Schnell reißt er die Tür auf und läuft davon. --

Auf demselben Heidefleck, der einst die Kiste mit dem ganz winzigen

Jachl beherbergte, macht er halt. Ängstlich duckt er sich unter die

Fichte. Schneelast und Stürme drückten deren Krone schon flacher. Sie

recken sich nicht mehr ganz so grad und siegessicher in die Wolken,

diese Äste, die meinen Jachl bereits kennen. -- --

Etwas Furchtbares muß er getan haben. Etwas, wofür sie ihn prügeln

werden und schimpfen, wie niemals vorher. -- Nach einer Weile streckt er

seinen schlanken Bubenhals in die Höhe und klettert auf einen hohen

Steinhaufen. Aus des Ohm kleinem Häuschen sieht er große Flammen

züngeln, und alle Leute laufen mit Wassereimern durch die Straßen. --

Jachls Herz klopft. Ganz kalt sind seine Finger. Er hört wie der Ohm und

die Nachbarn ihn rufen: »Jachl -- Jachl!«

Soll er sich melden?

Je später sie ihn finden werden, desto besser für ihn. Das ahnt er. Aber

immer lauter ruft die heisere Stimme, die er so genau kennt: »Jaachl --

Jaachl -- Ja -- achl!« --

Alle sind sie zusammengelaufen: der Gendarm und der Schullehrer und der

Dorfschulze, die Bauern und die Knechte. Sie alle jammern: »Ist der

Jachl verbrannt? Wo ist Jachl?« -- Der Ohm sorgt nicht um sein bißchen

Hab und Gut; nur an den Jungen denkt er. --

»Ja--a--chl!«

Endlich macht sich Jachl auf den Rückweg. Ganz behutsam schleicht er

heran --

Der Schäfer: Eine Geschichte aus der Stille · 第 7 / 23 题