der Metazoen,

sondern auch die ungeschlechtliche Fortpflanzung der Protozoen.

Zellteilung folgt bei ihnen in dieser Weise auf Zellteilung; ohne Ende,

wenn nicht äußere Hindernisse eintreten.

Neben der ungeschlechtlichen Fortpflanzung sehen wir aber auch schon

bei vielen Einzelligen geschlechtliche Fortpflanzung auftreten. Wir

finden bei ihnen sogar mehrere Arten davon. Am einfachsten sind die

+Kopulation+ und die +Konjugation+.

Es kommt vor, daß sich zwei von diesen einander völlig gleichenden

einzelligen Wesen aneinanderlegen, ihre Kerne sich spalten, die

Hüllhäute an der Berührungsstelle der beiden Zellen verschwinden

und nun die Kernhälften zwischen den beiden Individuen ausgetauscht

werden. Die Hälfte des Kernes des Individuums _A_ wandert in das

Individuum _B_ und umgekehrt, worauf sich die beiden Individuen wieder

voneinander trennen. Die beiden Kernhälften, die eigene und die

fremde, vereinigen sich, und in jedem Individuum erfolgt nun eine neue

Kernteilung und die Teilung der Mutterzelle in Tochterzellen, genau so,

wie wir’s oben geschildert haben.

Noch einfacher ist der Vorgang, wenn geradezu zwei Individuen zu einem

verschmelzen. Die beiden Kerne legen sich aneinander, und nun erfolgt

die Vermehrung, indem jeder der beiden aneinanderliegenden Kerne in

zwei Hälften geteilt wird, so daß jede Tochterzelle den halben Kern der

Elternzellen _A_ und _B_ erhält und ihre Tochterzellen wieder je ein

Viertel von _A_ und _B_ usf.

Bei manchen Protozoen, bei den Metazoen und beim Menschen wird die

Fortpflanzung, wie wir schon besprochen haben, durch +bestimmte

Geschlechtszellen+ besorgt. Es gibt dann, wie wir bereits wissen, bei

jeder Art zweierlei Geschlechtszellen, die sich durch ihr Aussehen

unterscheiden und verschiedene Leistungen zu verrichten haben, aber in

der Hauptsache, nämlich bezüglich ihrer Kerne, gleichartig sind. Diese

Geschlechtszellen werden in eigenartigen Mutterzellen, bei den höheren

Pflanzen und Tieren in besonderen Organen, durch Zellteilung gebildet.

Im Gegensatz zu den anderen Zellen sind diese Geschlechtszellen in

der Regel unfähig, für sich allein weiterzuleben, zu wachsen, sich zu

teilen und zu vermehren. Es kommen aber Ausnahmen vor, und bei vielen

höheren Wesen kann sich unter bestimmten natürlichen oder künstlich

hergestellten Bedingungen auch aus dem +unbefruchteten+ Ei ein neues

Individuum entwickeln (sog. +Parthenogenesis+ oder Jungfrauenzeugung,

z. B. Entstehung der Drohnen aus den unbefruchteten Eiern der Bienen).

In der Regel gehen die Geschlechtszellen zugrunde, wenn sie nicht zur

Vereinigung gelangen; den Samenfäden fehlt es an Protoplasma, den Eiern

fehlt das Zentralkörperchen, das Centrosoma, das den ersten Anstoß

zur Zellteilung gibt. Im reifen, befruchtungsfähigen Zustande haben

Eizelle und Samenfäden auch nur +halb so viel+ Chromatin und bilden

auch nur +halb so viele+ Chromosomen als die gewöhnlichen Körperzellen

ihrer Art, +da bei ihrer Reifung die Hälfte der Chromosomen ausgestoßen

worden ist+. Dieser Unterschied in der Chromosomenzahl tritt zutage,

wenn die Befruchtung erfolgt ist, die beiden Geschlechtszellen sich

vereinigt haben.

Nachdem der Kopf des Samenfadens vom Ei aufgenommen worden ist und die

neugebildete Dotterhaut das Eindringen eines zweiten Samenfadens in das

Innere des Eies unmöglich gemacht hat, sehen wir (s. Tafel 2, Fig.

11 bis 17), wie der Kopf des Spermatozoons sich allmählich dem Kerne

der Eizelle nähert. Sein Kern nimmt dabei an Größe zu und teilt sich

dann in +halb+ so viele Chromosomen, als den Kernen des Organismus,

von dem der Samenfaden abstammt, sonst zukommen; beim Menschen also in

12. Die Chromosomen wachsen durch Fortsätze zu einem feinen Netzwerk

aus. Zugleich scheidet sich aus dem Protoplasma der Eizelle Flüssigkeit

aus, so daß der Kern des Spermatozoons nun genau wie das Kernbläschen

einer ruhenden Zelle aussieht und dem Kerne der Eizelle zum Verwechseln

ähnlich geworden ist. +Es besteht kein Geschlechtsunterschied mehr

zwischen den beiden Kernen.+ Auch ihre Größe ist in diesem Stadium

vollkommen gleich. Während diese Veränderungen mit dem Kerne vorgehen,

hat sich ein winziges Körperchen, das mit dem Kopfe des Spermatozoons

in das Ei mit hereingebracht worden ist, mit einem Strahlenhofe umgeben

und in zwei Körperchen geteilt. Jedes von diesen bekommt wieder einen

Strahlenhof. Wir haben ohne Zweifel Gebilde vor uns, die genau den

Zentralkörperchen oder Centrosomen der gewöhnlichen, in der Teilung

begriffenen Zellen entsprechen. Während Eikern und Samenkern immer

näher zusammenrücken, rücken die beiden Centrosomen auseinander. Die

beiden Kerne fangen nun gleichzeitig an, Chromosomen zu bilden; der

Kern des Eies genau so viele wie der Kern des Samenkörperchens, also

ebenfalls nur halb so viele, als die Kerne der betreffenden Tierart

sonst bilden. Diese Chromosomen ordnen sich in einer Ebene zusammen und

teilen sich der Länge nach. Ihre Hälften werden durch die Fäden, die

von den Centrosomen ausgegangen sind, auseinander- und gegen die Pole

hingezogen; kurz, alles weitere verläuft genau so wie mit dem +einen+

Kerne einer gewöhnlichen Zelle, die sich in indirekter Zellteilung

befindet. Der einzige wahrnehmbare Unterschied ist nur der, daß die

Hälfte der Chromosomen vom Eikern, die andere Hälfte vom Samenkern

herrührt, und daß +jedem Pole angenähert die Hälfte der väterlichen

und der mütterlichen Kernsubstanz zugeführt wird, also jede der beiden

Tochterzellen einen Kern bekommt, der zur Hälfte vom Vater, zur Hälfte

von der Mutter abstammt+. Da der Spermakern wie der Eikern halb so

viele Chromosomen bildet als die Kerne der Körperzellen, so liefern

beide zusammen ebensoviel Chromatin und Chromosomen, wie in einer

normalen Zelle vorhanden ist, und jede der beiden Tochterzellen bekommt

daher ebenfalls die normale Menge davon.

Jede der beiden Tochterzellen teilt sich nun in derselben Weise weiter,

und jedesmal erhält jede der bei der Teilung neu entstehenden Enkel-,

Urenkel-, Ururenkel- usw. Zellen ungefähr gleichviel mütterliches und

väterliches Chromatin; die Hälfte ihrer Chromosomen ist väterlicher,

die andere Hälfte mütterlicher Herkunft. +Die Kernsubstanz jeder Zelle

unseres Körpers stammt also halb vom Vater, halb von der Mutter her.+

Dabei darf allerdings nicht übersehen werden, daß während der

fortgesetzten Teilungen und Wachstumsvorgänge die Gesamtmasse des

Chromatins sich ganz ungeheuer vermehrt hat. Die Substanzen, aus denen

das neue Chromatin gebildet wurde, stammen natürlich aus der Nahrung;

aber sie werden zuerst chemisch umgewandelt, +assimiliert+, dem

ursprünglichen Chromatin gleichgemacht, bevor sie Teile der Zellkerne

werden. Die Art dieser Umwandlung und Formung wird in einer noch nicht

genügend aufgeklärten Weise durch die Beschaffenheit des ursprünglich

ererbten Chromatins bestimmt.

[Illustration: Tafel 2.

(Nach Boveri.)]

=Erklärung der Fig. 11-17 auf Tafel 2.=

Fig. 11. _A_) +Ei.+ _a_) Eihaut mit ihren Porenkanälen (in den

späteren Figuren weggelassen); _b_) Eidotter; _c_) ruhender

Eikern; _d_) Empfängnishügel mit eingedrungenem Samenfaden.

_B_) +Samenfäden.+ _e_) Kopf; _f_) Mittelstück; _g_) Schwanz

des Samenfadens. -- Fig. 12. Vordringen des Samenkerns gegen

den Eikern; Auftreten des Centrosoms der Samenzelle mit

Strahlenhof; Auflösung des Schwanzes. -- Fig. 13. Teilung

des Samenfadenkopfes in zwei Chromosomen. -- Fig. 14.

Fortschreitende Annäherung des Samenkerns an den Eikern unter

Auseinanderrücken der Tochter-Centrosomen an die Pole; Auswachsen

der Samenkern-Chromosomen zum Chromatingerüste. -- Fig. 15. Der

Samenkern ist dem Eikern gleich geworden. -- Fig. 16. Samenkern

und Eikern haben gleichzeitig (je 2) Chromosomen gebildet. -- Fig.

17. Längsteilung der väterlichen und mütterlichen Chromosomen in

gleiche Hälften und Verbindung der Hälften mit den Centrosomen.

(Bezüglich der weiteren Entwickelung s. Fig. 7-10.)

+Die Kernsubstanz unserer Zellen ist die eigentliche

Vererbungssubstanz+; sie ist jedenfalls die Hauptträgerin der die

einzelnen Individuen einer Art unterscheidenden vererblichen Anlagen.

Das Protoplasma der Eizelle scheint hauptsächlich die Bedeutung

eines Nahrungsstoffes für die wachsenden und sich teilenden Kerne zu

haben, wenn es auch bei den verschiedenen Organismenarten chemisch

und baulich ebenso spezifisch verschieden ist wie die Kernsubstanz

und daher die der ganzen Art gemeinsame Beschaffenheit mitbestimmt.

So wird es begreiflich, daß im allgemeinen das väterliche und das

mütterliche Erbe gleichgroßen Einfluß auf die körperliche und geistige

Beschaffenheit ihrer Nachkommen ausüben, obwohl die Mutter das große

Ei, der Vater den winzigen Samenfaden liefert. Von der ganzen großen

Masse des Eies ist nur ein winziger Teil, nicht größer als der Kopf des

Spermatozoons, Vererbungssubstanz.

Wie das Chromatin aller anderen Zellen ist auch das des Samenfadens und

der Eizelle halb väterlichen, halb mütterlichen Ursprungs, und dies

macht es wieder verständlich, daß Eigenschaften der Großeltern und viel

fernerer Ahnen in den Enkeln wieder auftauchen können (+Atavismus+).

Wenn wir uns vor Augen halten, daß auch auf ungeschlechtlichem Wege

Fortpflanzung durch anscheinend unbegrenzte Zeiten möglich ist (man

denke nur an die ungeschlechtliche Teilung der Bakterien und anderer

Protisten [einfachster Lebewesen] und an die Fortzüchtung vieler

Pflanzen durch sog. Ableger!), so kommt man zu dem Schlusse, daß es die

Aufgabe der geschlechtlichen Fortpflanzung, der Befruchtung sei, durch

Vermischung der Keimstoffe einerseits individuelle Eigentümlichkeiten

und Abnormitäten der Eltern auszugleichen und so die Gesamtheit der

Anlagen und damit die Haupteigenschaften der Spezies unverändert zu

erhalten, andererseits wieder neue Kombinationen von Anlagen und

dadurch Mannigfaltigkeit unter den Individuen herzustellen.

2. Kapitel.

Vererbung und Zuchtwahl.

Im vorhergehenden Kapitel ist es mir vor allem darum zu tun gewesen,

dem Leser zu zeigen, daß die aufeinanderfolgenden Generationen

aufs allerengste miteinander verknüpft sind. Geformte Teile des

elterlichen Körpers haben sich losgelöst und setzen in dem neuen

Gebilde, das wir Individuum nennen, das Leben fort, das sie im

elterlichen Körper geführt haben. Das +Neue+ an dem neuen Individuum

ist +nur+, daß eine neue +Mischung+ von Lebendigem erfolgt ist.

+Wir sind, wenigstens den Anlagen nach durchaus, körperlich und

geistig, die Geschöpfe unserer Eltern und Ahnen.+ In dem elterlichen

Chromatin, in dem +Keimplasma+ oder +Idioplasma+, wie es auch

genannt wird, ist unsere ganze Organisation vorherbestimmt. Durch

das Keimplasma ist vorherbestimmt gewesen, daß wir Angehörige der

+Spezies Mensch+ geworden sind; von ihm hängen die Farbe unserer

Haut, die Beschaffenheit unserer Haare, der Bau des Schädels und

alle anderen Eigentümlichkeiten der +Menschenrasse+ ab, die wir an

uns tragen, alle Eigentümlichkeiten unseres +Volksstammes+ innerhalb

der Rasse; innerhalb der Eigentümlichkeiten des Volksstammes wieder

alle Besonderheiten der +Familie+ und alles mit der +Individualität+

unserer Eltern Übereinstimmende in uns. Die Farbe unserer Augen, die

Gestalt der Nase, des Mundes, der Ohren, die Statur, der Gang, die

Gebärde, die Sprechweise, die geistige Begabung, der Charakter, das

Talent und Temperament, kurz +alles+ ist hier im Keimplasma in der

Hauptsache schon festgelegt, so groß und wichtig auch die äußeren oder

„+Umwelts+“-(„Milieu-“)Einflüsse sind, die die Keime während ihrer

Entwicklung und bis zu ihrer Vereinigung und das Individuum +nach+ der

Vereinigung der elterlichen Keime treffen.

Wenn trotzdem selbst die Kinder gleicher Eltern in der Regel

untereinander verschieden sind und nicht selten sogar sehr auffällige

Unterschiede zeigen, so rührt dies -- wenn wir von der merkwürdigen,

noch nicht genügend aufgeklärten Tatsache der sog. +Mutation+, d.

h. des plötzlichen Neuauftretens oder Verlustes einer vererbbaren

Eigenschaft oder Anlage in einem Individuum, hier absehen --

hauptsächlich von zwei Umständen her. Erstens davon, daß kaum jemals

die Bedingungen, unter denen sich zwei Individuen entwickeln, ganz

gleich sind und die +Verschiedenheit der Lebensbedingungen bei

gleichen Anlagen+ Verschiedenheiten des Aussehens und der Leistungen

der Individuen herbeiführt (+Modifikation+, +Lebenslage-Variation+).

Zweitens aber -- und dies ist viel wichtiger! -- davon, daß +kaum

jemals die Kinder desselben Elternpaares tatsächlich gleiche Anlagen

erhalten+.

Die Keimstoffe sind nämlich nichts Einheitliches! +Die Erbmasse ist

ein Konglomerat (Zusammenballung) einer ungeheuren Anzahl einzelner

Anlagen (Erbeinheiten), welche in hohem Maße unabhängig voneinander

vererbt werden.+ Wir haben gehört, daß bei der Reife der Keimzellen

die Hälfte der Chromosomen und des Chromatins ausgestoßen wird. Bei

dieser Ausstoßung trennen sich die +zusammengehörigen+ väterlichen und

mütterlichen Anlagen voneinander, und nur eine von ihnen bleibt in

der reifen Keimzelle zurück (z. B. die Anlage zu brauner Augenfarbe,

die etwa vom Vater ererbt war, oder die Anlage zu blauer, die von der

Mutter ererbt war). Es ist aber +rein zufällig+, +welche+ von diesen

beiden Anlagen im einzelnen Falle zurückbleibt. Da es sich dabei um

eine ungeheuere Zahl von Anlagenpaaren handelt, ist es klar, daß auf

diese Weise eine ungeheuere Zahl von Kombinationen (Zusammenstellungen)

der Anlagen bei der Reifung der Keimzellen entstehen muß; sowohl bei

denen des Mannes wie bei denen der Frau. Und wieder ist es +völlig dem

Zufall+ anheimgegeben, welche von diesen verschiedenartigen Keimzellen

des Vaters und der Mutter bei der einzelnen Befruchtung gerade

zusammentreffen! Und nun wirken diese neukombinierten zusammengehörigen

Anlagen wieder in verschiedener Weise aufeinander, mischen sich in

einem Falle in ihrer Wirkung, während in einem andern Falle die eine

die andere völlig unterdrückt!

Alle diese Umstände müssen bewirken, daß fast niemals zwei Individuen

einander ganz gleich werden; müssen jene Unterschiede alles Geborenen

in bezug auf Gestalt, Körperkraft, Gesundheit, Begabung, Tatkraft

herbeiführen, die zwar im Vergleiche zu dem Übereinstimmenden klein,

trotzdem aber für Wert und Schicksal des Individuums entscheidend sind!

Wie weit die Abhängigkeit der Beschaffenheit der Nachkommen von

der Beschaffenheit der elterlichen Zeugungsstoffe geht, wird durch

nichts klarer bewiesen als durch das Vorkommen von sog. +identischen

Zwillingen+, zum Verwechseln ähnlichen Individuen, die infolge einer

Störung des normalen Entwicklungsganges aus +einem Ei+ und +einem

Samenkörperchen+ entstanden sind.

Wenn beim Menschen die Vererbung der +Besonderheiten+ der Eltern

und Familienstämme auf die Nachkommen nicht auffallender ist, so

rührt dies davon her, daß wir bei der Gattenwahl meistens auf diese

Eigentümlichkeiten keine Rücksicht nehmen, sondern von ganz anderen

Beweggründen uns leiten lassen. Mit welcher Vollkommenheit individuelle

Eigenschaften der Eltern auf die Nachkommenschaft vererbt und bei ihr

ausgebildet werden können, zeigt die +künstliche Zuchtwahl+, die der

Mensch unter seinen Haustieren und Kulturpflanzen trifft. Die Mittel,

die er dabei anwendet, sind: Auslese der vollkommensten oder mit einer

bestimmten erwünschten Eigenschaft ausgestatteten Exemplare für die

Zucht, Kreuzung möglichst ähnlicher Individuen, Auslese der Nachkommen

in demselben Sinne, Inzucht der erwünschten Varietät (Abart), strenge

Reinzucht der Rasse, strengster Ausschluß aller minderwertigen,

fehlerhaften oder kranken Exemplare von der Fortpflanzung und jeder

Vermischung mit fremden Blute, sorgfältige Pflege der Brut. So gelingt

es, binnen weniger Generationen Stämme von vollendeter Schönheit und

Tüchtigkeit oder von auffallendester Besonderheit zu züchten. Es

kann keinem Zweifel unterliegen, daß, wenn wir unter uns in ähnlich

sorgfältiger Weise +Zuchtwahl+ treiben würden, +binnen weniger

Generationen Menschenstämme erzeugt werden könnten, die alles, was es

bisher von Menschen gegeben hat, an Schönheit, Kraft und Tüchtigkeit

weit hinter sich lassen würden+.

An nichts kranken die menschlichen Zustände so sehr, als daß viel zu

viele Minderwertige, Dumme, Schwache, Faule, Gesellschaftsfeindliche

erzeugt werden und viel zu wenig Vollwertige, Gescheite, Starke,

Strebsame, Gemeinsinnige, Gewissenhafte!

Zwangsweise läßt sich auf absehbare Zeit die Züchtung einer edlen

Menschenrasse nicht durchführen. Aber jeder sollte beim Abschluß der

Ehe daran denken, daß die Kinder nicht vom Himmel fallen und Edles

nur durch Erbschaft von Edlem entstehen kann, gut geratene Kinder

nur durch glückliche Vereinigung des gut Geratenen der Ahnen. +Die

tüchtige Jugend sollte daher das hohe Ideal der bewußten Erzeugung

und Fortpflanzung körperlich, geistig und sittlich bestbeanlagter

Familienstämme, =bewußter Zuchtwahl=, erfassen und freiwillig

befolgen.+ Vor solchen Generationen von Tüchtigen aus Tüchtigen müßten

Minderwertigkeit und Nichtswürdigkeit bald das Feld räumen.

Wenn wir auch nicht zwangsweise Übermenschen züchten können, mit jener

Gedankenlosigkeit und Leichtfertigkeit wie bisher darf es bei der

Kindererzeugung jedenfalls nicht weitergehen! Es muß ins allgemeine

Bewußtsein übergehen, +daß es eines der schlimmsten Verbrechen

ist, Kinder zu erzeugen, von denen man vorher wissen kann, daß sie

höchstwahrscheinlich verkümmert, verkrüppelt, schwer krank oder mit

schwerer Krankheitsanlage behaftet sein werden+. Tausende und Tausende

werden erzeugt, die besser unerzeugt geblieben wären. Namenloses Elend,

eine unendliche Summe von Schmerz und Qual wird dadurch immer von neuem

in die Welt gebracht! Vernunftbegabten Wesen geziemt es nicht, so zu

handeln.

Wenn ein Mensch von Geburt auf mit Fehlern oder Krankheit behaftet, zu

bestimmten Erkrankungen veranlagt oder im allgemeinen schwächlich und

wenig widerstandsfähig ist, so kann dies sehr verschiedene Ursachen

haben. Es kann darauf beruhen, daß er aus Keimstoffen hervorgegangen

ist, die +von den Ahnen her+ fehlerhaft oder minderwertig sind

(+Vererbung im eigentlichen Sinne+). Es kann sein, daß von Hause aus

gutgeartete Keimstoffe erst +im Leibe der Eltern+ verschlechtert worden

sind (+Keimverderb+). Es kann sein, daß ein aus gesunden und kräftigen

Keimen hervorgegangener Sprößling +während seines Lebens im Mutterleibe

geschädigt+ oder krank geworden ist.

Es gibt aber auch nicht wenige Fälle, wo es nur so scheint, als ob das

Kind bereits krank und minderwertig geboren worden wäre und in Wahrheit

seine Krankheit oder Minderwertigkeit auf Schädigungen beruht, die es

erst +nach der Geburt in seiner frühesten Kindheit+ erfahren hat. Es

ist wichtig, diese Dinge zu unterscheiden, da sie beim Abschluß der Ehe

und bei der Kindererzeugung berücksichtigt werden müssen.

Was die im eigentlichen Sinn vererblichen Fehler und Mängel des

Keimplasmas anbelangt, so ist zunächst zu sagen, daß es eine Reihe

von +Bildungsfehlern+ gibt, die bei sonstiger normaler Beschaffenheit

von Generation auf Generation, manchmal mit Überspringung einzelner

Glieder der Kette, vererbt werden. Zum Teile sind sie ganz geringfügig

und nicht beachtenswert, z. B. Muttermale oder Vertauschung von rechts

und links bei der Lagerung der Eingeweide. Viel bedeutungsvoller

ist die Vererbung von schlechter, zu Zahnfäule (Karies) neigender

Zahnbeschaffenheit, von Kurzsichtigkeit, Farbenblindheit und anderen

Fehlern des Auges, von gewissen Formen unheilbarer, fortschreitender

Schwerhörigkeit, die Vererbung überzähliger Finger und Zehen, der

Hasenscharte (gespaltene Oberlippe oder Oberkiefer), des Wolfsrachens

(gespaltener Gaumen), von Mißbildungen der Finger und der Hände. Höchst

ungünstig für die Nachkommenschaft ist die vererbliche Verkümmerung

der Brustdrüse, wegen der damit verbundenen Unfähigkeit zum Stillen.

Ein anderer böser ererbter Bildungsfehler ist die sog. Bluterkrankheit

oder Hämophilie. Die geringste Verletzung kann beim „Bluter“ fast

unstillbare Blutverluste und selbst den Tod durch Verblutung

herbeiführen.

Höchst merkwürdig ist bei dieser glücklicherweise seltenen Krankheit,

daß sie nur bei den männlichen Nachkommen auftritt und nur durch

die selbst gesund bleibenden weiblichen Nachkommen vererbt wird.

Diese +Latenz+ (das Verborgenbleiben) der Erbeigenschaften in den

weiblichen Gliedern eines Familienstammes kommt übrigens auch bei

anderen krankhaften sowie bei lebensnützlichen Anlagen (Talenten) vor;

geradeso, wie Frau und Mann gewisse Besonderheiten der Merkmale des

anderen Geschlechtes (z. B. des Bartwuchses, der Form und Größe der

Brüste) verborgen auf ihre Söhne bzw. Töchter vererben.

Auf vererblichen Fehlern der Keimstoffe beruht ferner die Neigung der

Mitglieder mancher Familien zu gewissen +Stoffwechselkrankheiten+, wie

namentlich zur Gicht, zur Fettsucht, zur Zuckerharnruhr; die Neigung

zu gewissen langwierigen +Hautkrankheiten+, insbesondere zu den sog.

Flechten. Auch gewisse Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße, die

zum Schlagflusse führen, scheinen auf erblicher Grundlage zu entstehen.

Allgemein bekannt ist es endlich, daß in einzelnen Familien die Neigung

zu +Geisteskrankheiten+ und +nervösen Leiden+ mannigfacher Art sich

forterbt. Dabei ist bemerkenswert, daß die Art des Nervenleidens bei

den verschiedenen Familiengliedern sehr verschieden sein kann. Einige

zeigen reizbare Schwäche oder Exzentrizität in ihren Meinungen und

Neigungen, jähen Wechsel ihrer Stimmung, andere leiden an Krämpfen,

Lähmungen, Epilepsie; neben eigentlichen Geisteskrankheiten treten

Hysterie, Hypochondrie, Trunksucht, Neigung zu geschlechtlichen

Ausschweifungen, zu Selbstmord, zu Verbrechen auf. Das Vererbte

ist eine abnorm +leichte Störbarkeit+ und +Verwundbarkeit+ des

Nervensystems. Welche Krankheit sich dann tatsächlich entwickelt,

scheint bis zu einem gewissen Grade vom „Zufall“ abzuhängen. Nach

neueren Forschungen ist es aber gewiß, daß es +verschiedenartige+

krankhafte Veranlagungen des Nervensystems gibt, z. B. besondere

Anlagen zu Verrücktheit, zu Epilepsie usw. Ein erheblicher Bruchteil

der Nachkommen pflegt übrigens selbst bei schwerer Belastung von

wirklicher Erkrankung freizubleiben, und bei manchen Arten solcher

Vererbungen können neben der fehlerhaften Anlage hohe geistige

Begabung, Talent, Schwung und Tatkraft einhergehen. Bei schwerster

Belastung zeigen einzelne Familienglieder auch körperliche Bildungs-

und Entwicklungsfehler (die sog. Degenerationszeichen).

Viel häufiger als eine solche begrenzte Fehlerhaftigkeit der Keime,

die sich in bestimmten Bildungsfehlern und Krankheitsanlagen der im

übrigen vielleicht völlig gesunden und kräftigen Nachkommen äußert,

ist ihre +Minderwertigkeit und Schwächlichkeit im ganzen+, wie sie in

der Lebensschwäche und kümmerlichen körperlichen, intellektuellen und

moralischen Entwicklung des Kindes und in seiner Kränklichkeit, d. h.

seiner geringen Widerstandsfähigkeit gegen äußere Schädlichkeiten,

zutage tritt.

Diese Lebensschwäche der Keime kann wieder etwas sein, was schon von

den Vorfahren ererbt ist. Meistens aber ist sie erst die Folge der

ungünstigen Bedingungen, unter denen die Keime im Körper der Eltern

gewachsen sind.

So ist die Schwächlichkeit der Kinder nicht selten einfach auf das

+unpassende Alter der Eltern+ zurückzuführen. Nur innerhalb einer

gewissen Lebensperiode steht die Keimbildung auf voller Höhe. Kinder

zu junger Eltern (Mutter unter 20, Vater unter 24 Jahren) sind nicht

selten lebensschwach und sterben daher zahlreicher schon im ersten

Lebensjahr wieder ab. Es kommen bei ihnen auch häufiger als sonst

Bildungsfehler, wie Hasenscharte, Wolfsrachen, Idiotie, vor, zum

Zeichen, daß die Keimstoffe der Jugendlichen häufiger nicht allein

weniger kräftig, sondern auch mit Fehlern behaftet sind. Bemerkenswert

ist auch, daß jugendliche Mütter verhältnismäßig häufig Zwillinge

gebären. Sie teilen diese Eigenschaft mit den älteren Frauen. Wie die

zu jungen gebären zu alte Frauen häufiger lebensschwache Kinder. Auch

Idiotie kommt unter den Kindern von Frauen über 40 Jahre häufiger vor

als unter solchen von Frauen in der Vollkraft. Ebenso wie höheres Alter

der Mutter wirkt das des Vaters (über 50 Jahre) im Durchschnitt nicht

günstig.

Hygiene des Geschlechtslebens · 第 1 / 8 段