Die Kolonien von 1648-1740.[283]

Wir haben die Gründung der Kolonien im Abschnitt II (Seite 57-90) bis

etwa 1648 verfolgt und im Abschnitt III bei der Schilderung der Seekriege

die Kämpfe dort soweit erwähnt, als sie taktisch und strategisch wichtig

oder auf den Verlauf des Krieges von größerem Einfluß gewesen sind;

beides war nur in geringem Maße der Fall. In den Kriegen der zweiten

Hälfte des 18. Jahrh. aber bleiben die Ereignisse in den fernen

Gewässern nicht mehr nur Ausläufer des in Europa ausgefochtenen

Entscheidungskampfes, die Kolonien hatten an Bedeutung gewonnen. Es

handelt sich jetzt um die Seeherrschaft in weiterem Sinne: um den Einfluß

auf fremde Länder, den Besitz von Kolonien und die von ihnen abhängige

Vermehrung des Nationalwohlstandes der Staaten.

[283] Hauptquelle Zimmermann, »Europäische Kolonien«, Band I, Spanien,

Portugal; Band II, Großbritannien, I. Teil; Band IV, Frankreich;

Band V, Niederlande.

Um ihre überseeischen Verhältnisse -- nämlich Umfang, Wert und innere

Kraft ihrer Besitzungen dort -- zu Beginn des nächsten Abschnittes kennen

zu lernen, soweit dies für unsere Zwecke nötig ist, muß ein Überblick

über die Geschichte der Kolonien von 1648-1740 gegeben werden.

Mittel- und Südamerika. Westindien.

$Spanien.$ Es ist früher (Seite 69 ff.) die Kolonialpolitik Spaniens in

großen Zügen gekennzeichnet und auch auf ihren ungünstigen Einfluß

hingewiesen worden; diese Verhältnisse blieben die gleichen, ja sie

gestalteten sich noch ungünstiger.

Zimmermann (Band I, Seite 355) leitet den Abschnitt »Die Entwicklung

der spanischen Kolonien von 1600-1800« mit den Worten ein: »Die

spanische Kolonialpolitik nimmt nach Beendigung der großen Zeit der

Eroberungen von Jahr zu Jahr einen einförmigeren Charakter an, die

Verwaltung der einzelnen Kolonien verknöchert immer mehr, die

Mißbräuche nehmen ohne Unterlaß zu und Spanien erweist sich als nicht

fähig, die reichen Gebiete seines überseeischen Besitzes zu einer ihren

natürlichen Anlagen entsprechenden Entwicklung zu bringen«.

Die Verwaltung der Länder bezweckte weiter nur,. möglichst viel Geld aus

ihnen zu ziehen, aber nie genügten die eingegangenen Beträge der

Regierung in Spanien. Dies führte zur Auspressung aller Rassen, zu

ungesetzlichem Arbeitszwang der Indianer, und hierbei arbeiteten die

Beamten auch noch in ihre eigenen Taschen; sie waren aber durch schlechte

Besoldung zu Bestechlichkeit und Veruntreuung verführt, ja gedrängt

worden. Die Erpressungen riefen Aufstände hervor, besonders der Farbigen.

Verschiedene Reformversuche durch Entsendung tüchtiger und

zuverlässigerer höherer Beamten hatten keinen, oder doch keinen dauernden

Erfolg, da die gefährdeten Beamtenkreise usw. diesen entgegenarbeiteten,

sogar innere Unruhen herbeiführten. Dies und die Beschränkung des Handels

hinderte die volle Entwicklung und lähmte die Kraft der Kolonien gegen

äußere Feinde, wenn auch die Bevölkerung zunahm. Da nun auch das

Mutterland keinen genügenden Schutz gewähren konnte, so waren Handel und

Küsten der Kolonien in der fast ununterbrochenen Kriegszeit von 1648 an

wie in dem Jahrhundert vorher den Angriffen der Feinde Spaniens

ausgesetzt; wir haben die Hauptereignisse kennen gelernt.

Oft war dann der Verkehr mit Europa völlig unterbrochen, aber auch in

Friedenszeiten war er nur unter starker Bedeckung möglich. Das

Seeräuberunwesen wuchs während des 17. Jahrh. ungemein schnell; 1680

sollen gegen 10000 Flibustier im westlichen Teile Haitis, ihrem Haupt-

aber nicht alleinigen Sitz, gewohnt haben.

Sie hausten nicht nur auf See, sondern plünderten auch die Küsten. Fast

in jedem Jahre unternahmen sie größere Züge, so z. B.: 1662, 1665, 1668

Einfälle in Kuba; Plünderungen von Veracruz 1683, von Campeche, Nicoya,

Leon, Realeja 1685, von Guayaquil 1686, Cartagena 1690, Panama 1691 u.

a. m. Oft wurden sie von den Engländern oder Franzosen unterstützt, von

den erstgenannten z. B. bei den Einfällen in Kuba; wir sahen sie auch

an Kriegszügen der Franzosen teilnehmen. Verschiedene Versuche der

Kolonien Mexiko und Kuba, die Piratennester gänzlich zu zerstören,

hatten selten und niemals anhaltenden Erfolg; erst als die Piraten auch

den Engländern lästig fielen, wurde dem Unwesen gesteuert (Anfang des

18. Jahrh.).

Da die Regierung und der kleine beteiligte Kreis weiter allein Vorteil

aus dem Handel ziehen wollte, blieb das Verbot des Verkehrs mit Fremden

und der Kolonien unter sich bestehen. Beim Wachsen der Bevölkerung und

ihrer Bedürfnisse nahm der Schmuggelhandel immer mehr zu, besonders in

Kriegszeiten, wenn der Verkehr mit dem Mutterlande unterbrochen war und

die Überwachung nicht streng durchgeführt werden konnte. Als im

Spanischen Erbfolgekriege die Franzosen den Schutz der spanischen

Kolonien mitübernommen hatten, benutzten sie auch die Gelegenheit zum

Handel mit ihnen. Nach dem Frieden von Utrecht hörten die Angriffe auf

und, da gleichzeitig auch die Seeräuber mehr im Zaum gehalten wurden,

konnten die Kolonien aufatmen. Die Regierung versuchte zwar sofort, der

Beteiligung der Fremden am Handel wieder ein Ende zu machen, aber jetzt

wurde der unerlaubte Verkehr seitens Englands durch den Assientovertrag

(siehe Seite 576) begünstigt.

Die englischen Agenten, die infolge des Vertrages über die Negereinfuhr

nach Kuba, Veracruz, Panama usw. gesandt waren, studierten genau Lage

und Bedürfnisse der Kolonien und setzten den englischen Kaufmann in den

Stand, massenhaft verbotene Ware einzuführen; besonders das Recht

Englands, ein Schiff zum Markte von Portobello zu senden, begünstigte

den Schleichhandel. Alle Gegenmaßregeln der spanischen Regierung

fruchteten nicht, die Beamten ließen sich bestechen und die Kolonisten

begünstigten den Schmuggel, auch die Gouverneure drückten gern ein Auge

zu.

Wenn auch viele englische Schiffe und Waren beschlagnahmt wurden, so war

die Zahl der Durchschlüpfenden doch größer, und in wenigen Jahren rissen

die Engländer den ganzen Handel an sich. Für die Kolonien war dies

vorteilhaft, ihr Handel blühte auf, aber die Regierung und das Mutterland

wurden arg geschädigt. Als 1750 der Assientovertrag aufgelöst und

gleichzeitig dem Verkehr mehr Freiheit gewährt wurde, betrug der Umfang

des Handels zwischen Amerika und Europa 286 Millionen Pesos, davon

entfielen 224 auf den englischen Schleichhandel, auf Spanien kamen also

nur 22%. Das waren die Früchte der spanischen Prohibitiv-Handelspolitik.

Soviel über die Verhältnisse der spanischen Kolonien im allgemeinen. Auf

den Inseln =Kuba=, =Haiti=, =Portorico= stand es noch ungünstiger, denn

diese waren bei weitem nicht so bevölkert als die Festlandskolonien, da

hier die Indianer ausgerottet und viele Eingewanderte nach dem Festlande

weitergezogen waren; auch waren sie ja den Angriffen am meisten

ausgesetzt. Sie wurden bald von den französischen und englischen Inseln

überholt. Um die Mitte des 18. Jahrh. hatte Kuba 140000 und

Spanisch-Haiti (4/5 der Insel) 40000 Einwohner aller Farben. Kuba

exportierte etwa 46000 Ztr. Tabak und 5000 Ztr. Zucker; man vergleiche

hiermit die Angaben für die englischen und französischen Besitzungen. Das

doch nur schwach bevölkerte Spanisch-Haiti brachte nicht genug für den

eigenen Bedarf hervor und mußte von Mexiko unterstützt werden, während

Französisch-Haiti (nur 1/5 der Insel aber mit gegen 300000 Einwohnern,

worunter 40000 Weiße) mehr als 6 Millionen Francs abwarf.

=Spanien besaß= 1740 =in Amerika=: Die Vizekönigreiche Mexiko und Peru,

die Generalkapitanate Guatemala (Zentral-Amerika), Neu-Granada (mit

Venezuela), Quito, Charcas (Bolivia), Argentinien und die Inseln Kuba,

Portorico, Haiti (4/5). =Verloren hatte es= im letzten Jahrhundert:

Jamaica, 1655 von Cromwell erobert; den westlichen Teil von Haiti, 1659

von Frankreich besetzt und 1677 als französischer Besitz anerkannt;

verschiedene kleinere Inseln, die, nur schwach besiedelt oder gar nur

beansprucht, nach und nach in die Hand anderer Völker übergegangen waren.

Jamaica war, als wichtiger Stützpunkt für die westindischen Gewässer und

auch gegen die Festlandsküste, ein schwerer Verlust.

$England$ hatte in den ersten drei Jahrzehnten des 17. Jahrh. einige

Inseln der Kleinen Antillen besiedelt (vgl. Seite 85) sowie 1655 den

Spaniern Jamaica abgenommen. Im Laufe des Jahrhunderts erweiterte sich

der Besitz und man kann wohl sagen, daß alle Inseln gediehen, besonders

als die früh begonnene Negereinfuhr im 18. Jahrh. großen Umfang annahm.

Einige Angaben mögen dieses veranschaulichen.

=Barbados=: Nach dem mißlungenen Angriff Ruyters 1665 blieb die Insel in

den sonst so kriegerischen Zeiten verschont, dagegen nahmen ihre Milizen

hervorragenden Anteil an Unternehmungen gegen französische Besitzungen.

Zuckerindustrie und Handel blühten schnell auf; 1656 zählte man 25000

weiße Einwohner und einen jährlichen Verkehr von 100 Schiffen; 1753

bestand die Bevölkerung aus 20000 Weißen sowie 69000 Negern und 200000

Ztr. Zucker wurden ausgeführt.

=Jamaica=: Es war anfangs schwierig, festen Fuß zu fassen, da die mit

ihren Negern in die Berge geflüchteten spanischen Kolonisten die

Ansiedlungen bedrohten und auch verschiedene Wiedereroberungsversuche

abgeschlagen werden mußten; erst im Jahre 1660 räumten die letzten

Spanier die Insel; mit den Negern in den Bergen (»Maroons« genannt), die

stets weiter durch entlaufene Sklaven verstärkt wurden, mußte noch 150

Jahre gekämpft werden. Nach Cromwells Tode wanderten viele seiner

Anhänger ein; es wurde besonders Schmuggel mit Spanisch-Amerika, aber

auch Seeraub, betrieben. Ein berühmter Flibustier, Morgan, führte sogar

eine Zeitlang die Geschäfte des Gouverneurs und Karl II. soll am Gewinn

teilgenommen haben. 1673 zählte man 8500 Weiße und 9500 Neger, der

Zuckerrohrbau erreichte hier die höchste Blüte. 1694 wurde die Insel von

den Franzosen geplündert. Mit Inkrafttreten des Assientovertrages wuchs

die Negereinfuhr sehr; von 1709-1775 sind 472700 Sklaven eingeführt

worden. 1744 betrug der Wert der Einfuhr von England 150000 Lstrl., der

der Ausfuhr 600000 Lstrl. (500000 Ztr. Zucker, daneben Kaffee); man

vergleiche dies mit den Angaben über Kuba und Spanisch-Haiti. 1775 waren

12700 Weiße, 4000 freie Neger und 19200 Sklaven auf der Insel.

=St. Christopher= (St. Kitts), 1625 von Engländern und Franzosen

gemeinsam besiedelt, hatte während der Kriege viel zu leiden, da die

beiden Völker sich mehrfach gegenseitig vertrieben und brandschatzten;

erst 1713 ging die Insel in den alleinigen Besitz Englands über und

blühte nun schnell auf. Um die Mitte des 18. Jahrh. waren 2000 Weiße und

10000 Neger vorhanden. Von hier aus hatten die Engländer noch im 17.

Jahrh. verschiedene der Leewardinseln in Besitz genommen: =Nevis=,

=Antigua=, =Montserrat=. Von Antigua aus (der wichtigsten: 1741 gegen

3500 Weiße, 27000 Neger) wurden wieder Barbuda, Anguilla sowie die

Virgin-Inseln besiedelt. Wie St. Christopher, so hatten auch die andern

Leewardinseln während der Kriege unter dem wechselnden Waffenglück zu

leiden.

Die =Bermudas=, 1612 besetzt, blieben von Angriffen verschont, sie

zählten 1750 gegen 6400 Weiße und 5000 Neger. Auf den =Bahamas= ließen

sich die Engländer 1646 zuerst nieder und, nach Vertreibung durch die

Spanier, 1680 aufs neue. 1703 von Spaniern und Franzosen verwüstet,

blieben die Inseln lange ein Sitz von Seeräubern und entwickelten sich

erst langsam nach einer Strafexpedition 1717.

=Auf dem Festlande= war der englische Besitz nur gering. Versuche, sich

an der Campechebay (Mexiko) festzusetzen, scheiterten. 1670 gelang es,

eine Ansiedelung in =Belize= zu gründen, die von Jamaica aus geschützt

und 1713 von Spanien anerkannt wurde. 1739 trat der sogenannte

König der Mosquitoindianer sein Land an England ab (das jetzige

=Britisch-Honduras=). Die Niederlassungen in =Guayana= -- 1652 gegründet,

1654 durch Eroberung von französischem und 1665 von holländischem Besitz

dort erweitert -- waren 1664 und 1667 wieder geräumt worden.

$Frankreich$ hatte unter =Richelieu= begonnen, in Westindien

Niederlassungen zu gründen (Seite 90), zuerst auf St. Christopher. 1635

wurden der Compagnie des îles de l'Amérique sämtliche zu kolonisierenden

Inseln zwischen dem 10. und 30. Breitengrade als Eigentum zugesprochen;

der König setzte nur Gouverneure und Richter ein, die Gesellschaft

verpflichtete sich, binnen 20 Jahren 4000 katholische Franzosen

anzusiedeln. Man wollte die Inseln nicht ausbeuten, sondern lebensfähige

Kolonien gründen, allerdings sollten diese ihre Erzeugnisse nur nach

Frankreich senden und nur von dort ihre Bedürfnisse beziehen. Von

1635-1651 waren in Besitz genommen: =Guadeloupe=, =Martinique=, =Marie

Galante=, =St. Martin=, =Les Saintes=, =St. Croix=. Französische

Abenteurer setzten sich auf Tortuga fest, gingen von hier nach der

Westküste Haitis hinüber und gründeten die Kolonie =St. Domingue=.

Es wurde schwer, Einwanderer zu finden. Man war genötigt, aufgegriffene

Bettler und Arbeitsscheue, ja Sträflinge, hinzusenden, sogenannte

Engagés, die die ersten drei Jahre nur für freie Station arbeiten

mußten. Protestanten wurde die Einwanderung nicht gestattet, obgleich

solche wohl gerade Neigung gehabt hätten, wie auch von England gern

Dissidenten in die Kolonien gingen. Es lag dies im Zuge der Zeit, auch

England litt keine Katholiken in seinen Niederlassungen, und Frankreich

mußte besonders die Hinneigung der Hugenotten zu den Holländern und

Engländern fürchten. 1642 zählte man 7000 Weiße auf den französischen

Antillen.

Diese Niederlassungen blieben, St. Christoph ausgenommen, im Besitze

Frankreichs und entwickelten sich trotz mancher Schwierigkeiten, wie

nachstehende Angaben zeigen werden. Sie überstanden den Niedergang des

französischen Seewesens während der Frondezeit; der Handel ging zwar in

englische und holländische Hände über, die Kompagnie mußte ihren Besitz

an Private verkaufen, aber Einwohnerzahl und Kultur wuchsen. =Colbert=

versuchte die kolonialen Bestrebungen zu heben, zunächst auf dem Wege

Richelieus. Eine neue Gesellschaft, die Compagnie des Indes occidentales,

erhielt die Niederlassungen in Westindien, Nord- und Südamerika sowie in

Westafrika als Eigentum. Diese sperrte wieder den Handel mit Fremden,

zeigte sich aber auch nicht leistungsfähig: Es mangelte an Mitteln, weil

das französische Kapital noch kein Vertrauen zu überseeischen

Unternehmungen hatte; sie sandte nicht genug Waren hinaus und forderte zu

hohe Preise. Unruhen waren die Folge und Engländer wie Holländer

versuchten in den Kriegen 1665-1667 und 1672-1678 sich der Kolonien zu

bemächtigen. Die Kompagnie ging 1674 ein, die Regierung übernahm selber

die Verwaltung, Gesellschaften wurden nur für Handel zugelassen. Es war

dies also ein vollkommener Wechsel in der Kolonialpolitik, aber recht

eigentlich im Sinne Colberts, der so sein Bestreben, die Kolonien für das

Mutterland nutzbar zu machen, schärfer durchführen konnte. Er gab den

Handel für alle Franzosen frei, schloß die Fremden aber noch strenger

aus; er bestimmte nach den Bedürfnissen Frankreichs, was gebaut werden

sollte (Zucker, Tabak, Farbhölzer, Kakao); er sorgte für stärkere

Negereinfuhr, aber nur durch Franzosen. 1683 hatte Französisch-Westindien

40000 weiße Einwohner und erzeugte schon Zucker über Frankreichs Bedarf.

Nach Colberts Tode ging die Einwohnerzahl zurück infolge der durch die

Jesuiten hervorgerufenen Ausweisung holländischer Juden und der harten

Behandlung der Hugenotten, deren beider Einwanderung Colbert begünstigt

hatte. Dies war um so empfindlicher für die Kolonien, weil gerade der

Krieg 1688-1697 ausbrach und neue Angriffe der Engländer brachte. Der

Wohlstand litt beträchtlich, weil die Verbindung mit dem Mutterlande

meist unterbrochen war und auch die Negereinfuhr stockte. Der Krieg

1702-1713 hatte ähnliche Schwierigkeiten im Gefolge. Martinique,

Guadeloupe, Marie Galante und St. Domingue waren, wie wir wissen, in den

Kriegen vornehmlich den Angriffen ausgesetzt.

Nach dem Frieden von Utrecht begann dann aber der Hauptaufschwung,

besonders in Haiti. Die Pflanzungen waren trotz der schweren Zeiten

weiter gediehen, aber man litt unter der geringen Entwicklung des

französischen Seehandels und unter Zollschwierigkeiten. Der Regent,

=Philipp von Orleans=, griff durch die Gründung eines Conseil de Commerce

bessernd ein; die Gründungen des Schotten Law mit ihren Folgen (die

Compagnie des Indes), die friedliche Politik =Fleurys= äußerten ihre

Wirkung. Wenn auch die Regierung ihre Kolonien zu sehr bevormundete,

wodurch sogar Unruhen hervorgerufen wurden, trotz verschiedener

Negeraufstände und obgleich der Seeraub noch nicht ganz aufhörte, wuchsen

Bevölkerung und Wohlstand ganz ungemein. 1754 zählte Martinique 24000

Weiße (60000 Neger), Guadeloupe 10000 (50000), St. Domingue gar 40000

(230000). Die französische Bevölkerung Westindiens war also der

englischen weit überlegen, von der spanischen gar nicht zu reden; die

Ausfuhr hatte einen Wert von 150 Millionen Lire, der Seehandel

beschäftigte 500 Schiffe.

=Auf dem Festland= besaß Frankreich, seit 1664, nur =Cayenne=, kurze Zeit

1676 von Holland besetzt. Auch diese Niederlassung schritt fort; 1730 gab

es hier 20 Zuckerfabriken und große Kaffeeplantagen.

$Holland$ besaß in Westindien nur =Curaçao= mit seinen kleinen

Nebeninseln und von den Antillen =St. Eustache=, =Saba=, sowie die Hälfte

von =St. Martin= und auf dem Festlande =Surinam=. Hollands Versuch, in

Brasilien ein größeres Kolonialreich zu gründen, war gescheitert, wie wir

wissen (vgl. Seite 88, Seite 198).

$Dänemark$ hatte zu den von ihm besiedelten virginischen Inseln =St.

Thomas= und =St. John= 1733 noch =St. Croix= von Frankreich durch Kauf

erworben.

$Portugal$ besaß =Brasilien=. Bei der Schilderung der Kriege haben wir

gesehen, daß diese Kolonie vielfach den Angriffen der Feinde Portugals

und auch Spaniens, solange beide Staaten vereint waren, ausgesetzt

gewesen ist: insbesondere denen der Engländer 1586-1604 (Seite 134), der

Holländer 1604-1640 (Seite 88), der Franzosen im Spanischen

Erbfolgekriege (Seite 556). Über die inneren Verhältnisse der Kolonie

genügt es, zu sagen, daß sie ähnlich wie in den spanischen lagen:

Ausbeutung und Unterdrückung jeder Selbständigkeit im geistigen und

wirtschaftlichen Leben seitens der Regierung; Ausschluß der Fremden;

grausame Behandlung der Eingeborenen seitens der Kolonisten trotz aller

Gesetze und aller Bemühungen der Jesuiten. Die Folge dieser Schäden waren

häufige Unruhen, aber doch wurde die Kolonie bald wichtig für das

Mutterland durch seine reichen Erzeugnisse, besonders an Zucker und

Kaffee, und sie wurde es noch mehr, als man um 1700 Gold in größerer

Menge sowie um 1730 ergiebige Diamantlager fand.

Nordamerika.

$England$ hatte um 1648 die Küste von Virginia bis Maine besiedelt (Seite

85), das diese Strecke unterbrechende holländische Neuniederland war 1664

erobert (Seite 252 und Seite 350). 1663 wurde Karolina in Besitz genommen

und im Frieden von Utrecht 1713 trat Frankreich an England Acadia (mit

Ausnahme der Cap Breton-Insel) ab; 1732 begann die Besiedelung Georgias.

Um die Mitte des 18. Jahrh. bestanden im Gebiet der heutigen Union =die

13 englischen Kolonien=, die sich später lossagten, nämlich: =die vier

nördlichen Kolonien=, die sogenannten =Neuenglandstaaten= New Hampshire,

Massachusetts mit Maine, Connecticut, Rhode-Island; die =fünf mittleren=

New York, New Jersey, Delaware (die früher holländischen

Niederlassungen), Pennsylvanien, Maryland; die =vier südlichen=

Virginien, Nord- und Süd-Karolina, Georgia.

Die meisten dieser Kolonien hatten im letzten Jahrhundert durch immer

wachsende Einwanderung an Umfang, Bevölkerung und Wohlstand ungemein

zugenommen trotz mancher Schwierigkeiten. Diese bestanden nicht nur in

fast ununterbrochenen Kämpfen mit den Indianern (den Leni-Lenape-Stämmen

der Küste), die sich bald der Ausdehnung hartnäckig entgegensetzten und

zum Vernichtungskampfe zwangen, in den Kämpfen mit den französischen

Kolonien, und in den Streitigkeiten der Gemeinwesen unter sich, ehe die

Grenzfragen einen gewissen Abschluß gefunden hatten, sondern auch

wesentlich in Reibungen mit der englischen Regierung.[284]

[284] Die höchst lehrreiche Geschichte der Entwicklung der einzelnen

Kolonien, auch in ihrem Verhältnis zu England, genau in

Zimmermann, Band II. Die obige Kürze der Darstellung führt

notgedrungen zu Ungenauigkeiten.

Den älteren Kolonien hatte man anfangs eine ziemlich selbständige

Verwaltung zugestanden, besonders denjenigen, die von Gesellschaften oder

Vereinigungen gegründet waren -- Massachusetts (Puritaner), Connecticut,

Rhode-Island -- aber auch denen, die an einzelne Personen vergeben waren

(Eigentümerkolonien) -- Maryland (Lord Baltimore), New York (Herzog von

York), Pennsylvanien (William Penn) --, sowie denen, die frühzeitig

Kronkolonien wurden, z. B. Virginia. Die Gemeinwesen wählten den Rat des

Gouverneurs und ein Parlament, gaben sich selbst die Gesetze und zahlten

nur geringe Abgaben an das Mutterland. Aber bald begann dieses die

Kolonien von sich abhängiger zu machen; besonders die Stuarts Karl II.

und Jakob II. entzogen ihnen viele Vorrechte und versuchten, sie für

England oder die eigene Person auszunutzen. Nachteile im Handel und

Wandel, Unzufriedenheit, selbst Unruhen waren die Folge.

Der Hauptkampf der Regierung ging naturgemäß gegen die Staaten mit der

freiesten Verfassung: Massachusetts, Connecticut und die später in

erstem aufgegangenen New Plymouth und Newhaven. Diese vier Kolonien

waren ohne jede Beihilfe der Regierung gegründet und hatten sich schon

zu einem Bunde, als Neuengland, zusammengeschlossen. 1686 ernannte

Jakob II. einen Generalgouverneur über sie sowie über Newyork, das

schon durch seine Thronbesteigung Kronkolonie geworden war, und

Newyersey; gewaltsam wurden die alten Freibriefe überall eingezogen.

1688 war die Freiheit der Kolonien in großer Gefahr, sie begrüßten daher

den Sturz Jakobs II. als eine Erlösung; überall verjagte man die

Gouverneure und suchte den alten Freibriefen wieder Geltung zu

verschaffen. Aber die Hoffnungen, die man auf Wilhelm III. und das jetzt

allmächtige Parlament setzte, wurden nur in geringem Maße erfüllt. Kein

englischer Staatsmann war geneigt, den Kolonien die alte Selbständigkeit

wiederzugeben, man brauchte die Mittel, die man in den letzten Jahren aus

ihnen bezogen hatte. Das Gebiet von Massachusetts, dem Hauptsitz der

Opposition, wurde zwar durch Zuteilung von New Plymouth, Maine und Acadia

vergrößert, aber nach einem neuen Gesetz wurden der Gouverneur und sein

Rat vom Könige ernannt; der Gouverneur bestellte Offiziere und Beamte,

ohne seine Genehmigung durften keine Gesetze gegeben, kein Geld verwendet

werden. Die wichtige Kolonie kam so in fast gleiche Lage wie die

bisherigen Kronkolonien; zu solchen machte man auch bald sämtliche

Eigentümerkolonien, indem man Verlegenheiten der Besitzer benutzte. Den

noch nicht so wichtigen Gemeinwesen, z. B. Connecticut und Rhode-Island,

ließ man mehr Freiheiten.

=Handel und Schiffahrt blieben beschränkt=: Nur in England oder in den

Kolonien gebaute, in englischem Eigentum befindliche und mit Engländern

bemannte Schiffe sollten zum Handel zugelassen werden; der Absatz der

Erzeugnisse war nur in England oder durch dessen Vermittlung gestattet.

Die Ausfuhr von Wolle war ganz verboten, die von Holz beschränkt; zu

Masten geeignete Bäume durften nur mit königlicher Erlaubnis gefällt

werden. Die Eisenbearbeitung war begrenzt, die Errichtung von Hochöfen

untersagt und dgl. Man wachte eben darüber, keine Industrie aufkommen

zu lassen, um die des Mutterlandes zu schützen und ihren Absatz in den

Kolonien zu fördern. Das Parlament nahm auch weiter das

Besteuerungsrecht in Anspruch. Die Kolonien bestritten es aber

ernstlich, weil sie nicht im Parlament vertreten seien; diese

Auffassung brachten sie auch dadurch zum Ausdruck, daß sie alle aus

England kommenden Vorschriften erst durch die eigenen Parlamente zum

Gesetz erhoben. Zölle und Schiffahrtsabgaben ließen sie sich allenfalls

gefallen, gegen direkte Steuern würde sich jedenfalls allgemeiner

Widerstand erhoben haben; die Regierung sah dies auch ein. Die Folge

der Handelspolitik Englands war eine stete Verschlechterung der

amerikanischen Geldverhältnisse. Die Kolonien waren dem Mutterlande

tief verschuldet. Von dort erhielten sie reichlichen Kredit zu

Unternehmungen aller Art, da sie aber bei dem Handelsverbot aus anderen

Ländern kein Geld bekamen und die Schulden in England nicht immer mit

ihren Erzeugnissen decken konnten, entstand bald Mangel an barem Gelde.

Während der Kriege vor und nach 1700 mußte Papiergeld ausgegeben

werden; dieses verdrängte bald das Metallgeld, sank tief im Kurse, und

der Handelsverkehr wurde durch den unsicheren Wert der Zahlungsmittel

sehr beeinträchtigt.

Trotz aller Hindernisse schritt die Entwicklung stetig fort. Schon um

1688, zur Zeit des ersten größeren Krieges um Kanada (vgl. Seite 473),

zählte das englische Nordamerika gegen 200000 weiße Einwohner, zur Zeit

des zweiten Krieges (1702, vgl. Seite 565) 260000. Hierzu kamen in den

südlichen Staaten Negersklaven, doch war die Zahl noch gering, in

Virginia zählte man um 1671 etwa 2000 und 1700 etwa 6000; in den

nördlichen Staaten dienten nur sehr wenige auf den Farmen, da die

Regierung die Einführung hinderte. Auch der Landbesitz nahm stetig zu,

die Indianer wurden immer weiter zurückgedrängt. Im Westen erstreckten

sich um 1730 die Farmen bis über die Berge westlich der

Neuenglandstaaten, 1724 war das erste Fort (Dummes) im späteren Staate

Vermont errichtet. Handel, Schiffbau und Schiffahrt wuchsen: 1738 wurden

in Boston allein 38 Schiffe erbaut; 400 Schiffe besorgten jährlich die

Ausfuhr Philadelphias, 200-300 die Charlestowns (Karolina). 1744, bei

Beginn des ersten Krieges um Kanada im nächsten Abschnitt, kann man mit

einer Gesamteinwohnerzahl der englischen Kolonien von 1200000 Seelen,

darunter eine Million Weiße, rechnen; auf die 4 Neuenglandstaaten kamen

allein 400000 Weiße.

Für 1756, Ausbruch des letzten Krieges um Kanada, liegen genauere

Angaben vor. Die Neuenglandstaaten zählten 425000 Weiße, 11000 Neger;

die mittleren Staaten 457000 bezw. 71000; die Südstaaten 283000 bezw.

178000. Ganz Englisch-Nordamerika also 1200000 Weiße und 260000 Neger.

Man sieht die ungeheure Zunahme der Sklaven, Virginia besaß allein

120000; hier war eine Klasse reicher Plantagenbesitzer von hohem

Selbstbewußtsein entstanden.

In den englischen Niederlassungen war jene Form der Kolonisation zur

höchsten Entfaltung gekommen, die England eigentümlich ist: Eine

Gemeinschaft freier Männer, im wesentlichen sich selbst regierend und auf

sich selbst angewiesen, dabei aber mit Begeisterung am alten Vaterlande

hängend. Der Beschäftigung nach waren die Kolonisten Ackerbauer,

Kaufleute und Seeleute zugleich; in der Beschaffenheit ihres Landes und

seiner Erzeugnisse, in seiner langen Küste mit geschützten Häfen hatten

sie alle Elemente der Seemacht vereinigt und auch schon viel für deren

Entwicklung getan; äußerst eifersüchtig waren sie auf Franzosen und

Kanadier. In einem solchen Lande und in einer solchen Bevölkerung hatten

die englische Marine und Armee in den nächsten Kriegen eine sichere

Grundlage auf der westlichen Halbkugel.

Allerdings wurden die Kolonisten immer unzufriedener mit den Maßnahmen

der Regierung. Der Interessengegensatz der sich immer stärker

bevölkernden Neuenglandstaaten zum Mutterlande wuchs von Jahr zu Jahr.

Er wurde dadurch verstärkt, daß viele Einwanderer aus Irland,

Deutschland usw. kamen, die durch keine Bande an England gefesselt

waren; die erstarkende Presse schürte und wurde von der öffentlichen

Meinung in Schutz genommen. Immer selbstbewußter wurden die Kolonien,

immer energischer beanspruchten sie die alten Freiheiten; schon 1705

sagten Stimmen in England voraus, daß sie sich einst freimachen würden.

Noch waren sie aber nicht zum Abfall reif, noch waren sie zu stolz auf

die Macht des Mutterlandes und auch noch zu sehr in Sorgen wegen der

Indianer und der Franzosen in Kanada.

Für $Frankreich$[285] lagen die Verhältnisse in Nordamerika ganz anders.

Wir hörten, daß die Ansiedlung in $Acadia$ und $Kanada$ (Quebec) nur

geringe Fortschritte machte (Seite 89). Die unter Richelieu gegründete

Gesellschaft hatte nur den Pelzhandel im Auge; sie vergab zwar weite

Landstrecken an Unternehmer, um sie zu besiedeln, aber infolge der

Einschränkung der Kolonisten durch die Vorrechte der Kompagnie fanden

sich nur wenig Einwanderer. Jesuiten dagegen gründeten Stationen zur

Bekehrung der Huronen am St. Lorenz- und am Ontario-See. 1642 zählte

Kanada nur erst einige Hunderte von Ansiedlern. Sie hatten viel zu leiden

von den Angriffen der Irokesen zwischen dem Hudson und dem Erie-See, die

besonders von den englischen Ansiedlungen aufgehetzt wurden, als auch

diese die Franzosen zu belästigen anfingen; ständige Reibungen zwischen

den Jesuiten, später dem Bischof und der Verwaltung traten hemmend für

die Entwicklung hinzu. 1663 gab die Kompagnie ihre Rechte und Pflichten

an die Krone zurück. Die Regierung lag nun in der Hand eines Conseils,

das aus dem Gouverneur, dem Bischof, dem höchsten Verwaltungs- und

Justizbeamten sowie einigen Ansiedlern bestand. Die ersten Gouverneure

waren tüchtige Männer, sie schränkten die Macht der Geistlichkeit ein und

hielten die Irokesen in Schranken. Die Zahl der Einwanderer mehrte sich,

vor allem wurden Offiziere und Soldaten der allerdings nur nach Hunderten

zählenden Garnisonen mit Land belehnt. 1671 zählte man schon 6000 Weiße;

die Erforschung des Landes war fortgesetzt, 1670 hatte man vom Ohio aus

den Mississippi erreicht. Von 1672 an stand der besonders tüchtige

Gouverneur =de Frontenac= bis 1698 an der Spitze der Kolonie; unter ihm

machte sie große Fortschritte.

[285] Näheres über die Verhältnisse Zimmermann, Band IV; dort sind auch

die Kriege mit England genauer geschildert.

Frontenac regelte den Pelzhandel. Wenn einst die Indianer ihre

Jagdbeute zu den Niederlassungen gebracht hatten, so kauften jetzt nur

Jäger und Händler (die »courreurs des bois«) die Felle in den

Indianerdörfern auf, oft im Auftrage der Beamten; Frontenac stellte

diesen Übelstand ab. Er gestattete den Branntweinhandel unter Aufsicht

der Regierung; bisher hatten die Jesuiten ihn unterdrückt und die

Indianer handelten deshalb lieber mit den Engländern. 1682 wurde

Frontenac infolge von Umtrieben des Intendanten und der Jesuiten

abberufen, und gerade jetzt hatten die Engländer die Irokesen gewonnen,

die einen vollständigen Vernichtungskrieg gegen die den Franzosen

ergebenen Stämme begannen; gleichzeitig schädigten die Engländer selber

von den Niederlassungen an der Hudsonbai aus den Seehandel und die

Fischerei bei Acadia. Wir hörten bereits, daß daraufhin bereits im

Frieden die Franzosen die Engländer von genannter Bai vertrieben und

die Irokesen züchtigten. Nach der Kriegserklärung kam Frontenac zurück.

Bei Ausbruch des ersten Krieges mit England 1688 (vgl. Seite 473) hatte

die Kolonie 15000 Einwohner, sie führte auch den langen Krieg glücklich

durch. Zwar kam, wie wir wissen, der Plan (1689 und 1696 ins Auge

gefaßt), Newyork als eisfreien Hafen zu nehmen, wegen mangelnder

Unterstützung vom Mutterlande nicht zur Ausführung. Man hatte in Paris

die Kraft der englischen Kolonien unterschätzt und die französische

Marine war der ihr zufallenden Aufgabe nicht gewachsen, aber die

englischen Angriffe wurden abgeschlagen. Beim Frieden 1697 gab England

die Hudsonbay auf und ließ die Franzosen im Besitz der Westküste

Neufundlands.

Ebenso glücklich führte die Kolonie den zweiten Krieg (1702-1713, vgl.

Seite 565), der der Hauptsache nach auch auf beiden Seiten durch die

Kolonisten ausgefochten wurde, obgleich Kanada nur 16000 Einwohner gegen

260000 in den englischen Kolonien hatte. Man muß jedoch dabei beachten,

daß englischerseits nur die Neuenglandstaaten in Betracht kamen, daß

diese nicht immer einig waren, daß in Kanada Garnisonen regulärer

Truppen, wenn auch nur schwache, lagen, die dem Gegner ganz fehlten, und

daß die Franzosen über Indianer verfügten, während die Irokesen, von den

Engländern verletzt, zur Zeit Frieden mit Kanada hielten; auch an

königlichen Schiffen, auf beiden Seiten nur schwach vertreten, scheinen

die Franzosen überlegen gewesen zu sein. Als England endlich größere

Unterstützungen sandte (1710), wurde Port Royal genommen, der Angriff auf

Quebec (1711) scheiterte dagegen kläglich. Infolge des sonstigen Verlaufs

des Krieges mußte Frankreich dann die Niederlassungen an der Hudsonbay,

ganz Neufundland und Akadia -- bis auf die Insel Kap Breton, den

Schlüssel zur St. Lorenzbay -- an England abtreten. Die Kanadier

empfanden diese Zugeständnisse, die Handel und Fischerei erheblich

schädigten, schmerzlich und versuchten bei der Ausführung des Vertrages

zu retten, was zu retten war. Die Ungenauigkeit der Abmachungen gab dazu

genügend Handhaben, weder die Grenzen Akadias noch die des Irokesenlandes

waren sicher festgesetzt.

Der Aufschwung, den die kolonialen Bestrebungen Frankreichs nach dem

Frieden von Utrecht nahmen, äußerte sich in Kanada besonders darin, daß

man sich auf die vorauszusehenden weiteren Kämpfe mit den englischen

Kolonien vorbereitete und mit Erforschung des Landes sowie der

Ausbreitung des französischen Einflusses im Innern weiter vorging. Die

Bedeutung Kanadas gewann mit der durch die Lawschen Unternehmungen

hervorgerufenen Besiedlung Louisianas; durch eine Verbindung beider

Kolonien wäre den englischen das weitere Vordringen abgeschnitten

gewesen.

Der Wohlstand Kanadas machte nur geringe Fortschritte. Das Land brachte

zu wenig hervor; Minerale waren nicht gefunden worden, Ackerbau wurde

wenig betrieben, die Fischerei war durch die Engländer teilweise

lahmgelegt. Wichtig war nur der Pelzhandel, er hing aber von der

Billigkeit der Tauschartikel ab. Diese waren von Frankreich bezogen zu

teuer und England verbot die Einfuhr. Der Wert der jährlichen Ausfuhr

an Pelzwerk betrug zwei Millionen Frank, hinzu trat nur noch ein etwa

gleicher Betrag für Holz, Fische und Tran, während die Kolonie für acht

Millionen europäische Erzeugnisse gebrauchte; sie litt stets an Mangel

baren Geldes.

An dem besten Hafen der Insel Kap Breton wurde Louisbourg, die stärkste

Befestigung Nordamerikas, als Schutz der Straße nach Quebec und der

französischen Fischerei gebaut. Um der Kolonie neue Hilfsquellen zu

erschließen und um dem Vordringen der Engländer vorzubeugen, wurden auf

dem Wege zum Mississippi Stationen gegründet und Forts angelegt, z. B.

Fort Frontenac 1721 am Niagara, worauf die Engländer sofort am Ontario

das Fort Oswega bauten; das Fort Detroit zwischen Erie- und Huron-See;

Vincennes am Wabash-Flusse; Pittsburg (1754); du Quesne am Lac Champlain.

So entstand eine Kette von Befestigungen; von der Mündung des Mississippi

nach Norden sollte der Anschluß erfolgen. Gleichzeitig drang man, weniger

wichtig für uns, nördlich der großen Seen auf 50° Breite bis zu den

Rocky-Mountains (1743) vor; man hoffte einen großen nach West laufenden

Strom und damit einen bequemen Weg zum Stillen Ozean zu finden. Diese

Ausbreitung führte auch während der Friedensjahre zu Grenzkriegen, die

zwar meist von den Indianern ausgefochten wurden, deren Führer aber in

Kanada und Neu-England saßen.

Die Einwohnerzahl nahm zu, aber nicht in dem Maße wie bei den englischen

Kolonien; 1744 zählte Kanada etwa 50000 Weiße. Auch der Charakter der

Bevölkerung war ein ganz anderer. Die militärische und mönchische

Erziehung hemmte die Entwicklung persönlicher Unternehmungslust und

freier Verbindung zu gemeinsamen Zielen. Die Kolonisten betrieben Handel

und Landwirtschaft nur so weit, als es ihre Bedürfnisse erforderten,

sonst lebten sie der Jagd und dem Waffendienst. Jedermann war ein Soldat,

hierin lag eine Stärke der Kolonie. Die Kanadier haßten die englischen

Kolonisten als Eindringlinge in ihren Besitz; als solchen faßte

Frankreich das ganze Ohio- und Mississippital auf Grund der früheren

Entdeckung auf. Daß die Erschließung und Besiedlung dieses großen

Gebietes nicht mit mehr Erfolg vor sich gegangen ist, dürfte größtenteils

darauf zurückzuführen sein, daß von seiten des an der großen Wasserstraße

gelegenen Louisiana zu wenig geschah.

$Louisiana$ war 1700 an der Mündung des Mississippi gegründet; frühere

Versuche, im Süden Nordamerikas Fuß zu fassen, hatte Spanien verhindert,

infolge der engen Verbindung mit Frankreich wurde es jetzt zugelassen.

Die Franzosen erforschten den Fluß mit seinen Zuflüssen und gründeten als

Hauptstadt La Mobile. Die Besiedlung schritt sehr langsam fort, 1712

waren erst 380 Weiße, zur Hälfte Soldaten, in fünf kleinen befestigten

Posten dort; die Kolonie war Kanada unterstellt. 1717 wurde sie an die

Compagnie d'Occident (später des Indes, die Schöpfung Laws) vergeben, die

auch sofort umfassende Maßregeln für die Besiedlung ergriff. Noch im

selben Jahre sandte man 69 Ansiedler und 3 Kompagnien Soldaten hinaus,

1718 folgten 800 Mann; der Regent erteilte zahlreiche Landkonzessionen

mit Adelstiteln; New Orleans wurde als Sitz der Regierung gegründet. 1719

wurde Pensacola den Spaniern abgenommen, aber beim Frieden 1720

zurückgegeben. 1719 erhielt Law das Recht, Vagabunden als Ansiedler

hinauszuschaffen. Bedeutende Fortschritte machte die Kolonie jedoch auch

jetzt nicht: die Einwanderer waren minderwertige Leute, die in dem Klima

nicht arbeiten wollten oder konnten (nur deutsche Bauern bei New Orleans

erwarben bald einen bescheidenen Wohlstand); die Beamten waren unehrlich

und liederlich; die Kompagnie hemmte die Kolonisten durch ihre Vorrechte,

die Regierung verbot jede Industrie, die mit dem Mutterlande in

Wettbewerb treten konnte; Kompagnie und Ansiedler legten sich mehr auf

Suchen von Minen als auf Landbau. 1731 gab die Kompagnie ihre Rechte an

die Krone zurück; sie behielt nur das Handelsmonopol gegen die

Verpflichtung, die erforderlichen Waren und 500 Neger jährlich

einzuführen. Um diese Zeit zählte man 5000 Weiße und 2000-3000 Neger.

Die Regierung ordnete nun die Verwaltung durch einen Conseil wie in

Kanada an und hob die Einfuhrzölle für Waren aus Frankreich auf; die

Kompagnie hatte mit 200% Aufschlag verkauft. Aber nur langsam hob sich

die Kolonie. Die Kolonisten litten unter den Feindseligkeiten der

Indianer, ihre Tätigkeit beschränkte sich erfolgreich nur auf ein kleines

Gebiet am Meere und am Mississippi; die Hauptorte waren New Orleans und

Natchez. Um die Mitte des 18. Jahrh. sollen gegen 20000 Einwohner

vorhanden gewesen sein, doch erscheint diese Angabe unsicher.

Frankreich beanspruchte mit seinen Kolonien Kanada und Louisiana einen

ungeheuren Teil Nordamerikas, dabei standen 1744 nur 80000 französische

Kolonisten (hochgegriffen) einer Million englischer gegenüber; kein

Wunder, daß der nun beginnende Kampf um die Herrschaft zugunsten der

germanischen Rasse ausgefallen ist.

$Spanien$ besaß in Nordamerika nur =Florida=, eine Bezeichnung, unter der

man ein weites, ungenau begrenztes Gebiet um die Halbinsel gleichen

Namens zusammenfaßte. Hier waren gegen die erwähnten früheren

Ansiedlungsversuche der Franzosen St. Augustine (1563 vergl. S. 89) und

Pensacola (1696) gegründet.

Ostindien.

Die ungeheure Macht, die $Portugal$ um 1540 in den indischen Gewässern

gehabt hatte (Seite 63), war schon bis 1640 durch eigene Schuld sowie

durch das Auftreten Englands und Hollands dort sehr zurückgegangen (Seite

84, 86).

Um 1640 war noch in portugiesischem Besitz: An der arabischen Küste

Mascat, Ormuz war 1622 an die Perser, von England unterstützt,

verloren; in Nord-Vorderindien Banda und Diu; an der Westküste

Vorderindiens 20 Niederlassungen von Daman bis Quilon; an der Ostküste

Negapatam und Masulipatam; in Hinterindien Malakka; von der Inselwelt

nur Ceylon und Timor; in China Macao.

Und sie schritt weiter abwärts. Wenn sich auch Portugal 1640 von Spanien

lossagte, so nahm Holland doch noch Malakka 1641 weg, ehe der Frieden

draußen bekannt geworden war. Der Versuch, den Handel durch Freigabe an

alle Portugiesen neu zu beleben, blieb ohne Erfolg; er war schon zu sehr

in englische und holländische Hände übergegangen. Weitere Gebietsverluste

folgten: 1650 verlor Portugal Mascat an die Araber; in dem neuen Kriege

mit Holland (1656-1661, Seite 239) nahm dieses Ceylon, Negapatam,

Quilon, Cranganor, Cochin, Cananor; 1661 fiel Bombay (wie Tanger) als

Mitgift der Gemahlin Karls II. an England. Die zu Bombay gehörigen Dörfer

lieferten die portugiesischen Behörden nicht mit aus und erschwerten den

englischen Handel mit dem Festlande; trotzdem blühte die Stadt in

englischen Händen schnell auf, während die portugiesischen Plätze

verarmten. England schlug 1672 ein Schutz- und Trutzbündnis gegen die

Eingeborenen vor, wenn ihm die Anlage von Faktoreien in allen

portugiesischen Plätzen zugestanden würde, Portugal sollte die gleichen

Vorrechte in englischen Orten erhalten; Portugal aber blieb hartnäckig

und belästigte Bombay weiter. England rächte sich durch Gewaltmaßregeln

aller Art, die Portugiesen sagten, sämtliche englischen Schiffe hätten

Seeraub betrieben; auch unterstützen die Engländer Portugals Gegner offen

mit Kriegsmaterial. Gleichzeitig und weiterhin hatte Portugal unter den

Angriffen der Mahratten zu leiden, die mit dem Verfall des Reiches des

Mogul immer mächtiger wurden. Diese vertrieben Ende der zwanziger Jahre

des 18. Jahrh. die Portugiesen aus den meisten ihrer Besitzungen; 1737

eroberten sie die Insel Salsette, den alten wichtigen militärischen

Stützpunkt, und von dort Bassein. $1740$ war nur noch der jetzige Bestand

in portugiesischem Besitz: Diu, Daman und Goa. Portugals Macht in Indien

war gebrochen, sein Handel so gut wie vernichtet.

$Holland$ war in unserem Zeitabschnitt an seine Stelle getreten. Die

Macht der =holländisch-ostindischen Kompagnie= um 1648 ist uns bekannt

(Seite 86) und soeben ist gesagt, inwieweit sich diese an der Westküste

Vorderindiens auf Kosten Portugals ausdehnte, aber auch sonst erweiterte

und befestigte sie sich. Die =Molukken= kamen völlig in die Gewalt der

Kompagnie. Um die Preise der Gewürze hochzuhalten und jeden Wettbewerb zu

hindern, rottete die Kompagnie sämtliche Anpflanzungen aus, die sie nicht

selber nötig hatte; dadurch hervorgerufene Aufstände der Insulaner wurden

unterdrückt, die bald verarmte Bevölkerung war dann ungefährlich; die

Spanier gaben ihre letzte Befestigung in Tidore auf. In =Sumatra= faßten

die Holländer 1659 durch Eroberung von Palembang an der Ostküste Fuß und

1662 stellten sich auch die Fürsten der Westküste unter ihren Schutz

(Hauptkontor in Padang). In längerem Kriege 1660-1669 wurde die Macht

=Makassars=, des Hauptsitzes des Mohammedanismus, von dem aus in jenen

Meeren der Widerstand auf den Molukken und in Japan stets unterstützt

war, gebrochen. Die Kompagnie wurde dann Herrin von =Celebes= und machte

dem Handel Englands und Portugals hier ein Ende.

Eine Niederlassung auf Borneo konnte sich nur kurze Zeit gegen die

wilden Bergstämme halten. 1693 wurde Pondichery den Franzosen

abgenommen, aber im Frieden von Ryswijk zurückgegeben. Einen schweren

Verlust erlitt die Kompagnie dadurch, daß 1663 die Kolonie auf Formosa

an China verloren ging, als hier die Tataren zur Herrschaft kamen.

Der bedeutendste Erfolg der Kompagnie war ihre zunehmende Macht auf

=Java=. Durch andauernde Kämpfe mit den Fürsten von Bantam und Mataram

gewann sie großen Landbesitz; sie brachte auch den Handel der Insel ganz

in ihre Hand, England räumte 1683 seine Ansiedlung in Bantam. Besonders

wichtig wurde Java durch den Kaffeebau, der 1696 eingeführt wurde und so

zunahm, daß man ihn wie den Gewürzbau auf den Molukken einschränkte; 1740

lieferte er 4000000 Pfund.

Ihrer Macht entsprechend gebot die Kompagnie über eine =große Flotte= und

über =eigene Truppen=. In den Jahren 1650-1702 wurden jährlich 15-30

Schiffe nach Indien abgefertigt; in 22 Jahren unter 20, dafür in 12

Jahren über 25. Diese eigentlichen Ostindienfahrer waren wohl armiert;

man hatte drei Klassen: zu 38 Kanonen, zu 36, zu 26. Es war mithin stets

eine erhebliche Seemacht auf der Station, zu der noch viele kleine

Schiffe für den dortigen Zwischenverkehr traten; die aus- und

heimsegelnden Convois bildeten kleine Flotten. Holland stand

infolgedessen in den Kriegen mit England und mit Frankreich in Indien

überlegen da und der Verkehr mit der Heimat wurde nicht unterbrochen,

kaum eingeschränkt. Für die Besatzungen der Forts unterhielt man eine

europäische Truppe von 2000 bis 3000 Mann, verwendete in den Kriegen auf

Java aber auch Eingeborene der anderen Inseln.

Die Vorherrschaft Hollands in Indien stand jedoch auf schwachen Füßen,

Verwaltung und Handelspolitik waren ungesund. Die ostindische Kompagnie

hatte um 1739 ihren Höhepunkt bereits überschritten, ihr Verfall

begann.[286]

[286] Nachstehendes nach Zimmermann, Band V, woselbst sehr genaue

Angaben über die Geschäftsverhältnisse der Kompagnie gegeben

sind.

Die Kompagnie wurde in Holland geleitet durch ein Direktorium von 17

Teilhabern »Kamer van Zeventienen«): 8 von Amsterdam, 4 von Seeland, 2

von der Maas, 2 vom Norderquartier und der 17. von den drei letzten

Provinzen gemeinschaftlich gewählt. Hinzu traten 60 kaufmännische

Leiter, deren Zahl in ähnlichem Verhältnis in den Provinzen verteilt

war. Draußen stand in Batavia ein Generalgouverneur an der Spitze, auf

Vorschlag der Kompagnie von den Generalstaaten ernannt, ihm zur Seite

der »Rat von Indien«, bestehend aus den höchsten Beamten zu Batavia und

den Gouverneuren der andern Inseln usw. Die Macht und Verantwortung des

Generalgouverneurs waren groß; er besetzte mit dem Rat alle mittleren

und niederen Beamtenstellen. Die Laufbahn der Beamten stufte sich ab

in: Assistent, Buchhalter, Unterkaufmann, Kaufmann, Oberkaufmann (die

Direktoren der einzelnen Kontore). Alle Schiffe, außer den nach Ceylon

bestimmten, liefen Batavia an, den Sitz des Generaldirektors des

Handels. Der Gouverneur war zwar für gewisse Fälle angewiesen, die

Entscheidung der »Kammer der XVII« einzuholen, oder an die Zustimmung

des »Rates von Indien« gebunden, konnte aber fast immer seinem Willen

Geltung verschaffen.

Die Kompagnie strebte an, Handel und Wandel allein in der Hand zu

behalten. Maßregeln in diesem Sinne waren die schon erwähnte

Beschränkung des Gewürz- und Kaffeebaues, Unterdrückung jedes anderen

Handels sowohl von seiten anderer Völker wie auch holländischer

Kolonisten; wie früher bei den Portugiesen war es verboten, Karten und

Aufzeichnungen mit in die Heimat zu nehmen, selbst die

Privatkorrespondenz unterlag der Aufsicht. Man trieb aber auch eine

übermäßige Sparsamkeit, z. B. in der Besoldung der Beamten.

Trotzdem gingen die Geschäfte nicht dauernd gut und wurden immer

schlechter. Dabei wurden hohe Dividenden gezahlt: 1651-1702 meist

zwischen 15 und 40%, nur in acht Jahren 0%; 1681-1706 wurde in Indien

nur in sieben Jahren ein Gewinn erzielt; 1698 hatte die Kompagnie eine

Schuldenlast von 11 Millionen Gulden, fast das Doppelte des

Einlagekapitals. Der schnelle Rückgang vom Beginn des 18. Jahrh. an ist

aus folgenden Angaben über den Reingewinn zu ersehen: 1613-1696 = 40

Millionen; 1613-1703 = 31-1/2; 1613-1713 = 16-1/2; 1613-1723 = 4,8;

1613-1730 = -7,3; 1613-1779 = -85 Millionen Gulden. Über diese Lage

verlautete nach außen nichts; sie ist erst im 19. Jahrh. lange nach dem

Zusammenbruch der Kompagnie bekannt geworden. Die Welt sah immer nur

die ansehnlichen Dividenden und nahm an, daß alles in bester Ordnung

sei. Die Kompagnie hatte stets den größten Kredit, sie hatte ja auch

viele Kriegslasten auf sich genommen und noch 1696 den Generalstaaten 8

Millionen für die Verlängerung ihres Privilegs gezahlt.

Die Gründe des Rückganges lassen sich zusammenfassen: 1. die immer mehr

umsichgreifende Unzuverlässigkeit der Beamten, ein jeder arbeitete in

seine Tasche; ursprünglich waren sie wohl durch zu geringe Besoldung

gezwungen, für sich Handel zu treiben und Verletzungen der Rechte der

Kompagnie seitens Fremder, selbständiger holländischer Kolonisten und

der Eingeborenen durchgehen zu lassen. Günstlingswirtschaft bei

Besetzung der Stellen riß ein, überflüssige Posten wurden geschaffen;

2. die strenge Durchführung des Monopols lähmte die Entwicklung der

Kolonien, mit der Gebietserweiterung wuchsen die Verwaltungskosten

unverhältnismäßig; 3. die Kriege auf Java und Celebes verschlangen

große Summen, die Regierung stellte infolge der europäischen Kriege zu

bedeutende Ansprüche; 4. in Vorderindien wuchs der Wettbewerb der

Engländer.

$Englands$ Macht in Indien war 1648 noch unbedeutend (Seite 84). Die

=ostindische Kompagnie= besaß Faktoreien, teilweise kleine Forts, an der

Westküste Vorderindiens (Vorort Surat), an der Koromandelküste (Madras),

in Bengalen (Hugly am Gangesdelta), in der Inselwelt nur noch auf Java

und Celebes (später geräumt); eigentliches Landeigentum hatte sie nicht,

eine größere Befestigung nur in Madras (St. George seit 1639).

Der erste holländisch-englische Krieg brachte der Kompagnie großen

Schaden, doch wurde dieser beim Friedensschluß ersetzt (Seite 229) und

auch der Wettbewerb seitens der Courtenlinie (Seite 84) durch völlige

Verschmelzung mit dieser abgewendet. 1658 wurde das Kapital wesentlich

vermehrt und 1661 bestätigte Karl II. der Kompagnie die weitestgehenden

Rechte: Überlassung des alleinigen Handels mit Indien; Anerkennung als

politische Korporation mit dem Rechte, sich Gesetze und Verfassung zu

geben, mit nichtchristlichen Fürsten Krieg zu führen, Festungen zu bauen

und Soldaten zu halten; die Regierung behielt sich nur vor, den Vertrag

mit dreijähriger Frist kündigen zu dürfen, falls es das Interesse der

Krone oder des Volkes erfordere. Als Bombay dem Könige zufiel, wurde auch

dieses der Kompagnie zugeteilt durch seine insulare Lage ein wichtiger

Stützpunkt. Es begann nun das langsame aber stetige Wachsen der Macht der

Kompagnie. Mit ungeheuren Schwierigkeiten, die nicht nur draußen, sondern

auch daheim auftraten, hatte sie zu kämpfen.

Ein kurz gefaßter Überblick auf die =Geschichte der ostindischen

Kompagnie=[287] während unseres Zeitabschnittes sei gegeben. Die

Geschäfte wurden in Indien von Präsidentschaften geleitet in: Surat,

Madras mit Bengalen, Bantam; später fiel Bantam fort, Surat wurde nach

Bombay verlegt, Bengalen wurde unter Kalkutta selbständig. Jede

Präsidentschaft besaß einige Hauptfaktoreien, von denen die Außenposten

abhingen; in England wurden die Schiffe nach einer der

Präsidentschaften abgefertigt und von dieser weiter expediert. An der

Spitze der Hauptbehörden stand der Präsident mit seinem Rate, dessen

Mitglieder wie der Präsident von der Kompagnie ernannt wurden; die

übrigen Beamten -- ähnlich wie in Holland: Lehrling, Schreiber, Faktor,

junger und alter Kaufmann -- ernannte der Präsident. Die Besoldung war

sehr gering, die Beamten waren auch hier geradezu darauf angewiesen,

Durchstechereien zu machen und heimlich Handel zu treiben; auch die

Besatzungen der kleinen Garnisonen waren so schlecht bezahlt, daß

Meutereien vorkamen.

[287] Vorwiegend nach Zimmermann, Band II.

Zu Anfang war die Entwicklung wenig gedeihlich; der Wettbewerb der

Holländer in Bantam und Surat, Angriffe der Mahratten auf diesen Platz,

Streitigkeiten mit den einheimischen Behörden in Hugly, Kämpfe der

indischen Fürsten untereinander in Madras lähmten den Handel. Von

1663-1671 sind nur insgesamt 6 Schiffe von England hinausgesandt. Dann

kam ein Aufschwung; 1668-1671 liefen 40, 1679-1682 46 Schiffe aus. 1677

besaß die Kompagnie 30-35 Fahrzeuge von 300-600 tons; etwa die Hälfte

mit 40-50 Kanonen. Großen Gewinn machte die Kompagnie jedoch nicht: die

Kriege, der Bau der Befestigungen, die Verhandlungen mit den Fürsten

sowie die Bestechung ihrer Machthaber erforderten große Summen; 1676

hatte die Kompagnie 600000 Lstrl. Schulden. In den 80er Jahren litt das

Geschäft wieder unter Kriegen mit den Mahratten an der Westküste und

mit dem Mogul in Bengalen, Bantam wurde geräumt. Durch entlassene

Beamte angeregt, versuchten andere englische Kaufleute mit den

indischen Fürsten anzuknüpfen, doch gab der bei der Kompagnie

beteiligte König Jakob II. dieser das Recht, fremde Schiffe

aufzubringen.

Um nun nicht weiter von der Gnade der indischen Fürsten abzuhängen,

sowie um jeglichem Wettbewerb kräftiger begegnen zu können, beschloß

die Kompagnie 1685 mit Gewalt aufzutreten und ein Reich zu gründen; der

Plan war, zunächst ausreichende Gebiete bei Bombay und Madras, in

Bengalen und Sumatra zu erwerben und unter das Protektorat des Königs

zu stellen. Das Beispiel Hollands hat wohl diesen Plan hervorgerufen,

aber man vergaß, daß es leichter war, einzelne Inseln zu unterwerfen,

als mit mächtigen Reichen anzubinden; die Hoffnung auf Unterstützung

durch die Mahratten erfüllte sich nicht, und so schlug dieser erste

Versuch völlig fehl, ja er brachte alles bisher Erreichte in Gefahr.

Mit Einverständnis des Königs, der der Kompagnie auch gestattete, in

den Hauptstationen den »Union Jack« zu heißen, wurde 1685 eine

Expedition von 10 Kriegsschiffen und 6 Kompagnien Soldaten unter

Kapitän Nicholson ausgerüstet; in Indien sollte der oberste Beamte in

Bengalen diese mit 400 Mann sowie 9 Schiffen verstärken und den

Oberbefehl übernehmen. Man beabsichtigte, die Stadt =Chittagong=, an

einem vorzüglichen Hafen im Nordosten des Busens von Bengalen gelegen,

zu nehmen und zu befestigen, den Nabob von Bengalen zu Gebietsabtretung

und Zugeständnis größerer Rechte zu zwingen; dann wollte man den

Portugiesen bisher noch streitige Gebiete in Vorderindien abnehmen und

auch holländische Besitzungen angreifen. Das Unternehmen war weder

richtig noch genügend stark vorbereitet. Die Präsidenten von Bombay

(John Childs) und Madras waren nicht genau davon unterrichtet, was im

Osten vor sich gehen sollte -- es war der Überraschung wegen geheim

gehalten --, sie konnten keine Vorbereitungen treffen. Als das

Geschwader in Hugly erschien, zogen die Inder Truppen zusammen und

jagten (Oktober 1686) die Engländer den Fluß hinab, ehe deren Kräfte

vollständig versammelt waren. Empört über den Versuch, ließ dann der

Mogul die Engländer auch aus Surat vertreiben und bedrohte Bombay wie

Madras. Die Kompagnie mußte sich glücklich schätzen, durch geschickte

Unterhandlungen überall die alten Verhältnisse herzustellen. Trotzdem

unternahm 1688 Childs mit noch schwächeren Kräften einen zweiten

Vorstoß in Bengalen. Wieder wurde die Kompagnie aus der Provinz, aus

Surat, sowie Masulipatam vertrieben, ja, die Insel Bombay bis auf das

Fort besetzt. Doch auch dieses Mal war der Mogul schwach genug, die

früheren Rechte zurückzugeben; er erteilte Februar 1690 »den Engländern

Verzeihung, da sie demütig darum gebeten hätten«, auch mußte die

Kompagnie 150000 Rupien zahlen und Childs absetzen (er starb noch vor

Abschluß des Vertrages im belagerten Bombay).

Im Anfang des 18. Jahrh. traten neue Verwicklungen mit den Beamten des

Moguls in Surat und Bengalen auf, doch auch diese wurden dadurch

überwunden, daß ein Arzt der Kompagnie den Mogul von einer schweren

Krankheit heilte, man erlangte sogar neue Rechte und Gebietserweiterung

(=1715=). Schon vorher waren Fortschritte an der Koromandelküste

gemacht und eine Niederlassung auf Sumatra gegründet worden.

Auch in England hatte die Kompagnie einen schweren Stand nach

Vertreibung der Stuarts. In der Allgemeinheit der Handelswelt war sie

wegen ihres Monopols und wegen des Wettbewerbs der indischen Stoffe mit

den einheimischen verhaßt; ihr schroffes Vorgehen zur Wahrung ihrer

Rechte bot Gelegenheiten genug zu Angriffen, so lag sie ständig im

Kampfe mit dem Unterhause. Mehrfach drohte Gefahr durch Gründung neuer

Kompagnien (1695, 1698, 1730), die der infolge der Kriege erschöpften

Regierung günstigere Anerbieten machten; 1698 trat tatsächlich eine

solche in Indien wettbewerbend und feindlich auf, sehr zum Nachteil des

englischen Ansehens. Aber auch diese Schwierigkeiten wurden durch

geschickte Maßnahmen überwunden, stets erlangte man die Verlängerung

des Vertrages, als 1744 die Regierung zu neuen Kriegen Geld brauchte

bis zu 1780.

Aus vorstehendem ist zu ersehen, daß die Kompagnie alle Schwierigkeiten

überwand; sie blühte auf. Die Ausfuhr nach Indien betrug 1710-1715

durchschnittlich im Jahr 496770 Lstrl. an Waren und 1600000 Lstrl. an

Münze, von 1735-1740 jährlich 938970 Lstrl. bezw. 2459000 Lstrl.; die

Einfuhr von dort hatte 1708-1728 einen Durchschnittswert von 758000

Lstrl. Die Dividenden waren weit bescheidener, als im allgemeinen

angenommen wird: 1708 = 5%; 1710-1722 = 10%; 1723-1731 = 8%; 1732-1744 =

7% (man vergleiche dies mit Holland). Die Verwaltung war kostspielig,

aber man fürchtete auch, durch zu hohe Dividenden den Neid der übrigen

Handelswelt noch zu steigern. Leider sind keine genauen Angaben über die

Zahl der Schiffe der Kompagnie vorhanden, um Vergleiche mit Holland

anzustellen; übrigens hatte die Gesellschaft von 1712, außer einigen

Schnellseglern für Postdienst, keine eigenen Fahrzeuge mehr, sondern

heuerte solche. Die Garnisonen bestanden aus englischen und fremden

Söldnern sowie indischen Milizen (Sepoys).

Zu Ende unseres Zeitabschnittes war die Kompagnie bereits ein

gefährlicher Wettbewerber der Holländer geworden, ihre Glanzzeit trat

aber erst ein, nachdem noch ein anderer, neuerschienener Nebenbuhler aus

dem Felde geschlagen war, Frankreich.

Als besonders für Deutsche bemerkenswert, sei einer Gefahr gedacht, die

allen indischen Kompagnien durch die schon mehrfach erwähnte $Ostender

Kompagnie$ drohte. Nachdem die spanischen Niederlande an Österreich

gefallen waren, glaubten die Kaufleute dieser Provinz, endlich die

Möglichkeit zu haben, wie die Holländer Handel nach Indien zu treiben;

=1714= trat die genannte Gesellschaft zusammen. Das Geld kam allerdings

vielfach von Personen in Holland und England, die in ihrem Lande die

eigenen indischen Kompagnien vergeblich bekämpften und auf diese Weise

am indischen Handel teilzunehmen hofften; auch in Deutschland regte

sich das Interesse für das Unternehmen, Kaiser Karl VI. nahm es unter

seinen Schutz. Die Gesellschaft kaufte in England und Holland Schiffe

auf, rüstete sie in Ostende und Lissabon aus; =1716= erschienen die

ersten Fahrzeuge unter Kaiserlicher Flagge an der Malabar- und der

Koromandelküste. Die älteren Kompagnien sahen darin eine Verletzung

ihrer Verträge; die Regierungen unterstützten sie auf diplomatischem

Wege, verboten ihren Untertanen jede, auch nur mittelbare,

Unterstützung der neuen Gesellschaft und erließen Befehle, deren

Schiffe abzufangen. Die Ostender Kompagnie ließ sich nicht entmutigen,

obgleich tatsächlich Schiffe aufgebracht wurden, auch Kaiser Karl blieb

zunächst fest. =1720= z. B. segelten. 6 Schiffe, Faktoreien wurden in

Bengalen, an der Koromandelküste sowie in Kanton gegründet und gute

Dividenden verteilt. Da hob der Kaiser =1727= auf das Drängen der

Seemächte zugunsten seiner Verhandlungen über die pragmatische Sanktion

zunächst das Recht der Kompagnie für sieben Jahre auf und versprach

später in einem Vertrage mit England und Holland, =1731=, für immer

Handel und Schiffahrt nach Indien von seinen Niederlanden aus zu

verbieten. Wäre Deutschland ein mächtiger einheitlicher Staat gewesen,

so würde es sich damals wohl einen Anteil an den Ländern des südlichen

Asiens haben sichern können.

$Frankreichs$[288] Kolonialbestrebungen unter Richelieu hatten noch nicht

zur Festsetzung in Indien geführt (Seite 90). 1664 wurde die Compagnie

des Indes Orientales gegründet, der König schoß 4 Millionen zinslos vor

und versprach, für zehn Jahre den etwaigen Ausfall zu übernehmen. Die

Städte, der Klerus, die Steuerpächter, die Noblesse de la Robe wurden zur

Beteiligung bewogen; 6 Millionen sollten aufgebracht werden, aber nur 3

kamen ein. Die Gesellschaft erhielt den alleinigen Handel mit Indien (und

Madagaskar sowie anderen Inseln im Indischen Ozean, vgl. später unter

»Afrika«) auf 50 Jahre, Prämien für Ausfuhr sowie die zu erobernden

Gebiete als Eigentum zugesichert. 1666 ging eine Flotte von 14 Schiffen

unter Admiral =de Mondevergue=, in erster Linie nach Madagaskar bestimmt,

in See, von ihr zweigte sich ein Teil unter einem Direktor der

Gesellschaft, =Caron=, für Indien ab und gründete (1668) Faktoreien in

Surat, Masulipatam sowie in Chandernagor am Ganges. 1669 folgte ein

starkes Geschwader unter Oberst =de la Haye=, der als Generalleutnant des

Indes orientales den Indern die Macht Frankreichs zeigen, mit dem Mogul

in Verbindung treten und auf Ceylon sowie Banca neue Ansiedlungen gründen

sollte. Man hoffte, alles auf friedlichem Wege zu erreichen, da England

schwach sei und Holland offene Feindseligkeiten nicht wagen würde. Man

fand aber den auf Ceylon in Aussicht genommenen Platz schon von den

Holländern besetzt (1672) und wurde durch das Erscheinen überlegener

holländischer Seestreitkräfte gehindert, sich auf einigen kleinen Inseln

in der Nähe niederzulassen. De la Haye eroberte nun St. Thomé an der

Koromandelküste, wurde jedoch auch von hier (1674) durch den Herrscher

von Golkonda, unterstützt durch die Holländer, wieder vertrieben, von

Masulipatam waren die Franzosen gleichfalls verjagt. Dagegen gründete

1674 ein Beamter der Kompagnie, =François Martin=, mit nur geringen

Mitteln eine Kolonie in =Pondichery=, diese hielt sich und sollte die

Grundlage der späteren Macht werden. Martin verstand es, sich stets mit

den wechselnden Machthabern gut zu stellen; er wurde dann Generaldirektor

in Indien, knüpfte neue Verbindungen an, hob die Faktoreien in Surat

sowie Chandernagor, erhielt Masulipatam zurück und gewann eine neue in

Balassor (Bengalen). Die lange Kriegszeit, 1688-1713, wirkte jedoch so

nachteilig, daß die Kompagnie ihre Geschäfte einstellen und ihre Rechte

an einige Kaufleute in St. Malo abtreten mußte, aber auch diese fanden

ihre Rechnung nicht; Pondichery kam leidlich durch die schweren Zeiten,

die anderen Faktoreien vegetierten nur. Erst mit den Lawschen Gründungen

trat ein Umschwung ein; bei deren Zusammenbruch blieb die =Compagnie des

Indes=, die die Rechte der alten Gesellschaft für Indien erhalten hatte,

bestehen. 1721 gingen die ersten Schiffe hinaus; 1725 wurden der Hafen

von Mahé, nahe Pondichery, besetzt, verschiedene neue Plätze besiedelt

und, wie schon Pondichery unter Martin, befestigt, der Verkehr mit China

sowie mit den Philippinen gepflegt. Der Handel hob sich; 1727 betrug die

Ausfuhr nach Frankreich 2-1/4 Millionen, 1731 schon 6. Neben Indien

blühten die Inseln Bourbon und Isle de France, wichtig als Stationen auf

dem Wege nach dort, auf. Die Kompagnie hatte das Glück, nacheinander

tüchtige Gouverneure in Pondichery zu haben: Martin, Lenoir bis 1735,

dann Dumas, endlich Dupleix (von 1741 an). Die Verwaltung war einfach und

praktisch; an der Spitze jeder größeren Kolonie stand ein Gouverneur mit

einem Rate von fünf Mitgliedern. Ein Hauptaugenmerk richtete man auf

Schaffung von Schulen für die Eingeborenen und auf Französierung dieser;

die natürlichen Erzeugnisse des Landes wurden sorgsam erforscht, Gewächse

aller Art zur Prüfung an den Pariser Jardin des plantes gesandt.

[288] Näheres Zimmermann, Band IV.

Als =Dumas= sein Amt antrat, war die politische Lage in Indien den

Europäern günstig. Perser, Afghanen und Mahratten beunruhigten das

Mogulreich; seine Provinzen mußten sich selber schützen und kümmerten

sich nicht mehr um den Hof in Delhi. Dumas nutzte dies zur Erweiterung

des Gebietes sowie zur Hebung des Handels aus.

Unter =Dupleix=, unterstützt durch den Gouverneur La Bourdonnais auf

Bourbon, begann Frankreich in Indien eine den Engländern gefährliche

Macht zu werden.

$Spanien$ verblieben nach Räumung der letzten Ansiedlungen auf den

Molukken im fernen Osten nur die =Philippinen= (Seite 75). Die Inseln

brachten während des 17. Jahrh. mehr Kosten und Sorgen als Vorteile. In

dem großen Kriege mit den Holländern bedrohten diese die Verbindung mit

Mexiko. Als Portugal sich von Spanien losgesagt und Holland sich Malakkas

(sowie Formosas) bemächtigt hatte, waren die Inseln ganz isoliert und der

ohnehin unbedeutende Handel litt schwer. 1662 erfolgte ein furchtbarer

Aufstand der Eingeborenen. Weitere Kämpfe mit diesen, Streitigkeiten der

Behörden mit den Kolonisten, kirchliche Wirren -- Kämpfe der Jesuiten mit

anderen Orden -- füllten die Zeit bis zum Beginn des 18. Jahrh. aus. Im

Spanischen Erbfolgekriege störten englische Kreuzer den Handel. Während

der dann folgenden Friedenszeit wurden nun wohl Entdeckungsfahrten nach

anderen Inselgruppen des Stillen Ozeans unternommen und der spanische

Einfluß auf diese ausgedehnt, z. B. auf die Palaos- und Karolineninseln,

auch der Handel nach Mexiko hob sich infolge erleichternder Bestimmungen

über die Einführung asiatischer Waren in Spanisch-Amerika, aber noch 1757

übertrafen die Ausgaben der Kolonie (679000 Pesos) die Einnahmen um 79800

Pesos, obgleich Mexiko einen Zuschuß (250000 Pesos) leisten mußte.

Afrika.

$Portugal$ war wenig von dem verblieben, was es einst in Afrika besessen

hatte (Seite 61, 63). =An der Westküste= hatte ihm Holland während seines

Unabhängigkeitskrieges die Besitzungen an der Goldküste abgenommen; auch

England (sowie Dänemark und Brandenburg) hatte sich dort angesiedelt.

1740 besaß Portugal außer den nördlichen Inseln, Madeira und den

Kapverden, nur noch ein kleines Gebiet am Senegal, die Inseln S. Thomé

und Principe sowie die Provinz Angola: den Küstenstrich von Ambris bis

Mossamedes mit der Hauptstadt S. Paolo de Loanda. Es waren dies Kolonien

von sehr geringer Bedeutung; man hatte sie stets mehr als Stützpunkte für

die Indienfahrt und als Bezugsquelle für die Negersklaven, die man in

Brasilien brauchte, betrachtet.

=An der Ostküste=, die einst ganz in ihren Händen gewesen war, hatten die

Portugiesen fast alles verloren. Schon gegen Ende des 16. Jahrh. bedurfte

es großer Anstrengungen, den nördlichen Teil (Mombas, Melinde, Sansibar)

gegen Angriffe der Türken sowie gegen Erhebungen der Eingeborenen,

angezettelt durch die Türken, zu halten, und auch der südliche Teil

(Mosambique, Kilwa, Tete am Sambesi, Sofala) ward öfters schwer durch die

Kaffern bedroht. Im 17. Jahrh. beunruhigten die Holländer während des

Unabhängigkeitskrieges die Besitzungen und diese hatten dann in der

zweiten Hälfte beständig unter den Angriffen der Araber (des Imam von

Maskan) zu leiden; Mombas, Sansibar, Kilwa gingen verloren und auch im

Süden fielen die Kaffern wieder ein; 1721 besetzte Holland die

Delagoabay. So besaß Portugal 1740 nur noch die Küsten von Mosambique

nebst Sofala. Versuche, diese Kolonie durch Handelserleichterungen zu

heben, hatten wenig Erfolg, nur der Sklavenhandel war lohnend. Für

Erschließung des Innern geschah nichts, die Kaffernstämme bedrohten

selbst die Küstenstädte; schlechte Verwaltung und Mangel an Mitteln

hinderten jeden Aufschwung.

$Holland$ und zwar die =westindische Kompagnie= (Seite 87/88) hatte

Niederlassungen in =Senegambien=, Hauptort die Insel Gorée, gegründet und

an der =Goldküste= die Portugiesen vertrieben. Die Besitzungen wurden in

den Kriegen mit England (Seite 252) und mit Frankreich (Seite 371)

mehrfach Angriffspunkte der Feinde und gingen, wie die in Nordamerika und

Westindien, größtenteils verloren; 1674 waren an der Goldküste nur noch

einzelne im Besitz der Kompagnie, Hauptplatz Elmina.

Die Niederlassungen bestanden in größeren und kleineren Forts (bei

England wird die Stärke einiger solcher Forts als Beispiel gegeben

werden), von denen aus der Handel betrieben wurde; irgend welchen

Grundbesitz oder unmittelbare Herrschaft über Eingeborene hatte man

nicht. Die Regierung des Landes lag ganz in der Hand der letzteren,

die sich unausgesetzt befehdeten und oft den Handel mit einem oder dem

anderen fremden Fort sperrten. Bei den anderen Nationen waren die

Verhältnisse die gleichen; die Forts der verschiedenen Völker lagen,

oft in nächster Nähe, durcheinander. Um 1674 mußte die alte

westindische Kompagnie ihre Geschäfte einstellen; eine neugegründete

war nicht imstande, den Besitz wieder zu erweitern, und so blieb die

Macht Hollands in Westafrika gering.

Einen Vorteil hatte Holland im letzten Jahrhundert dadurch errungen, daß

=die ostindische Kompagnie= 1653 =das Kapland= besetzte. Schon früher war

die Tafelbay neben St. Helena als Erfrischungsstation auf den Reisen nach

Indien angelaufen worden, jetzt wurde sie der Hauptpunkt, besonders auch

da 1657 die englisch-ostindische Kompagnie =St. Helena= in Besitz nahm

und stark befestigte. Im Kaplande bildete sich neben der Station der

Kompagnie eine Niederlassung freier Bürger, die Wein- und Gemüsebau mit

Erfolg trieben; schon 1660 deckte die Kolonie ihre Kosten. Die Kompagnie

mußte diesen ihren einzigen Stützpunkt auf dem Wege nach Indien halten,

im übrigen stockte die Entwicklung der Kolonien bald; noch 1750 sprachen

die Behörden am Orte dem Lande jede Zukunft ab. Die Kolonisten schrieben

die Schuld der Verwaltung zu: Schlecht bezahlt, suchten die Beamten,

Privatgeschäfte zu machen, hinderten eine umfangreiche Besiedlung, waren

bestechlich und eigenmächtig. Mangel an Arbeitskräften sowie

Schwierigkeiten mit den Eingeborenen traten hinzu.

Versuche, sich =an der Ostküste= Afrikas festzusetzen, scheiterten; auch

die Delagoabay wurde wieder aufgegeben.

$England$ hatte 1631 zuerst einige Niederlassungen an der Goldküste

gegründet, die aber bald teils verfielen, teils von anderen Mächten

(Holland, Dänemark, dem Herzog von Kurland) besetzt wurden. 1662 bildete

sich die =westafrikanische Kompagnie= (an ihrer Spitze der Herzog von

York), die die alten Posten wieder besetzen und eine regelmäßige

Negerausfuhr betreiben wollte. Sie übernahm einige Forts des Herzogs von

Kurland, baute neue am Gambia und an der Sierra-Leone-Küste und eroberte

andere von den Holländern, wie eben erwähnt. 1672 trat eine neue

Kompagnie an ihre Stelle und erweiterte den Machtbereich. Diese besaß um

1710 ein Fort an der Mündung des =Gambia= (28 Weiße, 7 Kanonen), zwei an

der =Sierra-Leone-Küste= und elf an der =Goldküste= (das größte,

Capecoastcastle 93 Weiße, 42 Kanonen; drei mit 20 Weißen und 25 Kanonen

und so hinab bis zu 6 Weißen und 6 Kanonen; zwei oder drei gar nur mit 2

Weißen). Der Negerhandel blühte sehr auf; 1680-1688 sind über 46 000

ausgeführt, später jährlich über 20000. Der sonstige Handel spielte nur

eine unbedeutende Rolle; 1740 betrug der Wert der Ausfuhr 110543 Lstrl.,

der der Einfuhr 62787 Lstrl.

Die Kompagnie machte gute Geschäfte, so lange sie das Monopol hatte,

bis 1688. Neben dem Negerhandel führte sie Elfenbein, Wachs, Rotholz

und besonders Gold aus; 1673 wurden von diesem zum ersten Male

Goldmünzen geschlagen und »Guineas« genannt. Die »declaration of

right«, 1688, die alle ohne Bewilligung des Parlaments erteilten

Vorrechte aufhob, raubte der Kompagnie ihre Grundlage. Andere

Engländer begannen den Handel und die Gesellschaft kämpfte denselben

Kampf um ihre Vorrechte wie die ostindische, aber sie unterlag; der

Handel wurde freigegeben, die Kompagnie erreichte nur eine

Unterstützung von seiten der Regierung zur Erhaltung der Forts. 1750

wurde die Gesellschaft aufgelöst; um aber die Forts halten zu können,

wurden sämtliche Personen, die nach Afrika Handel trieben, gezwungen,

zu einer Körperschaft zusammenzutreten -- einer sogenannten »regulated

company« im Gegensatz zu einer »joint stock company« --, die Regierung

mußte aber weiter zuschießen. (Näheres vgl. Zimmermann, Band II, Seite

364 ff.)

Die Besetzung =St. Helenas= ist bereits erwähnt; die Insel blieb, mit

kurzer Unterbrechung 1673, in englischem Besitz.

$Frankreich$ betrieb um 1648 mit verschiedenen Gesellschaften

Sklavenhandel =an der Westküste=[289] vom Kap Branco bis zur

Sierra-Leone-Küste, eine bedeutendere Niederlassung bestand nur an der

Mündung des Senegal (St. Louis). 1664 erwarb die =Compagnie des Indes

Occidentales= das alleinige Recht zum Handel; man konnte aber gegen die

Holländer und Engländer, die die besten Plätze im Besitz hatten, nicht

aufkommen. 1667 wurden den Holländern wichtige Plätze südlich des Kap

Verde abgenommen (Gorée, Portudal, Joal) und, nachdem die Kolonie und ihr

Handel im Pfälzischen Erbschaftskriege viel zu leiden gehabt hatten,

wurde 1697 der Anfang gemacht, das Senegalgebiet wirklich zu

kolonisieren, sich nicht mehr auf die Negerausfuhr zu beschränken; es

wurden neben neuen Stationen an der Küste auch solche im Innern angelegt.

Diese Bestrebungen hatten Erfolg, besonders nach dem Frieden von Utrecht

und nachdem die Lawsche =Compagnie d'Occident= die Sache in die Hand

genommen. Wenn auch der Handel kein sehr einträglicher war -- man

rechnete die Ausfuhr, einschließlich Sklaven, auf 800000 Frank mit einem

Gewinn von 200000 im Jahre --, so war doch der französische Einfluß in

Senegambien und bis zum Kap Branco hinauf bedeutender als der der

Engländer, die nur am Gambia saßen; er war gestützt auf gut im Stande

gehaltene Forts: an der Arguinküste Arguin und Portendik (jetzt Ndjeil);

St. Louis am Senegal (Mündung); Podor, St. Joseph, St. Pierre (weiter

stromauf); Gorée, Portudal, Joal, Albreda im Gambiagebiet und weiter

südlich Bintam.

[289] Näheres Zimmermann, Band IV, Seite 123, 217.

Die Insel Arguin war ursprünglich holländisch. Das Fort hier wurde 1677

auf demselben Zuge zerstört, der den Holländern die Plätze in

Senegambien kostete. 1683 hatte sich =Brandenburg= auf Arguin

niedergelassen, trat es aber wieder an Holland ab und dieses wurde 1721

von den Franzosen mit Gewalt vertrieben.

=An der Ostküste= Afrikas haben die Franzosen 1642-1643 eine

Niederlassung auf =Madagaskar= gegründet (Fort Dauphin). Wie (bei Indien)

angedeutet, hatte die große Expedition 1666 unter Admiral de Mondevergue

-- sie führte auf 14 Schiffen gegen 1000 Kolonisten, 200 Soldaten und für

1194000 Frank Waren -- hauptsächlich den Zweck, die ganze Insel zu

erobern; sie mißlang völlig und 1674 wurde diese Kolonie überhaupt

aufgegeben.

Die Ausreise dauerte elf Monate. Entblößt von allen Lebensmitteln traf

die Expedition in Fort Dauphin ein, sie fand die Niederlassung in

traurigster Verfassung; die Ansiedler lebten in stetem Kampf mit den

Eingeborenen und hatten kaum genügend Nahrung. Die Neuangekommenen

verlangten, völlig enttäuscht, nach Frankreich zurückgeschafft zu

werden; der Admiral und die Beamten der Kompagnie, die die Expedition

entsandt hatte, erklärten, die Kolonie habe keine Zukunft; die

Gesellschaft gab sie denn auch 1669 an die Krone zurück und ließ ihre

Indienfahrer nicht mehr Fort Dauphin, sondern die Insel Bourbon

anlaufen. Trotzdem gab die Regierung die Sache noch nicht auf und

selbst die sehr zusammengeschmolzenen Kolonisten erklärten, aushalten

zu wollen, als ihnen Oberst de la Haye auf seiner Reise nach Indien

1671 anbot, sie nach Bourbon zu schaffen. Als aber de la Haye auf

seiner Rückreise 1674 die Insel anlief, fand er Fort Dauphin zerstört

und die Ansiedler von ihren Sklaven und den Eingeborenen ermordet, nur

63 hatten sich im Fort gehalten und dann auf einem zufällig

eingetroffenen französischen Schiffe die Insel verlassen.

Dagegen hatte sich die Insel =Bourbon=, seit 1654 besiedelt, gut

entwickelt. Hier wurde Zucker- und Kaffeebau mit Sklaven getrieben, 1723

zählte man 600 Weiße. Auch =Isle de France= (Mauritius), 1715 in Besitz

genommen, blühte schnell auf, besonders unter =La Bourdonnais=, von 1735

an Gouverneur beider Inseln. Die Compagnie des Indes wandte den Maskaren,

als Station auf dem Wege nach Indien, große Sorgfalt zu, sie führte Vieh

sowie Neger und Kulis zur Bestellung der Plantagen ein.

[Illustration]

* * * * *

[Illustration]

Seekriege.

Im Altertum.

Zeit Seite

8. bis 5. Jahrh. Phöniziens Kriege 17

513 v. Chr. Darius gegen die Skythen 17

493-449 " " Perserkriege 18

431-404 " " Peloponnesischer Krieg 19

480-310 " " Karthagos Kriege 19

264-146 " " Punische Kriege 20

bis 31 " " Roms Kriege 20

Im Mittelalter.

5. und 6. Jahrh. Byzanz' Kriege 42

11. bis 13. Jahrh. Kreuzzüge 43

12., 13. u. 14. Jahrh. Genuas und Venedigs Kriege 43

10. u. 12. Jahrh. Die Staaten der Pyrenäischen Halbinsel 43

9. bis 11. Jahrh. Züge der Normannen 43

14. u. 15. Jahrh. Kämpfe der Hansa 43

13., 14. u. 15. Jahrh. Kriege zwischen England und Frankreich 44-47

In der Zeit von 1492-1648.

Kriege im Mittelmeer:

16. Jahrh. Venedig und die Türken 108

16. u. 17. Jahrh. Frankreich, Spanien, die

italienischen Städte 109

Kriege in der Ostsee:

16. Jahrh. Hansa 109

16. u. 17. Jahrh. Schweden und Dänemark 110

16. u. 17. Jahrh. Kriege zwischen England und Frankreich 111-112

1566(1585)-1588 Krieg Hollands und Englands gegen

Spanien 112-114

1588 Der Zug der Armada 114-133

1588-1604 Krieg Englands gegen Spanien 133-137

1588-1648 Krieg Hollands gegen Spanien 139-142

(In diesem Kriege, Kampf Hollands gegen

Dünkirchen) 140

In der Zeit von 1648-1739.

1652-1654 Der erste englisch-holländische Krieg 189-235

1654-1659 England gegen Spanien 236-238

1656-1661 Holland gegen Portugal 239

1655-1660 Schwedisch-polnisch- (holländisch-

brandenburgisch) dänischer Krieg 239-245

1654-1665 Kämpfe gegen die Barbaresken 239, 246

1635-1659 Frankreich gegen Spanien (und Frondekriege) 246

1645-1669 Venedig gegen die Türken 247

1665-1667 Der zweite englisch-holländische Krieg 248-306

1667-1672 Kämpfe gegen die Barbaresken 319

1672-1674 Der dritte englisch-holländische Krieg 307-361

1674-1678 Französisch-holländisch (-spanischer) Krieg

(Fortsetzung des vorigen) 363-393

1675-1679 Schwedisch-dänischer (holländisch-

brandenburgischer) Krieg, schonischer Krieg 394-402

1674-1688 Kämpfe gegen die Barbaresken (französische

Bombardements) 402-408

1684 Die Franzosen vor Genua 408-409

1684-1699 Venedig gegen die Türken 409

1688-1697 Der französisch-englisch-holländische Krieg

(PfälzischerErbschaftskrieg) 410-485

1702-1713 Der Spanische Erbfolgekrieg 486-576

1718-1720 Krieg der Quadrupel-Allianz (England,

Frankreich usw.) gegen Spanien 577-582

1700-1721 Der Nordische Krieg 582-591

1714-1718 Kriege Venedigs gegen die Türken (1645-1669,

1684 bis 1699) 591-592

1715-1740 Kämpfe gegen die Barbaresken 592-593

1727-1728 Zusammenstoß Englands mit Spanien 596

1733-1735 Polnischer Thronfolgekrieg 597

Seeschlachten.

Gefechte, Angriffe auf Küstenstädte.

Im Altertum.

494 v. Chr. Lade 17

480 " " Artemisium, Salamis 18, 23, 24

429 " " Rhium 23

256 " " Eknomos 20, 23

36 " " Mylae (Naulochus) 21, 22

31 " " Aktium 21, 22, 24

Im Mittelalter.

1212 Damme 44

1217 Southforeland 45, 49

1340 24. Juni Sluys 45, 49

1372 La Rochelle 46

1416 September Harfleur 47

1417 25. Juli Im Kanal 47

1351 Auf der Maas 48

In der Zeit von 1492-1648.

1571 7. Oktober Lepanto 144

1580 Bei den Azoren 112

1622 La Rochelle 112

1638 Genua 145

1587 19. April Zerstörung der Schiffe in Cadiz (Drake) 115

{ 21. Juli Plymouth } 126

{ 23. " Portland } Während 127

1588 { 25. " Wight } des Zuges 128

{ 28. " Calais } der 129

{ 29. " Gravelines } Armada 130

1596 20. Juni Angriff auf Cadiz (Howard) 135

1625 Ebenso (Wimbledon) 138

1607 Gibraltar 139

1631 Auf der Schelde 141

1639 21. Oktober In den Downs (eine zweite Armadakatastrophe) 141

In der Zeit von 1648-1739.

Seekriege und Seekriegswesen, Erster Band in ihrer weltgeschichtlichen Entwicklung. Mit besonderer Berücksichtigung der grossen Seekriege des XVII. and XVIII. Jahrhunderts. · 第 57 / 58 题