Domaslav. Und braucht man nun sein Recht--

Lapak. So eilt das gleich zu klagen.

Domaslav. Ja dies, und daß die Weiber sie so hoch gestellt,

Sonst ist ihr Reich--

Beide. Das beste in der Welt.

Domaslav. Und, Biwoy, du schweigst still?

Biwoy. Was bleibt mir über?

Hör ich die Klugen sprechen als im Fieber.

Verkehrt ist all dies Wesen, eitler Tand,

Und los aus seinen Fugen unser Land.

Weiber führen Waffen und raten und richten,

Der Bauer ein Herr, der Herr mitnichten.

Und all dies Tändeln mit sanft und mild

Gibt höchstens 'ne Sangweis', ein feines Bild;

Doch wie's entstand unter einer Stirn,

Hat's nirgends Raum als im Menschenhirn.

Und fiel' ein Feind in unsre Gauen,

Wir würden des allen die Früchte schauen.

Lapak. Wie kurz und rasch.

Domaslav. Fürwahr, er übertreibt.

Zwar etwas ist daran--

Lapak. Das etwa übrigbleibt.

Domaslav. Daß ich's denn grad heraus nach meiner Einsicht deute,

Dem Ganzen fehlt ein Mann, ein Mann an ihrer Seite.

Lapak. Vielleicht. Zu all den Gaben, die der Fürstin Zier,

Ein ruhig sichres Aug'--

Domaslav. Gleich, weiser Lapak, dir.

Lapak. Weis' ist Libussa selbst. Sag: Domaslav der reiche.

Domaslav. Der reiche Domaslav? Sind wir nicht längst denn gleiche?

Der starke Biwoy wär' dem Land ein starker Schild.

Biwoy. Mag sein. Doch frägt darnach das zarte Frauenbild?

Domaslav. Wozu noch mehr? Laßt uns zum Werk vereinen!

Wir werben ohne Neid. Sie wähle von uns einen.

Und wer das Los erhält, gedenke dankbarlich

Des Brüderpaars, und stell' als Nächste sie nach sich.

Libussa Trauerspiel in fünf Aufzügen · 第 9 / 19 题