Die Beleuchtung findet statt

I. vermittelst bei gewöhnlicher Temperatur =starrer= Substanzen, die in

=Kerzenform= zur Anwendung kommen, hierher gehören der Talg, das

Palmöl, die Stearin- und Palmitinsäure, die Elaïdinsäure, das Wachs,

der Wallrath und das Paraffin;

II. vermittelst =flüssiger= Substanzen, welche vorzugsweise zur

=Lampen=beleuchtung dienen, welche wieder zerfallen

a) in =nichtflüchtige= Oele, wie Rapsöl, Olivenöl und Thran;

b) in =flüchtige= Oele; letztere sind entweder

[Greek: a]) ätherische Oele, wie das Camphin (gereinigtes

Terpentinöl), oder

[Greek: b]) durch Verarbeitung von Theer (aus Torf, Braunkohle,

Blätterschiefer, Bogheadkohle) erhaltene Mineralöle, die Gemenge

von flüssigen Kohlenwasserstoffen sind und unter dem Namen Solaröl,

Photogen, Ligroïne, Kerosin im Handel sich finden, oder endlich

[Greek: g]) das von der Natur gelieferte Erdöl oder Petroleum,

welches im raffinirten Zustande unter dem Namen Petrosolaröl als

Leuchtstoff verwendet wird;

III. vermittelst =gasförmiger= Substanzen, welche entweder durch

trockene Destillation von Steinkohle, bituminösem Schiefer, Torf, Holz,

Petroleumrückständen, Harzen und Fetten sich bilden, welche bei hoher

Temperatur in einen festen, kohlenreichen Rückstand, in Theer und in

Gase zerlegt werden, oder auch wie das Wassergas aus Kohle und

Wasserdämpfen entstehen.

Bei den gasförmigen Leuchtstoffen wird der lichtentwickelnde Körper

entweder

a) von der Flamme selbst geliefert, wie bei dem gewöhnlichen

Leuchtgas, oder

b) von aussen hinzugebracht, wie bei dem sogenannten Platingas durch

Platindraht, bei dem Kalklicht durch Kalk, bei dem Magnesia- und

Zirkonlicht durch einen Cylinder von Magnesia oder Zirkonerde, oder

endlich durch flüssige Kohlenwasserstoffe (Carburiren des Gases).

Handbuch der chemischen Technologie Achte Auflage · 第 123 / 167 题