Der Mensch

Empfangen und genähret

Vom Weibe wunderbar,

Kömmt er und sieht und höret

Und nimmt des Trugs nicht wahr;

Gelüstet und begehret

Und bringt sein Tränlein dar;

Verachtet und verehret,

Hat Freude und Gefahr;

Glaubt, zweifelt, wähnt und lehret,

Hält nichts und alles wahr;

Erbauet und zerstöret

Und quält sich immerdar;

Schläft, wachet, wächst und zehret;

Trägt braun und graues Haar.

Und alles dieses währet,

Wenn’s hoch kommt achtzig Jahr.

Dann legt er sich zu seinen Vätern nieder,

Und er kömmt nimmer wieder.

Ludwig Richter-Büchlein: Mit vielen schönen Holzschnitten des Meisters: von Haus und Hof Weib Kind und Kegel · 第 17 / 36 题