SCHLUSS.

In dieser reinigenden und jener verklärenden Wirkung des Todes vollendet

sich endlich der Sinn und Zweck der Tragödie. Nach dem Gesagten ist der

Tod, der physische Untergang, nichts weniger, als dasjenige, was den

eigentlichen Sinn der Tragödie macht; sosehr auch die Meinung in Geltung

sein mag. Er ist vielmehr ein durchaus sekundäres, dienendes, immerhin um

des Zweckes willen notwendiges Moment. Dieser Zweck der Tragödie ist

aber, um nun unser Ergebnis noch einmal in Eines zusammenzufassen, kein

anderer als der, _uns die Macht des Guten in einer Persönlichkeit

genießen zu lassen, wie sie im Leiden zu Tage tritt und gegen Übel und

Böses sich bethätigt, uns von dem Werte dieses Guten den denkbar tiefsten

und reinsten Eindruck zu geben, einen Eindruck, der nicht, wie so oft im

Leben, getrübt ist durch den Gedanken an uns selbst, an äußeren Erfolg,

an Lohn und Strafe, der im Gegensatz zu allem Haften am Einzelnen und an

der Oberfläche des Geschehens und Thuns dem Ganzen der Persönlichkeit und

ihrem innersten Wesen gerecht wird. Die Tragödie fordert dafür nichts,

als daß wir uns ihr ganz hingeben und nichts Fremdes einmischen, daß wir

vor allem nicht in unseren Reflexionen und Theorien statt im Kunstwerk

unsere Befriedigung suchen.

Der Streit über die Tragödie · 第 17 / 17 题