I. _Hekatombaion_ (ungefähr unserm Juli entsprechend):

am 1. (oder 7.?) ein _Fest Apollos_, des Sonnengotts, da jetzt die

Sonne ihren höchsten Stand am Himmel erreicht hatte;

am 12. die _Kronien_, Kronos zu Ehren;

am 16. die _Synoikien_ zur Erinnerung an die politische Einigung

Attikas durch Theseus (s. § 20);

am 24.–29. (?) _die großen Panathenäen_, pentaeterisch (s. § 67) in

jedem dritten Olympiadenjahr 6 Tage lang gefeiert, das glänzendste

Fest Athens. Die jährlich begangenen kleinen Panathenäen

beschränkten sich auf eine kürzere Festfeier. Die großen Panathenäen

soll Peisistratos gestiftet haben. An diesen fanden _musische_,

_gymnische_ und hauptsächlich _hippische_ Agone (vgl. § 67) statt.

Die Sieger in den beiden letzteren erhielten Amphoren (s. § 59) mit

Öl von den heiligen Bäumen der Athena in der Akademie. Rhapsoden

trugen seit der Peisistratidenzeit die Homerischen Gedichte vor.

Daran schloß sich die Aufführung des Waffentanzes, _Pyrrhiche_, und

der Wettstreit der _Euandria_, wobei jede Phyle eine Anzahl schöner,

großer und kräftiger Männer vorführte und die stattlichste Schar als

Preis ein Rind erhielt. Eine nächtliche Feier, _Pannychis_, mit

Gesang, Tanz und Fackelwettlauf (_λαμπαδηφορία_) leitete den

Haupttag ein, an dem die ganze Bürgerschaft in feierlicher

Prozession (_πομπή_) vom Kerameikos durch die Hauptstraßen nach der

Akropolis zog, um der Stadtgöttin Athena das von athenischen Frauen

und Mädchen gewobene _Prachtgewand_ (_Peplos_, vgl. § 58), in das

auf safranfarbigem Grunde die Kämpfe der Götter und Giganten

eingestickt waren, darzubringen. Dasselbe war als Segel am Mast

eines Schiffes aufgespannt, das im Festzug auf Rollen fortbewegt

wurde. Den Festzug hat Pheidias auf dem Relieffries des Parthenon

(s. § 70) verewigt. Auf der Burg wurde der Athena ein großes Opfer

(Hekatombe) dargebracht und das ganze Volk davon gespeist. Eine

Nachfeier bestand in einer _Regatta_, einem Bootwettfahren (_νεῶν

ἅμιλλα_), im Peiraieus.

Griechische Altertumskunde · 第 8 / 19 题