Charlotte. Nun, und--

Selicour. Sie werden eine rührende Scene darin finden.--Ein

unglücklicher Vater--eine ausgeartete Tochter!--Eltern hilflos, im

Stich gelassen von undankbaren Kindern!--Gräuel, die ich nicht fasse

--davon ich mir keinen Begriff machen kann!--Denn wiegt wohl die

ganze Dankbarkeit unsers Lebens die Sorgen auf, die sie unserer

hilflosen Kindheit beweisen?

Mad. Belmont. In alles, was er sagt, weiß der würdige Mann doch

etwas Delicates zu legen!

Selicour (zu Narbonne). In unsern Bureaux ist eben jetzt ein Chef

nöthig.--Der Platz ist von Bedeutung, und Viele bewerben sich darum.

Narbonne. Auf Sie verlass' ich mich, Sie werden die Ansprüche eines

Jeden zu prüfen wissen--die Dienstjahre, der Eifer, die Fähigkeit

und vor allen die Rechtschaffenheit sind in Betrachtung zu ziehen.--

Aber ich vergesse, daß ich zu unterzeichnen habe. Ich gehe!

Selicour. Und ich will auch gleich an meine Geschäfte!

Narbonne. Ich bitte Sie recht sehr, erwarten Sie mich hier, wir

haben mit einander zu reden!

Selicour. Aber ich hätte vor Tische noch so Mancherlei auszufertigen.

Narbonne. Bleiben Sie, oder kommen Sie schleunigst wieder! Ich habe

Ihre Gegenwart nöthig! Ein Mann von Ihrer Kenntniß, von Ihrer

Rechtschaffenheit ist's, was ich gerade brauche! Kommen Sie ja bald

zurück!--Ich hab' es gut mit Ihnen vor. (Er geht ab.)

Sechster Auftritt.

Vorige ohne Narbonne.

Mad. Belmont. Sie können sich gar nicht vorstellen, Herr Selicour,

wie große Stücke mein Sohn auf Sie hält!--Aber ich hätte zu thun,

dächt' ich.--Unsre Verwandten, unsre Freunde speisen diesen Abend

hier.--Wird man Sie auch sehen, Herr Selicour?

Der Parasit, oder, die Kunst sein Glück zu machen Ein Lustspiel nach dem Franzoesischen [des Picard] · 第 12 / 64 题