Und der Heilige selbst? Seine gebückte Haltung, das Neigen s

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Anmerkungen zur Transkription

Der vorliegende Text wurde anhand der 1921 erschienenen Buchausgabe

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Antiqua: ~Tilden~

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Gemälde

und ihre Meister

MITARBEITER:

Prof. ~Dr.~ Emil _Benezé_ * ~Dr.~ Edgar _Byk_ * ~Dr.~ Friedrich

_Düsel_ * ~Dr.~ Johannes _Eckardt_ * ~Dr.~ Gertrud Fauth * Geh.

Hofrat Max _Grube_ * Prof. ~Dr.~ Georg _Lehnert_ * Felix _Lorenz_ *

Lyzeallehrer Willy _Manig_ * Prof. ~Dr.~ Carl _Muth_ * ~Dr.~ Wilh.

_Niemeyer_ * ~Dr.~ Max _Osborn_ * Fritz v. _Ostini_ * Maximilian

_Rapsilber_ * Stadtschulrat ~Dr.~ Arnold _Reimann_ * Fränze

Eleonore _Röcken_ * ~Dr.~ Hans _Rupé_ * ~Dr.~ Franz _Servaes_ *

Fritz _Stahl_ * Felix Frhr. v. _Stenglin_ * Gertrud _Triepel_ *

Paul Gerhard _Zeidler_ * Fedor v. _Zobeltitz_ * ~Dr.~ Paul _Zucker_

Gemälde

und ihre Meister

Mit erklärenden Texten berufener Führer und Freunde der Jugend

sowie einem Geleitwort von

~Dr.~ Arnold Reimann

Stadtschulrat in Berlin

[Illustration: ~BONGS

JUGEND-

BÜCHEREI~]

~VERLAG VON RICH. BONG IN BERLIN~

Alle Rechte, auch das der Übersetzung

in andere Sprachen, vorbehalten.

Copyright 1921 by Verlag von Rich. Bong in Berlin.

Druck von Julius Brandstätter, Leipzig ~C~ 1

Geleitwort

Nicht mit Unrecht klagt man über eine Entseelung unseres Volkskörpers

und sieht in der Mechanisierung des Lebens, in der ideenlosen Jagd

nach materiellen Gütern und äußerem Erfolg, in dem Mangel an wahrer

innerer Kultur und Persönlichkeitspflege zwar vielleicht natürliche,

aber sehr verderbliche Folgen einer überhasteten industriellen und

volkswirtschaftlichen Entwicklung und zugleich auch mitwirkende

Ursachen unseres Zusammenbruches. Wir haben in der Tat alle

Veranlassung, die Grundlagen unserer Kultur auf das ernsteste zu prüfen

und in gewissenhafter Selbstbesinnung nach Vertiefung unseres Daseins,

nach neuem seelischem Gehalt, nach Ideen und Stimmungen zu suchen, die

das Leben wieder lebenswert machen.

So sinken denn die Naturwissenschaften mit ihren Aufklärungstendenzen

in der Schätzung der Einsichtigen, es beginnt in der Philosophie die

Metaphysik, in der Religion die gottsuchende Mystik sich zu regen,

die Geschichte strebt von der Spezialisierung fort zu denkender

Gesamtbetrachtung, eine Erneuerung des politischen Gewissens hebt

an, und auch die Kunst besinnt sich allmählich auf ihre eigentliche

Aufgabe: seelisches Bedürfnisse zu befriedigen, sich dem Schönen,

Erhabenen und Großen zuzuwenden und über die Niederungen des

Alltäglichen und Gemeinen zu den Höhen der Empfindung zu führen;

zugleich möchte sie wieder das innerste Sehnen und Schauen des Genius

offenbaren und das tiefste Lebensgefühl der Nation zum unmittelbaren

und selbstverständlichen Ausdruck bringen. Sie will an dem seelischen

Gesundungsprozeß teilnehmen, eine Quelle werden innerer Erneuerung

und wahrer Kultur; sie will ein Erlebnis sein und die edelsten

Kräfte entbinden, sie will den Menschen zum wahren Menschen bilden

und über alle wirtschaftlichen und sozialen Unterschiede hinaus der

Emporentwicklung der Volksgemeinschaft dienen. Und wenn auch einige

der neueren Richtungen in der Kunst -- und nicht nur der bildenden

Kunst -- der Zerrissenheit unseres Inneren gar zu hohen Tribut zollen

und noch nicht Führer zu einer harmonischen Weltanschauung sein

können, sondern das Grelle, Sensationelle, Stürmische, Revolutionäre

in Formen darbieten, die auf ein gesundes Gefühl abstoßend wirken,

so interpretieren sie nur -- soweit sie überhaupt echt sind -- den

Lebensinhalt unserer Zeit nach vorübergehenden Stimmungen, und halten

für ewig, was der tieferen Beobachtung und dem sicheren Gefühl nur als

Schaum einer flutenden Welle erscheint. Darin aber sind sie mit denen

einig, die mit voller Hingebung das Schöne suchen, das sie zur reinen

Anschauung führen wollen; d. h. sie streben wie alle großen alten

Meister in jeder Kunst danach, einen psychischen Vorgang auszulösen,

der für den modernen Menschen in der Musik und im Schauspiel leichter,

in der Architektur, Plastik und Malerei aber schwer zu erreichen ist:

daß nämlich Stoff, Inhalt und Form, Idee und Darstellung, Ton und

Sinn, Farbe, Kontur und künstlerische Absicht zu voller, unbewußter

Harmonie sich verschmelzen, also daß der Verstand sich gefangen gibt,

die Seele aber ergriffen, ja erschüttert wird, daß das Kunstwerk

lebt und zu einem Erlebnis wird. Und auch darin stimmen heute alle

Künstler überein, daß unsere Gesamtkultur sich mit künstlerischem

Geiste durchdringen müsse, daß Kunst Volkseigentum sei und nicht mehr

ein Vorrecht der gebildeten und besitzenden Stände bleiben dürfe. In

der Tat, sie muß in allen Formen und Erscheinungen des Lebens zum

Vorschein kommen, das ganze Dasein durchdringen, vom Wollen und Fühlen

des gesamten Volkes getragen werden; in seinem Kreise, in seinem

Berufe muß ein jeder zum künstlerisch schaffenden, d. h. von Ideen

durchleuchteten, nach Harmonie strebenden, die Form beherrschenden

Menschen werden; dann erst werden wir wieder Kultur haben. Und mag

dieses Ideal, wie jedes, auch unerreichbar sein, mögen auch die großen

Künstler stets einsam, stets Geistesaristokraten bleiben, so muß doch

mindestens die Fähigkeit, Kunst zu verstehen und zu genießen, Gutes

vom Schlechten, Wahres vom Unechten zu unterscheiden, Feierstunden der

Seele zu haben, die das Leben veredeln und über die Nöte des Alltags

erheben, unserem Volke wieder anerzogen und zu einem Allgemeingute

werden.

Von solchen Gesichtspunkten aus sind, wie die Volkstheater und

Lesehallen, wie die populären Konzerte und der Kampf gegen

Kino und Schund, auch die neueren Bestrebungen der Wander- und

Schulkunstausstellungen zu bewerten; so will auch unser Buch beurteilt

werden.

Es wendet sich zunächst an das empfängliche Gemüt der Jugend; ihr vor

allem will es ein Wegweiser sein zu dem Schönen und Erhabenen. Es will

den Kindern Ehrfurcht beibringen vor dem Genius, vor der gewaltigen,

rätselhaften Kraft der Persönlichkeit, die aus dem tiefsten Drang des

Unbewußten schafft, und vor dem Werk, in dem der große Künstler lebt

mit seinem Hoffen und Streben, mit seinem Wollen und Können, mit der

Tiefe seines Gefühls in Leid und Lust, in Ernst und Laune, mit seiner

Sehnsucht und dem Frieden, den er erringt oder nicht erringen kann. Die

Stimmungs- und Aufnahmefähigkeit zu erwecken mit all den seelischen

Folgen, die sich daran knüpfen, nicht fertige Urteile „in den Busen zu

stoßen“, war die Aufgabe. Zum Sehen müssen die Kinder angeleitet und

zur unmittelbaren Einfühlung erzogen werden. Sie sollen selbsttätig

bleiben und das Erlebnis des Künstlers nachempfinden; sie sollen das im

Bilde Gegebene innerlich nachschaffen und sich so zum unverlierbaren

Eigentum machen; sie sollen es durch Gefühl und Phantasie zu neuem

Leben erwecken und im innersten Herzen sprechen: Wie ist das schön!

Dann ist der Boden bereitet, und ein Samenkorn echter Kultur in ihn

gebettet.

Unsere Erläuterungen gehen demnach davon aus, was wirklich auf dem

Bilde zu sehen ist. Die Kinder interessiert ja auch zunächst das

rein Stoffliche; erst, wenn der Gegenstand ganz verstanden und mit

Freude aufgenommen ist, kann man auf seine Gestaltung, auf Form,

Komposition, Linienfluß, Farbe, Licht und Schatten eingehen, d. h.

auf die Bewältigung des Stoffes, das eigentlich Künstlerische. Beim

Gegenständlichen muß aber langweilige Beschreibung vor allem vermieden

werden. Darum sind die Bilder meistens dramatisch behandelt, d. h. in

Vorgang und Handlung umgesetzt worden. Dabei ergab sich von selbst die

Charakterisierung der Personen und die Einfühlung in die Natur- oder

Milieustimmung. Alles sollte lebendig werden. Auch der Meister selbst

und die Idee und Seelenlage, aus der heraus er schuf. Das Kunstwerk

soll begriffen werden als ein Stück Natur, gesehen und geadelt durch

eine starke Persönlichkeit. So ist denn der psychischen Einstellung

des Künstlers, seinem Wesen und seiner Eigenart und dem, was er zum

Ausdruck bringen, gerade hier erreichen wollte, mehr Raum gegönnt,

als dem äußeren Lebens- und Bildungsgang oder gar künstlerischen

Abhängigkeiten und Entwicklungslinien, obwohl gelegentlich auch

hier das Nötige zur Erklärung nicht fehlt. Das Kind soll den Maler

liebgewinnen, und wenn es zunächst auch nur ein Bild von ihm sieht,

doch einen klaren Begriff von dem Mann und seinem Wollen bekommen, von

den Idealen, denen er nachstrebte und der Art, wie er seinem Innenleben

Form zu geben verstand. Und dabei hat nicht der sezierende Verstand

des grübelnden Denkers und nicht die Gelehrsamkeit des wissensreichen

Kunstforschers den Griffel geführt, sondern das liebevolle

Verständnis des erfahrenen Pädagogen oder des begeisterten Kunst-

und Jugendfreundes, der sich in die Kindesseele zu versetzen und die

jugendliche Auffassungskraft und Interessensphäre richtig einzuschätzen

weiß.

Darum hoffen wir auch, daß unsere Gabe gewiß manchem Lehrer willkommen

sein wird, der mit seiner Klasse ein Museum besuchen will oder bei

Gelegenheit Unterricht dieses oder jenes Bild zu erläutern, auf die

Bedeutung des einen oder andern großen Malers einzugehen sich berufen

fühlt. Zwar sind Kunsterziehungstage nicht mehr Mode, und andere

Schlagworte sind an die Stelle des Rufs nach ästhetischer Erziehung

getreten, aber jenseits aller wechselnden Strömungen des Tages bleibt

die Wirkung auf das Gemüt der Jugend, die Weckung und Stärkung

der Seelenkräfte, die Pflege des Verständnisses für das Große und

Ehrfurchtgebietende in aller Geschichte und nicht zuletzt auch für

Wesens und Art der Heimat eine der Hauptaufgaben des Erziehers. Und

dazu möchte auch dieses Buch an seinem bescheidenen Teile helfen. Und

so werden auch Väter und Mütter, die im Hasten des Tages die frühere

Fühlung mit der Kunst verloren haben, zu dem Buche greifen, um ihren

Kindern Rede und Antwort stehen und ihnen rechte Berater zum Schönen

und Edlen werden zu können.

Aber noch mehr: Wenn die Erneuerung des inneren Lebens, von der wir im

Eingang gesprochen haben, wirklich so nötig ist, wie wir glauben, wenn

die Kunst in der Tat ein Gebiet ist, auf dem man sich rein als Mensch

fühlen darf und allen Klassenkampf, alle Erdenschwere und Lebensnot

vergißt, wenn sie der Religion so nahesteht, daß auch sie Seelenruhe

und Geistesfrieden zu geben imstande ist, dann möchten wir wünschen,

daß dieses Buch in die breiten Schichten des Volkes komme. Es gibt

so viele, die der Kunst ferner stehen, aber eine Ahnung von ihrer

Bedeutung haben, die sich nach „des Lebens Bächen, ach nach des Lebens

Quellen“ sehnen; ihnen möchten wir Wegweiser zu einem Jungbrunnen

werden, der Frische und Erquickung bringt, von innerer Not erlöst und

zu allem Guten fähig macht. Um diesen Weg in die Massen frei zu machen

und so der großen Kulturaufgabe zu dienen, ist der Preis des Buches so

billig wie möglich gestellt, trotz würdiger Ausstattung.

Verstehen kann das Buch jeder. Wir glauben, die richtigen Bearbeiter

gefunden zu haben und sind ihnen dankbar für die Lösung der Aufgabe;

es sind Namen von hohem Klang in ihrer Reihe. Fern von aller Plattheit

ist der Ton auf wahre Popularität gestellt: wirkliche Kenner äußern

sich in formvollendeter und allgemeinverständlicher Art. Auch die

Auswahl der Bilder wird auf Beifall rechnen dürfen. Es sind die größten

Meister seit dem Ausgang des Mittelalters in typischen Beispielen

vertreten. Wir haben uns nicht auf die Deutschen beschränkt; die Kunst

ist international, und die Großen haben stets voneinander gelernt; bei

allen westeuropäischen Kulturvölkern findet sich zarte Innigkeit und

dämonische Kraft, immer wieder hervorbrechende Hingabe an die Natur

und eine gleiche Wucht der Charakteristik, ähnliche Strömungen in der

Bewertung des antiken Vorbilds, im Sinn für Farbe und Form. Hier sind

nun die Größten der letzten Jahrhunderte von Giotto bis zu Thoma, Uhde,

Liebermann, Hodler und Segantini zu einem gewaltigen Konzert vereinigt,

aus dessen Harmonien die hehre Melodie von den ewigen Werten wahrer

Kunst immer wieder herausklingt. Und wenn dabei die deutsche Kunst im

Vordergrunde steht, so entspricht das nicht nur unserem natürlichen

Empfinden, sondern wir dürfen mit Stolz bekennen: wir haben zwar selten

den Ton angegeben, aber doch zu allen Zeiten Meister hervorgebracht von

solcher Tiefe und so herrlicher Größe, daß wir hinter keiner anderen

Nation zurückstehen.

So möge denn dieses Buch auch die Freude am Vaterlande und den Glauben

an eine glücklichere, an eine gute Zukunft stärken!

~Dr.~ _Arnold Reimann_.

[Illustration: Die Sixtinische Madonna

Raffael Santi

1483-1520

Gemäldegalerie

Dresden

I]

[Illustration: Der Zinsgroschen

Tizian

um 1477-1576

Gemäldegalerie

Dresden

II]

[Illustration: Die heilige Nacht

Correggio

1494-1534

Gemäldegalerie

Dresden

III]

[Illustration: Die Nachtwache

Rembrandt van Rijn

1606-1669

Rijks-Museum

Amsterdam

IV]

[Illustration: Die Hochzeitsreise

Moritz von Schwind

1804-1871

Schackgalerie

München

V]

[Illustration:

Photographische Gesellschaft, Berlin

Gefilde der Seligen

Arnold Böcklin

1827-1901

Nationalgalerie

Berlin

VI]

[Illustration:

Kunstverlag Franz Hanfstaengl, München

Medea

Anselm Feuerbach

1829-1880

Neue Pinakothek

München

VII]

[Illustration:

Photographische Union, München

Das Tischgebet

Fritz von Uhde

1818-1911

Musée du Luxembourg

Paris

VIII]

[Illustration: Der heilige Franziskus predigt den Vögeln

Giotto di Bondone

1266-1337

Oberkirche

Assisi

1]

[Illustration: Maria im Rosenhag

Stephan Lochner

um 1400-1451

Wallraff-Richartz-Museum

Köln a. Rh.

2]

[Illustration: Der Frühling

Sandro Botticelli

1446-1510

Accademia

Florenz

3]

[Illustration:

Kunstverlag Rich. Bong, Berlin

Das heilige Abendmahl

Leonardo da Vinci

1452-1519

Refektorium des Klosters Sa. Maria delle Grazie

Mailand

4]

[Illustration: Christus am Kreuz

Matthias Grünewald

1470-1529

Museum

Kolmar i. Els.

5]

[Illustration: Selbstbildnis

Albrecht Dürer

1471-1528

Alte Pinakothek

München

6]

[Illustration: Das Paradies

Lukas Cranach d. Ä.

1472-1553

Kunsthistor. Sammlungen

Wien

7]

[Illustration: Die Erschaffung des Lichts

Michelangelo Buonarroti

1475-1564

Sixtinische Kapelle

Rom

8]

[Illustration: Das Konzert

Giorgione

um 1477-1511

Pitti-Galerie

Florenz

9]

[Illustration: Landschaft aus den Voralpen

Albrecht Altdorfer

1480-1538

Alte Pinakothek

München

10]

[Illustration: Kaufmann Georg Gisze

Hans Holbein d. J.

1497-1543

Kaiser-Friedrich-Museum

Berlin

11]

[Illustration: Bauernkirmes

Pieter Brueghel d. Ä.

1525-1569

Kunsthist. Sammlungen

Wien

12]

[Illustration: Die Hochzeit zu Kana

Paolo Veronese

1528-1588

Gemäldegalerie

Dresden

13]

[Illustration: Laokoon

El Greco

1548-1614

Privatbesitz

14]

[Illustration: Löwenjagd

Peter Paul Rubens

1577-1640

Alte Pinakothek

München

15]

[Illustration: Hille Bobbe

Frans Hals

1580-1666

Kaiser-Friedrich-Museum

Berlin

16]

[Illustration: Infantin Maria Theresia

Diego Velásquez de Silva

1599-1660

Kunsthistor. Sammlungen

Wien

17]

[Illustration: Die unbefleckte Empfängnis

Bartolomé Esteban Murillo

1618-1682

Louvre

Paris

18]

[Illustration: Der Tanz

Jean Antoine Watteau

1684-1721

Neues Palais

Potsdam

19]

[Illustration: Der Markusplatz in Venedig

Antonio Canaletto

1697-1768

Fürstl. Liechtensteinsche Galerie

Wien

20]

[Illustration: Herzogin von Devonshire mit ihrem Töchterchen

Sir Joshua Reynolds

1723-1792

Im Besitz des Herzogs von Devonshire

Chatsworth

21]

[Illustration: Napoleon auf dem St. Bernhard

Jacques Louis David

1748-1825

Museum

Versailles

22]

[Illustration: Der Regenbogen

Kaspar David Friedrich

1774-1840

Museum

Weimar

23]

[Illustration: Frühlingsmorgen

Jean Baptiste Camille Corot

1796-1875

Museum

Avignon

24]

[Illustration: Das Ständchen

Carl Spitzweg

1808-1885

Schackgalerie

München

25]

[Illustration: Angelus

Jean François Millet

1814-1875

Louvre

Paris

26]

[Illustration:

Photographische Union, München

Die Tafelrunde

Adolf Menzel

1815-1905

Nationalgalerie

Berlin

27]

[Illustration: Der Sankt-Stephansturm in Wien

Rudolf Alt

1812-1905

Privatbesitz

28]

[Illustration: Thusnelda im Triumphzug des Germanicus

Karl Theodor von Piloty

1826-1886

Neue Pinakothek

München

29]

[Illustration:

Photographische Gesellschaft, Berlin

Wie die Alten sungen

Ludwig Knaus

1829-1910

Nationalgalerie

Berlin

30]

[Illustration: Stiergefecht

Edouard Manet

1832-1883

Privatbesitz

31]

[Illustration: Place du Théâtre Français

Camille Pissarro

1830-1903

Privatbesitz

32]

[Illustration:

Kunstverlag Franz Hanfstaengl, München

Das letzte Aufgebot

Franz von Defregger

1835-1921

Kunsthistor. Sammlungen

Wien

33]

[Illustration:

Photographische Gesellschaft, Berlin

Vorlesung

Lourens Alma-Tadêma

* 1836

Sammlung Balcer

Baltimore

34]

[Illustration:

Kunstverlag Rich. Bong, Berlin

Im Herbst

Johann Christian Kröner

1838-1911

Gemäldegalerie

Dresden

35]

[Illustration:

Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart

Die Flucht nach Ägypten

Hans Thoma

* 1839

Städelsches Kunstinstitut

Frankfurt a. M.

36]

[Illustration:

Photographische Gesellschaft, Berlin

Bäuerinnen in der Kirche

Wilhelm Leibl

1844-1900

Privatbesitz

Worms

37]

[Illustration:

Photographische Gesellschaft, Berlin

Netzflickerinnen

Max Liebermann

* 1849

Kunsthalle

Hamburg

38]

[Illustration:

Verlag Rascher & Cie., Zürich

Der Frühling

Ferdinand Hodler

1853-1918

Folkwang-Museum

Hagen i. Westf.

39]

[Illustration:

Photographische Union, München

Ave Maria

Giovanni Segantini

1858-1899

Galleria Moderna

Rom

40]

Der heilige Franziskus predigt den Vögeln

Von Giotto di Bondone

Geboren um 1266 in Colle bei Vespignano, gestorben 8. Januar 1337

in Florenz. -- Oberkirche in Assisi

Bild 1

Wenn wir die innerste Seele dieses zarten Legendenbildes erfassen

wollen, so finden wir zu ihr den Weg wohl am besten, wenn wir uns von

den Legenden, die sich um den heiligen Franz von Assisi bildeten,

erzählen lassen, wie der heilige Franz den Vögeln predigte. Schon die

ersten Biographen des heiligen Franz, Thomas a Celano und Franziskus

von Bonaventura, erwähnten, was die Legende dann noch weiter

ausschmückte: Der heilige Franz war mit dem Bruder Masseo und dem

Bruder Angelo auf dem Wege zwischen Cannara und Bevangna. Er sah einige

Bäume am Wege stehen, und in diesen Bäumen war -- wie die Legende

berichtet -- eine Mannigfaltigkeit der Heerscharen von allen Arten

von Vögeln, die bisher niemals in dieser Gegend gesehen worden waren.

Und eine große Menge befand sich auf dem Felde unter den Bäumen. Als

der heilige Franz diese ganze Masse sah, kam der Geist Gottes über

ihn, und er sagte zu den Jüngern: „Wartet hier auf mich, ich will

hingehen und unseren Brüdern, den Vögeln, predigen.“ Und er trat auf

das Feld hinaus zu den Vögeln, die auf der Erde saßen. Und sobald er

anfing zu predigen, flogen alle die Vögel, die auf den Bäumen saßen,

zu ihm nieder, und keiner von ihnen rührte sich, obgleich er so dicht

zwischen sie hinging, daß seine Kutte mehrere von ihnen anrührte. Der

heilige Franz aber sagte zu den Vögeln: „Meine Brüder, die Vögel! Ihr

seid nun Gott viel Dank schuldig und müßt ihn immer und überall loben

und preisen, weil ihr frei fliegen könnt, wo ihr wollt, und für euere

doppelte und dreifache Kleidung und für euere bunte und zierliche

Tracht und für das Futter, für das ihr nicht zu arbeiten braucht und

für die schöne Gesangstimme, die der Schöpfer euch geschenkt hat. Ihr

säet nicht und erntet nicht. Gott aber ernähret euch und gibt euch

Flüsse und Quellen, um daraus zu trinken, und Berge und Hügel, Felsen

und Klippen, um euch darin zu verstecken, und hohe Bäume, um Nester

darauf zu bauen, und obgleich ihr weder spinnen noch weben könnt, gibt

er doch euch sowohl als eueren Jungen die nötigen Kleider. Also liebt

euch der Schöpfer sehr, da er euch so große Wohltaten erwiesen hat.

Hütet euch daher wohl, meine Brüder, die Vögel, daß ihr nicht undankbar

seid, sondern befleißigt euch stets darauf, Gott zu loben.“

Nach diesen Worten des heiligen Vaters aber fingen alle jene kleinen

Vögel an, ihre Schnäbel zu öffnen, mit den Flügeln zu schlagen, den

Hals zu strecken und ihre Köpfchen ehrerbietig zur Erde zu neigen, und

mit ihrem Gesang und ihren Bewegungen zeigten sie, daß die Worte, die

der heilige Franz gesagt hatte, sie sehr erfreuten. Der heilige Franz

aber jubelte im Geiste, als er dieses sah, und wunderte sich über

so viele Vögel und über deren Mannigfaltigkeit und Verschiedenheit

und darüber, daß sie so zahm waren, und er lobte den Schöpfer dafür

und forderte sie mit Sanftmut auf, den Schöpfer selbst zu loben. Und

als der heilige Franz seine Predigt und seine Aufforderung, Gott zu

preisen, beendigt hatte, machte er das Kreuzeszeichen über alle jene

Vögel. Und sie alle flogen auf einmal auf und zwitscherten wunderbar

und stark und verteilten sich darauf und flogen fort. --

So wie aus der Überlieferung um die Gestalt des heiligen Franz aus

dem Volke die schlichte Blume der Legende erblühte, so formte sich

in Giotto der bildhafte Ausdruck dieses zarten, in Gott versunkenen

Naturerlebnisses. Schöner als die Legende, mit verwandterem Geiste

als dem ihren, ließe sich kaum das rein Stoffliche des Bildes

erzählen. Ergriffen von der schlichten Größe des Themas, das der

Künstler gestalten sollte, fand er, sicher unbewußt, aus der ganzen

naiven starken Begabung seiner Künstlerschaft heraus, eine Form der

Darstellung, die so viele Reize birgt, daß es sich lohnt, besonders

auf sie hinzuweisen, um so das Auge für die Feinheit dieser Kunst zu

schulen und das Erlebnis dieses Bildes aus der ganzen Kunst, die es

wiedergibt, zu vertiefen.

Von links naht der heilige Franz mit einem seiner Brüder. Die beiden

Gestalten sind nicht bis in die Mitte des Bildes vorgerückt; hinter

ihnen steht ein spärlicher Baum, dem gegenüber sich ein viel größerer,

wuchtigerer erhebt. Er mag das Blätterdach bergen, in dem sich all die

Vögel verborgen hielten, die nun zum heiligen Franz hinflogen. Diese

stärkere Herausarbeitung der Natur, der Giotto in der Raumanordnung

des Bildes die größere Fläche zuwies, bewirkt, daß man unwillkürlich

die äußere Form, die das Nahen des heiligen Franz darstellt, als den

Ausdruck jener ergriffenen Ehrfurcht empfindet, mit der der Heilige

die Natur, die Bäume und die Vögel sah. Der Baum, in dem die Vögel

nisteten, neigt sich zu den beiden Mönchsgestalten und stellt so die

innige Verbindung zwischen der Natur und dem Heiligen dar, eine

Feinheit in der Anordnung, die der Künstler noch dadurch erhöht,

daß einer der Vögel im Bilde dargestellt wird, wie er eben aus der

Baumkrone zu den anderen Vögeln, die bereits auf dem Boden dem Heiligen

zueilen, hinflattert. Alles ist Bewegung, die in Ehrfurcht zu den Füßen

des Heiligen hinstrebt, eine Bewegung, die so geradlinig dargestellt

wird, daß sie die ganze innere Naivetät, Ursprünglichkeit, Freudigkeit

der sich dem Heiligen zuneigenden Natur ausdrückt.

Und der Heilige selbst? Seine gebückte Haltung, das Neigen seines

heiligen Hauptes drückt jene ehrfürchtige Demut aus, mit der er in der

Natur, in den Vögeln, Gottes Herrlichkeit erlebte. Seine Gestalt ist

dadurch kleiner geworden als die des ihn begleitenden Mönches, dessen

gerade Haltung, dessen Hand, die sich überrascht ausstreckt und wie

scheu abwehrend die Handfläche darbietet, mehr ein Erstaunen ausdrückt,

als jene heilige Innigkeit des Erlebnisses, die aus dem heiligen Franz

hervorleuchtet. Diese Verschiedenheit der Größen beider Gestalten,

ihrer Haltungen, ihres Zusammenhanges mit dem Naturvorgang des ganzen

Bildes lassen uns sofort nachfühlen, wie der eine dieser Mönche in

seiner heiligen kindlichen Größe den anderen überragt. Mit welcher

Güte streckt der heilige Franz den Vögeln seine linke Hand entgegen!

Auch sie öffnet sich. Sie drückt aber nicht das Erstaunen aus, sondern

jene herzliche selbstverständliche Güte, die an sich zieht, die eine

Vertrautheit ausdrückt und die Kraft hat, all die scheuen Sänger der

Natur an sich zu fesseln. Auch der Blick des heiligen Franz stellt

jene seelische Ergriffenheit, jene unausdrückbare Macht des Heiligen

dar. Giotto formte aber nicht nur diese Kraft der gütigen Bezwingung

der Natur, dieses mit ihr Einssein, sondern gibt dem ganzen Bilde

eine ins Göttliche gerichtete Tendenz durch die Haltung des rechten

Armes des Heiligen: während, wie schon erwähnt, der linke die Vögel an

sich zieht und mit weicher Güte sie als Brüder anzusprechen scheint,

weist die rechte Hand zum Himmel hinauf, als wollte sie sagen: ich

will euch zu mir führen, damit ihr euch durch mich zu Ihm findet, der

euch und mich erschaffen hat. Zarter, wundervollen ergreifender und

selbstverständlicher ließe sich kaum dieses gütige Herzurufen, dieses

sich Einsempfinden und Hinaufführen, Hinaufweisen zum Herrn der Welten

ausdrücken. Diese ungemein zarte Religiosität des Bildes gibt ihm

die Kraft einer selbstverständlichen Bezwingung, die aus sich heraus

in ihrer schlichten Größe wirkt, die nicht beschwert erscheint durch

Überladung, die nur die Sehnsucht, das Kindliche, Ursprüngliche der zum

Himmel strebenden christlichen Seele formt.

Wer dieses Bild Giottos so sieht und aus dem Bilde zu dem Geiste

vordringt, aus dem heraus es geworden ist und umgekehrt wieder aus

dem Erlebnis der Gestalt des Heiligen, die nichts Gewolltes, nichts

Gequältes, nichts Gekünsteltes, sondern nur den Ausdruck eines ganz in

sich gekehrten und geschlossenen Lebens, trotz seiner Schlichtheit die

unerhörte Größe einer Tat darstellt, dem ist es ohne weiteres klar,

daß der Künstler Giotto nicht als der nachbildende Schüler antiker

Überlieferungen, sondern als der ursprüngliche naturhafte Ausdruck

einer elementaren Begabung angesehen werden darf, die trotz der

Einfachheit ihrer technischen Fertigkeit eine Größe ausdrückt, die aus

der Größe und Stärke ihres inneren Erlebnisses sich selbst zum Siege

durchrang.

Aus diesem inneren Drang Giottos muß man seine ganze Kunst verstehen.

Sie ist in diesem Sinne der Ausdruck seiner Zeit, seines Volkes, das

die alten Schranken verstaubter Vorrechte niedergerissen und sich

selbst aus einem neuen Erlebnisse der Ewigkeitswerte zu erneuern

begann. Dieser geschichtliche Werdeprozeß, aus dem als führende

Persönlichkeit Franz von Assisi hervorleuchtet, hat, da er das ganze

Volk erfüllte, auch künstlerische Kräfte ausgelöst, die bestrebt waren,

mit den überkommenen Formen der Fertigkeit zu brechen und aus einem

eigenen persönlichen Wollen heraus die innere Not und Sehnsucht der

Zeit zu gestalten.

Giottos Bild vom heiligen Franz, wie er den Vögeln predigt, gehört in

die Folge der Szenen aus der Franziskuslegende, die der 1266 geborene

und 1337 verstorbene Künstler für die Oberkirche zu Assisi malte. Sie

beweisen bereits seine starke, über die Überlieferung seiner Zeit

hinauswachsende Eigenart und versinnbildlichen vor allem jenen Geist

seiner Generation, der, erfüllt von all der Sehnsucht nach einer neuen

Zeit, die sich in dem Heiligen von Assisi verkörperte, das Leben

innerlich umzuformen begann. Was in den Legenden um den heiligen Franz

von Assisi Poesie geworden ist, das wurde in den Franziskusbildern

Giottos bildhafte Form. Aus ihnen quillt der Geist einer aus der

inneren Erneuerung aufblühenden Zukunft, die stark genug ist, in jeder

Hinsicht -- ob es sich um gesellschaftliche, staatliche, soziale oder

künstlerische Umwandlungen handelt -- das Alte zu überwinden und sich

selbst aus der Sehnsucht in die Erscheinung zu formen.

_Johannes Eckardt._

Maria im Rosenhag

Von Stephan Lochner

Geboren um 1400 in Meersburg am Bodensee, gestorben 1451 in Köln.

-- Städtisches Museum in Köln

Bild 2

Höheres bildet

Selber die Kunst nicht, die göttlich geborne,

Als die Mutter mit ihrem Sohn.

Schiller, Braut von Messina

An den Madonnenbildern, den Darstellungen der Mutter Gottes mit und

ohne Kind, hat sich die christliche Kunst aller Zeiten je nach den

wechselnden Anschauungen versucht und ihre höchsten Triumphe gefeiert.

Schon im 2. und 3. Jahrhundert schufen sich die von den römischen

Kaisern verfolgten Christen in den Katakomben, ihren unterirdischen

Begräbnis- und Gottesdienststätten, Marienbilder, meist allerdings

noch in frei erfundener Gesichtsbildung. Eine gewisse Bildnistreue

wird erst von den sogenannten Lukasbildern angestrebt, Madonnen

als Fürbitterinnen in betender Stellung, die nach der christlichen

Legende vom Evangelisten Lukas nach dem Leben gemalt sein sollen, in

Wirklichkeit jedoch Gemälde byzantinischen Ursprungs sind. Daneben

geht aber noch ein anderer Typus einher und auch in die abendländische

Kunst über: die Mutter in Vorderansicht stehend oder thronend, mit

Kopfschleier und weit offenen Augen, das Kind vor der Brust oder

auf dem Schoß haltend, häufig von Engeln, später auch von Heiligen

umgeben. In dieser streng kirchlichen Auffassung wurde die Madonna

zum beliebtesten Altarbild des späteren Mittelalters. Allmählich

aber suchten die Menschen sie näher an sich heranzuziehen, in Maria

das Mütterliche, im Jesulein das Kindliche stärker zu betonen. Da

begegnen uns dann ab und zu schon Madonnenbilder, auf denen das Kind

mit der Mutter spielt oder sich mit gleichaltrigen Engeln vergnügt.

Diese beiden Auffassungen laufen nun friedlich nebeneinander her:

als himmlische Frau, häufig zum feierlichen Sinnbild der Kirche

erhoben, tritt Maria dem Gläubigen von oben in aller Schönheit und

Hoheit entgegen, mit beglückendem Lächeln, die Krone auf dem Haupt;

als Jungfrau Maria, mit dem Jesusknaben im Schoß oder an der Brust,

weilt sie, eine Mutter unter Müttern, mitten unter den Menschen,

als wollte sie teilnehmen an ihren Freuden und Leiden. Die geistige

Schönheit und seelische Innigkeit wird dabei noch gewahrt, am

eindringlichsten und erhabensten von dem frommen Florentiner Mönch und

Maler Guido di Pietro, der sich nach seinem Kloster in Fiesole bei

Florenz Fra (= Frater, Bruder) Giovanni da Fiesole oder Beato Angelico

nannte (1387-1455), am innigsten bei den flämischen und kölnischen

Meistern um 1400. Als dann aber die Renaissance, die Wiedergeburt des

klassischen Altertums, von Italien her sich immer weiter verbreitete,

regte sich mehr und mehr das Bedürfnis, die hehre Frau zur irdischen

Mutter werden zu lassen, der sich das Kind in holdseliger Anmut oder

rührender Bedürftigkeit hingibt, also statt der geistigen Verklärung

die strahlende irdische Schönheit und den frauen- oder mädchenhaften

Liebreiz zu betonen.

Die mittelalterliche Frömmigkeit hat in den Bildern der kölnischen

Maler noch gelebt, als anderswo schon ein neuer Geist sich regte.

Köln am Rhein, eine allzeit getreue Tochter der Kirche, war eben die

mächtige Hochburg römischen Geistes im deutschen Wesen. Und dieser

kirchliche Ortsgeist hat sich somit auch der Malerschule ausgeprägt,

vor allem ihrem Haupt, dem Meister Wilhelm, der von 1358-1372 in Köln

arbeitete. In Köln lebten und lehrten damals die großen Mystiker,

Prediger und Dichter gottinniger Frömmigkeit: Albertus Magnus, Meister

Eckhart, Johannes Tauler und Heinrich Seuse (Suso), Apostel derselben

Lehre, die in Italien der heilige Franziskus von Assisi verkündet

hatte. Eine irdische Liebesglut dringt in die Marienverehrung. War

Maria bis dahin eine ernste, erhabene Königin gewesen, so erscheint

sie jetzt als herzliebe Fraue, hold, lieblich, hauchzart, in sich

selber selig. Die starre Erhabenheit macht der milden Güte, die strenge

Feierlichkeit der empfindungsvollen Zärtlichkeit Platz; Maria, die

ewige Jungfrau, wird die Seelenbraut des einsamen Geistlichen, der ihr

Treue bis zum Tode hält. Unerschöpflich ist die geistige Dichtung jener

Zeit in der Erfindung zärtlicher Beinamen für Maria. Hauptsächlich sind

es Blumennamen, z. T. aus dem Hohen Liede, die ihr beigelegt werden.

Sie ist die Rose ohne Dornen, die Lilie sondergleichen; sie ist die

edle Rebe, der Zedernbaum, der Ölbaumast, der edle Garten von Jesse;

sie ist das blühende Reis am Dornbusch, die Myrte der Enthaltsamkeit.

Und diese lyrisch weiche Stimmung verpflanzt sich nun auch in die

Malerei. Mit Recht hat man die Kölner Schule das Minnelied der alten

deutschen Malerei genannt.

Die meisten heiligen Bilder der Kölner sind uns ohne den Namen ihres

Malers überliefert. Außer dem schon erwähnten Meister Wilhelm von

Herle, der „Achse der niederrheinischen Kunstgeschichte“, wie Goethe

ihn nennt, tritt als festere Künstlergestalt nur noch _Stephan

Lochner_ hervor, das zweite Haupt der Schule.

Wenig wissen wir von Lochners äußerem Leben. Nur daß er in Meersburg

am Bodensee geboren ist, sich 1442 in Köln ansiedelte, 1448 von seiner

Zunft als Senator in die Stadtregierung geschickt wurde und 1451 dort

starb. Sein berühmtestes Werk ist das Kölner Dombild mit der Anbetung

der heiligen drei Könige und der Verkündigung, das er erst gegen Ende

seines Lebens gemalt hat; eine Schöpfung voll Lebenswahrheit und

würdevoller Anmut, von der auch der kühl zurückhaltende alte Goethe

entzückt war. Schüchtern dringen bei Lochner weltliche Elemente

ein; seine Wesen schlagen sozusagen die Augen auf und entdecken,

daß dies irdische Jammertal eigentlich recht schön ist. Und weil

sie sich wohlfühlen auf Erden, sind sie auch schon ein wenig eitel

geworden und sehen auf hübsche Kleider und kostbaren Schmuck. Mit

der Weltfreudigkeit ist bei diesen Malern auch die Farbenfreudigkeit

erwacht. Völlige Einheit zwischen Zeichnung und Farbe suchen wir

freilich auch bei Lochner noch vergebens; die Farben, meistens

wunderbar leuchtend, treten erst hinzu, wenn das Bild fertig ist, so

daß man manchmal statt Gemälden kolorierte Zeichnungen vor sich zu

haben glaubt.

Weit, groß oder gar gewaltig ist Lochners Kunst nicht. Die Schrecken

des Jüngsten Gerichts zu malen, war ihm nicht gegeben. Desto

entzückender weiß er die zarte Schwärmerei der Marienverehrung

auszudrücken. Er malt die Jungfrau, wie sie lauschend die feine,

schmalfingerige Hand emporhebt, um die leise geflüsterten Worte des

Engels der Verkündigung besser zu hören; er gibt der Madonna ein

Veilchen in die Hand; er läßt die Mutter Gottes neben der Krippe, draus

Ochs und Esel fressen, vor dem neugeborenen Kinde knien, mit einer

rührend schlichten und innigen Gebärde der Anbetung.

Die Krone seiner Madonnendarstellungen aber ist die _Maria im

Rosenhag_. Das war eine alte, dem mystisch zarten Betrachtungsleben

des späteren Mittelalters entsprungene Auffassung, die Maria, die

mystische Rose, inmitten eines (oft von Vögeln belebten) Rosengartens

kniend, häufiger noch sitzend zeigt, mit dem Jesusknaben und von

Engeln bedient. Im Gegensatz zu andern, nüchterneren Bildern dieser

Art (z. B. Schongauers Maria in der Rosenlaube) atmet das Lochners

innigste religiöse Wärme, so daß man es als die klassische Ausprägung

des alten Themas bezeichnen darf. Da hebt sich aus dem leuchtenden

Goldhintergrunde ein zartes, wie aus Glas gesponnenes Laubengitter

heraus, durchrankt von Lilien (den Sinnbildern der Reinheit) und

roten Rosen (den Sinnbildern der Liebe und Schönheit). Maria, in

einen weitfaltigen himmelblauen Mantel gehüllt, sitzt darunter auf

einer Rasenbank und hält auf ihrem Schoß das nackte Jesuskind, dessen

blondgelocktes Köpfchen von einer breiten goldenen Gloriole umgeben

ist. Auf dem Haupte, über dem von schlichtem blondem Haar umrahmten

liebreizenden Antlitz trägt sie eine zierlich gearbeitete kostbare

Krone, auf der Brust unter dem Ausschnitt eine Spange, ein Kleinod,

das mit dem Einhorn, dem Sinnbild der Unschuld, geziert ist[A]. Und

ein Bild mädchenhafter Unschuld ist sie selbst, diese züchtig den

Blick niederschlagende, schämig befangene junge Mutter, die das

Wunder auf ihrem Schoß so behutsam anfaßt, als fürchte sie, es zu

zerbrechen. Das Christuskind aber sitzt ganz unbefangen kindlich

da, im linken Patschhändchen ein rosig angehauchtes Äpflein, das es

wohl von einem der sieben geflügelten Engel empfangen hat, die sich

anbetend, bewundernd oder zutraulich schenkend über die Bankbrüstung

zu ihm neigen. Aber damit nicht genug der Huldigung. Auch auf dem mit

blauen, roten und gelben Blumen gesprenkelten Rasen kauern Engel mit

apfelrunden Kindergesichtchen und spielen dem Jesulein mit Orgel,

Harfe, Laute und Zupfgeige ein liebliches Konzert vor, wie es unsre

alten Marienlieder so gern beschreiben:

Vom Himmel hoch, o Engel, kommt!

Eia, eia, susanni, susanni, susanni!

Kommt singt und klingt, kommt geigt und trommt.

Alleluja, alleluja!

Von Jesu singt und Maria.

Kommt ohne Instrumente nit,

Bringt Lauten, Harfen, Geigen mit,

Laßt hören eure Stimmen viel,

Mit Orgel und mit Saitenspiel.

Die Stimmen müssen lieblich gehn

Und Tag und Nacht nicht stillestehn ...

Doch auch von oben her nimmt die himmlische Liebe teil. Gott Vater

selbst läßt die weiße Taube des heiligen Geistes herabflattern, und

zwei schwebende Engel, die den goldbrokatenen Vorhang raffen, blicken

segnend nieder auf Mutter und Kind und ihre himmlischen Gespielen.

Das alles, zumal die Blumenranken, die Schmuckstücke, die Engelsflügel,

die Musikinstrumente, ist in schmelzartig klaren Farben mit dem

gewissenhaftesten Fleiß und der größten Sorgfalt durchgearbeitet und

zeugt von einem Künstlergemüt, das keinen Pinselstrich ohne Liebe und

fromme Andacht tun konnte.

Lochner oder Meister Steffen, wie die Mitwelt ihn nannte, kam früh zu

Ansehen und Ruhm. Schon der große Maler Albrecht Dürer, als er 1521

auf seiner niederländischen Reise durch Köln fuhr, ließ sich für zwei

Weißpfennige (= 18 Kupferpfennige) das Dombild „aufsperren“. Dann

überschattete zwar drei Jahrhunderte lang die Renaissancebewunderung,

die mehr auf Pracht und Erhabenheit sah, die holdselige Einfalt der

altdeutschen Maler; als aber die Brüder Boisserée in Köln zu Anfang des

19. Jahrhunderts die Werke der alten niederrheinischen Meister durch

ihre Sammlung vor der Vernichtung zu retten begannen, kam gleich dem

Meister Wilhelm, mit dem er damals oft verwechselt wurde, auch Stephan

Lochner wieder zu Ehren. Ja, die deutschen Romantiker, besonders die

Brüder Schlegel, feierten in ihm das Ideal ihrer auf altdeutschem

Boden wandelnden Kunstanschauungen und spielten es als erwünschtes

Gegenbild gegen Raffaels Schöpfungen aus. Viele der Alt-Kölner Bilder

gelangten dann durch den kunstliebenden König Ludwig I. von Bayern

in die Münchener Pinakothek; die Maria im Rosenhag aber blieb ihrer

Vaterstadt Köln erhalten und ist dort noch heute eine der Hauptzierden

des Städtischen Museums.

_Friedrich Düsel._

[A] Eine alte Legende erzählt von der Jagd des Engels Gabriel auf

ein Einhorn und wie dieses Schutz gefunden habe im Schoße der

heiligen Jungfrau.

Der Frühling

Von Sandro Botticelli

Geboren um 1446 in Florenz, gestorben 17. Mai 1510 ebendort. --

Accademia in Florenz

Bild 3

Frühling! Wer würde nicht zu lichten Höhen reiner Freude emporgetragen

bei dem Gedanken an den Lenz, den Bringer der Hoffnung, den

Spender der Lust! Kein Fühlender kann sich dem holden Zauber des

Auferstehungsfestes in der Natur entziehen. Mit leuchtenden Augen

schauen wir die tiefen Geheimnisse im Walten und Werden, und unsres

Staunens ist kein Ende.

Wenn der Föhn -- ein warmer trockner Südwind in den Schweizer Alpen --

mit tosendem Brausen die Bergketten durchtobt und des Winters starre

Herrschaft mit wilder Gewalt zerbricht, dann ist der Frühling nicht

mehr fern. Vom Süden her streicht ein warmer Odem über die Erde dahin,

und der Menschen Herzen sind von wonnigen Ahnungen erfüllt. Langsam

steigt der glühende Himmelsball höher und höher. Überall, in Bergen und

Tälern, in Wald und Feld, in Hecken und Gärten erwacht tausendfältiges

Leben, heimliches Werden. Zahllose Quellen und Bächlein bahnen sich

ihren Weg durch Wiesen und Fluren; silberhell sprudeln die Wasser,

und das erste schüchterne Grün leuchtet im Glanze junger Sonne. Mit

schmetterndem Sange schwingt sich die Lerche zu den Wolken empor, den

Lenz, den mächtigsten Zauberer, mit jauchzendem Jubel zu grüßen. Ein

Wunder gebiert das andere! Unter dem winterlichen Laub stecken die

frühen Blumen zag und sachte die Köpfchen hervor. Da, über Nacht,

sind die Fluren plötzlich mit strahlenden Frühlingsboten übersät; die

gestern noch schlummernde Erde ist in einen prangenden Blütenteppich

verwandelt. Zuerst, gleichsam als Herolde, kommen die Schneeglöckchen.

Sie läuten den Frühling ein. Bald folgen Anemonen und Himmelsschlüssel,

Zyanen und Gänseblümchen, Windröschen und Tausendschönchen; dazwischen

verborgen duftende Veilchen. Sie alle wollen mit ihrer Farben Glanz

und ihres Duftes Süße das erwachende Leben bekränzen. Heller leuchtet

die Sonne an solchem Frühlingstag, würziger weht die Luft und höher

schlägt das Herz; überall, allüberall vernehmen wir den Pulsschlag

der rastlos schaffenden Erde, die sich als Priesterin der Schönheit

am Auferstehungsfeste mit den reichsten und köstlichsten Gewändern

schmückt. In seinem sinnigen Gedichte „Lenz“ singt Felix Dahn von des

Frühlings schöpferischer Macht und Zauberkraft:

Die Finken schlagen,

Der Lenz ist da,

Und keiner kann sagen,

Wie es geschah!

Er ist leise kommen

Wohl über Nacht,

Und plötzlich entglommen

In alter Pracht!

Diese Pracht und Herrlichkeit, die uns einmal alljährlich beglückt, hat

auch den Meister Sandro (Alexander) Botticelli, der während der zweiten

Hälfte des 15. Jahrhunderts (1446 bis 1510) in der italienischen Stadt

Florenz lebte, zu so hoher Begeisterung hingerissen, daß er uns diesen

herrlichen Farbenhymnus an den Frühling dichtete. In dem zauberreichen

Gemälde zeigt er uns das ewige Wunder der Schöpfung, wie es sich in

seiner Phantasie malte. In uns, den Beschauern, will er die gleichen

Gefühle der Erhebung und Erneuerung wecken, die mit des Frühlings

Einzug seine Seele beglückten. In jedem Lande der Erde hat der Frühling

ein eigenes Gesicht; in allen Zonen aber ist er von märchenhafter

Prachtenfaltung in der Natur begleitet. Botticelli nun schildert uns

den Frühling, wie ihn sein Künstlerauge in seiner toskanischen Heimat

sah. Er folgte der Stimme des Herzens und malte, was seine Phantasie

bewegte:

Im Mittelgrunde des Bildes erblicken wir eine feengleiche

Frauengestalt, Venus, die Göttin der Liebe. Wie eine Königin schreitet

sie daher, voll Hoheit und Würde. Der purpurne, golddurchwirkte Mantel

ist herabgesunken, er wird von der linken Hand leicht gerafft, während

er lässig über den rechten Arm hinabgleitet, der wie in segnender

Gebärde erhoben ist. Das Antlitz der Liebeskönigin ist von holdseligem

Lächeln verklärt; um das leicht geneigte Haupt fließt in sanften Linien

ein goldgewebter Schleier, die edle Stirn verrät hoher Gedanken Flug.

Ganz vorn im Bilde, zur Linken der Liebesgöttin, schreitet Flora, die

Priesterin des Frühlings, eine schlanke, liebliche Frauengestalt. Ihr

wehendes Gewand ist mit Blüten geschmückt, ihre Lenden umschmiegt ein

köstlicher Gürtel rankender Wildrosen. Wie eine Juwelenkette trägt sie

als Halsschmuck einen Kranz frischer, üppig blühender Wiesenblumen.

Auf der linken Seite bewegen sich in rhythmischem Tanz drei Grazien,

die vor der Frühlingsgöttin einen Reigen aufführen. Ihnen voran

schreitet als Herold Merkur, den holden Frauen den Weg zu bereiten. Er

ist der Bote der Götter. An den Füßen trägt er beflügelte Schuhe, in

der erhobenen Rechten schwingt er den Caduceus, den Zauberstab, der

vorn zwei verschlungene, mit den Köpfen einander zugekehrte Schlangen

zeigt. Merkur ist mit der Chlamys, einem leichten Übergewand, bekleidet

und mit dem Krummschwert bewehrt. Als Abschluß nach rechts sehen wir

Zephyr, den Gott der säuselnden Winde; mit flatterndem Haar und Mantel,

aufgeblasenen Wangen und zusammengezogenen Augenbrauen hascht er nach

einer vor ihm herfliehenden Mädchengestalt, die er in neckischem Spiel

zu fangen sucht. Sie wendet sich, den Kopf leicht seitwärts gebeugt,

in abwehrender Bewegung nach ihrem Verfolger zurück. Auch mit ihrem

Gewand und Haar treibt der Wind sein Spiel. Aus ihrem Munde sprießen,

wie aus einem Füllhorn, Blütenzweige von Kornblumen und Rosen; denn der

Sage nach wurde alles in Blumen verwandelt, was mit Flora oder ihren

Gespielinnen in Berührung kam, nachdem sie von Zephyr besiegt waren.

Amor, zu Häupten der Liebesgöttin, spannt den Bogen und sendet zündende

Pfeile nach der Gruppe der tanzenden, holden Mädchen hin, deren

Glieder von leichten Schleiern verhüllt sind. Wie von einer prächtigen

Kulisse ist die Wiese rückwärts von blühendem Lorbeer, von Myrten- und

Orangebäumen umsäumt, deren dunkle Stämme sich gegen die Lichtgestalten

wirkungsvoll abheben.

Die Hauptfigur des Gemäldes ist die Frühlingsgöttin, die alle Blicke

fesselt und leichtfüßig über den blumigen Wiesenboden dahinschreitet.

Ihr Blondhaar ist mit Primeln und Zyanen durchflochten, aus ihrem Schoß

streut sie leuchtende Blüten über die erwachende Erde hin.

Die wunderbare sinnbildliche Darstellung auf den Frühling hängt in der

Accademia, der Gemäldegalerie zu Florenz. Sie ist eine der Schöpfungen,

die den Ruhm Botticellis in der ganzen Welt verbreitet hat. Die

geistige Vertiefung, der wir auf fast allen Bildern des Meisters

begegnen, die Zartheit und Grazie seiner überschlanken Gestalten verrät

den Maler, der schon frühzeitig eigene Wege suchte und sich von dem

überkommenen Kunstideal seiner Zeitgenossen abwandte. Überall in seinen

Werken läßt sich die Eigenart der Auffassung erkennen. Sie sind fast

ausnahmslos mit erstaunlicher Beherrschung der technischen Mittel und

großer Fertigkeit gemalt.

Der märchenhafte holde Hymnus auf den Frühling wird stets dieselbe

Begeisterung hervorrufen, wie die mythologischen Phantasien und die

Madonnenbilder Botticellis. Mit heiligem Eifer hat er sich dem Studium

des klassischen Altertums und hier wieder ganz besonders der Mythologie

gewidmet. Die mythologisch-allegorischen Stoffe, die er zum Vorwurf

künstlerischer Darstellung wählte, hat er aufs glücklichste mit dem

Zauber der Poesie umwoben. Durch seine Werke weht etwas vom Hauch des

lyrischen Dichters, der uns in das Reich der Romantik entführt. Diesen

Geist atmen auch fast alle seine Madonnenbilder, die er mit eigenem

Reiz und zarter Grazie schmückt. Ich erinnere hier nur an eines der

schönsten, die ideale Darstellung der heiligen Jungfrau mit dem Kinde,

das berühmte „Magnificat“ in den Uffizien zu Florenz.

Botticelli suchte, auch wenn er Maria mit dem Kinde malte, mit

einfachen Mitteln zu dem Beschauer zu sprechen. Niemals wollte er,

trotz des feierlichen Ernstes in jedem Antlitz, die Madonna als die

unerreichbar ferne, unendlich erhöhte Gottesmutter darstellen, sondern

wie eine wirkliche Mutter, die für alle Schmerzen ihrer Kinder ein

allzeit verstehendes, gütiges Herz hat.

Gemälde und ihre Meister · 第 1 / 25 段