I.

Allerdurchleuchtigister grossmechtigister Khayser, Euer Kay. May. sein

mein gannz vnndterthenige diennst in aller gehorsamb iederzeit berait

zuuor. Allergenedigister lieber Herr vnnd Vetter.

Nachdeme in meinen Lanndten heuriges Jars, wie E. Khay. May. vnlanngst

aus meinem, wegen der noch ausstendigen 3000 Muth Khorn abgeganngnen

gehorsambisten ersuechschreiben, mit mehrerm ̃gdist verstanndten,

die lieben veldtstricht, sonnderbar in Waiz vnnd Khorn, durch die

Soldatesca an den maisten orthen vnnd besten Traidspöden dermassen

verderbt, auch an vilen orthen gar nit angebauet; oder was noch

verbliben, nit in die Scheuren gebracht worden, dass ich vnnd meine

Lanndtsvnndterthanen, wie auch E. May. vnnd die Bundtsarmada an

nothwendiger vnndterhalt nit geringen Abganng vnnd mangel leiden

werden Derowegen ich getrungen würdt, die Notturfft aus E. May.

Erzherzogthumb Oesterreich zetrachten, Dieselbe in gehorsamb bittend,

weiln dero Lanndt noch mit grossem Vorrath Traidt, wie ich bericht bin,

gesegnet vnnd fürsechen, hingegen die meine wegen des gemainen wesens,

aufhaltung des Feindes, damit Er in E. May. Lannden nit fürbreche

vnnd Prouiantierung der Armada vast aufs aeusserist verderbt vnnd

entblösst sein, E. May. gerhuen ̃gdigst zuuerwilligen vnnd Passbrief

zu erthaillen, dass ich in dero österreichischen Lannden in[168]: 1000

Muth Waizen (zemahlen ich gennzlich verhoffe, die 3000 Muth Khorn auf

E. May. genedigiste verordnung von den Stenndten Lanndtes ob der Enns

eruolgen werden) erhanndlen, vnnd Mautt vnnd Zollfrey herauf in meine

Landen bringen lassen möge. Eur Khay. May. zue dero hulden vnnd gnaden

mich benebens in vnndterthenigkheit empfelchendt

Mitteilungen aus dem Germanischen Nationalmuseum. Jahrgang 1900 · 第 51 / 80 题