Anuschka, das Stubenmädchen aus dem andern Hause, tritt ein.
Der Hausmeister. Ah, Anna Gawrilowna! Meine Hochachtung! Ich begrüße Sie
mit außerordentlichem Vergnügen!
Anuschka. Machen Sie sich keine Mühe, Lawrenti Pawlowitsch. Ich komme
absichtlich nur auf eine Minute zu Ihnen; ich habe den Wagen Ihres Herrn
gesehen und erfahren, daß er nicht zu Hause ist.
Der Hausmeister. Daran haben Sie sehr wohl getan. Ich und meine Frau
werden uns sehr freuen. Bitte, setzen Sie sich doch.
Anuschka (setzt sich). Sagen Sie, Sie wissen doch etwas von dem Ball,
der in den nächsten Tagen stattfinden soll?
Der Hausmeister. Natürlich. Sehen Sie wohl, es war beispielsweise eine
Kollekte veranstaltet: ein Mensch gibt etwas, und ein anderer gibt
etwas, und wie gesagt, ein dritter ... Natürlich wird das sozusagen eine
größere Summe ausmachen. Ich und meine Frau haben zusammen fünf Rubel
gegeben. Natürlich: es ist doch ein Ball! Oder wie man zu sagen pflegt:
eine Soiree! Es wird auch was vorgesetzt werden, wie gesagt,
Erfrischungen und für die jungen Leute Tänze und Vergnügungen ähnlicher
Art.
Anuschka. Ich werde unbedingt kommen, unbedingt. Ich bin nur
hergekommen, um zu erfahren, ob Sie und Agafja Iwanowna da sein werden.
Der Hausmeister. Agafja Iwanowna spricht von nichts anderem als von
Ihnen.
Anuschka. Ich fürchte mich nur wegen der Gesellschaft.
Der Hausmeister. Nein, Anna Gawrilowna, die Gesellschaft wird sehr gut
sein. Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, aber ich habe gehört, daß
der Kammerdiener des Fürsten Tolstogub, der Büfettier und der Kutscher
des Fürsten Brjuchowezki und das Stubenmädchen irgendeiner Fürstin da
sein werden. Ich hoffe, daß auch einige Beamte kommen werden.
Anuschka. Nur eins gefällt mir gar nicht, daß auch die Kutscher da sein
werden. Sie riechen immer nach schlechtem Tabak oder Wodka; und dabei
sind sie alle so ungebildet und haben schlechte Manieren.
Der Hausmeister. Erlauben Sie mir Ihnen zu sagen, Anna Gawrilowna, daß
es Kutscher und Kutscher gibt. Das ist natürlich richtig: die Kutscher
haben ununterbrochen mit den Pferden zu tun und manchmal müssen sie, mit
Verlaub zu sagen, sogar den Dung auskehren; gewiß, so ein einfacher
Mensch -- der trinkt ab und zu ein Glas Wodka und manchmal auch mehr,
raucht gewöhnlich Bakun, wie es das einfache Volk meistenteils zu tun
pflegt, und so ist es ja natürlich, daß er manchmal beispielsweise nach
Dung oder Wodka stinkt -- gewiß, das stimmt. Aber das müssen Sie doch
selbst sagen, Anna Gawrilowna, daß es auch Kutscher gibt, die zwar
Kutscher sind -- die man aber nach ihren Gewohnheiten eher Stallbeamte
als Kutscher nennen möchte. Ihr Amt oder ihre Obliegenheit sozusagen
besteht darin, daß sie Hafer herausgeben oder einem Vorreiter oder
Kutscher eine Zurechtweisung erteilen, wenn sie sich was zuschulden
kommen lassen.
Anuschka. Wie Sie schön reden können, Lawrenti Pawlowitsch, ich bin
immer ganz hingerissen.
Der Hausmeister (mit einem zufriedenen Lächeln). Oh, keine Ursache zu
danken, Gnädigste! Gewiß, nicht jeder Mensch kann reden, nicht jeder hat
sozusagen die Gabe des Wortes. Natürlich kommt es vor ... daß einer, wie
man zu sagen pflegt, nur stammelt ... oder andere Fälle ähnlicher Art
... was ja allerdings eine natürliche Anlage ist ... Aber belieben Sie
nicht, in mein Zimmer zu kommen? (Anuschka geht ab, Lawrenti Pawlowitsch
folgt ihr.)