Grafen, die vor dem nahenden Ende seines Geschlechtes der Urahn als
die letzten seines Stammes erzeugte. Balthasar, bekannt durch seine
mutvollen Waffentaten bei den Bayern, war Statthalter in Heideck mit
Waffengewalt. Seinen Rat gebrauchte am Hofe Friedrich von Sachsen,
jener weise Mann aus der Zahl der Sieben. Er starb mit ihm zusammen,
als der Bauernstand durch den Bauernkrieg in Aufruhr war. Sein
Sohn Johannes Heinrich stand dem Vater weder an Einsicht, noch an
Frömmigkeit nach. Jung folgte er in der Regierung, und er kehrte aus
dem Heiligen Lande als ein Ritter von vollendetem Adel zurück. Auch
wurde er Rat am sächsischen Hofe, er war ein Beschützer des damals
erwachenden Evangeliums und ein Freund der Musen, und oft scherzte der
witzige Greis, er habe aus dem Becher ihrer Gelehrsamkeit getrunken.
Zusammen mit dem Anhalter stiftete er als Vermittler Frieden zwischen
Moritz und Magdeburg. Als Schiedsrichter unterstützte er in Eisleben
Luther bei seiner Tätigkeit, als der beiderseitige Zwist der Grafen zu
schlichten war. Acht Todesfälle mußte er als Vater erleben,
seinen letzten Tag beschloß er selbst in Glauchau. Gestorben war
Heinrich nebst Balthasar und Gebhard und mit dem Bruder Sighard auch
Philipp. Das erhabene Haus der Reußen betrauerte die Brigitta, Otto
der Bekenner in Lüneburg die Margareta. [?] Von diesen traf Albert ein
überaus beklagenswertes Geschick: er hatte sich den Studien gewidmet,
da entführte ihn die grausame Parze. Nunmehr war zur Weiterführung des
Geschlechts von den Kindern nur noch Philipp am Leben, die einzige aber
reiche Hoffnung der Mutter. Er trat in die Fußstapfen des Vaters und
war gerecht gegen alle und fromm gegen Kirchen und Schulen. Weil er
unter Anleitung Stiegels mit dem Bruder den Musen gefolgt war und sein
junges Herz mit wahrem Gut bereichert hatte, und da er rühmlich bekannt
in den Kriegesheeren und an den Fürstenhöfen die alten Ruhmestaten
seines Geschlechtes mehrte, wurde er bei seiner Eheschließung einer
fürstlichen Braut braunschweigischen Geschlechts für würdig erachtet.
Sie hieß Katharina. Aber Leipzig sah ihn ohne Nachkommen sterben kurz
vor Vollendung seines 25. Lebensjahres.
Für unser Geschlecht gibt es bis heute nichts von Dauer, nur Gottes
Vatergüte hat kein Ende.
Zu Seite 8
Wir, Gunther, von Gotis gnadin Grefe von Swartzburg der elder, Herre
czu Blankenburg, Bekennen offenlich an disme genwertigin Briefe
offenlich unde tun kunt allen den, di in gesen unde horen lese, daz wir
rechte unde redelich virkouft habin unse hus und di Stad czu Luthenberg
unse rechte eigen den Ediln mannen grefin Heinriche unde grefin Gunther
den gebrudirn, der Swartzburg ist, unsen liben vetern, unde irn Erbin
mit alleme rechte mit allen den eren, alse wir is wider si habin
gekouft, und alse wir iz nu selber han. Also bescheidelich, daz iz in
gevalle und uffe si trete schal, und uffe ir Erbin nach unsem tode,
wanne Gott ubir uns gebutet. Wir bekennen ouch, daz in gehuldit habin
unse Voyte unde Huslute unde Guterhandelute unde Kouflute und alli di,
di czu der vorgnantin vesten gehoren, eine rechte und eine ware Hulde
von unseme geheize. Also bescheidelich, daz si in nach unseme tode
der selbin Hulde phlictic si schullin unde sich an si halde schullin
alse an ihre rechte herrin, unde wolde wir si irgin anders wise, do
in schullin si sich nicht ane kere, sundirn an daz erste globede und
an den erstin Eyt. Wir globin ouch, daz wir kein voyt nicht setze noch
intsetze schullin wie on tuns mit irme rate und mit irme willen. Wir
globin ouch, daz wir daz vorgnante Erbe czu Lutenberg schullen an allin
stucken bessere und nicht ergere. Wir globin ouch, ob die vorgnante
vestin verlorn werde, des Got nicht enwolle, daz wir in helfe schullen
mit gantzen truwin unde si uns widir, daz wir ein recht darume truigen
unde darume nicheine sune nemen, iz in si dan wol unser beidir wille.
Ouch globe wir alle dise vorbeschriben rede mit gantzen truwin unde bi
unser warheit stete unde gantz czu haldene an alle argelist. Des gebe
wir den vorgnantin unsen liben vetirn czu eime rechtin orkunde mit
unseme Insigele und mit der ediln mannen Grefin Heinrichs und Grefin
Gunthers unses Brudir Sone unsir vetern Insigiln bevestent unde wir di
vorgnanten grefin Heinrichs sone bekennen, daz wir czu eime geczucnisse
und durch bede unser liben vetern, den Swartzburg ist, und durch unses
liben vetern grefin Gunthers des eldirn unse Insigel gehenget habin an
disen selbin Brief. Ouch sint geczuge allir dirre vorgnanten rede der
edile Herre Grefe Gunther von Kevernburg, unser liber ome, und diese
Erbarn Rete H Otte von Wechmar, H Fritsche von Witzeleybin, H Albrecht
von Rochusin, H Borchart von Bulverstete, H Herman von Grizheim, H
Fritsche von Ischstethe, H Albrecht von Hophgartin, H Thiczel von
Elcheleybin, H Heinrich von Lengevelt, H Ditherich von Kircheim und
dise frome Knechte Ditzel und Otte von deme Hofe und andere frome Lute.
Dirre Brief ist gegebin czu Erforthe nach Gotis gebort Dritzenhundirt
Jar in dem sechsundczweincigisten Jare an der nestin Mittewochen nach
sente Jacofes tage – – –
(30. Juli 1326.)
Die drei Siegel:
1. Graf Günther XV. zu Pößneck, oberster Landrichter in
Thüringen, gest. nach 1352, begraben in Stadtilm.
2. Graf Heinrich X. zu Arnstadt, geb. um 1296, gest. 1336.
3. Graf Günther XXI. zu Blankenburg, geb. 1304 in Blankenburg,
gest. 14. Juni 1349 in Frankfurt a. Main als Deutscher König.
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bewußt in der Nachfolge Hebels … machen mir viel Vergnügen. Eine sehr
angenehme Lektüre, im Gegensatz zu dem vielen schleimigen Feuilleton.
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Es ist wohl nicht nötig, ausführlich auf die Schönheit dieser zarten,
innigen und von seelischer Hellsichtigkeit erfüllten Erzählungen
hinzuweisen, besonders da sie zwei bisher wenig bekannte Stücke bergen.
Es sind reife Gaben des berühmten dänischen Dichters.
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_Wilhelm Scharrelmann in der »Weserzeitung«_: Wahre kleine Meisterwerke
der Stimmungskunst finden sich in dem schön gebundenen Bande, der, mit
Heckers Bildern geschmückt, eine eigenartige und wunderschöne Gabe
darstellt.