Dieser Nachruf galt einem jungen Oberschlesier. Geboren am
12. 10. 1895 in Beuthen O.S., wo er April 1912 den Einjährigen
Berechtigungsschein am Gymnasium erhielt. Der Krieg überraschte
ihn als angehenden Kaufmann in Breslau, welchem Beruf er sofort
Valet sagte; seine Metamorphose machte ihn zum Kriegsfreiwilligen
im Inf.-Reg. 156 in Beuthen, das er bald mit dem östlichen
Kriegsschauplatz vertauschte. Im Juni 1916 kam er als Vizefeldwebel
und M.G.-Schütze bei den Fliegern an, als welcher er in Freiburg
ausgebildet wurde. Januar 1917 nach dem Westen kommandiert, begann
er seine Flugtätigkeit, die wiederholte Anerkennung fand. Im ganzen
brachte er es auf 108 Frontflüge, wofür er Mitte Februar 1918 »_in
Anerkennung seines vorbildlichen Schneids und seiner hervorragenden
Verdienste als M.G.-Schütze_ (Abwehrschlacht in Flandern und
Cambraischlacht 1917)« das E.K. I. Klasse empfing. Kurz darauf
wurde er zum Reserveoffizier der Fliegertruppen befördert und zu
einem Beobachter-Vorkursus nach Brieg kommandiert, wo er bei einem
Photo-Flug seinen Tod fand. Nach einer Version soll das Flugzeug
infolge eines Vergaserbrandes abgestürzt sein, andere sagen ein
Propeller wäre gebrochen. Nur das eine steht fest, daß Pinczower,
als das Flugzeug Feuer fing, heraussprang und sich auf diese Weise
noch zu retten versuchte.
Unter den Nachrufen mag noch eine Abschrift hier Platz finden,
die vom Führer seiner Truppe, Rittmeister Völkel, stammte.
»... Die Abteilung, insbesondere das Offizierskorps bedauert
mit Ihnen und Ihrer Gattin aufs Tiefste den Heimgang Ihres
Sohnes. Uns allen wird er unauslöschlich in der Erinnerung
bleiben. Als ein Soldat, der stets sein Blut, sein Leben,
sein ganzes Können, sein Fühlen und Denken für seinen Kaiser
und sein Vaterland eingesetzt hat, dem von seiten seiner
Vorgesetzten und Untergebenen stets das vollste Vertrauen
entgegengebracht wurde, als Kamerad, der die Liebe des
gesamten Offizierskorps besaß.