VON GUSTAV VON BEZOLD.

An Lebensbeschreibungen Albrecht Dürers ist nachgerade kein Mangel

mehr, wenngleich die klassische Biographie unseres größten Malers

auch nach Thausing noch zu erwarten bleibt. Die letzten Dezennien

haben uns neben Thausings gründlichem Buch drei nach Anlage und Umfang

ähnliche Lebensbeschreibungen Dürers gebracht von L. Kaufmann (1880),

von Anton Springer (1892) und von M. Zucker (1899). Kaufmanns Buch

ist im Auftrage der Görres-Gesellschaft geschrieben und sucht neben

Beibringung des Biographischen und Würdigung der Werke die Frage nach

Dürers religiösem Bekenntnis in katholischem Sinn zu lösen. Springers

Dürer, seine letzte Arbeit ist nur zu teilweisem Abschluß gekommen.

Sie ist auf einen allgemeineren Teil, die Biographie und die Würdigung

der Werke, und auf einen speziellen, kunstgeschichtliche Erörterungen

einzelner Fragen angelegt. Springer konnte nur den ersten vollenden.

Dieser zeigt Springers schriftstellerisches Können in hellem Licht,

sichere Beherrschung des Gegenstandes und hohe formale Begabung wirken

zusammen, das Buch ist ein Kunstwerk, das das Interesse des Lesers von

Anfang bis zu Ende wach erhält.

[* Albrecht Dürer von M. Zucker. Schriften des Vereins für

Reformationsgeschichte. XVII. Jahrgang. Vereinsjahr 1899-1900. Halle a.

S. Max Niemeyer. 184 SS. 6 Mark. Die Illustrationen sind uns vom Herrn

Verleger freundlichst zur Verfügung gestellt worden.]

Dürers Stellung zur Reformation ist kontrovers, Katholiken

und Protestanten nehmen ihn für sich in Anspruch. Nachdem die

Görresgesellschaft vorangegangen war, wollte der Verein für

Reformationsgeschichte nicht zurückbleiben mit einer Biographie Dürers,

in der die Zugehörigkeit des Meisters zur protestantischen Kirche

nachgewiesen wird. Mit der Bearbeitung wurde Professor Dr. Zucker,

Bibliothekar der Universität Erlangen betraut, ein genauer Kenner

der Werke Dürers, der schon 1886 eine Arbeit über Dürers Stellung

zur Reformation gegeben hat. Gleich im Voraus sei bemerkt, dass sich

der konfessionelle Standpunkt des Verfassers nicht vordrängt. Die

Untersuchung über das Bekenntnis Dürers ist einem eigenen Kapitel

zugewiesen, sachlich und für den Unbefangenen überzeugend geführt und

die Polemik -- vielleicht von einzelnen Ausdrücken abgesehen, maßvoll.

Die Schriften des Vereines für Reformationsgeschichte sind mehr oder

minder alle Volksschriften, auch Zuckers Buch verfolgt die Absicht, die

Kenntnis Dürers in weitere Kreise zu tragen, die der Kunstforschung

fern stehen. Er will eine Vorstellung geben von dem Entwickelungsgang

und dem reichen Schaffen Dürers und den Leser geneigt machen,

vorurteilslos auf die Schöpfungen des grossen deutschen Meisters

einzugehen.

Die Anordnung gruppiert sich, wie bei Kaufmann und Springer, nach den

drei Hauptperioden in Dürers Leben und künstlerischer Entwickelung.

Die ersten Kapitel behandeln die Jugend und die Lehrzeit mit Einschluß

der ersten Reise nach Venedig. Daran schließt sich die Besprechung der

Arbeiten Dürers bis zum Jahre 1504. Auf die Erzählung der zweiten

Reise nach Venedig folgt die Erläuterung der von 1506 bis 1520

erschienenen Werke. Dann folgt die Reise nach den Niederlanden und die

Besprechung der nach dieser noch entstandenen Gemälde und Stiche, sowie

der theoretischen Studien und der Stellung Dürers zur Reformation. Es

sind eine schlichte Erzählung des Lebensganges und gewissenhafte und

zartsinnige Kommentare zu Dürers Werken. Das Buch ist aus gründlicher

Kenntnis des Werkes Dürers und der reichen Dürer-Litteratur heraus

geschrieben, aber es vermeidet ein zu tiefes Eingehen auf kritische

Untersuchungen, zu welchen Dürer ja noch reichlich Gelegenheit bietet.

Es ist im besten Sinne populär.

Die Quellen zur Biographie Dürers und namentlich zur Erkenntnis seines

Entwickelungsganges bis etwa zum Jahre 1500 sind ungenügend. Er selbst

berichtet, daß ihn sein Vater in seinem Handwerk, der Goldschmiedekunst

unterwies, daß er aber mehr Lust zur Malerei hatte. Der Vater gab nach

einigem Widerstreben nach und brachte ihn 1486 auf drei Jahre zu Michel

Wohlgemuth in die Lehre. »In der Zeit verliehe mir Gott Fleiß, daß ich

wohl lernete. Aber ich viel von seinen Knechten leiden mußte. Und da

ich ausgedient hatte, schickt mich mein Vater hinweg, und bliebe vier

Jahr außen, bis daß mich mein Vater wieder fodert. Und als ich im 1490

Jahr hinwegzog nach Ostern, darnach kam ich wieder, als man zählt 1494

nach Pfingsten.«

Wir wissen, daß Dürer nach Colmar ging, um bei Martin Schongauer zu

arbeiten, diesen aber nicht mehr am Leben traf, indes nahmen ihn

dessen Brüder freundlich auf. 1492 war er in Basel und arbeitete dort

an Vorlagen für den Holzschnitt. Es werden ihm neuerdings zahlreiche

Holzschnitte in den Baseler Verlagswerken jener Zeit zugeschrieben

und ebenso eine Anzahl Vorzeichnungen auf Holzstöcken im Museum zu

Basel, welche nicht geschnitten wurden. Zucker verhält sich zweifelnd

gegenüber diesen Zuschreibungen. Gewiß ist es schwierig, das Jugendwerk

eines noch unfertigen Künstlers rein nach stilistischen Anhaltspunkten

zu konstituieren, die Zuschreibungen dieser Arbeiten an den jungen

Dürer hat aber doch einen ziemlichen Grad von Wahrscheinlichkeit. Man

hat noch andere Wanderziele für die Jahre 1490 bis 1494 nachzuweisen

gesucht, Krakau, Köln, Venedig; für die ersteren liegen indes keine

irgend zureichenden Gründe vor und die erste Reise nach Italien wird

mit größerer Wahrscheinlichkeit in das Jahr 1495 gesetzt. Sie ist

umstritten, wird aber von Zucker mit Recht als eine feststehende

Thatsache betrachtet. Wodurch sie veranlaßt war, wird sich kaum

mehr aufklären lassen. Mit dieser Reise darf Dürers Lehrzeit als

abgeschlossen betrachtet werden, nun tritt er uns als fertiger Meister

entgegen.

Die hohe Begabung Dürers lassen schon die wenigen Zeichnungen,

die sich aus seiner Jugend, aus der Zeit vor dem Eintritt in

Wohlgemuths Werkstatt erhalten haben, erkennen. Schon die älteste,

das Selbstporträt des dreizehnjährigen Knaben vom Jahre 1484 zeigt

nicht gewöhnliche technische Fertigkeit in der Führung des Stifts und

trotz einiger Fehler in der Zeichnung, eine merkwürdige Sicherheit im

Erfassen des Charakteristischen.

In Wohlgemuths Lehre hat er sich dann die Technik der Zeichnung und der

Ölmalerei und wohl auch die knorrige Härte der Formgebung angeeignet,

die ihm Zeitlebens geblieben ist. In der großen Werkstatt Wohlgemuths

gab es reichlich Gelegenheit zu technischer Ausbildung. An welchen

Werken Dürer beteiligt war, wissen wir nicht. Das Bildnis seines

Vaters von 1490 in den Uffizien zu Florenz läßt erkennen, was er als

Maler bei Wohlgemuth gelernt hat. Es ist ein sehr ansprechendes frisch

aufgefaßtes und trefflich modelliertes Porträt. Gewisse Einzelheiten,

die Dürer auch später liebte, wie die sorgfältige Behandlung der Haare

und die Spiegelung des Fensters in der Pupille finden sich schon hier.

Auch das starke Zurücknehmen der Nasenwurzel, das wir an späteren

Porträts Dürers häufig wahrnehmen, ist, wenn auch nicht in auffälliger

Weise, zu bemerken. Wenn es bei aller Sorgfalt der Naturbeobachtung

noch nicht die frappierende Charakteristik späterer Bildnisse Dürers

hat, so ist es doch ein sehr achtenswertes Werk, das innerhalb der

Nürnberger Schule seinen Platz mit Ehren behauptet.

Die grosse Reihe der Holzschnitte für Baseler Verleger -- angenommen,

sie seien sicher Dürers Werk -- ist Gelegenheitsarbeit, an welche der

höchste Maßstab nicht gelegt werden darf, unter den Holzschnitten des

spätesten XV. Jahrhunderts nehmen sie aber einen hohen Rang ein. Es

sind ganz oberdeutsche Arbeiten, an welchen auswärtige Anklänge nicht

wahrzunehmen sind. Wichtiger für Dürers Entwickelungsgang sind die

Eindrücke, die er in Italien empfangen hat. Dürer hat die Renaissance

nicht so vollständig aufgenommen wie Holbein, aber doch weisen die

Architekturmotive in der grünen Passion, im Marienleben, so frei sie

gestaltet sind, auf die eigene Anschauung von Renaissancebauten hin.

Formale Zusammenhänge mit italienischer Kunst in der Behandlung der

Körperformen finden sich mehrfach in Dürers Bildern und Zeichnungen aus

jener Zeit. Auch das Colorit einiger seiner frühen Bilder, namentlich

des Dresdener Altars und des Porträts Friedrich des Weisen ist aus der

oberdeutschen Malerei nicht zu erklären. Solche Farbenakkorde waren der

deutschen Kunst fremd; man geht kaum fehl, wenn man seine Vorbilder in

den Eremitani zu Padua oder, im Archivio notarile zu Mantua sucht. Daß

hier italienische Erinnerungen nachklingen, geht auch daraus hervor,

dass Dürer die coloritischen Eigenheiten dieser Gemälde nicht festhält,

sondern bald wieder das mit Lokalfarben arbeitende oberdeutsche Colorit

aufnimmt.

Auf die Frage der Proportionen des menschlichen Körpers ist Dürer erst

später gekommen (allerdings schon in dieser Epoche aber wohl nicht

in Italien, sondern durch Jacopo de Barbari), ob aber nicht seine

Kompositionsweise schon in der Apokalypse italienische Einwirkungen

verrät, wäre näher zu untersuchen.

Nach seiner Heimkehr nach Nürnberg und seiner Verheiratung hat Dürer

mehr für den Kupferstich und Holzschnitt gearbeitet und gezeichnet

als gemalt. Noch scheint die Kunstanstalt Michel Wohlgemuths alle

bedeutenden Aufträge festgehalten zu haben. In sechs Kapiteln bespricht

Zucker die Apokalypse (Fig. 1), die Passionsdarstellungen mit Einschluß

der etwas späteren Kupferstichpassion, das Marienleben, die erste

Epoche der Thätigkeit als Kupferstecher, die Gemälde bis 1504 und die

Einwirkung von Traditionen aus dem Altertum. Am gelungensten sind die

schönen Kapitel über die Holzschnittfolgen.

Dürer steht mit diesen Werken schon hoch über seinen Zeitgenossen, wie

in seinem technischen Können und der Fähigkeit klar und übersichtlich

zu komponieren, so noch mehr an Reichtum und Kraft der Phantasie und an

Tiefe der Empfindung. Er hat viel zu sagen und er bringt alles, was er

sagt, treffend zum Ausdruck.

Im Spätherbst 1505 reiste Dürer zum zweiten Male nach Venedig und

blieb dort bis in das Jahr 1507. Die Veranlassung zur Reise ist nicht

bekannt. In Venedig erhielt er bald nach seiner Ankunft von den

dortigen Deutschen den Auftrag, ein Altarbild für die Kapelle San

Bartolommeo beim Fondaco dei Tedeschi zu malen, er berichtet dies

seinem Freund Wilibald Pirkheimer am 6. Januar 1506. Er hoffte das Bild

bis Ostern fertig zu stellen, aber die Vollendung nahm ihn bis zum

September in Anspruch. Das Bild erregte selbst in Venedig Aufsehen.

Noch in des Malers Werkstatt besichtigten es der Doge und der Patriarch

und die Maler bekannten, sie hätten schönere Farben nie gesehen.

Das Bild ist das Rosenkranzfest, das heute im Besitze des Klosters

Strahow in Prag ist, leider in traurigem Zustande. Die Komposition

ist symmetrisch, die Hauptfiguren, Maria, Papst Julius II. und Kaiser

Maximilian bilden eine pyramidale Gruppe, zu den Seiten knieen

zahlreiche Teilnehmer an dem Feste. Dürer selbst steht mit einem

Begleiter hinter denselben; im Hintergrund ist eine Stadt am Fuß eines

steilen Berges sichtbar. Die ursprüngliche Farbenwirkung ist nicht mehr

zu beurteilen, das Bild ist fast ganz übermalt.

[Illustration: Fig. 1. Die vier Engel vom Euphrat erschlagen das

dritte Teil der Menschen. Holzschnitt aus der „Heimlichen Offenbarung

Johannis“ von 1498.]

Dagegen ist die Madonna mit dem Zeisig in der Berliner Gemäldegallerie

(Nr. 557 f.), gleichfalls im Jahre 1506 in Venedig gemalt, wenn auch

nicht frei von Erneuerungen, im Ganzen wohl erhalten. Sie steht dem

Rosenkranzfest nahe und lässt auch auf dessen coloristische Behandlung

Schlüsse zu. Die Lokalfarbe herrschst im ganzen Bilde, aber die

einzelnen Farben sind trefflich verteilt und gegeneinander gestellt

und tragen nicht wenig zu der anmutigen, fröhlichen Gesamtwirkung des

reizenden Bildes bei. Das geschlossene Colorit der Venezianer ist

gar nicht angestrebt, die sinnliche Schönheit der einzelnen Farben

ist betont und sie ist denn wirklich eine solche, daß sie auch den

Venezianern Eindruck machen konnte. Unserer Farbenempfindung allerdings

entspricht sie nicht mehr vollständig. Wir stellen ein Bild, wie das

herrliche Frauenporträt der Berliner Gallerie (Nr. 557 G.), das nur

in Venedig entstanden sein kann, coloristisch höher. Es verrät ein

intimes Eingehen auf die venezianische Weise und beweist, wie schon

der Dresdener Altar und das Bildnis Friedrich des Weisen, daß Dürer

dem Malerischen im engeren Sinne keineswegs unzugänglich war. Auch

die kleine Kreuzigung in Dresden kann hiefür herangezogen werden.

Zucker setzt sie gleichfalls in die Zeit des Aufenthaltes in Venedig,

sie dürfte indes wohl einige Jahre früher entstanden sein (vgl. Max

Friedländer im Jahrbuch der kgl. preußischen Kunstsammlungen 1899 S.

266.)

Dürer befand sich wohl in Venedig, es fehlte ihm nicht an anregendem

Umgang, nicht an Anerkennung und Ehren, ja der Rat bot ihm einen

Jahresgehalt von zweihundert Dukaten, um ihn dauernd in Venedig zu

halten. Dürer lehnte ab, wiewohl er klar erkannte, was er damit aufgab.

Wie er der Heimat treu blieb, so hat er auch seine eigene Kunstweise in

Venedig unentwegt festgehalten. Innerhalb derselben aber hat ihn der

Aufenthalt in Venedig mächtig gefördert. Seine Zeichnung erreicht hier

die freie Größe, in der er nicht übertroffen worden ist, die Auffassung

der Formen hat sich gehoben und geklärt, er strebt nach Einfachheit und

baut seine Kompositionen streng gesetzmäßig auf. Auch theoretischen

Studien über die Proportionen des menschlichen Körpers und über die

Gesetze der Perspektive widmet er sich mit Eifer und sie nehmen in

seinen späteren Jahren einen immer breiteren Raum ein. Man nimmt die

Einwirkungen Lionardos hiefür in Anspruch. Ich kann diese Frage nicht

beurteilen.

Unter den Gemälden, welche Dürer nach seiner Rückkehr geschaffen hat,

sind einige seiner Hauptwerke. Die zwei Tafeln, Adam und Eva im Prado

Museum zu Madrid dürften 1507 noch in Venedig entstanden sein. Der

Eva und der Madonna mit dem Zeisig liegt das gleiche Kopfmodell zu

Grunde. Ich muß bekennen, daß sie in ihrer künstlerischen Wirkung die

hochgespannten Erwartungen, mit welchen ich an sie herangetreten bin,

nicht ganz erfüllt haben. Es ist in der Haltung der Figuren eine etwas

gesuchte Grazie, die Dürer sonst fremd ist. Rein formal betrachtet sind

die beiden Gestalten allerdings sehr schön.

In den Jahren 1508 und 1509 entstand der Heller’sche Altar (Fig. 2 und

3) für die Predigerkirche in Frankfurt, als Komposition der Höhepunkt

von Dürers Schaffen; 1511 wurde der Altar für die Kapelle des Landauer

Bruderhauses mit dem Allerheiligenbild vollendet, das jetzt in den

Hofmuseen in Wien bewahrt wird. Die ersten Ideen dieser Komposition

gehen in das Jahr 1508 zurück. Die Komposition des figurenreichen

Bildes ist streng symmetrisch, etwas überfüllt. Unten öffnet sich

der Blick in eine weite Landschaft. Das Bild enthält eine Fülle der

herrlichsten Einzelheiten. Der feierlichen Anordnung entspricht das

lichte, festliche Kolorit. Es gilt von ihm das Gleiche wie von dem der

Madonna mit dem Zeisig, die Freude an der Farbe nicht am Ton herrscht

vor, es ist für unser Gefühl zu bunt.

1512 vollendete Dürer die Bilder der Kaiser Karl des Großen und

Sigismund. Den Typus des ersteren hat er schon im Allerheiligenbilde

aufgestellt und hier nochmals in einer großartigen, wenn auch etwas

schematischen Einzelfigur durchgeführt. Dem gewaltigen Herrscher

gegenüber erscheint der porträtmäßig behandelte Sigismund ziemlich

untergeordnet.

In diese Zeit und zwar schon in das Jahr 1508 fällt das unerfreuliche

Bild der Marter der Zehntausend, in der Gallerie zu Wien, dessen

Vorzüge nur in der Behandlung liegen.

Als Dürer im Jahre 1508 die Himmelfahrt Mariä vollendet hatte, schrieb

er an Jakob Heller. Niemand solle ihm mehr vermögen, eine Tafel mit

soviel Arbeit noch zu machen. Er käme dabei zu Schaden. Darum will er

jetzt seines Stechens auswarten. Es ist freilich nur ein Ausdruck des

Unwillens und kurz darauf ist Dürer an dem Allerheiligenbild thätig,

aber er hat doch in den folgenden zehn Jahren nicht viel und namentlich

keine figurenreichen Bilder gemalt und seine Maltechnik wird eine

andere, weniger sorgfältige. War es wirklich dauernde Unlust am Malen

und nicht der Mangel an entsprechenden Aufträgen, der auf die Zeit

freudigster Thätigkeit eine nahezu völlige Abwendung von der Malerei

folgen ließ?

[Illustration: Fig. 2. Himmelfahrt Mariä.

Mitteilungen aus dem Germanischen Nationalmuseum. Jahrgang 1900 · 第 23 / 80 题