Die drei Damen hatten sich nunmehr mit ihren Arbeiten in den

Garten gesetzt, die Männer leisteten ihnen Gesellschaft, und da das

Gespräch natürlich zunächst nur Mozart betraf, so verschwieg auch

Eugenie ihre Befürchtungen nicht. Keins wollte dieselben im mindesten

teilen, wiewohl der Baron sie vollkommen begriff. Zur guten Stunde,

in recht menschlich reiner, dankbarer Stimmung pflegt man sich jeder

Unglücksidee, die einen gerade nicht unmittelbar angeht, aus allen

Kräften zu erwehren. Die sprechendsten, lachendsten Gegenbeweise

wurden, besonders vom Oheim, vorgebracht, und wie gerne hörte nicht

Eugenie alles an! Es fehlte nicht viel, so glaubte sie wirklich zu

schwarz gesehen zu haben.

Einige Augenblicke später, als sie durchs große Zimmer oben ging, das

eben gereinigt und wieder in Ordnung gebracht worden war, und dessen

vorgezogene gründamastene Fenstergardinen nur ein sanftes Dämmerlicht

zuließen, stand sie wehmütig vor dem Klaviere still. Durchaus war

es ihr wie ein Traum zu denken, wer noch vor wenigen Stunden davor

gesessen habe. Lang' blickte sie gedankenvoll die Tasten an, die _er_

zuletzt berührt, dann drückte sie leise den Deckel zu und zog den

Schlüssel ab in eifersüchtiger Sorge, daß so bald keine andere Hand

wieder öffne. Im Weggehn stellte sie beiläufig einige Liederhefte an

ihren Ort zurück: es fiel ein älteres Blatt heraus, die Abschrift eines

böhmischen Volksliedchens, das Franziska früher, auch wohl sie selbst,

manchmal gesungen. Sie nahm es auf, nicht ohne darüber betreten zu

sein. In einer Stimmung, wie die ihrige, wird der natürlichste Zufall

leicht zum Orakel. Wie sie es aber auch verstehen wollte, der Inhalt

war derart, daß ihr, indem sie die einfachen Verse wieder durchlas,

heiße Tränen entfielen.

Ein Tännlein grünet wo,

Wer weiß, im Walde,

Ein Rosenstrauch, wer sagt,

In welchem Garten?

Sie sind erlesen schon,

Denk es, o Seele!

Auf deinem Grab zu wurzeln

Und zu wachsen.

Zwei schwarze Rößlein weiden

Auf der Wiese,

Sie kehren heim zur Stadt

In muntern Sprüngen.

Sie werden schrittweis gehn

Mit deiner Leiche,

Vielleicht, vielleicht noch eh'

An ihren Hufen

Das Eisen los wird,

Das ich blitzen sehe.

Zu Geschenkzwecken eignen sich besonders:

Goethe-Briefe

in kleiner Auswahl

2 Bände, herausgegeben und biographisch erläutert von ~Dr.~ _Wilhelm

Bode_, _Weimar_.

Preis in 2 dauerhaften Dermatoidbänden je 1 Mark

Preis in 1 eleganten Lederband mit Goldschnitt 4 Mark

Schillers ausgewählte Briefe

2 Bände, ausgewählt und eingeleitet von Prof. ~Dr.~ _Eugen Kühnemann_,

_Posen_.

Preis in 2 dauerhaften Dermatoidbänden je 1 Mark

Preis in 1 eleganten Lederband mit Goldschnitt 4 Mark

Die Dermatoidbände zu 1 Mark sind einzeln käuflich.

Schillerbuch

Enthaltend Einleitung über Schillers Leben von ~Dr.~ O. E. Lessing; die

Glocke, sämtl. Balladen, Tell. Mit Bild Schillers. Preis geb. 1 Mark.

Druck von Grimme & Trömel in Leipzig.

Deutsche Dichter-Gedächtnis-Stiftung.

[Illustration: ~F~ 1501 ~IX~ 00: 100.000]

Die Stiftung ist ein rein gemeinnütziges Unternehmen unter Ausschluß

aller privaten Erwerbsinteressen. Ihr Zweck ist, »hervorragenden

Dichtern durch Verbreitung ihrer Werke ein Denkmal im Herzen des

deutschen Volkes zu setzen« und durch Verbreitung guter Bücher der

schlechten Literatur den Boden abzugraben. Sie begann ihre _Tätigkeit_

i. J. 1903 damit, daß sie an 500 Volksbibliotheken je 20 Bände

verteilte, unter denen sich z. B. Fontanes »Grete Minde« -- M. v.

Ebner-Eschenbachs »Gemeindekind« -- eine Auswahl der »Deutschen Sagen«

der Brüder Grimm -- Roseggers »Als ich noch der Waldbauernbub' war«

befanden. Die zweite Bücherverteilung umfaßte 40 Werke (in 23 Bände

gebunden) in je 750 Exemplaren -- die dritte 42 Bücher (31 Bände) in je

750 Exemplaren -- die vierte 43 Bücher (36 Bände) in je 800 Exemplaren,

die fünfte 28 Bücher (25 Bände) in je 900 Exemplaren -- die sechste 45

Bücher (35 Bände) in je 1000 Exemplaren.

Abzüge des _Werbeblatts_, des letzten Jahresberichts, auch des

Aufrufs und der Satzungen usw. werden von der Kanzlei der Deutschen

Dichter-Gedächtnis-Stiftung in Hamburg-Großborstel gern unentgeltlich

übersandt. -- Die Stiftung hatte 1905 erst 934 Mitglieder, im Jahre

1906 schon 3.688, 1907 6.500, Ende 1908 9.161. Sie führt diesen

Aufschwung auf das allgemeine Wachsen des Kulturinteresses zurück und

bittet alle Freunde, ihr durch Zusendung von Adressenmaterial an ihr

Werbeamt bei der Ausnutzung dieser Wendung zum Besseren zu helfen.

Die Stiftung erbittet besonders jährliche, aber auch einmalige

Beiträge. _Für Jahres-Beiträge von 2 Mk._ aufwärts gewährt die

Stiftung durch Übersendung eines Einzelbandes ihrer »Hausbücherei«

oder ihrer »Volksbücher« oder des Schillerbuches Gegenleistung. Wer

25 Mark Jahresbeitrag zahlt, erhält auf Wunsch alle im gleichen Jahre

erscheinenden Bände der »Hausbücherei«.

Die _Beiträge_ werden in jeder Höhe entgegengenommen von: der

Deutschen Bank, Hamburg, und ihren sämtlichen Zweiganstalten und

Depositenkassen -- Postscheckkonto Hamburg Nr. 737 -- der k. k.

Postsparkasse, Wien [auf Konto Nr. 859112] -- und der Stiftung selbst

in Hamburg-Großborstel.

Alle _Briefe_, _Anfragen_ usw. werden unpersönlich mit der Aufschrift

»Deutsche Dichter-Gedächtnis-Stiftung, Hamburg-Großborstel« (möglichst

unter Hinzufügung der betr. Abteilung) erbeten.

Man verlange die erwähnten Drucksachen.

Gute und billige Bücher

[Illustration]

Unter den mancherlei billigen Sammlungen, die in den letzten Jahren

zur Verbreitung guter Literatur geschaffen wurden, zeichnen sich die

Bücher der Deutschen Dichter-Gedächtnis-Stiftung durch sorgfältige

literarische Auswahl und ausgezeichnete Ausstattung aus: holzfreies

Papier, schönen und großen Druck, abwaschbaren, geschmackvollen

Einband. Diese Eigenschaften haben in Verbindung mit dem äußerst

billigen Preise den beiden Sammlungen der Stiftung schnell große

Verbreitung verschafft. Bisher sind erschienen:

Hausbücherei

(nur gebunden, jeder Band 1 Mark)

Bd. 1. _Heinrich von Kleist_: Michael Kohlhaas. Mit Bild

Kleists. 7 Vollbilder von Ernst Liebermann. Einleitung von

~Dr.~ Ernst Schultze. _11.-20. Taus._ 170 S.

Bd. 2. _Goethe_: Götz von Berlichingen. Mit Bild Goethes.

Einleitung v. ~Dr.~ W. Bode. _6.-10. Taus._ 178 S.

Bd. 3. _Deutsche Humoristen._ _1. Bd._: Ausgew. humor.

Erzählungen v. P. Rosegger, W. Raabe, Fr. Reuter und A.

Roderich. _36.-45. Taus._ 221 S.

Bd. 4. _Deutsche Humoristen._ _2. Bd._: Cl. Brentano, E. Th. A.

Hoffmann, H. Zschokke. _16.-20. Taus._ 222 S.

Bd. 5. _Deutsche Humoristen._ _3. Bd._: Hans Hoffmann, Otto

Ernst, Max Eyth, Helene Böhlau. _36.-45. T._ 196 S.

Bd. 6/7. _Balladenbuch._ _1. Bd._: Neuere Dichter. _11.-20. T._

498 S. 2 Mark.

Bd. 8. _Herm. Kurz_: Der Weihnachtsfund. Eine Volkserzählung.

Mit Bild Kurz'. Einleitung v. Prof. Sulger-Gebing. _6.-10.

Taus._ 209 S.

Bd. 9. _Novellenbuch._ _1. Bd._: C. F. Meyer, E. v.

Wildenbruch, Fr. Spielhagen, Detl. v. Liliencron. _21.-25.

Taus._ 194 S.

Bd. 10. _Novellenbuch._ _2. Bd._ (Dorfgeschichten): E. Wichert,

H. Sohnrey, W. v. Polenz, R. Greinz. _11.-15. T._ 199 S.

Bd. 11. _Schiller_: Philosophische Gedichte. Ausgew. u. eingel.

v. Prof. E. Kühnemann. Mit Bild Schillers. _6.-10. T._ 230 S.

Bd. 12/13. _Schiller_: Briefe. Ausgew. und eingel. von Prof.

E. Kühnemann. Mit 2 Bildern Schillers. 2 Bände in 1 Bande.

_6.-10. Taus._ 226 u. 302 S. 2 Mark.

Bd. 14. _Novellenbuch._ _3. Bd._ (Geschichten aus deutscher

Vorzeit): A. Schmitthenner, J. J. David, W. Hauff. _11.-15.

Taus._ 246 S.

Bd. 15. _Novellenbuch._ _4. Bd._ (Seegeschichten): Joachim

Nettelbeck, W. Hauff, Hans Hoffmann, W. Jensen, Wilh. Poeck,

Johs. Wilda. _11.-15. Taus._ 179 S.

Bd. 16. Auswahl aus den Dichtungen _Eduard Mörikes_. Herausgeg.

u. eingel. v. ~Dr.~ J. Loewenberg-Hamburg. Mit Bild u.

Silhouette Mörikes. _6.-10. Taus._ 235 S.

Bd. 17. _Heine-Buch._ Eine Auswahl aus Heinrich Heines

Dichtungen. Herausgeg. und eingel. von Otto Ernst-Hamburg.

Mit Bild Heines. _6.-10. Taus._ 203 S.

Bd. 18 u. 19. _Goethes_ ausgewählte Briefe. Herausgeg. u.

eingel. v. ~Dr.~ Wilh. Bode-Weimar. Mit Bildern Goethes. 2

Bände. _11.-15. Taus._ 169 u. 197 S.

Bd. 20/21. _Deutsches Weihnachtsbuch._ Eine Sammlung der

schönsten u. beliebtesten Weihnachtsdichtungen in Poesie u.

Prosa. _11.-20. Taus._ 413 S. 2 Mark.

Bd. 22. _Novellenbuch._ _5. Bd._ (Frauennovellen): Cl. Viebig,

L. v. Strauß u. Torney, Lou Andreas-Salomé, M. R. Fischer.

_11.-20. Taus._ 198 Seiten.

Bd. 23. _Novellenbuch._ _6. Band._ (Kindheitsgeschichten): A.

Schmitthenner, H. Aeckerle, M. Lienert, M. v. Rentz, Hans

Land, A. Bayersdorfer, Ch. Niese, Th. Mann. _6.-10. Taus._

199 S.

Bd. 24. _Novellenbuch._ _7. Bd._ (Kriegsgeschichten): Carl

Beyer, H. v. Kleist, W. v. Conrady, M. v. La Roche, D. v.

Liliencron, Th. Fontane. _11.-20. Taus._ 177 S.

Bd. 25/26. _Balladenbuch._ _2. Bd._ Ältere Dichter. _6.-10. T._

518 S. 2 Mark.

Bd. 27. _Karl Immermann_: Preußische Jugend zur Zeit Napoleons.

Herausgeg. u. eingeleitet von ~Dr.~ Wilhelm Bode-Weimar. Mit

Bild Immermanns und 3 Bildern Magdeburgs. _6.-10. Taus._ 171

Seiten.

Bd. 28. _Martin Luther als deutscher Klassiker_, nebst einer

Einführung von ~Dr.~ Eugen Lessing. Mit Bild Luthers. 176

Seiten.

Bd. 29/30. _Deutsche Humoristen._ _4. und 5. Bd._

(Humoristische Gedichte.) 351 Seiten. 2 Mark.

Bd. 31. _Deutsche Humoristen._ _6. Bd._: E. Th. A. Hoffmann, B.

v. Arnim, Fr. Th. Vischer, A. Bayersdorfer, Henry F. Urban,

Ludw. Thoma. 160 S.

Bd. 32. _Max Eyth_: Geld und Erfahrung (humoristische

Erzählung). Mit Original-Illustrationen von Th. Herrmann und

Einleitung von ~Dr.~ E. Müller-Rastatt, Hamburg. 176 Seiten.

Bd. 33. _Ludwig Uhland_: Ausgewählte Balladen und Romanzen.

Mit Einleitung von K. Küchler, Altona, und mit mehreren

Vollbildern.

Geschenkausgabe

_mit prächtigem, biegsamem Einband_ mit Goldschnitt sind _zum Preise

von je 4 Mark_ hergestellt von:

Bd. 6/7 (rot, Ganzleder)

Bd. 12/13 (grün, Ganzleder)

Bd. 18/19 (grau, Ganzleder)

Bd. 20/21 (weiß, Dermatoid)

Bd. 25/26 (rot, Ganzleder)

Bd. 29/30 (rot, Ganzleder).

Schillerbuch, enth. Einltg. über Schillers Leben, die Glocke, Balladen,

Tell. Mit Bild Schillers. 346 S. _11.-20. T._ Geb. 1 M.

Volksbücher.

Heft 1. 50 Gedichte v. _Goethe_. 95 S. Geh. 20, geb. 50 Pf.

Heft 2. _Schiller_: Tell. _11.-20. T._ 19 S. Geh. 30, geb. 60 Pf.

Heft 3. _Schiller_: Balladen. _31.-40. T._ 108 S. Geh. 20, geb. 50 Pf.

Heft 4. _Schiller_: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. 215 S. Geh.

30, geb. 60 Pf.

Heft 5. _Schiller_: Wallensteins Tod. 222 S. Geh. 30, geb. 60 Pf.

_Heft 4 und 5 in einen Band gebunden 1 Mark._

Heft 6. _Brentano_: Die Geschichte vom braven Kasperl u. dem schönen

Annerl. 59 S. Geh. 15, geb. 40 Pf.

Heft 7. _E. Th. A. Hoffmann_: Das Fräulein von Scuderi. 113 S. Geh. 20,

geb. 50 Pf.

Heft 8. _Fr. Halm_: Die Marzipanliese. -- Die Freundinnen. 124 S. Geh.

20, geb. 50 Pf.

Heft 9. _Reuter_: Woans ick tau 'ne Fru kamm. 61 S. Geh.15, geb. 40 Pf.

Heft 10. _Max Eyth_: Der blinde Passagier. _11.-20. T._ 68 S. Geh. 20,

geb. 50 Pf.

Heft 11. _Marie von Ebner-Eschenbach_: Die Freiherren von Gemperlein.

_11.-20. T._ 82 S. Geh. 20, geb. 50 Pf.

Heft 12. _Wilhelm Jensen_: Über der Heide. 127 S. Geh. 25, geb. 55 Pf.

Heft 13. _Ernst Wichert_: Der Wilddieb. 144 S. Geh. 30, geb. 60 Pf.

_11.-20. T._

Heft 14. _Levin Schücking_: Die drei Großmächte. 96 S. Geh. 25, geb. 55

Pf.

Heft 15. _Ludwig Anzengruber_: Der Erbonkel u. andere Geschichten. Geh.

25, geb. 55 Pf.

Heft 16. _Helene Böhlau_: Kußwirkungen. _11.-20. T._ 68 S. Geh. 20,

geb. 50 Pf.

Heft 17. _Ilse Frapan-Akunian_: Die Last. 87 S. Geh. 25, geb. 55 Pf.

Heft 18. _H. v. Kleist_: Die Verlobung in St. Domingo. Das Erdbeben in

Chili. Der Zweikampf. 142 S. Geh. 30, geb. 60 Pf.

Heft 19. _Peter Rosegger_: Der Adlerwirt von Kirchbrunn. 139 S. Geh.

30, geb. 60 Pf. _11.-20. T._

Heft 20. _Ernst Zahn_: Die Mutter. _11.-20. T._ 66 S. Geh. 20, geb. 50

Pf.

Heft 21. _E. J. Groth_: Die Kuhhaut (Humoreske). Mit Illustr. v. Gg. O.

Erler. 40 S. Geh. 15, geb. 40 Pf.

Heft 22. _A. Schmitthenner_: Die Frühglocke. Mit Illustr. v. Wilh.

Schulz. 64 S. Geh. 20, geb. 50 Pf.

Heft 23. _G. Freytag_: Karl d. Große. -- Friedrich Barbarossa.

Minnesang und Minnedienst zur Hohenstaufenzeit. 80 S. Geh. 25, geb. 55

Pf.

Heft 24. _Fr. Spielhagen_: Hans u. Grete. Mit Illustr. v. Th. Herrmann.

174 S. Geh. 40, geb. 75 Pf.

_Jedes Heft enthält ein Bildnis des Verfassers. Weitere Hefte sind in

Vorbereitung._

Druck von Grimme & Trömel in Leipzig.

Weitere Anmerkungen zur Transkription

Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Sonst

wurde die Originalschreibweise beibehalten.

Auswahl aus den Dichtungen Eduard Mörikes · 第 11 / 11 段