Es war ein wonnevoller Frühlingsmorgen, an dem die Gesellschaft von
Friedrichsheim aufbrach, um nach Tiberias zu fahren. Ein mächtiger
Reisewagen mit motorischem Betrieb hielt vor der Freitreppe. Das
Gefährt konnte ein Dutzend Personen fassen.
„Donnerwetter!“ schrie Kingscourt gutgelaunt. „Das ist ja die Arche
Noah. Da hätte all sündhaft Vieh und Menschenkind Platz.“
„Wir werden im ganzen nur elf Personen sein,“ sagte David.
„Elf? Ich sehe nur neun,“ zählte Kingscourt. „Sie scheinen Fritzchen
für drei zu rechnen. War übrigens kein schlechter Einfall, daß Sie den
Burschen mitnehmen.“
Fritzchen schien auf dem Arm seiner Kindsfrau zu verstehen, daß von ihm
die Rede war. Mit lautem jauchzendem „O — o“ streckte er die Händchen
verlangend nach Kingscourts weißem Bart aus.
„Wir werden unterwegs noch zwei Freunde abholen,“ sprach Frau Sarah.
„Reschid Bey und den Architekten Steineck.“
Unterdessen hatten Diener vielerlei Handgepäck an den Wagen
herangebracht und es in die unter den Sitzen befindlichen Hohlräume
geschoben. Nur ein Speisekorb, welcher Milchflaschen für Fritzchen und
noch einige Lebensmittel enthielt, wurde auf einen oberen Platz
gestellt. Hintenauf stiegen der Heizer und ein schwarzer Diener. Auf
den vorderen gepolsterten Bänken saßen Mirjam, Sarah und Friedrich.
Kingscourt wollte in dem durch eine Glaswand geschützten Wagenteile
sitzen, angeblich um vor dem Winde geborgen zu sein, in Wirklichkeit,
weil er gehört hatte, daß Fritzchen da unterkommen solle. Er kletterte
auch zuerst hinein und ließ sich das Kind reichen. Als aber Fritzchen
auf Kingscourts Arm war, klammerte es sich fest an ihn und mochte um
keinen Preis mehr zu seiner Kindsfrau zurück. David, der als letzter
einstieg, versuchte es mit väterlicher Strenge. Vergeblich.
Kingscourt war sehr böse, wenigstens in Worten: „So’n ungezogener
Bengel! Wirst du gleich weggehen!“