Von jetzt an war alles Andere in dem einen Gefühl des endlic

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Nach Amerika!

Ein Volksbuch

von

Friedrich Gerstäcker.

Illustrirt von Carl Reinhardt.

Dritter Band.

Leipzig,

Hermann Costenoble,

Verlagsbuchhandlung

Berlin,

Rudolph Gaertner,

Amelang'sche Sort.-Buchhandlung.

1855.

Inhalt des dritten Bandes

Die Mündung des Mississippi 1

New-Orleans 37

An Land 65

Abschied der Passagiere 93

Der Mississippi 123

Leben an Bord des Dampfers 149

Die Ufer des Mississippi und Ohio 180

Die Farm in Indiana 209

Das deutsche Wirthshaus in New-Orleans 257

Capitel 1.

Die Mündung des Mississippi.

Die Brise wurde stärker, und die Passagiere hatten bald alles Andere in

dem einen Gefühl der Landung vergessen. Das niedere Ufer, an dem sich

freilich noch immer keine Berge entdecken ließen, so viel auch die Leute

mit bewaffneten und unbewaffneten Augen danach spähten, trat dabei mehr

und mehr heraus. Dort ließ sich schon die Einfahrt selbst unterscheiden,

wo der gewaltige Mississippi in den Golf von Mexico mündet, und »süßes

Wasser« kam ihnen von da wieder aus dem Land ihrer Sehnsucht entgegen

-- ein Fluß war es, der sie bald mit beiden Armen liebend umfangen

sollte, und die See, die weite öde See lag hinter ihnen, wie ein

schwerer Traum.

Selbst die Cajütenpassagiere gingen jetzt ernstlich daran ihre Sachen zu

packen und sich auf eine baldige Landung vorzubereiten, und die Matrosen

waren unter der Leitung des Untersteuermanns emsig damit beschäftigt

die beiden, auf der Back liegenden Anker »klar« zu machen, und die große

mächtige Kette gliederweis heraufzuheben aus ihrem dunklen Bett, und an

Deck auszulegen.

Die meisten der Zwischendeckspassagiere glänzten heute in ihrem

Sonntagsstaat, und selbst Steinert und Mehlmeier waren wie buntfarbige

Tagfalter aus ihrer, allerdings etwas unscheinbaren und schmutzigen

Verpuppung hervorgegangen. Steinert besonders war das Erstaunen der

übrigen Passagiere, obgleich sie die Verwandlung hatten Stück für

Stück vor sich gehen sehn. Er trug vor allen Dingen ein schneeweißes

geplättetes Hemd, das er sich für diesen Moment besonders aufgespart,

dann eben solche Hosen mit Strippen, spiegelblank gewichste Stiefeln,

eine sehr buntfarbige helle Piquéweste mit rothen Glasknöpfen, einen

blauen Frack mit blanken Metallknöpfen, eine sehr dicke blau- und

rothseidene Cravatte mit entsprechenden Vatermördern, und einen höchst

modernen, sorgfältig gebürsteten Seidenhut auf dem Kopf, den er nur

manchmal abnahm, sich in dem darin befindlichen kleinen Spiegel anzusehn,

dann die steinbesetzten Hemdknöpfchen ein wenig mehr zurecht rückte, die

goldene Uhrkette mit dem großen Carniol als letzte Vollkommenheit etwas

weiter herauszog, und schließlich vollständig mit sich zufrieden war.

Die Frauen und Mädchen kicherten mit einander -- das Begräbniß war

lange vergessen -- und manche der Männer amüsirten sich gerade so über

ihn, wie sie sich vorher über den improvisirten Handwerksburschen

gefreut hatten. Steinert aber schien mit dem blauen Frack auch einen

vollkommen neuen Menschen angezogen, und seine frühere Gesellschaft von

sich geschüttelt zu haben, denn er sprach, Mehlmeier ausgenommen, mit

Niemandem mehr, und ging nur, den Blick oft und ungeduldig nach dem

Quarterdeck hinüber werfend, als ob er dort Jemanden suche oder erwarte,

mit raschen Schritten den Gangweg zu luvwärts auf und ab. Der Einzige

der ihn dabei ärgerte war Maulbeere.

»#A la bonheur# Herr Steinert« sagte dieser, als er ihm zuerst in

solchem Glanz und Schmuck begegnete -- »_sehre_ schön -- ganz außer

ordentlich sehre schön.«

»Lieber Maulbeere lassen Sie mich zufrieden, ich habe Nichts mit Ihnen

zu thun« sagte Steinert, und drehte sich von ihm ab.

»Ne wahrhaftig Herr Steinert« sagte aber Maulbeere in höchstem Ernst,

und mit beruhigender Handbewegung, »das thut kranken Augen ordentlich

wohl Sie nur anzuschauen -- und das feine Tuch zum Frack -- wie Sammet.«

»Rühren Sie mich nicht an, wenn ich bitten darf« rief aber jetzt der

Weinreisende, ernstlich böse gemacht, als der Scheerenschleifer, der

heute womöglich noch struppiger und ungewaschener aussah wie je, mit dem

Zeige- und dritten Finger der rechten Hand vorsichtig und bewundernd an

dem linken Ärmel des ihn eben wieder Passirenden niederstrich.

»Bitte tausendmal um Entschuldigung« sagte Maulbeere aber in spöttischer

Devotion, rasch und erschreckt den Arm zurückziehend -- »hatte keine

Idee daß es abfärbte. -- Und die schöne Uhrkette -- ist doch

vortrefflich gearbeitet, sieht genau so aus als ob es wirkliches Gold

wäre -- ja das machen sie jetzt famos.«

Steinert warf den Kopf auf die Seite und ging, dem fatalen Menschen den

Platz räumend, auf den anderen Gangweg hinüber, seinen Spatziergang

fortzusetzen; Maulbeere aber, ohne sich dadurch irre machen zu lassen,

kroch und kletterte auf Händen und Füßen, wie ein großer ungeschlachter

Orang Utang dem er in diesem Augenblick merkwürdig ähnlich sah, ebenfalls

auf die andere Seite hinüber, glitt dort auf eines der Wasserfässer,

wo die Leiche noch vor kaum einer Stunde gelegen hatte und fuhr, als

Steinert jetzt wieder an ihm vorüber mußte, ganz unbefangen in seinen

drüben begonnenen Bemerkungen fort.

»Strupfen sind freilich unbequem unter den Hosen an Bord -- platzen

leicht wenn man sich bückt, aber hübsch sehn die Beine damit aus

-- schade daß Sie etwas eingebogene Knie haben.«

Steinert mußte seinen Spatziergang aufgeben; denn von den übrigen

Passagieren sammelten sich schon Manche, die schadenfroh die Bemerkungen

des alten Maulbeere mit anhörten, und auch laut darüber lachten.

Auf dem Quarterdeck ging aber der junge Henkel, seine graue Reisemütze

fest in die Stirn gezogen, den Rock bis oben hin zugeknöpft, und die

rechte Hand vorn in der Brust, die linke auf dem Rücken liegend, allein

und mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt auf und ab, und Steinert,

der auf ihn gewartet zu haben schien, erstieg mit raschen Schritten den

ihm verbotenen Platz.

Gerade in dem Augenblick kam der Capitain von unten aus der Cajüte, sah

den Zwischendeckspassagier auf dem geheiligten Boden der Cajüte, und

frug ziemlich kurz angebunden den sich zierlich gegen ihn Verbeugenden,

ohne den Gruß auch nur mit einem Blick zu erwiedern:

»Wen suchen Sie?«

»Ich habe mit dem Herrn dort etwas von Wichtigkeit zu reden, Herr

Capitain« sagte Steinert, den seine gewohnte Zuversichtlichkeit, dem

stets ernsten und strengen Capitain gegenüber doch in etwas verließ,

noch dazu da er wußte, daß er sich auf verbotenem Grund befand, ungemein

artig und zuvorkommend.

»Mit Herrn Henkel?«

»Ja wohl Herr Capitain.«

Henkel hob, als er seinen Namen hörte, rasch den Kopf und fixirte

den in der neuen Kleidung nicht gleich Erkannten scharf und

mißtrauisch. Der Capitain gab übrigens dem gar so stattlich angezogenen

Zwischendeckspassagier, wenn auch nicht gerade mit eben freundlichem

Gesichte Raum, und dieser kam jetzt, den Hut in der Hand, auf Henkel zu

und sagte verbindlich:

»Herr Henkel, ich habe schon lange nach dem Vergnügen getrachtet Ihre

werthe persönliche Bekanntschaft machen zu dürfen -- Convenienzen die

uns bis jetzt getrennt haben, wissen Sie -- hatte auch keine Ahnung

dabei daß die Schiffsordnung so streng sei -- »D'rum prüfe wer sich

ewig bindet« -- würde sonst jedenfalls selber Cajütspassage genommen

haben. Doch das ist jetzt zu spät, und da wir nun dem Lande der

Gleichheit und allgemeinen Freiheit so nahe sind, ja uns eigentlich

nach völkerrechtlichen Grundsätzen auf deren Gebiet #quasi# Ankergrund

befinden, habe ich mir die Privatfreiheit genommen -- wenn ich Sie nicht

störe, heißt das -- Ihre Zeit, wenn auch nur für wenige Minuten zu

beanspruchen -- die Zeit ist kurz die Reu ist lang.«

»Womit kann ich Ihnen dienen?« sagte Henkel mit einer leisen wie

zustimmenden Verbeugung -- »Sie sehen daß ich jetzt nicht beschäftigt

bin -- darf ich Ihnen einen Sitz anbieten?«

»Bitte« sagte Steinert, und ließ sich ohne weiteres auf der nächsten

Bank nieder, während Henkel vor ihm, an die eiserne Railing gelehnt,

stehen blieb. »Was mich hierher treibt zu Ihnen?« fuhr Steinert endlich

fort, nachdem er den ungewohnten Hut bald aus der einen in die andere

Hand genommen, und immer vergebens gesucht hatte ihn in die richtige

Lage zu bringen, bis er ihn endlich neben sich auf die Bank stellte

-- »ist der Wunsch etwas Gediegenes, Wahres über das Land zu hören, dem

wir uns jetzt, von den Flügeln des Windes getragen, nähern; »Eilende

Wolken« wissen Sie wohl, »Segler der Lüfte«. Sie kennen es von eigener

Anschauung, Sie vor Allen scheinen mir auch, Ihrem ganzen Äußern nach

der Mann zu sein, der im Stande ist ein richtiges und allgemeines

Urtheil zu fällen, und um das komme ich, Sie zu ersuchen.«

»Und in welchem Fach?« frug Henkel, einen leichten Seufzer dabei

unterdrückend, aber sich doch mit einer gewissen Geduld der langweiligen

Einleitung fügend; von Hopfgarten war indessen ebenfalls an Deck

gekommen, und ging hinter ihnen langsam auf und ab -- »für welchen

Geschäftszweig wünschen Sie --«

»Erlauben Sie mir« fiel ihm aber Steinert rasch in's Wort, »daß ich

Ihnen vorher noch eine kleine Bemerkung vorausschicke, eine Bemerkung

die Sie überzeugen mag, wie ich nicht eben in das Blaue hinein einen

Plan zur Auswanderung gefaßt, sondern mich ziemlich genau nach Allem

erkundigt, und besonders Alles gelesen habe, was je darüber geschrieben

worden. Amerika ist ein Land wo Einem die gebratenen Tauben _nicht_

in's Maul fliegen, so viel steht fest, das ist Thatsache, und Sie mögen

deshalb versichert sein, daß ich nicht mit extravaganten Erwartungen,

unmöglich zu erfüllenden Hoffnungen etc. hinübergehe -- ankomme,

könnte man jetzt fast sagen. Meine früheren Schicksale können Ihnen

gleichgültig sein -- »weit in nebelgrauer Ferne, liegt mir das

verlass'ne Glück« -- es ist vorbei, und ich muß Ihnen jetzt nur vor

allen Dingen sagen daß ich Kaufmann bin, und es für vortheilhaft halten

würde eine kurze Zeit erst, ehe ich mich selbstständig etablirte, in

irgend eine Condition zu treten, sei es auch nur auf zwei oder drei

Monat, die Verhältnisse dort vor allen Dingen durch Augenschein genau

kennen zu lernen.«

»Conditionen« begann Henkel, als ihm der Weinreisende wieder in die Rede

fiel:

»Sind vielleicht nicht so ganz leicht gleich zu bekommen, ja das glaub

ich; auch das habe ich schon mehrfach gelesen; aber wissen Sie, ich bin

auch zugleich _Geschäftsmann_, und Ihnen, Herr Henkel, brauche ich nicht

zu sagen daß Amerika gerade das Land der wirklichen Geschäftsleute ist

-- Sie wissen das ja am besten aus eigener Erfahrung. Übrigens stehe ich

auch noch mit dem Haus für das ich in Deutschland gereist bin: Schwartz

und Pelzer, eines der bedeutendsten Häuser in Frankfurt in selbst intimer

Verbindung. Der Mensch muß so viel Eisen als möglich im Feuer haben,

wenn er in dieser Welt reussiren will, und ich habe es für zweckmäßig

gehalten keine Brücke hinter mir abzubrechen, so lange ich sie mit

Bequemlichkeit gangbar halten konnte. Sie werden mir darin Recht geben

Herr Henkel. Auch darüber sind Sie vielleicht im Stande mir Auskunft zu

ertheilen, verehrter Herr, ob und wiefern ich auf einen Absatz in diesem

Geschäft, wenn alle übrigen Stricke rissen, und günstigen Erfolg wohl

rechnen könnte.«

»Um deutsche Weine in Amerika zu verkaufen?« frug Henkel.

»Allerdings -- freilich kann ich mir denken« fuhr Steinert rasch fort,

ohne dem Gefragten Zeit zu einer direkten Antwort zu geben, »daß der

amerikanische Markt zu Zeiten mit solchen Vorräthen überfüllt sein mag,

denn es werden enorme Massen von Wein auch wohl von anderen Ländern

hinübergeschickt, _gute_ Waare hält aber doch, wie ich _Ihnen_ nicht

zu sagen brauche, ihren Werth, und wenn die Leute erst einmal merken

daß sie prompt und reell bedient werden, dann sind sie gar nicht mehr

wegzutreiben aus der Kundschaft; ich habe darüber unendlich viel

Erfahrungen gesammelt, in meinem Leben, und Sie sind darin gewiß ganz

meiner Meinung. Übrigens habe ich einige vortreffliche Empfehlungen, an

sehr bedeutende Häuser in New-Orleans; glauben Sie nicht daß _die_ mit

etwas nützen können? -- Ich baue nicht etwa zu viel, oder gar einzig und

allein darauf,« fuhr er dabei rasch fort, als ob er fürchte daß ihm Herr

Henkel die Hoffnung über den Haufen werfen könne, und ehe dieser auch

nur im Stande war eine Sylbe darauf zu erwiedern -- »_selbst_ ist der

Mann und die Empfehlung die man im eigenen Kopfe trägt ist immer die

Beste, und man kann sich am Festesten auf sie verlassen, aber jedenfalls

sind es doch immer Einführungen in gute Häuser -- so zu sagen gestempelte

Visitenkarten. Ein Freund von mir hat zum Beispiel eine brillante

Parthie, nur durch solch einen einfachen Empfehlungsbrief gemacht, er

mußte zwar seine Braut -- seine jetzige Frau -- entführen und die Eltern

waren außer sich darüber -- haben die Tochter auch enterbt, aber was

wollen Eltern in einem solchen Fall machen, wenn der Priester erst

einmal seinen Segen darüber gesprochen hat -- dann ist die Geschichte

aus, und das Klügste was sie thun können ist, daß sie ebenso thun als ob

sie selber damit zufrieden wären. -- O zarte Sehnsucht süßes Hoffen; der

ersten Liebe goldne Zeit --«

»Aber Sie wünschten, soviel ich verstanden habe, irgend etwas Specielles

über Amerika zu erfahren« sagte Henkel, dem das Gespräch mit dem Mann

anfing unbequem zu werden.

»Allerdings, mein verehrter Herr Henkel« sagte Steinert, einen

flüchtigen Blick in den Hut werfend, ob seine Frisur auch noch nicht

durch den Wind gelitten habe -- »ich möchte ungemein gern einen Blick in

das Verhältniß thun, in dem in Amerika der Commis z. B. zu seinem

Principal, und die Geschäftswelt im Allgemeinen zu der politischen Welt,

von einem rein menschlichen Standpunkte aus genommen, steht. -- Ich muß

Ihnen dabei voraus bemerken« setzte er wieder rasch hinzu, als er sah

daß Henkel etwas darauf antworten wollte, »daß ich schon von einem dort

lebenden Freund einige sehr werthvolle Briefe über Amerika besitze, in

denen er mir das dortige Leben flüchtig -- mehr allerdings in Anekdoten

die in unser Fach schlagen -- schildert. Es ist aber Nichts gefährlicher

als sich auf einseitige Urtheile, die doch immer hie und da durch ein

gewisses Verhältniß bestimmt sein können, zu verlassen, und ich habe mir

deshalb besonders die Freiheit genommen Sie aufzusuchen. Glauben Sie

übrigens nicht« fuhr er ohne weiteres fort, »daß ich, wie viele meiner

Landsleute, den höchsten Werth gerade in jene so oft herausgehobene

Gleichheit der Amerikanischen Bürger setze -- ich weiß recht gut daß ein

allgemeiner Leiter des Geschäftes nicht allein unbedingt nöthig, sondern

auch für die Engagirten höchst angenehm und bequem ist; der vernünftige

Mann fügt sich dabei leicht in das, was ihm selber als nothwendig

erscheint, aber gerade diese Gleichberechtigung des einen Standes selbst

der höchsten Aristokratie gegenüber, hat doch auch wieder, wie sich

nicht leugnen läßt, etwas sehr Angenehmes und Verlockendes, darf aber

natürlich, wie Sie gewiß auch der Meinung sind, unter keinen Umständen

gemisbraucht werden.«

»Allerdings« sagte Henkel, der es jetzt aufgegeben hatte irgend etwas

Selbständiges zu äußern, und den Mann eben ausreden ließ.

»Das steht also auch fest« sagte Steinert, mit einer verbindlichen

Verbeugung für die Anerkennung, »daß eben unser Stand, der uns die

freie Bewegung nach allen Seiten läßt, einer der angenehmsten im ganzen

weiten Reiche sein müßte, und man, wenn man nicht gerade mit zu großen

Erwartungen hinüber geht, ja eigentlich eher auf einzelne kleine

Enttäuschungen gefaßt ist, eines ziemlich sicheren Erfolges, natürlich

den einzelnen Fähigkeiten entsprechend, auch gewiß sein könne, nicht

wahr? -- Ich versichere Sie, Herr Henkel, daß es mir eine große

Beruhigung gewährt, diese Ansicht auch von Ihnen, der das Land doch

durch und durch kennt, vertreten zu sehn, und ich bin Ihnen in der That

ungemein verpflichtet, verehrter Herr, für Ihre gütige Bereitwilligkeit,

mir darin Auskunft zu geben.«

»Wenn Ihnen das Wenige genügt« sagte Henkel, der trotz seiner sonst

ernsten Stimmung doch ein Lächeln nicht verbergen konnte, indem er sich

von der Railing, an der er gelehnt, aufrichtete.

»Oh bitte« rief aber Steinert, »guter Rath kommt oft vor guter That,

und wer nur ein wenig Auffassungsgabe hat, für den ist ein Wink soviel,

wie eine ganze Predigt für einen minder Begabten. Entschuldigen Sie nur

daß ich Sie vielleicht indeß von einer angenehmeren Beschäftigung

abgehalten habe.«

Er war indessen ebenfalls aufgestanden und, seinen Hut in der Hand, im

Begriff das Quarterdeck wieder zu verlassen.

»Ganz und gar nicht« sagte Henkel, froh so billigen Kaufs davongekommen

zu sein, setzte aber mit leiser Ironie im Ton, die jedoch an Steinert

gänzlich verloren ging, hinzu -- »und wenn Sie wieder eine Auskunft

wünschen sollten, die ich im Stande wäre Ihnen zu geben, so stehe ich

mit Vergnügen zu Diensten.«

»Zu gütig -- zu gütig in der That« sagte der Weinreisende, seinen Hut in

der Hand herumdrehend, »aber -- aber _eine_ Frage möchte ich mir doch

noch, und zwar mehr vom particularistischen Standpunkte aus erlauben.

Sie sind in New-Orleans ansässig, mein verehrter Herr Henkel?«

»Allerdings.«

»Werden sich dort etabliren?«

» -- Ja.«

»Dürfte ich mir in dem Fall erlauben« sagte Herr Steinert, indem er

seinen Hut unter den linken Arm drückte und seine Brieftasche aus der

linken Brusttasche nahm, »Ihnen unser Haus, in allen Arten von feinen

und leichten Rheinweinen, Rheinischen Champagnern und Pfälzer Weinen zu

empfehlen -- hier die Adresse mit Preiscourant und der Versicherung

billiger, rascher und prompter Bedienung.«

»Aber ich weiß nicht ob ich --«

»Bitte« unterbrach ihn Steinert rasch, »ist auch für den Augenblick gar

nicht nöthig -- für später vielleicht -- ist auch nicht etwa des Nutzens

wegen, verehrter Herr, nur wirklich der Annehmlichkeit wegen, mit Ihnen

in eine angenehme Geschäftsverbindung zu treten. Ich bin auch dabei so

von der Solidität unseres Hauses überzeugt, daß ich in diesem Augenblick

wirklich nicht weiß Ihnen meine Dankbarkeit auf eine bessere und

würdigere Weise dazuthun. 'Werde mir dann schon die Freude machen Sie in

New-Orleans wieder aufzusuchen, wozu ich Sie noch ersuchen möchte, mir

gefälligst Ihre dortige Adresse zukommen zu lassen.«

»Meine Adresse?« sagte Henkel, den Mann indessen einige Secunden scharf

fixirend -- »schön -- ich werde Ihnen meine Adresse geben. Sie ist für

die ersten Tage im St. Charles Hotel -- sollte ich da ausgegangen sein,

bin ich bei diesem Herrn« -- er nahm zugleich eine Karte aus seiner

eigenen Brieftasche -- »zu erfragen. Es ist nicht unmöglich daß wir ein

Geschäft zusammen machen.«

»Sie haben mich zu doppeltem Danke verpflichtet« sagte Steinert, »nun

erlauben Sie aber daß ich mich entferne« setzte er dann mit etwas

leiserer Stimme und einem Seitenblick auf den, immer noch unfern davon

stehenden Capitain hinzu, »denn der alte Seearistokrat dort wird schon

ungeduldig über mein langes Hierobensein -- #eh bien#, wir kommen bald

an einen Ort, wo das ganze Land ein einziges Quarterdeck ist, und der

Unterschied der Stände fällt, bis dahin, mein bester Herr Henkel, habe

ich die Ehre mich Ihnen gehorsamst zu empfehlen und zeichne mich

indessen als Ihr ergebenster Adalbert Steinert.«

Mit einer halbrunden Verbeugung dabei, die Herrn Henkel in der Mitte,

mit Herrn von Hopfgarten und den Capitain an den Flanken zugleich

einschloß, verließ er das Quarterdeck und stieg wieder in sein

Territorium hinab, wo er aber noch nicht drei Schritte gethan, als er

schon wieder von Maulbeere, der ihm hier jedenfalls aufgelauert haben

mußte, begrüßt wurde.

»Nun, Herr Steinert, schon Geschäfte gemacht auf Amerikanischem Grund

und Boden -- das ist recht, die stolzen Burschen, die sich mit uns

Zwischendeckspassagieren nicht abgeben wollten, müssen mit saueren

Weinen angeschmiert werden; darin liegt Charakter.«

»Herr Maulbeere, ich verbitte mir alle Anzüglichkeiten.«

»Ne wahrhaftig« sagte aber der unverwüstliche Scheerenschleifer, »das

geschieht ihnen ganz recht, und ich wünsche den Hochnasen nichts

Besseres, als daß sie _Ihnen_ in die Klauen fallen.«

Steinert setzte seinen Hut auf, steckte die rechte Hand vorn in die

Brust, und ging, einen verächtlichen Blick auf den Scheerenschleifer

schleudernd, nach vorn.

»Nu Gott sei Dank« sagte der Capitain, als der Zwischendeckspassagier

das Quarterdeck verlassen hatte, zu Henkel tretend, »der hatte aber ein

Maulwerk am Kopf; das ging ja wie geschmiert. Ich glaube der könnte

Einen in einem halben Tage todt reden.«

»Die Aufschlüsse die Sie ihm ertheilten, waren in der That werthvoll«

lachte aber auch von Hopfgarten, zu den Beiden tretend -- »es wunderte

mich nur daß Sie ihm Ihre Karte gaben.«

»Um ihn los zu werden« sagte Henkel -- »übrigens« setzte er mit einem

leichten Lächeln hinzu, »war es nicht _meine_ Karte, sondern eine fremde

die ich zufälliger Weise bei mir hatte -- er wird mich in New-Orleans

nicht geniren.«

»Hahahaha, das ist prächtig« lachte von Hopfgarten, »das ist eine famose

Ausflucht; der wird schön schimpfen.«

»Da kommt unser Lootse!« rief in diesem Augenblick der Capitain, der das

Glas genommen und ein paar Secunden damit nach dem Land hinübergeschaut

hatte, das sich noch immer vor ihnen hinzog und keinen Hügel, kein

Landhaus verrathen wollte. Flach und öde zog sich der schmale Streifen

am Horizont hin, und nur nach der Richtung, nach welcher der Capitain

deutete, ließ sich eine kleine Wolke leichten Qualms erkennen, die

zuerst wie über dem flachen Lande lag, und dann, als der Blick der

Passagiere fester darauf haftete, sich zu bewegen, und näher zu kommen

schien.

Herr von Hopfgarten war indessen rasch in die Cajüte hinab

gestiegen, den Damen zu melden daß das Lootsenschiff, wozu in den

Mississippimündungen meist Schleppdampfer gebraucht werden, in Sicht

käme, und die Zwischendeckspassagiere, die aus dem Leben auf dem

Quarterdeck wohl gemerkt hatten daß irgend etwas Außerordentliches

vorgehe -- wenn sie auch noch nicht herausbekommen konnten was,

kletterten wieder in die Wanten und auf alle einigermaßen hohe Stellen

an Bord, nach der Richtung hin, wohin die Fernröhre des Capitains und

der Cajütspassagiere gerichtet waren, zu entdecken was etwa in Sicht

käme.

Über den Dampfer, dessen Rauch sich bald mit bloßen Augen erkennen ließ,

sollten sie aber nicht lange in Zweifel bleiben, denn er kam merklich

näher. Deutlich ließen sich schon die Umrisse seines oberen Decks,

bald sogar einzelne Gestalten an Bord unterscheiden, und die wehende

Bremer Flagge an der Gaffel der Haidschnucke wurde jetzt kaum mit

dem antwortenden Signal des Lootsen, den Amerikanischen Sternen und

Streifen[1] begrüßt, als lauter Jubel an Bord des Auswandererschiffes

losbrach, und ein donnerndes, wieder und wieder erneutes Hurrah den

Farben des neugewonnenen Vaterlands entgegenjauchzte.

Von jetzt an war alles Andere in dem einen Gefühl des endlich erreichten

Zieles, für das ihnen der Amerikanische Lootsendampfer volle Bürgschaft

leistete, vergessen; Jeder hatte nur Augen und Gedanken für das

heranbrausende Dampfschiff, dessen Räder sie jetzt schon über das stille

Wasser des Golfes konnten arbeiten hören, dessen einzelne Matrosen sie

an Bord erkannten, und wie es sie endlich erreicht, einen engen Kreis

um sie beschrieb und an ihrer Seite hinfuhr, und der Amerikanische

Capitain, der auf dem Radkasten seines Fahrzeugs mit dem Sprachrohr in

der Hand stand, seinen Anruf herüberschrie, da brach sich der Jubel von

Neuem Bahn, und der Amerikaner, der sein Sprachrohr erstaunt absetzte,

sah ein paar Secunden die Schreier ruhig an, drehte sich dann nach

seinem Steuermann um und lachte. Die Matrosen an Bord des Schleppdampfers

glaubten aber indessen den Gruß ebenfalls erwiedern zu müssen, und

antworteten, während die beiden Fahrzeuge jetzt in etwa hundert Schritt

Entfernung neben einander hinliefen, mit drei kräftigen »#Hip hip hip

hurrahs!#« das auf der Haidschnucke wieder sein Echo fand.

Ehe sich das Geschrei legte ließ sich natürlich an ein gegenseitiges

Verständniß nicht denken, den ersten Ruhepunkt aber benutzend, setzte

der Amerikaner wieder das Rohr an die Lippen, und der, dem Laien zum

ersten Mal gewiß unverständliche Seeruf, der durch den wunderlich

dröhnenden Schall des metallenen Rohres nur noch verworrener wird, tönte

herüber.

»#Where do you hail from?#«[2]

Nun hatte aber Steinert, besonders in der letzten Zeit, nicht allein

unter seinen näheren Bekannten, sondern auch im Zwischendeck überhaupt,

viel mit seiner Kenntniß der Englischen Sprache geprahlt, die ihm

dort allerdings von keinem bestritten werden konnte oder wurde. Diesen

Anruf hielt er aber für eine allgemeine, an das ganze Schiff gerichtete

Höflichkeitsformel, die er nicht glaubte unbenutzt vorübergehn lassen zu

dürfen, ohn seine Kenntnisse zu zeigen. Ehe deshalb der eigene Capitain,

der jetzt ebenfalls auf seinem Quarterdeck mit der »Sprechtrompete« in

der Hand stand, auch nur das Geringste darauf erwiedern konnte, sprang

er auf die, an der Railing befestigte Nothspieren, hielt beide Hände

trichterförmig an die Lippen, und schrie in höchst mittelmäßigem

fremdartigen Englisch:

»Danke Ihnen Herr Capitain -- wir sind Alle wohl!«

»Halten Sie's Maul davorne!« brüllte aber Capitain Siebelt auf's

Äußerste indignirt, als er einen Zwischendeckspassagier in sein Geschäft

hineinfallen hörte, während der Amerikaner erstaunt dorthin sah von

woher die unverständliche Stimme tönte, und von wo aus er allerdings

keine Antwort erwartet haben konnte.

»Wenn man gefragt wird, Herr Capitain, darf man antworten« rief aber

Steinert, der hier in seinem guten Recht zu sein glaubte und sich

als freier Amerikanischer Bürger zurückgesetzt und beleidigt fühlte

-- »übrigens verbitte ich mir alle Anzüglichkeiten.«

»#Where do you hail from!#« tönte aber des Amerikaners Ruf noch einmal

herüber.

»Ich würde mich noch einmal bei ihm bedanken, Herr Steinert« sagte

Maulbeere, der seine innige Freude an dem Zwischenfall gehabt,

ermunternd; »er wird Sie wahrscheinlich nicht verstanden haben.«

Steinert war aber zu klug Maulbeeres Rath -- den er in dem sehr

gegründeten Verdacht hatte, _sein_ Bestes eben nicht zu wollen, zu

folgen, und Capitain Siebelt konnte die nöthigen Antworten auf diese,

wie die späteren Fragen: »wie lange Reise?« -- »Alles wohl an Bord?«

gehörig beantworten.

Der schnaubende Dampfer hielt jetzt mehr auf sie zu und Matrosen

sprangen an Bord der Haidschnucke mit bereit gehaltenen Tauen hin, sie

in Wurfs Nähe an Deck des Schleppschiffs zu schleudern, während sie dort

rasch aufgefangen und befestigt wurden. Die Zwischendeckspassagiere, die

jetzt natürlich überall im Wege standen, stieß man dabei bald hier bald

da zur Seite, aber sie ließen sich heute Alles gefallen, war doch das

Schiffsleben überhaupt bald überstanden, und das hier nur noch eine

kleine, leicht zu ertragende Unbequemlichkeit, für die sie in wenigen

Stunden -- sie zählten nicht einmal mehr nach Tagen -- das ganze

Amerikanische Reich entschädigen sollte.

Festgeschnürt an Bord des viel niedrigeren kleinen Dampfers lag jetzt

das Segelschiff, das ihnen noch nie so groß erschienen war wie in diesem

Augenblick; alle Segel schlugen aber, in ihren Schoten gelöst, an den

Raaen, und an den Tauen hingen die Matrosen sie aufzugeyen, während ein

Theil schon wie Katzen an den steilen Wanten emporkletterte und an den

Raaen hinauslief, die Segel überhaupt vollständig einzuziehn und

festzuschnüren auf ihren Hölzern.

Der Wind war indeß, wie die Seeleute sagen, fast vollständig

eingeschlafen, und die Hitze schwül und drückend, nichts destoweniger

setzte das Schiff mit Hülfe des Dampfers, seine Fahrt weit rascher, als

sie die letzten Tage zu segeln gewohnt gewesen waren, fort, und die

Küste, oder das wenigstens was sie bis jetzt für festes Land gehalten,

rückte ihnen rasch näher. Das aber was ihnen bis dahin eine weite grüne

Wiesenfläche geschienen, auf der sie, freilich umsonst, nach grasenden

Heerden umhergesucht, zeigte sich jetzt, wie sie es endlich erreichten,

als ein weiter trauriger Schilfbruch, dessen dunkelgrüne schlanke

Halme aus der, ihnen nun entgegenquillenden schmutziggelben Fluth des

mächtigen Mississippi, dessen untere Ufer sie bildeten, herausschauten,

und in der starken Strömung zitterten und schwankten.

»_Das_ ist Amerika?« rief da eine der Frauen, die mit vorn auf der Back

stand, und deren Blicke bis dahin nur ängstlich und erwartungsvoll an

dem näher und näher kommenden Lande gehangen -- »lieber Gott, da kann

man ja nicht einmal an's Ufer gehn.« Manche der übrigen Passagiere

schauten jetzt ebenfalls, mit keineswegs mehr so zuversichtlichen Mienen

als sie noch an dem Morgen gezeigt, auf die wüste Fläche von Schilf und

Wasser hinaus, die sie schon zur rechten und linken Seite umgab, und,

der Aussage des zweiten Steuermanns nach, das _Ufer_ des Mississippi

bildete. Es war ein beengendes erdrückendes Gefühl das sie erfaßte

-- die _erste_ getäuschte Hoffnung in dem neuen Land, das sie sich mit

allem Zauber südlicher Zonen, wenn auch heimlich doch nur zu eifrig

ausgeschmückt, und das jetzt vor ihren Augen wie ein stehender endloser

Sumpf begann.

»Aber wo um Gottes Willen wohnen die Menschen?« riefen Andere aus

-- »hier kann man ja doch nicht leben in Wasser und Schilf?« --

»Dort sind Häuser -- dort hinten -- wo? -- dort wo der dunkelgrüne Streif

hinaufläuft und die Sonne auf das Wasser blitzt; gleich rechts davorn.

Ja wahrhaftig -- da stehn Häuser -- das ist New-Orleans!« riefen und

flüsterten zaghafte Stimmen durcheinander und Steinert selbst war

auf einmal ungemein kleinlaut geworden, und saß, mit auf den Knieen

gefalteten Händen vorn auf dem Bugspriet die ihn umgebende Scenerie

schweigend zu betrachten.

»Das New-Orleans? -- Unsinn« lachten aber einige der Matrosen, die

jene Bemerkung gehört, und schon früher einmal die »Königin des Südens«

-- wie New-Orleans von den Amerikanern genannt wird, besucht hatten

-- »das ist hier nur eine der Mündungen des Mississippi und die Häuser

dort sind La Balize; das hohe Land aber liegt weiter oben.«

»_Weiter oben_« das war ein neuer Hoffnungsstrahl in die Nacht des

Zweifels, der die armen Auswanderer eben zu erfassen drohte -- »weiter

oben.« Aber noch immer ließen sich keine Berge erkennen; die öde Fläche

schien sich viele viele Meilen weit auszudehnen und der Fluß wälzte trüb

und reißend seine schmutzige Fluth an ihnen vorüber.

»Dort liegt ein Schiff -- dort noch eins --« ging jetzt der Ruf über

Deck, »ha dort oben kommen eine ganze Menge -- ich kann die Masten

erkennen« zeigten Einzelne den Anderen ihre Entdeckung. _Die_ kamen _von

oben_ herab, ja _die_ wußten wie es dort aussah, und mit einer gewissen

Ehrfurcht hingen ihre Blicke an den fernen Fahrzeugen, deren Umrisse sie

noch nicht einmal deutlich unterscheiden konnten.

Bis sie aber die immer deutlicher werdenden Häuser erreichten, wollten

manche der Zwischendeckspassagiere gern von den Matrosen, die schon

erklärt hatten daß sie in New-Orleans gewesen waren, etwas Näheres über

die Stadt und deren Umgegend wissen; die Leute waren aber viel zu sehr

beschäftigt ihren Fragen Rede stehn zu können, und sie mußten sich

zuletzt darein finden eben abzuwarten, wie sich ihnen die Stadt selber

zeigen würde. Ewig konnte das ja nun doch nicht mehr dauern.

Ziemlich langsam gegen die starke Strömung rückten sie indessen

vorwärts, die schon in Sicht gekommenen Gebäude, in den Windungen des

Flusses bald rechts bald links lassend, und erreichten endlich den Platz

wo eine Anzahl hölzerner Gebäude auf Pfählen, und nur von Schilf und

Schlammwasser umgeben mitten in diesem entsetzlichen Sumpfe standen und

in der That auch nur durch hochgelegte Planken unter sich verbunden

waren.

Dieß Lootsendorf, die sogenannte Balize, bot in der That einen traurigen

Anblick, und man begriff nicht wie Menschen dort überhaupt existiren

konnten. Die weite Fläche der See selbst that dem Auge, in Vergleich

mit dem öden Sumpfe wohl, der sich hier nach Norden, Osten und Westen

ausdehnte, und die Passagiere erschraken als die Glocke des Dampfschiffs

läutete, denn sie fürchteten jetzt das, was sie noch an dem Morgen so

heiß ersehnt -- gelandet zu werden. Das Signal galt aber einem, noch

eine kleine Strecke weiter oben liegenden Segelschiff, das jetzt seine

Flagge aufhißte und zur Freude der Auswanderer die Hamburger Farben

zeigte. Dort waren halbe Reise- und ganze Leidensgefährten, und als die

Haidschnucke, mit der Bremer Flagge noch immer auswehend, dem Hamburger

Schiffe näher kam, grüßte sie von dort, wie sie erst selber den Amerikaner

bewillkommt, ein donnerndes Hurrah, das sie allerdings, aber lange nicht

mehr so kräftig wie heute früh, beantworteten.

Sie erfuhren jetzt auch, daß der Dampfer das andere deutsche Schiff

ebenfalls in's Schlepptau nehmen würde, aber sie freuten sich nicht

besonders darüber, denn nicht mit Unrecht fürchteten sie dadurch nur

soviel langsamer von der Stelle zu rücken. Das kümmerte jedoch den

Amerikaner wenig, der sich für die Fahrt den doppelten Verdienst

natürlich nicht entgehen ließ, und das Hamburger Schiff, Orinoko wie es

hieß, erst hierher gebracht und vor Anker gelegt hatte, noch ein zweites

aus dem Golf dazu zu holen, ehe er es nach New-Orleans hinauf zog.

Der Hamburger hatte indeß, unter dem lauten taktmäßigen Singen der

Matrosen, seinen Anker aufgeholt, als der Dampfer an ihn hinanlief und

ihn an den anderen Bug nahm, die Taue wurden befestigt, wie sie früher

an der Haidschnucke befestigt waren, und wenige Minuten später schnaubt

das kleine aber kräftige Boot mit seiner doppelten Last, aber nicht viel

langsamer als vorher, den mächtigen Strom hinauf.

Die Zwischendeckspassagiere der Haidschnucke hatten nun allerdings

nichts Eiligeres zu thun als einen Versuch zu machen, von ihrem Schiff

hinunter, über das Dampfboot hinweg, an Bord des Landsmannes zu klettern,

und dort Bekanntschaft mit dessen Passagieren zu machen. Darin sollten

sie sich aber getäuscht sehn, denn die Steuerleute verboten es ihnen

nicht allein auf das Entschiedenste, sondern die Wacht des Dampfers

selber hatte strenge Ordre Niemanden hinunter auf ihr Deck oder hinüber

zu lassen, und weder Bitten noch Protestiren half, die Capitaine

zu einer Änderung der Maaßnahme zu bewegen. Die angegebene Ursache

war nicht allein Unordnung zu vermeiden, sondern auch ihren eignen

Schiffahrtsgesetzen nachzukommen, nach denen sie keine Communication

mit fremden Schiffen, ehe sie den Hafen erreicht hätten, unterhalten

durften.

Das aber verhinderte Steinert nicht eine sehr lebhafte, und natürlich

außerordentlich laut geführte Unterhaltung von der Back der Haidschnucke

aus, mit einigen Passagieren des Orinoko, über das Dampfschiff weg,

anzuknüpfen, sich nach Zeit der Abfahrt und Erlebnissen der Reise zu

erkundigen, und seine einzelnen Ansichten über die Haidschnucke, die

nicht immer zu Gunsten derselben ausfielen, einzutauschen. Andere

schlossen sich dem an, und die Conversation, von allen hohen Theilen des

Schiffs und selbst den Wanten und Marsen ausgeführt, wurde bald

allgemein; bis die Scenerie auf dem Strome selbst diesem ein Ende

machte.

Schon seit einiger Zeit hatte ein Theil der Passagiere _Bäume_ wirkliche

Bäume voraus entdeckt, denn das einzige was sich ihnen bis jetzt an

Vegetation außer dem Schilf und alten eingeschwemmten und versenkten

Baumstämmen gezeigt hatte, waren nur niedere Weidenbüsche gewesen, und

wie sie jene erreichten sahen sie auch den ersten festen Boden aus der

gelben Fluth hervorragen.

»Da ist Land -- da ist Land!« jubelte es in dem Augenblick vom Deck,

als ob die Leute in der That geglaubt hätten daß Amerika im Wasser

liege -- »da sind Bäume, da ist Gras. Hurrah für Amerika.«

»Hurrah für Amerika!« jauchzte das Schiff nach und die Matrosen des

Schleppdampfers hatten Nichts dagegen in den ihrer eignen Heimath

gebrachten Jubelruf mit einzustimmen.

Es war indessen ziemlich spät am Tag geworden; während das Ufer aber zu

beiden Seiten einen festeren Charakter annahm, mit hohen Bäumen besetzt

und nur noch hie und da von Schilf durchwachsen, ließen sich noch immer

keine menschlichen Wohnungen, hie und da eine kleine unansehnliche Hütte

abgerechnet, erkennen; das Land schien eine unbewohnte Wildniß, die von

den Passagieren schon mit Bären, Panthern und Büffeln belebt wurde,

und die cultivirte Gegend lag jedenfalls noch _weiter oben_. Einzelne

Schiffe begegneten ihnen jedoch jetzt, und zweimal sogar eine

ordentliche kleine Flotte, von einem einzigen Dampfer stromab bugsirt,

der an jedem Bord ein großes Schiff führte, und drei kleinere noch

hinten an langen Leinen im Schlepptau hatte. Auch kleine Küstenfahrzeuge

segelten und ruderten auf dem Strom, manche von ihnen mit farbigen

Leuten bemannt, ihre kleinen Fahrzeuge bunt bemalt, und herüber und

hinüber kreuzend gegen die starke Strömung des »Vaters der Wasser«.[3]

Aber die Sonne neigte sich ihrem Untergang, und was Manchem von ihnen

schon auf der See aufgefallen war, die kurze Dämmerung, machte sich

hier, wo sie das schattige Laub der hohen Bäume an ihrer Seite hatten,

nur noch mehr bemerkbar. Kaum war das Taggestirn hinter dem dunkeln

Waldstreifen, der das jenseitige ziemlich ferne Ufer deckte, verschwunden,

als die Nacht mit einer Schnelle anbrach, von der sie bis jetzt wirklich

keine Ahnung gehabt. Sie hielten dabei dem linken Ufer des Stromes

zu, dort Holz für den Dampfer, dessen Kohlen auf die Neige gingen,

einzunehmen, und die Passagiere freuten sich schon das Ufer betreten und

die wunderliche Vegetation des neuen Landes beschauen zu dürfen, dessen

riesige Bäume hier alle mit wehendem silbergrauen Moos bis hinab auf den

Grund behangen schienen; doch hatten sie dasselbe noch lange nicht

erreicht, als es schon unter den Bäumen dunkelte und das Licht der

einzelnen dort wie versteckten Hütte, seinen rothglühenden Schein

herüberschickte.

Das Einnehmen von Holz zeigte mit den tiefgehenden Schiffen seine

Schwierigkeit, da der Dampfer mit diesen nicht so dicht an Land fahren

konnte, und die Capitaine nicht gern vor Anker gehen wollten. Der

Eigenthümer des Holzes war aber schon darauf eingerichtet, und hatte

eine Anzahl Klafter in einem niederen und sehr breiten Boote mit flachem

Boden aufgestapelt, mit dem er, auf den Anruf des Capitains eine Strecke

in den Fluß hinaus fuhr und sich queer vor dem Bug des Dampfers legte.

Von hier aus wurden die Scheite, während die Maschine wieder an zu

arbeiten fing, und alle vier Fahrzeuge doch wenigstens gegen die Strömung

stemmte, rasch an Bord geworfen, die Taue der Haidschnucke aber dann

gelößt, damit das entladene Holzboot zwischen ihnen durch mit der

Strömung zurücktreiben konnte, und der Schleppdampfer setzte seinen Weg

jetzt wieder, in der Nacht ziemlich die Mitte des Stromes haltend, den

zahlreichen im Flußbett angeschwemmten Stämmen auszuweichen, langsam

fort.

Es war ein wundervoller Abend, der Mond hob sich, als sie kaum eine

Stunde gefahren waren, über die Bäume, und goß sein silbernes Licht auf

den breiten Strom, und die Passagiere der verschiedenen Schiffe hatten

sich vorn auf Deck gelagert, und sangen wechselsweise in volltönenden

oft harmonischen Chören ihre heimischen Lieder, die meist ernsten,

schwermüthigen Inhalts gar wunderbar ergreifend über den stillen Strom

klangen.

Frau von Kaulitz hatte unter der Zeit versucht ihre gewöhnliche

Whistparthie zu Stande zu bringen, heute jedoch nicht einmal Herrn von

Benkendroff bewegen können daran Theil zu nehmen, und saß jetzt, eine

Patience legend, allein in der Cajüte. Es war ihr ein verlorener Abend

den sie ohne Karten zubrachte. Die übrigen Passagiere saßen und standen

in schweigenden Gruppen auf dem Quarterdeck umher, oder flüsterten leise

mit einander, so eigen berührt waren sie selber von den heimischen Klängen

denen sich das Herz, mag es das Vaterland noch so lang verlassen und es

fast vergessen haben, doch nie verschließt.

Es liegt ein eigener Zauber in den Tönen die wir als Kind gekannt,

geliebt, und die nicht selten schon Wurzel in der Kindesbrust geschlagen.

Alte Gedanken, liebe und trübe Erinnerungen wecken sie dann wo wir sie

wieder hören, und das Herz lauscht ihnen wollte selbst das Ohr den

lieben Lauten den Eingang weigern.

»Wie das so reizend klingt auf dem stillen Strome« sagte Marie, die den

Arm um der Schwester Schulter gelegt, neben Clara und Hedwig unfern der

Quarterdeckstreppe stand, und nach dem Mond hinüberschaute -- »ich

könnte den Liedern die ganze Nacht lauschen, und doch habe ich sie schon

so oft, so oft gehört.«

»Das ist es ja gerade was sie uns so lieb macht« lächelte die Schwester

sich freundlich zu ihr neigend -- »weißt Du noch wie wir daheim in

unserem Gärtchen saßen, und die Zimmerleute unten vom Bauplatz, Abends,

wenn sie an unserer Mauer vorbei zu Hause gingen all diese Lieder

sangen, und wir sie weit weit noch hören konnten durch den stillen

Abend.«

»Unser liebes Gärtchen« seufzte leise Marie, und auch der Schwester

Brust hob sich in der schmerzlichen Erinnerung an das Zurückgelassene,

aber sie wollte jetzt nicht jene Bilder heraufbeschwören und sagte

rasch, der Schwester Arm berührend und dann nach dem Nachbarschiffe

hinüber deutend, wo sie eben wieder ein anderes Lied begannen.

»Kennst Du das, Marie?«

»Noah« lachte die Schwester, »Herrn Kellmanns Leiblied, ei wenn er jetzt

bei uns wäre, wie er da einstimmen würde nach Herzenslust. -- Was er

jetzt wohl treibt?«

Anna schwieg und lauschte den Tönen, bis sie in der Nacht verklungen

waren.

Die Passagiere der Haidschnucke antworteten dem letzten Lied mit

»Schweizers Heimweh«. Wenn aber die einzelnen Schiffe bis dahin allein

gesungen, und so gewissermaaßen einen Wechselchor gebildet hatten,

dessen einer immer erst begonnen wenn der andere geendet, und dem die

Mannschaft des Schleppdampfers mit lautlosem Schweigen lauschte, so

waren die ersten Töne dieses alten lieben heimischen Sanges kaum

angeschlagen, als das Hamburger Schiff ebenfalls mit einstimmte, und

der volle Chor weich und klagend durch die Nacht drang.

Herz mein Herz, warum so traurig,

und was soll das ach und weh,

S' ist ja schon im fremden Lande --

Herz mein Herz, was willst Du mehr.

Still und lautlos lauschten die Mädchen den lieben, schwermüthigen

Klängen, und leise, leise, mit kaum bewegten Lippen fielen sie endlich

mit ein in die Melodie, bis sie mehr Muth gewannen, und mit lauterer

Stimme, aber innigem Gefühl dem Liede folgten. Wie aber der Schluß

verklang, »_doch zur Heimath wird es nie_«, schwiegen beide Chöre

-- lautlose Stille legte sich über Deck -- Keiner hatte mehr das Herz,

nach diesen Strophen noch ein anderes, vielleicht gar triviales Lied zu

beginnen. Dem neuen Vaterland hatten sie heute ein donnerndes Hurrah

gebracht, als sie dessen Flagge zum ersten Male in der Brise wehen

sahen, dem alten brachten sie das Lied, mit mancher heimlich zerdrückten

Thräne, mit manchem, gewaltsam in die Brust zurückgedrängten Seufzer.

Auch die Cajütenpassagiere waren recht still und nachdenkend geworden,

Herr von Hopfgarten, der sich anfänglich mit dem Professor in einen

großen ökonomischen Streit eingelassen, hatte den und die ganze

Verhandlung in dem Lied vergessen, und horchte ihm noch viele Minuten,

als es schon längst in dem Rauschen des Stromes und dem monotonen

Klappern der neben ihnen arbeitenden Maschine verschwommen war.

Herr Henkel ging indeß auf der einen, Herr von Benkendroff auf der

anderen Seite des Besahnmastes spatzieren, während Frau Professor

Lobenstein, ihre beiden jüngsten Kinder an sich geschmiegt am Fuße

desselben auf einer Bank saß, und der Nacht dankte die ihr die einzeln

niederrollenden Thränen verbarg vor dem Auge der Menschen.

Nur Doctor Hückler lag behaglich der Länge nach ausgestreckt auf der

Scheilichtklappe, dampfte seine Cigarre in den wundervollen Abend hinein,

und trommelte zu den Liedern den falschen Takt auf dem Holz, auf dem er

ruhte.

Eine Zeitlang hatte ununterbrochenes Schweigen an Bord geherrscht; es

war fast, als ob sich Jeder scheute den Zauber zu brechen der auf den

Schiffen, durch diese einfachen vaterländischen Weisen heraufbeschworen

lag, als plötzlich vom vorderen Theil der Haidschnucke, ja fast wie von

dem jetzt ziemlich nahen Lande kommend, an das sie das Fahrwasser des

mächtigen Stromes gebracht hatte, der volle glockenreine klagende Ton

einer Nachtigall herüber drang.

»Was ist das?« rief Marie fast erschreckt auffahrend -- »giebt es hier

Nachtigallen in den Wäldern?«

»Das ist nicht im Wald, das ist an Bord« sagte aber Anna, sich hoch

empor richtend -- »doch zum ersten Mal schlägt sie, seit wir in See

sind.«

»Du lieber Gott, sie hat die nahen Bäume gespürt und sehnt sich nach dem

Lande« sagte Marie tief aufseufzend, -- »ist es uns doch selbst ganz weh

und weich um's Herz geworden, als wir wieder die rauschenden Bäume

hörten. Oh weißt Du, Clara, noch die Nachtigall, die immer so wundervoll

vor Deinem Fenster schlug -- aber -- um Gottes Willen was ist

Dir -- Clara -- liebe Clara!«

Der Ausruf galt der jungen unglücklichen Frau, die schon, von den

heimischen Liedern aufgeregt, nur mit Mühe ihre Fassung bewahrt hatte,

jetzt aber bei der so wohlbekannten so heißgeliebten Weise der Nachtigall,

die mit furchtbarer Kraft die Erinnerung an die verlassene Heimath

-- an ihr jetziges Elend zurückrief in das gequälte Herz, das mächtig

ausbrechende Gefühl nicht mehr zurückdrängen konnte und das Antlitz an

Hedwigs Schulter bergend, heftig weinte. Marie hatte ihren Arm um sie

gelegt und suchte sie emporzurichten und zu sich herüberzuziehen; sie

wehrte ihr leise, behielt aber ihre Hand die sie wie krampfhaft preßte,

in der ihren.

»Liebe, liebe Clara!«

»Laß mich, mein liebes Kind -- es wird gleich besser sein« flüsterte die

Frau -- »nur eine Art von Weinkrampf ist's, der wohl mit meinem

Unwohlsein zusammenhängt.«

»So will ich Deinen Mann rufen -- es muß doch wohl --«

»Nein -- nein!« rief Clara aber rasch und fast heftig -- »nicht -- nein,

es ist nicht nöthig« setzte sie langsamer hinzu, »und wird gleich

vorüber gehen ja ist schon vorbei. Mir ist schon wieder besser Marie, so

ängstige Dich nicht meinethalben.«

»Du solltest doch einmal einen Arzt fragen liebes Herz« sagte aber auch

jetzt Anna, die zu ihr getreten war und ihren Arm leise berührte »Du

siehst seit einigen Tagen bleich und krank -- recht krank aus, Clara,

viel kränker wie Du es vielleicht selber denkst, und darfst nicht zu

fest auf Deine, sonst so kräftige Natur trotzen. Auch das Plötzliche

Deines Zustandes hat etwas beunruhigendes, das nicht vernachlässigt

werden darf.«

»Was kann ihr _der_ Doctor helfen« flüsterte aber Marie, von dem, unfern

von ihnen ausgestreckt liegenden Stiefsohn Aesculaps nicht gehört zu

werden -- »der ließe sie höchstens zur Ader und erzählte uns bei Tisch

wieder ein paar blutige Geschichten.«

»_Der_ Doctor soll ihr auch Nichts helfen« erwiederte Anna, »aber im

Zwischendeck ist, wie mir Hedwig erzählt, ein recht tüchtiger junger

Arzt, der schon viele dort, rasch und anspruchslos wieder hergestellt,

und den zu fragen, da wir ihn doch jetzt bei der Hand haben, gewiß

Nichts schadete.«

»Nein, nein« bat aber Clara jetzt »ich weiß selber besser, wie nur ein

Arzt, und wäre er der geschickteste, mir sagen könnte was mir fehlt. Es

ist Nichts wie Erkältung mit vielleicht einiger Aufregung dazu, die mir

der Abschied von zu Hause doch gemacht, und die sich, wenn auch etwas

spät, in den Folgen zeigt. Ruhe ist das Einzige was mir helfen kann.

Laßt mich still meinen Weg gehen, und wenige Tage haben mich vollkommen

wieder hergestellt.«

»Oh wenn die Nachtigall nur noch einmal schlagen wollte« sagte Marie

-- »es war gar so schön -- wenn ich nur wüßte wer sie mit auf See

genommen.«

Nach Amerika! Ein Volksbuch. Dritter Band · 第 1 / 17 段