In dem die Wuth des Onkel Prudent mit dem Quadrat der Geschwindigkeit
zunimmt.
Wenn Onkel Prudent und Phil Evans je auf die Hoffnung, entfliehen zu
können, verzichten mußten, so war das während der nun folgenden fünfzig
Stunden der Fall. Befürchtete Robur, daß die Ueberwachung seiner
Gefangenen bei der Fahrt über Europa weniger leicht sein möchte?
Vielleicht. Er wußte ja übrigens, daß sie zu Allem entschlossen waren,
um zu entweichen.
Doch, wie dem auch sein mochte, jeder Versuch wäre jetzt einem
Selbstmorde gleichgekommen. Wenn Einer von einem Expreßzuge, der mit
der Geschwindigkeit von hundert Kilometern in der Stunde dahinfliegt,
herabspringt, so setzt er vielleicht sein Leben in Gefahr; wer das aber
von einem zweihundert Kilometer in der Stunde dahinrasenden Blitzzuge
versuchte, der kann nur den Tod wollen.
Eben diese Geschwindigkeit, die größte, die er anzunehmen im Stande
war, war jetzt dem "Albatros" ertheilt worden. Er überholte noch den
Flug der Schwalbe, die hundertachtzig Kilometer in der Stunde
zurücklegen kann.
Hier mag auch bemerkt sein, daß bisher nordöstliche Winde in einer der
Fortbewegung des "Albatros" sehr günstigen Ausdauer anhielten, da
dieser in derselben Richtung, d. h. im Allgemeinen nach Westen zu flog.
Dieser Wind begann aber allmählich abzuflauen, so daß es nachgerade
unmöglich wurde, sich auf dem Verdeck zu halten, ohne die Athmung durch
die Schnelligkeit der Bewegung fast aufgehoben zu sehen. Die beiden
Collegen wären auch beinahe über Bord geschleudert worden, wenn sie
nicht der Luftdruck an ihrem Ruff so zu sagen festgenagelt hätte.
Zum Glück bemerkte sie der Steuermann durch die Lichtpforten seiner
Hütte, und eine elektrische Klingel setzte die auf dem Verdeck
eingeschlossenen Mannschaften von ihrer Nothlage in Kenntniß.
Ueber das Verdeck hinkriechend, glitten vier Mann davon nach dem
Hintertheil zu.
Diejenigen, welche sich in einem Sturm auf einem vor dem Winde
liegenden Schiffe befunden haben, werden verstehen, welchen Druck der
Wind dabei auszuüben vermag. Hier war es jedoch der "Albatros" selbst,
der diesen durch seine maßlose Geschwindigkeit hervorrief.
Man mußte wirklich seinen Gang verlangsamen, was Onkel Prudent und Phil
Evans gestattete, ihre Cabine wieder zu erreichen.
Im Inneren seiner Ruffs führte der "Albatros", ganz wie der Ingenieur
das versichert hatte, eine vollkommen athembare Atmosphäre mit sich.
Welche erstaunliche Festigkeit besaß aber dieser Apparat, um einer so
schnellen Fortbewegung den nöthigen Widerstand leisten zu können. Die
Triebschrauben am Bug und am Heck sah man gar nicht mehr sich drehen;
sie pfiffen nur mit scharfem, durchdringendem Ton durch die Luft.
Die letzte, vom Bord aus gesehene Stadt war Astrachan gewesen, das
ziemlich am nördlichsten Ende des Kaspi-Sees lag.
Der Stern der Wüste -- jedenfalls hat ein russischer Dichter es so
genannt -- ist jetzt von der ersten Größe zur fünften oder sechsten
zurückgegangen. Dieser sehr einfache Hauptort des Gouvernements hatte
einen Augenblick seine alten, mit unnützen Zinnen gekrönten Mauern
gezeigt, ebenso wie seine alten Thürme in der Mitte der Stadt, seine an
Kirchen in modernem Stil angrenzenden Moscheen, seine Kathedrale mit
fünf vergoldeten und mit blauen Sternen übersäeten Kuppeln, die einem
ausgeschnittenen Stück Firmament glichen -- das Ganze fast im Niveau
der hier zwei Kilometer breiten Wolgamündung.
Von diesem Punkt aus war der Flug des "Albatros" schon mehr eine Art
Ritt durch die Höhen des Himmels, als würde er von fabelhaften
Hippogryphen fortgetragen, welche eine Meile mit jedem Flügelschlage
zurücklegen.
Es war gegen zehn Uhr Morgens am 4. Juli, als der Aeronef, etwa dem
Thale der Wolga folgend, nach Nordwesten weiter steuerte. An beiden
Stromesufern hin dehnten sich die Steppen des Don und des Ural. Wäre es
möglich gewesen, einen Blick auf diese ungeheuren Gebiete zu werfen, so
hätte man die Städte und Dörfer darin kaum zählen können. Am Abend
endlich zog der Aeronef über Moskau weg, ohne die auf dem Kreml
flatternde Flagge zu salutiren. Binnen zehn Stunden hatte er die
zweitausend Kilometer, welche Astrachan von der Hauptstadt aller Russen
trennen, zurückgelegt.
Von Moskau nach Petersburg ist die Eisenbahnlinie nicht länger als
zwölfhundert Kilometer, konnte also mehr Zeit als einen halben Tag
nicht beanspruchen. So erreichte denn auch der "Albatros" mit der
Pünktlichkeit eines Expreßzuges Petersburg und die Ufer der Newa gegen
zwei Uhr Morgens. Die Helligkeit der Nacht, in der in so hoher Breite
die Sonne nicht tief unter den Horizont nieder taucht, gestattete einen
Augenblick, das Gesammtbild dieser großen Stadt zu überschauen.
Nachher folgte der finnische Meerbusen, das Inselgewirr von Abo, die
Ostsee, Schweden in der Breite von Stockholm, Norwegen in der von
Christiania -- zweitausend Kilometer in nur zehn Stunden! Wahrlich, man
hätte glauben können, daß keine menschliche Macht fernerhin im Stande
wäre, die Geschwindigkeit des "Albatros" zu hemmen, als ob die
Resultante seiner Treibkraft und der Anziehung der Erde ihn in
unveränderlichem Kreislaufe um die Erde gefesselt hielte.
Danach unterbrach er seinen Lauf, und zwar genau über dem berühmten
Wasserfall des Rjukanfos in Norwegen. Der Gusta, dessen Gipfel diesen
herrlichen Theil von Telemarken beherrscht, erschien gleich einem
riesenhaften Grenzwall, den er nach Westen nicht überschreiten durfte.
Von hier aus näherte sich der "Albatros" auch, ohne Verminderung seiner
Geschwindigkeit, wieder mehr dem Erdboden.
Und was begann wohl Frycollin während dieser Fahrt ohne Gleichen?
Frycollin blieb stumm in seiner Cabine und schlief, mit Ausnahme der
Zeit, wo gegessen wurde, so gut er konnte.
François Tapage leistete ihm dann Gesellschaft und ergötzte sich
weidlich an seiner ewigen Angst.
"He, he, mein Junge, sagte er, Du heulst ja gar nicht mehr? Brauchst
Dich gar nicht zu geniren! ... Mit zwei Stunden aufgehängt sein ist
Alles quitt gemacht! ... He, bei der Schnelligkeit, mit der wir jetzt
fahren, müßte das ein vortreffliches Luftbad gegen den Rheumatismus
abgeben!
-- Mir kommt es vor, als ob Alles in kurze und kleine Stücke ginge,
antwortete Frycollin.
-- Das ist wohl möglich, mein wackerer Frycollin; aber wir fliegen so
schnell dahin, daß wir gar nicht mehr fallen könnten. Das ist doch auch
eine Beruhigung.
-- Glauben Sie?
-- Bei meiner Gascogner-Ehre!"
Um die Wahrheit zu sagen und nicht zu übertreiben, wie François Tapage,
so lag die Sache so, daß die Arbeit der Auftriebsschrauben infolge
jener ungeheuren Geschwindigkeit jetzt ein wenig vermindert war, der
Aeronef glitt auf den Luftschichten etwa hin, wie eine Congrève'sche
Rakete.
"Und das wird noch lange so fortdauern? sagte Frycollin.
-- Lange? ... O nein! antwortete der Koch, nur das ganze Leben lang.
-- Ach! seufzte der Neger, wieder mit seinen Klagen beginnend.
-- Nimm Dich in Acht, Frycollin, nimm Dich in Acht! rief da François
Tapage, denn, wie man bei mir zu Hause sagt, der Herr könnte Dich auf
die Schaukel hinaussetzen."
Und mit den Bissen, die er gleich doppelt in den Mund steckte, würgte
Frycollin auch seine Seufzer hinunter.
Während dessen entwarfen Onkel Prudent und Phil Evans, welche nicht
dazu angethan waren, sich unnütz zu beklagen, einen wohl durchdachten
Plan. An Ausführung eines Fluchtversuches war ja unmöglich zu denken.
Doch wenn sie den Fuß auch nicht auf die Erde setzen konnten, war es
nicht denkbar, den Erdenbewohnern mitzutheilen, was nach ihrem
Verschwinden aus dem Vorsitzenden und dem Schriftführer des
Weldon-Instituts geworden war, wer sie geraubt hatte, auf welcher
fliegenden Maschine sie sich befanden, um vielleicht -- aber, lieber
Gott, auf welche Weise? -- einen kühnen Versuch ihrer Freunde, sie den
Händen Robur's zu entreißen, herbeiführen zu können?
Doch wie sollten sie von sich Nachricht geben? Hätte es dazu
hingereicht, die Methode der Seeleute nachzuahmen, welche ein
Schriftstück mit Bezeichnung der Stelle des Schiffbruchs in eine
Flasche stecken und diese in's Meer werfen?
Hier vertrat die Stelle des Meeres aber die Atmosphäre. Die Flasche
konnte darauf natürlich nicht schwimmen. Fiel dieselbe nicht gerade auf
einen zufällig Vorübergehenden, dem sie recht gut den Schädel
zerschmettern konnte, so lag die Vermuthung nahe, daß sie niemals
aufgefunden wurde.
Die beiden Collegen hatten leider kein anderes Mittel zur Verfügung und
sie standen schon im Begriff, eine Flasche des Luftfahrzeuges zu
opfern, als dem Onkel Prudent noch ein anderer Gedanke kam. Er
schnupfte, wie wir wissen, und diese kleine Untugend darf man einem
Amerikaner, der weit schlimmere Unsitten hätte an sich haben können,
wohl nachsehen. Als Schnupfer besaß er natürlich auch eine Dose, die
jetzt schon längst leer war. Diese Dose war aus Aluminium gearbeitet.
Warf er dieselbe hinaus, so durfte man hoffen, daß jeder ehrbare
Bürger, der sie fand, sie auch aufheben werde. Hob er sie auf, so
lieferte er sie auch bei der Polizei ab, und hier würde man Kenntniß
nehmen von dem Document, welches dazu dienen sollte, die Lage der
beiden Opfer Robur des Siegers kund zu geben.
Das wurde denn auch ausgeführt. Das kurze einzuschließende Schriftstück
sagte Alles und trug daneben die Adresse des Weldon-Instituts mit der
Bitte, dasselbe dahin zu befördern.
Nachdem Onkel Prudent das Papier eingelegt, umwickelte er die Dose
sorgsam mit einem dicken wollenen Band, um zu verhüten, daß dieselbe
sich während des Falles schon öffne und durch das Aufschlagen nicht in
Stücke gehe. Jetzt galt es nur noch eine günstige Gelegenheit
abzuwarten.
Das Schwerste bei der ganzen Sache war es aber während dieser
merkwürdigen Fahrt über Europa, das Ruff zu verlassen, über das Verdeck
zu kriechen, auf die Gefahr hin, fortgerissen zu werden, und das ganz
heimlich durchzuführen. Andererseits kam es darauf an, daß die Dose
nicht in ein Meer, einen Golf, See oder einen anderen Wasserlauf fiel,
denn damit -- wäre sie ja verloren gewesen.
Jedenfalls schien es aber nicht unmöglich, daß die beiden Collegen sich
durch dieses Mittel mit der bewohnten Welt in's Einvernehmen setzen
konnten.
Eben jetzt wurde es jedoch Tag und es schien rathsamer, die Nacht
abzuwarten und entweder eine Verminderung der Geschwindigkeit oder
einen Halt zu benützen, um das Ruff zu verlassen. Vielleicht konnten
sie dann die Reeling erreichen und die kostbare Dose genau über einer
Stadt herunterfallen lassen.
Doch selbst bei dem Zusammentreffen aller günstigen Umstände hätte das
Vorhaben nicht gleich zur Ausführung gebracht werden können --
wenigstens nicht am heutigen Tage.
Nachdem der Aeronef nämlich Norwegen in der Höhe des Gusta verlassen,
hatte er sich nach dem Süden zu gewendet und folgte jetzt genau dem
französischen Meridian Null, der bekanntlich über Paris verläuft. Er
schwebte also über die Nordsee hinweg, nicht ohne an Bord der Tausende
von Küstenfahrern, welche zwischen dem Festlande und England verkehren,
das größte Aufsehen zu erregen. Fiel die Dose hier nicht gerade auf das
Deck eines solchen Schiffes, so hatte sie die gegründete Aussicht, auf
Nimmerwiedersehen in der Tiefe zu versinken.
Onkel Prudent und Phil Evans sahen sich also genöthigt, einen
günstigeren Augenblick abzuwarten. Da sollte sich ihnen, wie wir sehen
werden, bald eine besonders geeignete Gelegenheit darbieten.
Gegen zehn Uhr Abends erreichte der "Albatros" die Küste Frankreichs,
nahezu in der Höhe von Dunkerque. Die Nacht war ziemlich dunkel. Einen
Augenblick konnte man den Leuchtthurm von Gris-Nez seine elektrischen
Lichtstrahlen mit denen von Dover kreuzen sehen, die also den Canal in
seiner ganzen Breite erhellten. Dann steuerte der "Albatros" über
Frankreich hin und hielt sich dabei in einer mittleren Höhe von etwa
tausend Metern.
Seine Geschwindigkeit hatte sich freilich nicht geändert. Wie eine
Bombe flog er über Städte, Schlösser und Dörfer hinweg, die so
zahlreich in den fruchtbaren Provinzen des nördlichen Frankreichs
zerstreut liegen. Es waren das unter dem Meridiane von Paris nach
Dunkerque, Doullons, Amiens, Creil, St. Denis ... Immer hielt jener
dabei eine gerade Linie ein. So gelangte er gegen Mitternacht über die
"Stadt des Lichts", welche diesen Namen wenigstens verdient, wenn ihre
Einwohner schlafen oder doch schlafen sollten.
Welch' sonderbare Laune veranlaßte nun den Ingenieur gerade über der
Stadt Paris einmal anzuhalten? Niemand weiß es. Jedenfalls aber senkte
sich hier der "Albatros" so weit, daß er nur wenige hundert Fuß über
derselben schwebte. Robur trat aus seiner Cabine hervor und auch die
ganze Mannschaft erschien, um lustwandelnd einmal frische Luft zu
schöpfen, auf dem Verdeck.
Onkel Prudent und Phil Evans achteten wohl darauf, die sich jetzt
bietende ausgezeichnete Gelegenheit nicht vorüber gehen zu lassen.
Beide suchten sich, sobald sie aus ihrem Ruff getreten waren, von den
Anderen entfernt zu halten, um den rechten Augenblick zur Ausführung
ihres Vorhabens auswählen zu können. Auf keinen Fall sollten die
Anderen etwas davon merken.
Einem gigantischen Käfer ähnlich zog der "Albatros" so langsam über die
Stadt hin. Er überschritt die Linie der Boulevards, welche durch
Edison'sche Lampen in hellem Tageslichte lagen. Das Geräusch der Wagen,
welche noch durch die Straßen jagten, und das Rollen der Züge auf den
vielen, in Paris zusammentreffenden Bahnlinien drang bis zu ihm hinauf.
Dann glitt er in der Höhe der höchsten Bauwerke hin, als hätte er die
Kugel vom Pantheon oder das Kreuz vom Invalidendom abstreifen wollen.
Er steuerte zwischen den beiden Minarets des Trocadero hindurch nach
dem eisernen Thurm des Marsfeldes, dessen ungeheurer Reflector die
ganze Hauptstadt mit elektrischem Lichte überströmte.
Diese Luftpromenade, dieses Flaniren in der Nacht, währte etwa eine
Stunde. Es glich einer Station in den Lüften vor Fortsetzung der
endlosen Reise.
Der Ingenieur Robur wollte dabei den Parisern offenbar den Anblick
eines Meteors bereiten, das ihre Astronomen noch niemals gesehen oder
nur geahnt hatten. Die Signallichter des "Albatros" wurden in Function
gesetzt. Zwei glänzende Strahlenbündel ergossen sich über die Plätze,
die Häuservierecke, Gärten und die sechzigtausend Häuser der Stadt,
indem sie ungeheure Lichtmassen von einem Horizont zum anderen
schweifen ließen.
Gewiß -- diesmal war der "Albatros" gesehen worden, und nicht allein
gesehen, sondern auch gehört worden, denn Tom Turner hatte die Trompete
hervorgeholt und eine schmetternde Fanfare über die Stadt hin ertönen
lassen. In diesem Augenblick beugte sich Onkel Prudent ein wenig über
die Reeling, öffnete die Hand und ließ die Dose fallen.
Fast gleichzeitig erhob sich der "Albatros" wieder sehr schnell.
Da schallte durch die Höhe des Pariser Himmels ein vieltausendfältiges
Hurrah aus der Menge, das sich über die Boulevards fortpflanzte -- ein
Hurrah der Verwunderung über das unvorhergesehene, phantastische
Meteor.
Plötzlich erloschen die Lichtquellen des Aeronefs und rund um ihn wurde
es wieder dunkel und still; darauf nahm er seine Fahrt mit der
Geschwindigkeit von zweihundert Kilometern in der Stunde wieder auf.
Das war Alles gewesen, was seine Insassen von der Hauptstadt
Frankreichs hatten sehen sollen.
Um vier Uhr Morgens hatte der "Albatros" das ganze Land schon
überflogen. Um keine Zeit mit der Ueberschreitung der Pyrenäen oder der
Alpen zu verlieren, glitt er jetzt an der Oberfläche der Provence bis
zur Spitze des Cap d'Antibes hin.
Um neun Uhr blieben die auf der Terrasse des St. Peters-Domes
versammelten Römer verblüfft stehen, als sie ihn über die Ewige Stadt
hinwegschweben sahen. Zwei Stunden später schwankte er hoch über dem
Golf von Neapel, einen Augenblick in der Rauchsäule des Vesuvs. Nachdem
er dann das Mittelmeer in schräger Richtung überschritten, wurde er in
der ersten Nachmittagsstunde von den Wachtposten in La Golette an der
tunesischen Küste beobachtet.
Von Amerika über Asien! Von Asien über Europa! Mehr als dreißigtausend
Kilometer hatte der wunderbare Apparat in weniger als dreiundzwanzig
Tagen zurückgelegt.
Und jetzt zog er majestätisch über die bekannten und unbekannten
Landmassen Afrikas dahin!
* * * * *
Vielleicht wünscht der Leser zu erfahren, was nach dem Herabfallen aus
der berühmten Schnupftabaksdose geworden war?
Die Dose war in der Rivoli-Straße vor dem Hause Nummer 210 zu einer
Zeit niedergefallen, wo diese Straße gerade ziemlich leer war. Am
folgenden Morgen wurde sie von einer ehrlichen Straßenkehrerin
aufgefunden, welche sich beeilte, dieselbe auf der Polizei-Präfectur
abzuliefern.
Hier hielt man sie zuerst für einen explodirenden Körper und wickelte
sie mit derselben allergrößten Vorsicht auf, wie sie zuletzt geöffnet
wurde.
Da trat wirklich eine Art Explosion ein ... Ein furchtbares Niesen,
dessen sich der Sicherheitschef nicht zu erwehren vermochte.
Dann zog man das Schriftstück aus der Dose und las zum allgemeinen
Erstaunen wie folgt:
"Onkel Prudent und Phil Evans, Vorsitzender und Schriftführer des
Weldon-Instituts zu Philadelphia, entführt durch den Aeronef des
Ingenieur Robur.
Freunden und Bekannten davon Nachricht zu geben.